Jobs, Posten, Mandate und “Versorgungssicherheit für das rechte Lager“;
… für selbstgerechte Rassisten beiderlei Geschlechts, aggressive ChauvinistInnen, gewalttätige Rabauken und schlagende Burschenschafter, dämliche Rechtsextremisten, menschenverachtende Ewiggestrige, für Neo-, Keller- und ‘leider nur inoffziell, weil Verbotsgesetz‘-Nazis, “patriotische Volksdeutsche” usw.
enough is enough. Ja, soweit gehen wir d’accord.
Nur dass ich den Spruch nicht aus PR-Planungsgründen pathetisch präsentiere. Nein, ich steh zu copy&paste.
Nur dass ich nicht versuche so zu tun, als ob mir der Satz gerade so eingefallen wäre. Quasi auf “authentisch” ins Mikro heulen, was vorab geplant der Wahlkampf-Slogan werden soll.
Nur das ich den Satz auch inhaltliche auf etwas anderes beziehe. Und dass es mir nicht jetzt erst reicht. Sondern schon geraume Zeit länger …
Freudscher Versprecher.
Sagen wollte sollte(?) Silvia Fuhrmann beim gemeinsamen Wahlkampftermin mit Chef Molterer: “uns geht es um Substanz statt Pflanz“.
An sich schon ein peinsam peinlicher Spruch. Schön im FPÖ-Duktus. Vorzeigephrase. Aber dann stottert die noch Nationalratsabgeordnete im nächsten Satz tatsächlich ihrerseits,
“… ich glaube leere Worthülsen ah und ah zerplatzte Seifenblasen, SPÖ-Versprechen haben wir genug gehört …“
lol *schnief* Und damit schiesst sie in diesem Soundschnipsel nicht mal den Vogel ab. Lachen musste ich schon vorher. Hier ein kurzer Mitschnitt aus dem Ö1 Mittagsjournal von heute:
So lautet die wöchentliche Kolumne bzw. der Leitartikler von Armin Thurnher, einem der wenigen Unabhängigen in der bananenrepublikhaften Medienlandschaft Österreichs.
Ich muss den ersten Absatz der Ausgabe Falter 25/08 einfach zitieren:
Das muss eine Partei erst einmal zusammenbringen. Da verliert der schwarze Tiroler Landeshauptmann spektakulär die Wahl, und alle reden nur von den Verlusten der Roten. Da streiken die mehrheitlich schwarzen Ärzte, schwarze Abgeordnete rebellieren, weil die schwarze Gesundheitsministerin keine Reform zusammenbringt, und alle tun so, als wäre das ein Problem der Roten. Da bringt ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss den schwarzen Innenminister in Bedrängnis, und niemand schaut hin. Da erreicht die Euro mit dem Spiel Österreich gegen Deutschland den ersehnten patriotischen Höhe- und Endpunkt, und endlich blicken alle auf den Kanzler. Aber nicht auf den mit dem rotweißroten Schal, sondern auf den, der gerade von der eigenen Parteil als Parteivorsitzender demontiert wurde.
Die Veröffentlichung des ersten einführenden, die Serie ankündigenden und dem Projekt einen Rahmen gebenden Teils seiner Kleinen Wiener Stadtgeschichte erfolgte am 11.06.2007 im Wien-Blog der taz.
Ich beginne heute mit einer temporeichen Tour de raison durch neun Jahrhunderte Wiener Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt steht etwas, das im metropolitanen Gedächtnis noch keinen Eingang gefunden hat, nämlich das Aufspüren bestimmter stadtstaatlicher Anläufe und Ansätze im Schicksal unserer Vorbewohner.
Aktuell stehen wir bei Teil 36 der Kleinen Wiener Stadtgeschichte, freigeschalten an diesem Donnerstag, 20. März 2008, Gründonnerstag. In diesem geht es gerade um die Steuerpolitik des roten Wien, Stichworte: ‘Hugo Breitner‘ und die ‘Finanzierung der Sozialreformen‘, und die Bedeutung eines vorteilhaften Finanzausgleichs für Wien in den 1920er Jahren.
Das Blog von Wolfgang Koch hab’ ich an dieser Stelle, also im Kellerabteil, schon das eine ums andere mal erwähnt, bejubelt, empfohlen. Daher ohne weitere Ausschweifungen, eine strukturierte Verlinkung zu Wolfgang Kochs Stadtgeschichte Wiens. ‘Wolfgang Kochs Kleine Wiener Stadtgeschichte’ weiterlesen
Ich meine, hey, ehrlich. Da war doch was, oder? Und jetzt die letzten Tage klang das ganz so als wär da nichts gewesen. Austrofaschismus?
Ich bin ja nicht Historiker und … aber geht es eigentlich nur mir so? Das muss doch anderen auch aufgefallen sein?
Nicht dass das mein einziges Stirnrunzeln rund um die aktuelle Gedenkjahrberichterstattung und zu den Reden zu 1938, Anschluss und Widerstand wäre … halt, äh, moment mal … Widerstand? Ok, nochmal. Nicht dass das mein einziges Problem mit den Kommentaren, Blurps und Blaahs von ex-höchster Familie bis zu den “kleinen Mann”-Postings wäre. Und überhaupt gibt es andere Probleme. Mein Rücken kann’s wieder. Dann die Fruchtfliegenattacke. Die reale Inflation meines eigenen kleinen Warenkorbs. Etc.
Trotzdem hab ich an der Berichterstattung nicht ganz vorbei hören und lesen können. (Hab v.a. Ö1 Beiträge, orfon science und bißchen derstandard konsumiert.) Und ich frage mich nun seit Tagen immer mehr folgendes: bringt dieses Gedenken an 1938 nun die Einführung einer neue Sprachregelung, mit der der Rückblick auf die 1930er Jahre vom Begriff “Austrofaschismus” vollkommen gereinigt wird? Bzw. von den Begriffen Austrofaschismus und Klerikalfaschismus?
verdammt, ich komm in diesen Tagen und Wochen zu nichts im Kellerabteil, dabei … anyway, das ist mir gerade untergekommen. Schlicht sagenhaft, atemberaubend, grandios.
Keine Ahnung, ob das O-Ton ist oder eine perfide Montage der Kommunisten oder Maoisten oder gar der Befreiungstheologie?
Jedenfalls Erwin Pröll, LHM, Machtpolitiker par excellence und Mediokrat im flachen Land, Vorhang auf, die Bühne ist bereitet, das Volk lauscht.
Angeblich ist das Ereignis 10 Jahre alt. Manches wird mit den Jahren halt immer besser.
Georg hat seiner Ankündigung den nächsten Artikel folgen lassen. Die NVP erfüllt alle Erwartungen und fordert Lagerschulen für Kinder von MigrantInnen.
Vor gut einer Woche hatte ich hier zu seinem ‘NVP-Watch‘ verlinkt. Der Beitrag vom 11.12. steht nun wieder an erster Stelle. Worum geht es bei der NVP?
(dazu noch aus dem ursprünglichen Eintrag:)
Auf rigardi.org ist wiedereinmal interessantes zur neu gegründeten NVP (Nationalen Volkspartei) zu lesen. Georg Pichler von rigardi.org hat bereits zweimal von der Gründung Partei berichtet; siehe seine Beschlagwortung NVP-Watch. ‘Dokumentation ‘NVP-Watch’ (update)’ weiterlesen
Gerade lief ein Beitrag im Ö1 Mittagsjournal, der einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus zur Schande gereichen sollte1, geschweige denn dem Inforadio Ö1. Ein Lehrbeispiel für die Peinlichkeit eines scheiternden Qualitätsjournalismus.
Elisabeth Manas berichtet tränenreich im Stil der yellow press, der RegenbogenPresse:
Der General kämpf mit den Tränen. Pervez Musharraf nimmt schweren Herzens Abschied von der Armee, die ihm 46 Jahre lang Heimat und Familie gewesen ist.
… erzählt die Journalistin mit emphatisch mitfühlender Stimme. Dabei sind die obigen zwei Sätze ihr Einstieg. Die fett hervorgehobenen Worte betont sie besonders, ihr Ton ist nicht sachlich sondern eben … yellow press.
Nur einen Satz von Elisabeth Manas später kommt Musharraf im O-Ton selbst das erste Mal zu Wort. Seine Stimme ist erstickt und emotional, hat einen klagenden Ton. Elisabeth Manas spricht leicht zeitversetzt eine Übersetzung ins Deutsche und gibt dem Militärchef ‘der besten Armee der Welt’ damit noch mehr Raum für die Aufführung einer Operette:
Ich schreibe ’sollte’, weil dem freilich nicht so ist, dass so ein Beitrag als Problem, als unwürdig und peinlich betrachtet wird. Dieser Beitrag ist erstens bei weitem nicht das peinlichste und schlechteste, was der ORF liefert. Bei weitem nicht. Zweitens gereicht so ein Beitrag dem ORF in so ferne nicht zur ‘Schande’, als sich niemand daran stößt. Wir sind Medienmüll gewohnt und nehmen kaum Anstoß. Es gibt so gut wie keine Kultur der Medienkritik in Österreich und die ersten, die darunter leiden, sind die Qualitätsmedien selbst, erst in zweiter Linie wir, die ‘Öffentlichkeit’. [↩]
Vor einer Woche ist hier im Kellerarbeil dieses Zitat zur Schulreform aufgetaucht.
Verändert wird innerhalb des bestehenden Systems – aber es wird nicht im System verändert. Nach wie vor werden die 10jährigen nach der Volksschule ihrer “Leistung” entsprechend entweder der Hauptschule oder der AHS zugeordnet. Beim besten Willen ist von einer Integration der getrennten Schultypen nichts zu sehen – trotz der gesetzlich vorgesehenen, lang erprobten sogenannten “Gesamtschulversuche”. Eben: Es waren ja nur sogenannte Gesamtschulversuche, ein “österreichisches Modell”, letztlich ein Etikettenschwindel.
Meine Frage an die LeserInnen dieses Blogs damals lautete, von wem könnte diese Kritik stammen? Dazu gab es eine Abstimmung, vier Antworten standen zur Wahl. Susanne Dermutz, Jörg Haider, Susanne Jerusalem, Veit Sorger. Die oben zitierte Aussage wurde offensichtlich allen Personen zugetraut, niemand bekam weniger als 4 Stimmen und niemand mehr als 8.
Nun, das ist für sich bereits ein interessantes Ergebnis, oder?
zwei Hinweise, d.h. zwei doppelte Hinweise, Empfehlungen, Shout Outs, Aufrufe zur Unterstützung und Solidarität.
1. Es gibt da jemanden, der heißt Franz Alois MichaelTfirst. Der Name, vermute ich jedenfalls, tut nichts zur Sache. Der Name sagt nichts über die Person. Der Name erzählt keine Geschichte. Dem Namen gilt nicht meine Solidarität. Der Name mag meinetwegen auch erfunden sein.
Die Geschichte zur Person MichaelTfirst erzählt dieser selbst. Hier. Die Geschichte erzählt nicht wirklich etwas über die Person MichaelTfirst sondern darüber was dieser Person M.T. angetan wurde. Die Geschichte erzählt in dem Sinne viel mehr von anderen Personen, von Personen, Organisationen und Weltbildern, und davon, was sie alle MichaelTfirst und vielen anderen angetan haben.
Die Geschichte erzählt von Kirchenbrüdern und der katholischen Kirche.
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