Archiv für die 'Ideologie' Kategorie

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SoZi 12|09: Der Pseudorationalismus

Denke mir schon länger, ich könnte und ja, ich will eine geschätzte praxis aus dem Odradek kopieren.1 Und zwar handelt es sich um des Lars Alberth praxis, angewohnheit, reihe und blogkategorie: ‘Das Sonntagszitat‘.
Welches hierorts im kellerabteil2.0 nunmal zur uneleganten kurzform ‘SoZi‘ verkommt.  ‘Das Sonntagszitat’ ist mir zu Nahe an ‘Das Zitat zum Sonntag’ und ‘Sonntagspredigt’. Therefore …

Start der SoZis mit Otto Neuraths (1882-1945) spitzer Feder:

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  1. Eklektiker der ich bin. []

Von Efgani Dönmez und Elisabeth Gehrer

Er gilt als eine zwangsläufige Rahmenbedingung der Gesellschaft bzw. der Formen der Vergesellschaftung: der strukturelle Widerspruch zwischen “Stadt” und “Land“.
Vergleichbar ist dieser strukturelle Widerspruch zwischen Stadt/Land etwa mit jenem zwischen “Lohnarbeit” und “Kapital“. In beiden Fällen handelt es sich um historisch entwickelte, zwangsläufig sich auswirkende Rahmenbedingungen, die freilich in jeder Gesellschaft unterschiedlichen Ausdruck finden kann.

In den modernen Gesellschaften kann recht pauschal zusammengefasst werden: die Stadt herrscht über das Land. In Österreich habe ich laufend das Gefühl, wir sind eine Ausnahme. Hier herrscht spätestens seit 1934 das Land, das Rurale über die Stadt, das Urbane.1

Österreich: die Herrschaft des flachen Landes.

Da wird die Weltklasse-Liesl von ihrem “Clan” befeiert und derstandart.at präsentiert das stundenlang als “relevantestes” Ereignis des 16.12.2008:

Ich werde jetzt das Hohelied einer hohen Frau singen, und das wird nicht ohne ein paar Weihrauchkörner und Lobpreisungen gehen. (Wolfi ‘Rumpelstilzchen’ Schüssel)

Da versucht sich ein oberösterreichischer Grüner zum wiederholten Mal für sich selbst ein “kantiges Profil” zu basteln, es gelingen ihm aber wieder nur dürftig dämliche Plattheiten und was passiert?
Er wird darauf hin als differenziert an tatsächliche Probleme herangehender “Realo” gefeiert. Aus seinem absurden Unsinn wird in Verteidigungsreden plötzlich ein gehaltvolles Programm.

meiner meinung nach hat dönmez durchaus klare ansichten und teilt sie ohne den schleier der politiker-etikette der welt mit. sind es nicht gerade solche menschen, die wir in der politik so dringend brauchen? (Standard-Poster “Seifenblase“)

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  1. Und das Rurale hat – paradoxerweise – eine Stadt als symbolisches Zentrum: das Salzburg der Karajan Festspiele. Der Symbolismus der siegreichen verbliebenen Elite des Landes, nachdem 1934 und vor allem 1938 alle anderen, urbanen Eliten vertrieben oder ermordet wurden; und 1945 im Großen und Ganzen an der Rückkehr und einem wiedererstarken gehindert. []

Chomsky, Agitation und austriarkischer Dumpfbacken-Journalismus

Noam Chomsky begeht heute seinen 80ten Geburtstag; geboren am 7. Dezember 1928.

Dazu bringt ORF.On folgendes auf seiner Titelseite:

Für den Artikel, Klick auf das Bild

Der folgende, freilich anonyme Artikel schwingt sich zum moralischen Urteil über den Agitator” (WIkipedia) auf:

Bis zuletzt hat Chomsky auch nicht aufgehört, seine Kampfschriften verfassen. [..] Schwarz-Weiß-Malerei würde er betreiben, vielfach Plattitüden bis hin zu Verschwörungstheorien verbreiten. Und wirklich neu und überraschend seien mittlerweile die wenigsten seiner Argumente. [..] Seine weiße Weste als moralische Instanz hatte damals einige Flecken abbekommen.

Ja, das ist halt das Standard-Niveau unseres ORF-Journalismus (ha, wie doppelsinnig “Standard-Niveau”! :twisted: ). So gesehen könnte der Eintrag auch lauten ORF-Niveau vs. SRG-Niveau; siehe dann unten.

Agitation ist das Geschäft des Mediensystems
Der Dumpfbackenjournaille ließe sich ja leicht der Spiegel vorhalten.  Wie konsistent ist es denn, einem anerkannten Kritiker, der in Büchern und Zeitschriften publiziert Agitation zu unterstellen, wenn die Massenmedien selbst zu den Kriegen – think z.B. Irak – und Krisen – think z.B. Finanzsystem – aufrufen.

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notizen zu ‘amateure im netz’ buchvorstellung/podiumsdiskussion

@stormgrass hat mir im vorfeld den auftrag erteilt,
die definition von ‘amateure im netz‘,
die bei der veranstaltung im depot-café bemüht würde,
mit zu kartographieren.

… und dann zu twittern …

Well. Had me laptop on my knees and happend to hammer down notices all throughout the presentation and following discussion. Can’t make that into 140 characters.
I was pissed of. Only the last 15 minutes made any sense and had me calmed down.

funny thing, this may have been the first such event, where I didn’t join the discussion. Can’t keep me mouth shut; normally.
This time, no chance. No idea, where to start, if I had taken the mike. To much on my list of notes …

… but that’s exactly why I now publish my whole remarks here.

So, without further ado, here’s what I typed down into ‘amateure im netz.txt’. Not edited, not nice. Maybe I’ll get back to it and will write a little bit more about this evening, the evenings discussion and the dynamic of this talk.

— amateure im netz.txt —

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Wo is n jetzt die verfickte Pietät?

Boy oh boy, der Wahlkampf ’08 hat web2.0 in Österreich ja einen ziemlichen Boost verschafft. Aber für die Ankurbelung von Vernetzung und traffic in den schönen web2.0-Strukturen, hey, da geht doch nichts über den Heldentod eines Volkstribunen, ha? Oder? Ha?
big-time-boost!!

War’s ein Attentat? Und wenn, wer war’s? Mossad? Raiffeisen? Die Ostküste?

Oder müsste man gut 180km/h mal 1.8 Promille (das treibt den Evil Knievel-Quotienten auf stolze 330) bei einem 58jährigen Pensionsberechtigten eher Selbstmord nennen?

Wie ist der Verunglückte posthum zu würdigen?

Hab ich in meinem Posting, Kommentar oder Blogartikel auch sicher irgendwie die Notwendigkeit der Pietät eingebaut?

Hab ich eh nicht vergessen, der Familie des Verunglückten in jedem hintersten Eck von wordpress.org, twitter, derstandard.at und weißgottnochwo meine Anteilnahme zu versichern?
Hey, sie werden’s sicher lesen und sich freuen!

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Wo ist unser ‘Rechte Recken’-WatchWiki?

Ich sehe das mit einer gewissen Freude und Befriedigung, dass sich da in … ähm … ‘unserer Blogsphäre‘ die Dokumentationsartikel zu den ‘Rechten Recken’ und ‘Teutschen Müttern’ häufen:

  • rigardi dokumentiert am 1.Okt.  “Wer ist Martin Graf?
  • franz joseph liefert am gleichen Tag in “Die Sache mit dem Rechtsruck” Kurzdokus zu einigen herausragenden ProponentInnen der rechten Intelligenzia *hust*
  • ich hab vor einem guten Monat eine gutes Stück Dokumentation der FP-Burschenschaftler hier im Kellerabteil abgelegt
  • einige BloggerInnen nutzen ihre Web-Logbücher immer wieder, die Eskapaden der ‘Möchtegern bekennenden Nazis‘ und Berufsrassisten festzuhalten; hier seien nur exemplarisch der Feuerhaken, Zwischenrufer, rigardi.org für viele andere genannt
  • Organisationen, welche sich immer schon mit Rechte Recken-Beobachtung beschäftigt haben, nutzen seit geraumer Zeit verstärkt Blogs zu ihrer Arbeit; siehe z.B.: AuA! und dokmz

Alles in allem ein guter Anfang. Aber noch nicht sooo viel mehr.1
Wie wäre es, wenn wir ein Wiki installieren, um diese Dokumentation erstens von vielen Stellen über zweitens längere Zeit um nicht zu sagen prinzipiell und konstant zu betreiben und damit drittens ein übersichtliches, sich verdichtendes Dokumentationsarchiv aufzubauen, welches viertens alle Bemühungen zur Dokumentation zusammenfasst und fünftens zentral abrufbar macht!?!

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  1. Aber ich erinnere an die Zeit ziemlich genau vor einem Jahr. Damals haben sich die Artikel massiert, die Platters Bleiberechtsauslegung und diese Schande kommentiert und damit auch dokumentiert haben. []

Mythen zum Wahlausgang NRW’08

So, bene, die Wahl ist geschlagen. Die ÖVP ist geschlagen. Schüssel ist geschlagen. Fein. Fehlt freilich noch Bartenstein. Kann das wer übernehmen? Ja? Bitte!?
Molti rennt wie ein geschlagener Hund herum. Die Grünen ergehen sich darin, wie geschlagene Hunde herumzurennen. Und die ganze Finanzmarktlogik, die jetzt jahrzehntelang auf wölfisch gemacht hat, die ist jetzt ein geschlagener Hund.

Und der Rest, wir, sind geschlagen mit idotischen bis dümmlichen “Aufarbeitungen des Wahlergebnisses“. Mir geht’s, aller Zurückhaltung in der Aufarbeitungs-Teilhabe zum Trotz, wie Elisabeth Nemeth,

Ehrlich gesagt, mich ödet die bestürzte Fassungslosigkeit, mit der die Wahlerfolge von FPÖ und BZÖ kommentiert werden, inzwischen an.

Das ist jetzt sehr höflich formuliert. :roll:

Also, höchste Zeit für “WoW“! Genau, das heißt

Worst of Wahlausgangsmythen ’08

Mein ganz subjektives Ranking der dämlichsten wenngleich hartnäckigen Mythen, was denn da am Sonntag, dem 28. September 2008 nun eigentlich wirklich passiert sei.

Und wir gehen ohne weitere Umschweife und in gestürzter Reihenfolge in medias res race: ‘Mythen zum Wahlausgang NRW’08′ weiterlesen

Der Eichinger-Aust-Komplex

Rüdiger Suchsland’ Filmkritik zur Bernd Eichinger Produktion “Der Baader-Meinhof-Komplex“. In telepolis.

soll heißen *räusper*:

Der sowieso empfehlens-
und immer lesenswerte
Rüdiger Suchsland
mit seiner
besonders lesenswerten
und
vielschichtig interessanten Kritik
Ab heute wird zurückgefilmt
anlässlich des Films
Der Baader-Meinhof-Komplex
aber vielmehr zum Thema
Der Eichinger-Aust-Komplex“,
seit heute im telepolis,
dem sowieso wichtigsten Online-Medium.

Nur ein Zitat, im fein lakonischen Suchsland-Ton:

Nachdem die RAF bisher kein Thema für den Schulunterricht war, wird sie es nun werden. Der Film hat das Zeug zum Schulpflichtfilm, weil er genau jener Großen Koalition der Geschmacklosigkeit in Kulturfragen entspricht, jener christ-sozialdemokratischen Vorstellung von “jugendaffinem” Programm, dass “die Jugendlichen” “da abholt”, wo sie schon vor zwanzig Jahren nicht mehr standen. Zur Einnerung: Eichinger wird 60, Aust ist schon 62.

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die Esel von der NVP

bei meiner Kurzvisite in Linz über den Weg gelaufen …

NVP - Esel

bin nicht der einzige gewesen, der angesichts dieser darbietung seinen fotoapparat rausgeholt hat.

natürlich war die esel-crew auch mit einer videokamera ausgerüstet und hat ihrerseits die esel-fotographierenden passantinnen und passanten gefilmt und dokumentiert.
vielleicht arbeiten die esel ja an einer datenbank der fotographInnen von eseln? “dokumentationsarchiv derer, die wos uns fotografiern tuan“?  :twisted:

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Politik als Beruf

pffff
nein, “Wahlkampf” ist keine Begründung, Ausrede oder Erklärung für diese Berufsauffassung.

Umgekehrt, yessss das wäre was, wenn im wir im austriarkischen Fernsehen irgendetwas der Art hätten. Scharfe Satire, die PolitikerInnen unmißverständlich beschissene LügnerInnen nennt (oder verlogene Lobbyisten oder dumme Rassisten), NACHDEM sie ihnen die Lügen, den Lobbyismus und Rassismus mit Belegen nachweisen!

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Der Unternehmergeist, ach wie sympathisch

Genau genau genau. Prekarisierte Atypische, die sind ganz nach dem Geschmack der WKÖ. Das gefällt der “Wirtschaft” und weil ihr das so gefällt nennt sie das “innovativ“. Und “geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut!
Womit alles supertoll wäre und es uns allen gut geht. Schön.

Ich-AG-Idee: Selbstständige Hutstriegler?
Warum nicht gleich Schuhputzer. Bei dem Plakat hat die ehrenvolle und ach so tolle Profession der Schuheputzer doch eindeutig Pate gestanden.

WKO llllliiiiiiiiebt prekarisierte Atypische

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Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer: “Lohn-Preis-Spirale”-Argumentation

Der Altweibersommer kündigt sich an. (Lieblingsjahreszeit!)
Seit ein paar Tagen wird der erste Sturm der Saison in Kreide auf den Tafeln der Wirtshäuser angeschrieben. (Noch gar keinen getrunken, eh noch zu wenig Gärung.)
Und die Herbstlohnrunden kündigen sich an. (Hab ich letztes Jahr genug dazu geschrieben. Siehe ganz unten. )

Der Kreislauf von Werden und Wachsen, Reifen und Sterben, alles wie gehabt, die ewige Wiederkehr im jahreszeitlichen Rhythmus.

Wie s Amen im Gebet auch: die Interessensvertreter der Arbeitgeberseite “mahnen” (das muss ich schon unter Anführungszeichen setzen) “maßvolle Lohnrunden” ein. Soll heißen,

geht’s Bitte, findet’s euch damit ab, ihr werdet’s nichts rausholen. Es steht euch nichts zu, seid froh mit dem was ihr bekommt und das ist gut so.

Eröffnet hat das jährliche Spiel hierzulande … eh klar … Industrielobbyist (und nebenbei Bundesminister) Bartenstein. Hey, it’s the tradition, stupid!

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