Archiv für die 'flaches Land' Kategorie

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Werte des Wahren, Schönen und Guten

«Bildung durch Schulbildung» – Teil III
Dritter Teil der – geplanten – kleinen Serie über
die gesellschaftliche Funktion der Schulbildung für
die soziale Institution “Bildung” allgemein;
und über die österreichische Schulbildung im Speziellen.

Im zweiten Teil der Serie habe ich ein wenig aus Joseph Roth’s Radetzkymarsch zitiert. Mit ein paar weiteren Zitaten möchte ich noch aufwarten.
Wir erinnern uns, der Hauptmann Trotta hatte das k&k-Lesebuch1 für Schüler in die Hände bekommen, etwas darin geblättert und zu seiner Überraschung sich selbst darin wiedergefunden. Aber wie?
Der Zorn schüttelte ihn, wie der Sturm einen schwachen Strauch, heißt es bei Joseph Roth. Nachdem er das Lesestück seiner Frau gezeigt hatte, nahm er den Säbel vom Haken, schnallte den Gurt mit einem bösen und heftigen Ruck um den Leib und verließ mit wilden und langen Schritten das Haus. Er war auf dem Weg, sich mit seinem Schachpartner und Vertrauten im Kaffeehaus zu beraten.

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  1. Einen Eintrag zur Bildungsperiode der Lesebücher sollte es in dieser Serie auch irgendwann einmal geben. []

Geld oder Leben

Wir treten für eine Demokratie ein, die es Menschen gestattet, den politischen Rahmen und ihr Umfeld zu gestalten und mitzubestimmen. Wir treten für eine menschliche, ökologische und soziale Wirtschaft ohne Konzerne und eine solidarische, freie, emanzipatorische Gesellschaft ein.

Unsere Forderungen richten sich an keine herrschende Elite. Wir rufen zu einem öffentlichen Diskurs und zu einer neuen freien Bewegung auf. Mit dieser Aktion setzen wir ein Zeichen gegen das derzeitige System. Alle, die mit dem Bestehenden unzufrieden ist und die Hoffnung auf eine freie bessere Gesellschaft nicht aufgegeben hat, rufen wir auf, Widerstand zu leisten.

Geld oder Leben

Links dazu hier, hier und hier

respekt

tu felix austria, was darfst Du stolz sein auf die Schulpflicht seit 1774

«Bildung durch Schulbildung» – Teil I
Erster Teil einer – geplanten – kleinen Serie über
die gesellschaftliche Funktion der Schulbildung für
die soziale Institution “Bildung” allgemein;
und über die österreichische Schulbildung im Speziellen.

Das Bildungssystem Österreichs. Es hat so etwas wie eine historische Geburtsstunde. Das kann in einer Kurzfassung gut bei Wikipedia nachgelesen werden (siehe Link). Für das herausragende Ereignis, die Geburtsstunde unseres Bildungswesens, müssen wir freilich kaum nachlesen (höchstens die genaue Jahreszahl). Es ist allgemeines Wissen und sogenannte Allgemeinbildung bei uns in Österreich: die Schulpflicht ist in Österreich bereits unter Maria Theresia1 eingeführt worden.

Schulordnung Abt Felbingers

Die Eckpunkte sind klar bzw. geklärt: Maria Theresia – Einführung der Schulpflicht – historisch gesehen früh und also fortschrittlich, modern, aufgeklärt. Das ist etwas, auf das wir stolz sind.
Ok, es heißt Unterrichtspflicht und nicht die Schulpflicht. Jedenfalls ist unser Bildungssystem, das staatlich organisierte und die Gesamtheit der Bevölkerung erfassende Schulsystem, bereits deutlich vor vielen anderen europäischen Nationen aufgebaut und eingeführt worden. Das aufgeklärte Frankreich, la grande nation? 1882! Na also, vergleichsweise rückständig.

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  1. Das wird auch allenthalben in Artikeln der Tagespresse hervorgehoben, zuletzt im Standard am 17. April 2007 in einem Bericht zu den Visionen der Industriellenvereinigung für eine Schulreform in Ö. []

3 Punkte: Justiz – Klenk – Provinzrepublik

wow :roll:

einfach nur wow.

passiert mir eigentlich selten, dass mich etwas wirklich überrascht.
& wenn, dann hat’s kaum mit der österreichischen Realität und erst recht kaum etwas mit medial Vermitteltem zu tun.
Aber das ist schon der Hammer. Anklicken. Lesen. Klenk: “Eurofighter: Gespräch mit einem Staatsanwalt“.

3 Punkte hab ich zu machen:

1. Hallo Gewaltenteilung, hallo Du schönes Prinzip. Das ist ein schaurig-schönes Exempel dafür, dass da oder dort funktionierende Prinzipien (Werte-Normen-Regeln) nur durch die simple Erklärung, dass sie gelten, noch lange nicht gültig sind. Sie brauchen Institutionen, die sie durchsetzen. Sie brauchen eine Kultur, die sie trägt und praktiziert. Sie brauchen Arbeit, sie brauchen Courage.

Sie brauchen Menschen, die für sie eintreten und kämpfen. Oh, und zwar nicht nur, wenn Revolution ist. Sondern erst recht, wenn man “Insel der Seeligen” ist und ansonsten keine rechte republikanische Kultur hat. Dafür aber ausgehöhlte Institutionen.

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ORF.at-Foren

Die sogenannte ORF.at-Foren sind ja bekannter Weise gruselig, gruseliger, am gruseligsten. Die Vorherrschaft des aggressiven Chauvinismus ist noch das geringste Problem dieser “Öffentlichkeit”, der “Foren” unseres öffentlich-rechtlichen Massenmediums im WWW.

Die normative Selbstbeschreibung, wie sie unter ORF.at-Artikeln steht, sieht so aus:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen.

Unter dieser wunderbar klingenden Formel folgen sofort appellierende Sätze, desillusionierende Sätze, die ganz gut zeigen, wie viel von der behaupteten “Diskursplattform” zu erwarten ist:

Bitte bleiben Sie sachlich und bemühen Sie sich um eine faire und freundliche Diskussionsatmosphäre. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge, behält sich aber das Recht vor, krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beiträge sowie Beiträge, die dem Ansehen des Mediums schaden, zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen.

Manchmal, d.h. eigentlich ziemlich oft und immer öfter, findet sich anstatt dieser “Diskursplattform“-Anpreisung ein einzelner etwas seltsamer und vor allem desillusionierend symptomatischer Satz:

Zu diesem tragischen  Ereignis kann nicht gepostet werden.

Ein neuer negativer Höhepunkt in dieser Welt, die sich Österreich nennt.

Einen schwachen Tag nachdem eine österreichische Spitzenpolitikerin, ihrerseits nichts weniger als Innenministerin, den Plan zu einer gewissen “A-Card” präsentiert. Das heißt, sich bitte eine A-Card für die Zuwanderer wünscht, für diese lästigen Unneddigen.

Einen Tag darauf hört man im Ö1-Morgenjournal, wie “Österreich” unschuldige Mütter, Kinder, Familien ausnützt, schikaniert, ihnen ihre Rechte vorenthält, sie gewaltsam in existenzgefährdende Gefahrenlagen drängt.
Dazu fällt einem nichts mehr ein. Das macht sprachlos, Kopfschütteln. Und dazu fällt einem viel ein. Ich möcht’ darüber reden, diskutieren, mich austauschen, und so geht es freilich vielen: Ein Grenze ist überschritten, Widerstand. No pasarán!

Jedenfalls findet diese Meldung ausnahmsweise einmal nur breite Empörung. DerStandard.at-Artikel wird seit dem frühen Vormittag minütlich und mit ziemlich einhelligem Tenor bepostet: “Zum Speiben. Zum Kotzen.” (Das ist mittlerweile schon herausragend angesichts der Regelmäßigkeit und zunehmenden Dichte brauner, rassistischer, chauvinistischer Postings.)

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