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	<title>kellerabteil 2.0 &#187; imagGemeinschaften</title>
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	<description>notizen gegen die unaufhaltbarkeit des bewusstseinsstroms</description>
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		<title>G&#8217;scheit Reden Termine</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 18:21:11 +0000</pubDate>
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/05/informations-dienst-zur-verbreitung-unterbliebener-nachrichten/' rel='bookmark' title='Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten'>Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/' rel='bookmark' title='beim s.w.i.r. zu &#8230;'>beim s.w.i.r. zu &#8230;</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche Berlin zur <a href="http://www.bildungswerk-boell.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=10520" target="_blank" class="broken_link">Buchvorstellung im Kulturzentrum Südblock</a> in Kreuzberg, das war nett. Ging alles so schnell nach dem <a href="http://camp.sozialebewegungen.org" target="_blank" class="broken_link">#sbsmCamp</a>, dass sich Ankündigung und Vorbereitung kaum ausgegangen sind. Am Tag nach Berlin beim Workshop dann schon gemerkt, dass etwas mit dem Rachen und Hals nicht stimmt. Seit dem liegen, Tee trinken und schwitzen. Die Nachbearbeitung des Camps muss warten. Ein paar <a href="http://tv.sozialebewegungen.org/kategorie/audio/" target="_blank" class="broken_link">Radio-Interviews</a>, die noch vor oder am Camp selbst entstanden sind, die sind am <a href="http://tv.sozialebewegungen.org/" target="_blank" class="broken_link">#sbsmTV-Blog</a> schon online.</p>
<p>Während ich in Berlin war, ist in der <a href="http://www.jungewelt.de/" target="_blank" class="broken_link">Jungen Welt</a> eine <strong><a href="http://redblog.twoday.net/stories/49607528/" target="_blank" class="broken_link">Rezension von Jonas</a></strong> erschienen, dessen <strong><a href="http://redblog.twoday.net/" target="_blank" class="broken_link">redblog</a></strong> es seit 2006 gibt und das ich schon lange verfolge. Gestern ist ein <strong><a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/thema/2877061/person-kann-andere-nicht-aktivieren.story" target="_blank">Interview in der Kleinen Zeitung</a></strong> erschienen, am Telefon schon etwas fiebrig gekrächzt und paraphrasiert zum Nachlesen. Sehr schön mit Bild vom <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2011/10/30/der-zweite-sbsmtaalk-im-zeichen-der-bewegung/" target="_blank" class="broken_link">zweiten #sbsmTaalk</a>.</p>
<p><span id="more-1678"></span></p>
<p><a target="_blank" href="http://www.jungewelt.de/2011/11-07/014.php" class="broken_link"><img class="aligncenter" title="Rezension von Jonas Pohle in der Jungen Welt" src="http://farm7.static.flickr.com/6238/6347375981_615b7293cd.jpg" alt="" width="500" height="357" /></a></p>
<p>Am Freitag geht es wieder nach Frankfurt. So <a href="http://www.kellerabteil.org/2010/10/herbsttermine-buchankundigung/" target="_blank">wie letztes Jahr</a> zur regionalen <strong><a href="http://www.linke-journalisten.de/" target="_blank" class="broken_link">LIMA</a></strong>, zu linken Medienakademie in Hessen, diesmal nicht workshoppened sondern das Eingangsreferat haltend sowie zum Abschluss noch bei der Podiumsdiskussion mitdebattierend. Und so wie vor einem Monat zur Frankfurter Buchmesse. Von letzterer schnellen und hektischen Stippvisite ist gestern vom Verlag ein YouTube Vid online gegangen. Erschreckend wie schnell ich da rede <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' /> </p>
<h4>#fbm11 aka Frankfurter Buchmesse</h4>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=5bCthBzx7iA&#038;fmt=18">www.youtube.com/watch?v=5bCthBzx7iA</a></p>
<h4>Linke Medienakademie, Frankfurt</h4>
<p>Am <strong>Sa, 19. November</strong> also dann wieder bei der LIMA in Frankfurt im Einsatz. Ich freu mich, ua ein paar Gesichter von letztem Jahr wieder zu sehen. Mein Eingangsvortrag hat folgenden Titel und Ankündigung:</p>
<blockquote><p><em><strong>Gegenöffentlichkeit(en) im Umbruch</strong></p>
<p>Der Titel kann in zwei Richtungen gelesen werden. Mit Blick auf Geschichte und Organisationsformen von Gegenöffentlichkeit(en) ist zu bemerken, dass sich Bedingungen und Möglichkeiten rasant ändern und auch erweitern. In unserer gesellschaftlichen Situation des Umbruchs lohnt außerdem die Frage, welche Bedeutung Gegenöffentlichkeit gerade jetzt zukommt. &#8220;Umbruch&#8221; scheint der allgegenwärtige Rahmen zu sein, sowohl für die interne Organisation von Gegenöffentlichkeit als auch für die Gesellschaft, in der wir operieren und Wirkung erzielen wollen.<br />
Gegenöffentlichkeit(en) im Umbruch &#8211; Ein Versuch, die aktuellen Herausforderungen, Potentiale und Risiken zu identifizieren und hier ansetzende Taktiken zu entwerfen.</em></p></blockquote>
<p>Das Programm sieht so aus: </p>
<p style="text-align: center;"><a rel="lightbox" href="http://www.linke-journalisten.de/wp-content/uploads/2011/11/Bildschirmfoto-2011-11-10-um-18.43.33.png" target="_blank" class="broken_link"><img class="aligncenter" title="Programm der regionalen LIMA Hessen, November 2011" src="http://www.linke-journalisten.de/wp-content/uploads/2011/11/Bildschirmfoto-2011-11-10-um-18.43.33.png" alt="Programm der regionalen LIMA Hessen, November 2011" width="474" height="249" /></a></p>
<p>Den Abschluss der zweiten LIMA in Frankfurt bildet dann eine Podiumsdiskussion, weil gerade so g&#8217;scheit im Reden überall, wieder unter meiner Beteiligung.</p>
<h4>Die Stadt ist uns nicht egal</h4>
<p>Am <strong>24. November</strong> darf ich gleich wieder auf ein Podium, diesmal in Wien, bei der <strong><a target="_blank" href="http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/dienststellen/ma18/wiener-planungswerkstatt.html" class="broken_link">Wiener Planungswerkstatt</a></strong>. Diese Einladung hat mich zuerst etwas verwirrt. Dann, nach einem Telefonat mit der Organisatorin, hat sie mich vor allem gefreut. Sie würde nämlich schon länger die Gelegenheit für eine Einladung suchen, weil sie das #sbsm Projekt vor allem in seinem Zugang interessiert. Sie verfolgt die verschiedenen Entwicklungsschritte seit geraumer Zeit und hätte gerne, dass ich von diesem Prozess und der Prozessdokumentation via Social Media als Fallbeispiel für einen partizipativ offenen Prozess berichte. Die Podiumsdiskussion hat den Titel <a href="https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/2011/partizipation/20111124-solidaritaet.html">&#8220;<em>Solidarität neu (er)finden?</em>&#8220;</a> und ist im Programm von <a href="https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/2011/partizipation/index.html">«<em>Die Stadt ist uns nicht egal</em>»</a> eingebettet.</p>
<h4>RUN AGAINST</h4>
<p>Am <strong>2. Dezember</strong> geht es dann nach Wels. Dort haben ein paar engagierte Personen ein wirklich faszinierendes und eindrucksvolles Programm zusammen gestellt. <a href="http://www.reizend.or.at/run-against/run-against/" target="_blank">«<strong>RUN AGAINST</strong>»</a> geht über vier Tage, von 1. bis 4.12. und «<em>sucht nach Strategien, die das Potential haben, Diskurse über Gerechtigkeit, und damit meinen wir soziale Gerechtigkeit, anzustiften»</em>. Ich darf wieder bei der Podiumsdiskussion «<em><a href="http://www.reizend.or.at/run-against/212--mkh-fabrik/">Protestkultur in Österreich</a></em>» ran, die wunderbar besetzt ist, inkl. Moderator that is. Leider muss ich direkt nach der Podiumsdiskussion noch in der Nacht nach Fürstenfeld weiter, die nächsten eineinhalb Tage wieder workshoppend zu Medienpolitik und -kritik. &#8220;Adventzeit&#8221;, immer schon synonym für hektisch &#8230;</p>
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/05/informations-dienst-zur-verbreitung-unterbliebener-nachrichten/' rel='bookmark' title='Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten'>Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/' rel='bookmark' title='beim s.w.i.r. zu &#8230;'>beim s.w.i.r. zu &#8230;</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>im zeichen der bewegung</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 10:16:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aufzeichnung des &#8220;zweiten #sbsmTaalks&#8221; am vorabend des zweitägigen #sbsmCamps &#8230; und das ö1 matrix feature von Anna Masoner zum camp: &#038; ein umfangreiches storify projekt zum camp und umfeld; fucking viel arbeit, so please appreciate &#8230; etwas männerlastig aber professionell schön gemacht, das vid des ögb verlags: www.youtube.com/watch?v=i3Wpm_hvsPM Ähnliche Einträge: Buchankündigung: &#8216;Soziale Bewegungen und Social [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufzeichnung des <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2011/10/17/the-time-is-now-sbsmcamp-und-sbsmtaalk/" target="_blank" class="broken_link">&#8220;zweiten #sbsmTaalks&#8221; am vorabend des zweitägigen #sbsmCamps</a> &#8230;</p>
<p><object width="500" height="281"><param name="movie" value="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1330"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/1330" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="281"></embed></object></p>
<p>und das <a href="http://oe1.orf.at/programm/286759" target="_blank">ö1 matrix feature von Anna Masoner</a> zum camp:</p>
<p><span id="more-1662"></span></p>
<p>&#038; ein <a href="http://storify.com/kellerabteil/sbsmcamp" target="_blank" class="broken_link">umfangreiches storify projekt zum camp und umfeld</a>; fucking viel arbeit, so please appreciate &#8230; <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_evil.gif' alt=':evil:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>etwas männerlastig aber professionell schön gemacht, das vid des ögb verlags:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=i3Wpm_hvsPM&#038;fmt=18">www.youtube.com/watch?v=i3Wpm_hvsPM</a></p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2011/09/now-landing-sbsm/' rel='bookmark' title='now landing: #sbsm'>now landing: #sbsm</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>now landing: #sbsm</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 19:59:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mehr als ein jahr arbeit, mit unterbrechungen freilich. Unfreiwillig allerdings. Die arbeit außerdem von 60+ personen. Allen big thx. «Soziale Bewegungen und Social Media», das «Handbuch für den Einsatz von Web 2.0» für politischen Aktivismus ist gedruckt, draußen, erschienen. + thx allen voran aber an Werner Drizhal, Gerhard Bröthaler, Clara Landler &#038; Eva Schörkhuber. Am [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als ein jahr arbeit, mit unterbrechungen freilich. Unfreiwillig allerdings.<br />
Die arbeit außerdem von 60+ personen.<br />
Allen big thx.<br />
«<em>Soziale Bewegungen und Social Media</em>», das «<em>Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</em>» für politischen Aktivismus ist gedruckt, draußen, erschienen.</p>
<p>+ thx allen voran aber an Werner Drizhal, Gerhard Bröthaler, Clara Landler &#038; Eva Schörkhuber.</p>
<p>Am mi, <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2011/09/16/buchpraesentation-und-sbsmtaalk/" target="_blank" class="broken_link">21. sept 2011 findet die buchpräsentation</a> statt. Sie wird per live-stream via www verfolgbar sein und auch aufgezeichnet:  siehe <a href="http://tv.sozialebewegungen.org" class="broken_link">tv.sozialebewegungen.org</a> dazu.</p>
<p>Unten gleich ein überblick, das inhaltsverzeichnis der 32 beiträge, vorher aber noch bildimpressionen. Diaschau.</p>
<p><span id="more-1639"></span></p>
<p style="text-align: center;"><iframe width="450" height="450" src="http://www.flickr.com/slideShow/index.gne?user_id=&tags=sbsm" frameBorder="" scrolling=""></iframe></p>
<h4>Des Handbuchs Inhalt</h4>
<p>Vorwort*</p>
<h3>fallbeispiele</h3>
<p>1. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/annalist/" target="_blank" class="broken_link">annalist blog</a> (anne roth)<br />
2. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/buergerinitiative/" target="_blank" class="broken_link">bürgerinitiative augartenspitz</a> (doris kittler &#038; matthias heckmann)<br />
3. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/stuttgart21/" target="_blank" class="broken_link">fluegel.tv stuttgart</a> (thorsten puttenat &#038; robert schrem)<br />
4. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/unibrennt/" target="_blank" class="broken_link">unibrennt pressearbeit</a> (barbara maier &#038; jakob arnim-ellissen)<br />
5. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/ug02diskussionsarchiv/" target="_blank" class="broken_link">ug02-diskussionsarchiv</a> (florian kraeftner &#038; karl heimberger)<br />
6. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/konflikt/" target="_blank" class="broken_link">arbeitgeber vs. arbeitnehmer im www</a> (lanu et moi)<br />
7. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/betriebsratsblogs/" target="_blank" class="broken_link">betriebsratsblogs &#038; -blogosphäre</a> (kathrin niedermoser &#038; christian pischlöger)<br />
8. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/kirche/" target="_blank" class="broken_link">laienkirche im www</a> (andrea mayer-edoloeyi)<br />
9. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/obama/" target="_blank" class="broken_link">obama&#8217;s grassroots movement</a> (robert misik)<br />
10. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/nachdenkseiten/" target="_blank" class="broken_link">nachdenkseiten</a> (andreas skowronek mit wolfgang lieb)<br />
11. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/hungerlohnpartei/" target="_blank" class="broken_link">hungerlohnpartei</a> (andreas skowronek)<br />
12. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/kampagnencheck/" target="_blank" class="broken_link">kampagnencheck</a> (marko zlousic)</p>
<h3>manuals</h3>
<p>a) <strong>strukturen aufbauen</strong><br />
1. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/starter-kit/" target="_blank" class="broken_link">starter-kit</a> (luca hammer)<br />
2. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/verantwortung/" target="_blank" class="broken_link">verantwortung</a> (meinereiner &#038; thomas kreiml)<br />
3. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/be-the-social-media/" target="_blank" class="broken_link">vernetzung</a> (andreas görg &#038; porrporr)<br />
4. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/veranstaltungen/" target="_blank" class="broken_link">veranstaltungen</a> (guido brombach &#038; dieter zirnig)<br />
b) <strong>mit inhalten bespielen</strong><br />
5. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/aktionen/" target="_blank" class="broken_link">aktionen</a> (saskia kaufmann, sebastian wöss &#038; julia hemmelmayr)<br />
6. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/video/" target="_blank" class="broken_link">video</a> (georg schütz &#038; julia hemmelmayr)<br />
7. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/verbreitung/" target="_blank" class="broken_link">verbreitung</a> (michael schmid &#038; phreak 2.0)<br />
8. onlinedemos* (robert harm)<br />
c) <strong>steuern und regeln</strong><br />
9. recherche* (sonja bettel)<br />
10. monitoring* (marko zlousic &#038; phreak 2.0)<br />
11. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/datenschutz/" target="_blank" class="broken_link">datensicherheit</a> (jens proll)<br />
12. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/abgrenzen/" target="_blank" class="broken_link">privatsphäre</a> (dieter wesp &#038; gudrun debus)</p>
<h3>noborders</h3>
<p>1. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/indymedia/" target="_blank" class="broken_link">medienaktivismus</a> (michel reimon)<br />
2. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/attac/" target="_blank" class="broken_link">kommunikationsgeschichte attac</a> (david walch &#038; kay schulze)<br />
3. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/workersunited/" target="_blank" class="broken_link">workers united</a> (ani degirmencioglu, wolfgang greif &#038; lukas neissl)<br />
4. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/noborders/" target="_blank" class="broken_link">menschenrechtsarbeit</a> (dani &#8216;ubu&#8217; fels, susanne schmidt &#038; porrporr)<br />
5. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/netzaktivismus/" target="_blank" class="broken_link">engagement für das netz</a> (fatmike182)</p>
<h3>visionen</h3>
<p>1. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/diskurs/" target="_blank" class="broken_link">diskurs 2.0</a> (antje schrupp)<br />
2. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/zivilgesellschaft/" target="_blank" class="broken_link">zivilgesellschaft 2.0</a> (philipp sonderegger)<br />
3. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/gewerkschaft/" target="_blank" class="broken_link">gewerkschaft 2.0</a> (barbara hackenjos, florian kraeftner, thomas kreiml &#038; isch)</p>
<p>.. und ein making of gibt es im anhang auch noch.</p>
<p>*) noch nicht online</p>
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		<title>Unsere Gesellschaft aus dem Geist der Schulklasse</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 11:36:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute und morgen wieder mal Diskutieren, Aufstellen, Reflektieren, gemeinsam eine gemütliche, radikale Reise unternehmen, radikal nämlich im Sinne des an die &#8220;Wurzel&#8221;, in den Maschinenraum gesellschaftlicher Operationen schauens, dabei in den Pausen plaudern, für den Unkostenbeitrag von € 5,- gut essen und einen Tag lang interessante Perspektivenverschiebung ausprobieren &#8230; natürlich offen für wer auch immer [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute und morgen wieder mal Diskutieren, Aufstellen, Reflektieren, gemeinsam eine gemütliche, radikale Reise unternehmen, radikal nämlich im Sinne des an die &#8220;Wurzel&#8221;, in den Maschinenraum gesellschaftlicher Operationen schauens, dabei in den Pausen plaudern, für den Unkostenbeitrag von € 5,- gut essen und einen Tag lang interessante Perspektivenverschiebung ausprobieren &#8230; natürlich offen für wer auch immer mag, Politische Bildung also, work shoppen und das endlich wieder mal dazu, was «<a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/bildung/" target="_blank"><strong><em>Bildung</em></strong></a>» so zwischen Selbstbeschreibung und Fremdbeschreibung uns und der Gesellschaft und uns in unserer Gesellschaft ist &#8230; <a href="http://www.gbw-wien.at/article716.htm" target="_blank" class="broken_link">der Ausschreibungstext hier</a>.</p>
<p><strong>Begriffe</strong>, um die es gehen <em>wird</em> und je nach Entwicklung im Workshopverlauf gehen <em>kann</em>: <span id="more-1592"></span></p>
<blockquote><p>Meritokratie, Adoleszenz, Unschooling, Integration, heiße versus kalte Institutionen, hidden Curricula, Funktionäre, demokratische Schule, Ideologischer Staatsapparat, Mode, Leistunggesellschaft, kulturelle Codes, Distinktion, Freuds Theorie der zweizeitigen sexuellen Entwicklung, Leitkultur, Gesellschaft der Individuen, Menschwerdung, kollektives und kulturelles Gedächtnis, Ordnung, Disziplinierung des Körpers, Schichten und Milieus, Latenzphase, Chancengleichheit, imaginierte Gemeinschaften, Gehorsam, Segmentierung und instrumentelle Rationalität, Status, Subjektivierung, Pubertät, subversive Integration, Segregation, autoritären Geist, kulturelles Kapital, &#8230;</p></blockquote>
<p><strong>Bilder</strong>, copy&amp;paste aus einem Vortrag vor 5 Jahren(!), html-Schnipsel Transfer mit etwas Ausmisten und zwei drei ergänzten Bildern:</p>
<p align="center"><a title="Die von Abt Felbinger verfasste allgemeine Schulordnung. Der Stolz Österreichs: die allgemeine Unterrichtspflicht wurde von Maria Theresia bereits 1774 eingeführt!" href="/images/001.jpg"><img src="/images/001k.jpg" alt="" /></a> <a title="Schulen wollen allerdings erst einmal erbaut und eingerichtet, LehrerInnen ausgebildet und bezahlt, Lehrbehelfe entwickelt und bereitgestellt werden, et." href="/images/007.jpg"><img src="/images/007k.jpg" alt="" /></a> <a title="Der lange Weg von einer Verordnung zur flächendeckenden Versorgung ..." href="/images/0012.jpg"><img src="/images/0012k.jpg" alt="" /></a><br />
<a title="Der Beigeschmack der Gleichschaltung, Disziplinierung nicht nur der Körper?" href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Schulklasse_Unterricht.jpg"><img src="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Schulklasse_Unterricht.jpg" alt="" width="115" height="80" /></a> <a title="Die Organisation der Kohorten, das Zusammenfassen aller Gleichaltrigen in Zwangsgruppen. Ganz unabhängig auch von Unterricht. Was wird hier verhandelt, was gelernt, was trainiert? Und was nicht?" href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Schulklasse_Pause.jpg"><img src="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Schulklasse_Pause.jpg" alt="" width="115" height="80" /></a> <a title="Was heißt eigentlich Bildung? Alles was man wissen muss?" href="/images/002.jpg"><img src="/images/002k.jpg" alt="" /></a> <a title="Bildung soll für Chancengleichheit in der Gesellschaft sorgen, oder?" href="/images/009.jpg"><img src="/images/009k.jpg" alt="" /></a> <a title="Daher unser Schlachtruf: Bildung für Alle! und: die gleiche Bildung für Alle!" href="/images/010.jpg"><img src="/images/010k.jpg" alt="" /></a> <a title="Aber Achtung: Nicht alles was als Bildung daherkommt ist ein Segen." href="/images/052.jpg"><img src="/images/052k.jpg" alt="" /> </a> <a title="Aber es heißt ja auch Bildung für Alle und nicht Schule für Alle, oder?" href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Das-Wesen-Bürgerlicher-Schulbildung.gif"><img src="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Das-Wesen-Bürgerlicher-Schulbildung.gif" alt="" width="30" height="80" /> </a> <a title="Nochmals die Frage, Was heißt eigentlich Bildung. Welche Bildung?" href="/images/011.jpg"><img src="/images/011k.jpg" alt="" /></a> <a title="Wie viel Bildung? Und wie viel von was?" href="/images/012.jpg"><img src="/images/012k.jpg" alt="" /></a> <a title="Die Entdeckung: wir brauchen Ingenieure, Erfinder, Techniker ... praktische Ausbildung und nicht nur humanistische." href="/images/013.jpg"><img src="/images/013k.jpg" alt="" /></a> <a title="Strukturierung unserer Lebensläufe durch die soziale Institution Bildung" href="/images/004.jpg"><img src="/images/004k.jpg" alt="" /></a> <a title="Alle müssen durch, alle haben die gleichen Chancen und müssen jede und jeder für sich schauen, was sie mit ihren Chancen tun." href="/images/014.jpg"><img src="/images/014k.jpg" alt="" /></a> <a title="In der Schule und über unsere Bildung legen wir die Grundlage dafür, welche Position wir in der Gesellschaft erreichen können. Oder?" href="/images/015.jpg"><img src="/images/015k.jpg" alt="" /></a> <a title="Oder bedeutet die soziale Institution Bildung, dass uns der Staat so aufstellt, wie die gerade Staatstragenden es sich vorstellen? (Hier die Drillschule.)" href="/images/008.jpg"><img src="/images/008k.jpg" alt="" /></a> <a title="Und hier die Arbeitsschule des Schulreformers des roten Wien: Otto Glöckel" href="/images/016.jpg"><img src="/images/016k.jpg" alt="" /></a> <a title="Der übrigens für die Gesamtschule eingetreten ist (und 1934 ermodet wurde.)" href="/images/017.jpg"><img src="/images/017k.jpg" alt="" /></a> <a title="Das österreichische Schulsystem, differenziert." href="/images/003.png"><img src="/images/003k.png" alt="" /></a> <a title="Das französische Schulsystem, egalisiert UND schottet Eliten ab." href="/images/005.jpg"><img src="/images/005k.jpg" alt="" /></a> <a title="Das finnische Schulsystem, Vorbildwirkung weil?" href="/images/006.jpg"><img src="/images/006k.jpg" alt="" /></a> <a title="Bürgerliche Bildung - Bürgerliche Prinzipen - Bürgerliche Ideologie" href="/images/018.jpg"><img src="/images/018k.jpg" alt="" /></a></p>
<p><strong>Typologie:</strong> Worum es da auch gehen wird, um eine analytische Abgrenzung von Bürgerlicher Bildung als einen Typus, der uns heute aber universell ist, gegenüber anderen grundsätzlichen Modi der Einstellung des gesellschaftlichen Maschinenraums &#8230;</p>
<p><a href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Idealtypen-Bildung.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1606" title="Idealtypen Bildung" src="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Idealtypen-Bildung.png" alt="Idealtypen Bildung" width="480" height="480" /></a></p>
<p style="text-align: right;">d/l eines <a href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Bildung-Typen.pdf" target="_blank"><strong>PDF (8 Seiten, 70kb)</strong></a> mit der Typologie.</p>
<p>&#8230; und weiter mit den Vortragsbilder von 2006 (mannomannomann <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_eek.gif' alt=':shock:' class='wp-smiley' />  ):</p>
<p align="center"><a title="Jeder ist seines (eigenen) Glückes (eigener) Schmied." href="/images/019.jpg"><img src="/images/019k.jpg" alt="" /></a> <a title="Der freie Bildungswettkampf muss natürlich Gewinner und Verlierer kennen." href="/images/020.jpg"><img src="/images/020k.jpg" alt="" /></a> <a title="Die Bildungsabschlüsse zeigen, wer mit Talent und Fleiß wertvolle und gesuchte Kompetenzen erworben hat." href="/images/021.jpg"><img src="/images/021k.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Und das hat alles &#8211; mehr oder weniger &#8211; auch mit dem heutigen/morgigen Workshop zu tun, wenn das auch Schwerpunkte anders gesetzt sind und der Aufbau des Workshops ganz anders ist, zB keinen Dia-Vortrag vorsieht. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der Vortrag von damals ist dann so weiter gegangen, was in unserem aktuellen Workshop jedoch sicher nicht behandelt wird:</p>
<p><a title="Matura geschafft: Studienberechtigung. Und jetzt die Kluft zwischen Schule und Hochschule." href="/images/022.jpg"><img src="/images/022k.jpg" alt="" /></a> <a title="Die Schule hat die ihr anvertrauten zur Hochschulreife zu führen, so steht's im Gesetz, aber ..?" href="/images/023.jpg"><img src="/images/023k.jpg" alt="" /></a> <a title="Die Qual der Wahl, was nehmen wir denn?" href="/images/025.jpg"><img src="/images/025k.jpg" alt="" /></a> <a title="... dass, unter dem ich mir noch am ehesten etwas vorstellen kann und am sichersten fühle." href="/images/026.jpg"><img src="/images/026k.jpg" alt="" /></a> <a title="Worunter können sich MaturantInnen eigentlich etwas vorstellen?" href="/images/027.jpg"><img src="/images/027k.jpg" alt="" /></a> <a title="Und wenn ich mich durch die Kluft gekämpft hab, .. fehlt nur mehr da etwas und dort etwas zum Studienabbruch." href="/images/024.jpg"><img src="/images/024k.jpg" alt="" /></a> <a title="Was lernen wir in der Schule zu durchschauen, zu hinterblicken, in seinem Innersten zu verstehen?" href="/images/034.jpg"><img src="/images/034k.jpg" alt="" /></a> <a title="Den Körper." href="/images/035.jpg"><img src="/images/035k.jpg" alt="" /></a> <a title="Biologische Materie bis in die molekularen Strukturen. Das Geheimnis des Lebens?" href="/images/037.jpg"><img src="/images/037k.jpg" alt="" /></a> <a title="Materie bis atomare Strukturen." href="/images/036.jpg"><img src="/images/036k.jpg" alt="" /></a> <a title="Materie bis in die Tiefen der Erde, in die kein Bohrkern vordringen kann." href="/images/039.jpg"><img src="/images/039k.jpg" alt="" /></a> <a title="Bis hin zur Spaltung von Materie. Haben wir in der Schule alles schon gesehen." href="/images/038.jpg"><img src="/images/038k.jpg" alt="" /></a> <a title="Entsorgung. Kein Problem." href="/images/042.jpg"><img src="/images/042k.jpg" alt="" /></a> <a title="Erdöl. Raffineriert unsere ÖMV. Und wir können sogar sehen, wie einfach das ist." href="/images/040.jpg"><img src="/images/040k.jpg" alt="" /></a> <a title="Waschpulver macht alles wieder hygienisch rein." href="/images/041.jpg"><img src="/images/041k.jpg" alt="" /></a> <a title="Mit Düngemittel wird alles grün und saftig und Hunger unbekannt." href="/images/043.jpg"><img src="/images/043k.jpg" alt="" /></a> <a title="Wir lernen einen geradezu selbstverständlichen und selbstsicheren Blick unter die Haut von einigem zu werfen." href="/images/050.jpg"><img src="/images/050k.jpg" alt="" /></a> <a title="Der Querschnitt durch Materie und die Produktion von Stoffen ist quasi das Sinnbild für bürgerliche Bildung." href="/images/051.jpg"><img src="/images/051k.jpg" alt="" /></a> <a title="Allzu selten wird ein Blick hinter den Vorhang sozialer Zusammenhänge und Verhältnisse geworfen." href="/images/044.jpg"><img src="/images/044k.jpg" alt="" /></a> <a title="Der Querschnitt durch gesellschaftlichen Aufbau gehört nicht zum Bildungskanon." href="/images/045.jpg"><img src="/images/045k.jpg" alt="" /></a> <a title="Ausnahmen bestätigen die Regel, die Bilder müssen sich aber erst mal gegen den Materiequerschnitt durchsetztn." href="/images/046.jpg"><img src="/images/046k.jpg" alt="" /></a> <a title="2 approbierte Schulbücher im Vergleich ..." href="/images/028.jpg"><img src="/images/028k.jpg" alt="" /></a> <a title="... beide müssen den gleichen Lehrplan folgen" href="/images/029.jpg"><img src="/images/029k.jpg" alt="" /></a> <a title="Beide müssen z.B. den Mezzogiorno thematisieren." href="/images/030.jpg"><img src="/images/030k.jpg" alt="" /></a> <a title="Die Unterschiede in Inhalt, Form und Wirkung sind riesig." href="/images/031.jpg"><img src="/images/031k.jpg" alt="" /></a> <a title="Beide müssen sich den Multis widmen." href="/images/032.jpg"><img src="/images/032k.jpg" alt="" /></a> <a title="Aber die kann man natürlich so und so sehen ..." href="/images/033.jpg"><img src="/images/033k.jpg" alt="" /></a> <a title="Ein Beispiel von früher, wie man etwas auch zeigen und sehen kann." href="/images/047.jpg"><img src="/images/047k.jpg" alt="" /></a> <a title="Ein Beispiel, was Schule thematisieren könnte, sollte?" href="/images/048.jpg"><img src="/images/048k.jpg" alt="" /></a> <a title="Ende des Vortrags mit einem Rückblick. Einer Erinnerung." href="/images/049.jpg"><img src="/images/049k.jpg" alt="" /></a></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>ein paar <strong>Fotos</strong>, nur handypix allerdings:</p>
<p style="text-align: center;"><iframe width="450" height="450" src="http://www.flickr.com/slideShow/index.gne?set_id=72157626669227549" frameBorder="" scrolling=""></iframe></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Empfehlung der Workshop-Teilnehmer_innen</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Alexander_Rauter" target="_blank" class="broken_link">E.A. Rauter</a>: <a href="http://tadema.de/thesen/e_a_rauter.pdf" target="_blank" class="broken_link"><em>Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht; oder das Herstellen von Untertanen</em></a> (pdf)</li>
<li><a href="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Good-Future-Alliance.pdf" target="_blank">Präsentation der Good Future Alliance</a> von Günter (pdf)</li>
</ul>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
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		<title>gefährdete parallelgesellschaften</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2011/02/gefahrdete-parallelgesellschaften/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2011/02/gefahrdete-parallelgesellschaften/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 15:39:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[und dann diese in pose geworfenen phrasenziselierer, die gehobenen wochenends-die-welt-kommentierer mit dem scharfen, analytischen blick aus dem ledersofa bis hin in den zitateschatz des schrumpelbürgerlichen bildungskanons: das feuilleton, verbunden durch den in serifenschrift gesetzten universalistischen code &#8216;koloratur über stringenz&#8217; und das statusmerkmal des tons1, sinn im kunsthandwerk distinktionstriefender synthesen &#8230; mannmannmann, mittlerweile glücklich reduziert darauf, [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>und dann diese in pose geworfenen phrasenziselierer, die gehobenen wochenends-die-welt-kommentierer mit dem scharfen, analytischen blick aus dem ledersofa bis hin in den zitateschatz des schrumpelbürgerlichen bildungskanons: <em>das feuilleton</em>, verbunden durch den in serifenschrift gesetzten universalistischen  code &#8216;koloratur über stringenz&#8217; und das statusmerkmal des tons<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2011/02/gefahrdete-parallelgesellschaften/#footnote_0_1560" id="identifier_0_1560" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="der ton,  der halt nicht f&uuml;r die belletristik oder geisteswissenschaft reicht, die  man selbst gerne abgeben m&ouml;chte und dem immer zuerst die sehnsucht nach  der &uuml;berdeckung dieser stillen sehnsucht anzuh&ouml;ren ist">1</a></sup>, sinn im kunsthandwerk distinktionstriefender synthesen &#8230;<br />
mannmannmann, mittlerweile glücklich reduziert darauf, eine vorderbühnig ausgestellte autistische parallelgesellschaft abzugeben, &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; auch dafür sollten wir dem internet die schuld zuschreiben</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1560" class="footnote">der ton,  der halt nicht für die belletristik oder geisteswissenschaft reicht, die  man selbst gerne abgeben möchte und dem immer zuerst die sehnsucht nach  der überdeckung dieser stillen sehnsucht anzuhören ist</li></ol><p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>genug ist schon lang. ich bin dabei.</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 13:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufruf zur Demonstration am 1. Juli, 18.30 Heldenplatz Zustand und Gebrauch meines Innenministeriums verletzen meinen Nationalstolz. Wir können uns von rechts-rechten Übermenschen doch nicht unsere Identität und Kultur zerstören lassen, wider die Vernaderung der Menschenrechte. Genug ist Genug. Hab das bei ichmachpolitik.at hochgeladen. Wie wärs, weitere aufrufe im netz wären ein weiteres positives signal und [...]
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2011/02/fremdenrecht-sie-beschliesen-es-nicht-in-unserem-namen/' rel='bookmark' title='Fremdenrecht: Sie beschließen es nicht in unserem Namen'>Fremdenrecht: Sie beschließen es nicht in unserem Namen</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufruf zur <a href="http://www.sosmitmensch.at/stories/2641/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Demonstration am 1. Juli</strong></a>, 18.30 Heldenplatz</p>
<p>Zustand und Gebrauch meines Innenministeriums verletzen meinen Nationalstolz. Wir können uns von rechts-rechten Übermenschen doch nicht unsere Identität und Kultur zerstören lassen, wider die Vernaderung der Menschenrechte. Genug ist Genug.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="270" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/732" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="270" src="http://ichmachpolitik.at/embed_q_id/732" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Hab das bei <a href="http://ichmachpolitik.at" target="_blank" class="broken_link">ichmachpolitik.at</a> hochgeladen. Wie wärs, weitere aufrufe im netz wären ein weiteres positives signal und zeichen. Die google-Suche für GENUG IST GENUG muss doch etwas mehr hergeben können als im Moment.</p>
<p>also: <span id="more-1270"></span></p>
<blockquote><p><strong><em>anci anci! angry citoyens in resistence!</em></strong></p></blockquote>
<p><strong>BlogParade GENUG IST GENUG</strong> on the roll, join now: <a href="http://www.misik.at/sonstige/heldenplatz.php" target="_blank" class="broken_link">Robert Misik</a>, <a href="http://bureau.comandantina.com/archivos/2010/06/genug_ist_genug.php" target="_blank" class="broken_link">Andrea Maria Dusl</a>, <a href="http://blog.gpa-djp.at/unity/2010/06/genug-ist-genug/" target="_blank" class="broken_link">GPA-djp Jugend</a>, <a href="http://neuwal.com/index.php/2010/06/24/genug-ist-genug-sosmitmensch-arigona-zogaj-misik/" target="_blank" class="broken_link">neuwal</a>, <a href="http://www.misik.at/sonstige/aufruf-von-elfriede-jelinek-zur-demonstration-am-1-juli-1830-heldenplatz.php" target="_blank" class="broken_link">Elfriede Jelinek</a>, <a href="http://schaetzchen.blogsport.de/2010/06/25/fuer-eine-menschenwuerdige-asylpolitik-in-oesterreich/" target="_blank" class="broken_link">from town to town</a>, <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/733" target="_blank" class="broken_link">Georg Schütz</a> (v), <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/734" target="_blank" class="broken_link">Klaus Werner Lobo</a> (v), <a href="http://franz-joseph.at/2010/06/25/arigona-zogaj-in-die-heimat-ich-bin-dafur/" target="_blank" class="broken_link">Franz Josef</a>, <a href="http://dienagashi.wordpress.com/2010/06/25/wer-wenn-nicht-wir-wann-wenn-nicht-jetzt-genug/" target="_blank">dieNagashi</a>, <a href="http://bernhardjenny.wordpress.com/2010/06/25/ein-zeichen-fur-menschlichkeit-genug-ist-genug/" target="_blank">Bernhard Jenny</a>, <a href="http://www.linksblog.at/2010/06/25/genug-ist-genug/" target="_blank" class="broken_link">LinksBlog</a>, <a href="http://klauskarlbauer.wordpress.com/2010/06/25/genug-ist-genug-fur-eine-menschenwurdige-asylpolitik/" target="_blank">Klaus Karlbauer</a>, <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/735" target="_blank" class="broken_link">Wolfgang Weber</a> (v), <a href="http://nonapartofthegame.eu/?p=723" target="_blank" class="broken_link">Werner Reisinger, Florian Christof und Karl Schönswetter</a>, noch x die <a href="http://bureau.comandantina.com/archivos/2010/06/genug_ist_genug_1.php" target="_blank" class="broken_link">Comandantina Dusilova</a>, <a href="http://klub42.rivido.de/?p=142" target="_blank" class="broken_link">Charles Schönswetter im Karlender</a>, <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/736" target="_blank" class="broken_link">Tschulietta</a> (v), <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/737" target="_blank" class="broken_link">Kaputtzig</a> (v), <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/738" target="_blank" class="broken_link">Darwin</a> (v), <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/739" target="_blank" class="broken_link">Franz Josef</a> auch noch mit (v), <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/740" target="_blank" class="broken_link">Robert Misik</a> mit (v), <a href="http://superkalifragili.twoday.net/stories/6400233/" target="_blank" class="broken_link">superkalifragili bringt Robert Misiks</a> und <a href="http://superkalifragili.twoday.net/stories/6400317/" target="_blank" class="broken_link">Franz Joseph&#8217; Auffruf</a>, <a href="http://schindlers.at/2010/06/27/genug-ist-wirklich-genug/" target="_blank" class="broken_link">Manfred Schindler</a>, <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=2271" target="_blank" class="broken_link">Andreas Lindinger</a>, <a href="http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=12764" target="_blank">Oliver Ritter</a>, <a href="http://ichmachpolitik.at/questions/741" target="_blank" class="broken_link">Clara Landler</a> (v), <a href="http://kurier.at/interaktiv/kolumnen/2012613.php" target="_blank">Doris Knecht in ihrer Kurierkolumne</a>, <a href="http://sokrates2005.twoday.net/stories/6402011/" target="_blank" class="broken_link">Sokrates2005</a>, <a href="http://www.zib21.com/11203/ebelau/artigona-demonstration-genug-ist-genug/" target="_blank">Eberhard Lauth</a>, <a href="http://farblos.net/2010/06/29/genug-ist-genug/" target="_blank" class="broken_link">Markus Otti</a>, <a href="http://skarrer.wordpress.com/2010/06/29/pladoyer-furs-menschsein/" target="_blank">Skarrer&#8217;s Blog</a>, <a href="http://thematisch.at/realistisch-der-analyse-optimistisch-im-handeln" target="_blank" class="broken_link">Andrea ME</a>,  &#8230;</p>
<p>ps: bald 3 jahre her, die blogparade damals &#8230; &#8216;<a href="http://www.kellerabteil.org/2007/10/kraftiges-rumoren-im-blogwald/" target="_blank">kräftiges Rumoren im BlogWald</a>&#8216;, und es ging so weiter: <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/10/blogger-gegen-platter-update/" target="_blank">Blogger-gegen-Platter</a> usf.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zigeunerschnitzel</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 21:30:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[just for the records, ich plädiere dafür, das Zigeunerschnitzel weiterhin &#8220;Zigeunerschnitzel&#8221; zu nennen. ok? Wir müssen doch nicht ernsthaft breit darüber debattieren, ob diese Bezeichnung rassistisch ist! Nicht im ernst, oder? Genau, und dann vielleicht noch abstimmen, wer sich in der Debatte nach Ansicht der &#8220;community&#8221; wackerer geschlagen hat und davon die Antwort auf die [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>just for the records</em>, ich plädiere dafür, das Zigeunerschnitzel weiterhin &#8220;Zigeunerschnitzel&#8221; zu nennen.</p>
<p>ok?</p>
<p>Wir müssen doch nicht ernsthaft breit darüber debattieren, ob diese Bezeichnung rassistisch ist! Nicht im ernst, oder? Genau, und dann vielleicht noch abstimmen, wer sich in der Debatte nach Ansicht der &#8220;community&#8221; wackerer geschlagen hat und davon die Antwort auf die Frage ableiten, ja?<br />
Sollen die Pro&#8217;s und Con&#8217;s sich doch im web2.0 präsentieren und wir voten dann. Klick klick macht das kritische Volk.</p>
<p>Nääää, ob ein Ausdruck rassistisch ist oder nichts hat latürnich nichts damit zu tun, ob irgendeine Mehrheit dafür oder dagegen gefunden werden kann. Nope, hat ja nicht einmal was damit zu tun, wer besser schöner schlüssiger stringenter lauter oder nachhaltiger argumentiert, scherzt, echauffiert oder blöggt.</p>
<p>Tell you what, &#8220;<strong>Rassismus ist ein objektives Phänomen</strong>&#8220;. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_eek.gif' alt=':shock:' class='wp-smiley' /><br />
<em>Soviel mal meine Behauptung</em>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/zigeunerschnitzel/#footnote_0_1017" id="identifier_0_1017" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nachgetragen: hier ein aktueller Beitrag aus der Blogosph&auml;re mit dieser Sto&szlig;richtung der Behauptung, von Jana Herwig &amp;#8220;Warum mir das Aida Logo aufst&ouml;&szlig;t&amp;#8220;. Ich denke zu mindest, dass hier eine synonyme Sto&szlig;richtung gemeint ist, verstehe aber das &amp;#8220;wider eine positivistische Definition&amp;#8221; nicht. &amp;#8220;Objektives Ph&auml;nomen&amp;#8221; und &amp;#8220;wider positivistische Definition&amp;#8221; scheinen sich doch zu widersprechen und ich bin mir daher nicht sicher, ob meine Annahme der synonymen Sto&szlig;richtung nicht eine Unterstellung ist.">1</a></sup></p>
<p><span id="more-1017"></span>Ja. <strong>Schöne Scheiße</strong>, gell?<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/zigeunerschnitzel/#footnote_1_1017" id="identifier_1_1017" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="doch doch, lie&szlig;e sich viel besser formulieren, klar. Ein Begriff, der objektive Verh&auml;ltnisse meint. Eine Begriff, der als Definition objektivierbar evidentes abgrenzbar macht. Sogar ein Begriff, dem nicht nur Deskription sondern auch ein guter Anteil Erkl&auml;rung innewohnt. Alles m&uuml;de Formulierungen, schmecks. Ist ja trotzdem wohl klar, was ich meine.">2</a></sup> Und wen das tatsächlich interessiert, die/der kann das lernen, überprüfen, sich informieren, so wie sich Laien in – sagen wir – <em>Perl</em> bei Leuten mit diesem Knowhow und Erfahrung mit <em>Perl </em>informieren.<br />
So wie Menschen mit Interesse für <em>Photovoaltik</em> neugierig auf das Wissen von ExpertInnen sind. So wie Interessierte an der Sprache <em>Mandarin </em>sich daran machen werden, möglichst mit chinesischer Unterstützung einen langen Lernweg auf sich zu nehmen. Freilich, Wissen kann mensch sich kaum anlesen, es muss &#8220;erarbeitet&#8221; werden.</p>
<p>Mensch könnte z.B. mal bei<strong> <a href="http://www.zara.or.at/index.php/trainings" target="_blank" class="broken_link">Zara</a></strong> vorbei schauen oder <a href="http://phsblog.at/wer-a-tschusch-ist-bestimmen-no-immer-miar/" target="_blank" class="broken_link">Philipp Sonderegger</a> fragen, wenn mensch an der langjährigen Erfahrung von Menschen aus dem Feld interessiert ist, die das sogar auch noch – zusätzlich – wissenschaftlich aufdröseln können.</p>
<p>Sowieso einerlei. Es geht, zumindest mag ich das nicht glauben, kaum darum, ob der &#8220;<strong><em>Mohr im Hemd</em></strong>&#8221; Begriff für eine traditionelle Nachspeise (oder eigentlich egal, ob traditionell oder nicht) rassistisch ist. Ist die Erde Rund? Ist sie älter als 6.000 Jahre? Ist Martin Graf ein Nazi?<br />
Ok, freilich, es erfreut auch mancher Afficionados Herzen zu debattieren, war Maradonas Handspiel beim berühmten &#8220;Hand Gottes&#8221;-Türl wirklich Hand oder nicht.</p>
<p>Realiter geht&#8217;s aber immer darum, finden wir das <em>cool</em>, das &#8220;Hand Gottes&#8221;-Tor &#8230; im Kontext <em>dieser</em> Weltmeisterschaft, der Situation, der Beteiligten, des Ausnahmefussballers Maradona &#8230; oder bringen wir Argumente versus cool. (Foul ist Foul, Sonderbehandlung, moralisch widerlich, &#8230;)</p>
<p><strong>Wie bewerten wir kollektiv?</strong><br />
Wir, das ist beim Maradona-Goal eine distanzierte unbeteiligte Diffusität. Ist ja auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hand_Gottes_(Fußball)" target="_blank" class="broken_link">schon ne Zeit her</a>. Argentinier sind wir auch in der Regel nicht. Engländer ebenso wenig (bzw. – statistisch – in etwa &#8220;ebenso wenig&#8221;). Ja, Zeit macht nen Unterschied. Herrschende Sicht. Auslegung. Interpretation. &#8230;<br />
Wie das die Engländer heute sehen? Wie das die Engländer damals sahen? Wie das die Engländer am Spielfeld damals sahen? Mmh, macht wohl auf jedenfall einen Unterschied. Irgendwie gestehen wir denen, wahrscheinlich, eine andere Betroffenheit zu.</p>
<p>Dem englischen Goalie in <em>face-to-face</em> Interaktion, wer würde da nicht – ihm gegenüber und gerne – zugestehen, ja, natürlich ist Mohr im Hemd ein rassistischer Begriff für schwarzbraune Haselnussmehlspeis. Und Handspiel ist Handspiel.<br />
Dem  Peter Shilton gegenüber wär&#8217;s hohl, mit &#8220;<em>ja aber</em>&#8221; und &#8220;<em>cool</em>&#8221; und &#8220;<em>genial</em>&#8221; zu kommen. Dem alten Shilton Peter gegenüber sitzend würd&#8217; vielen von uns vielleicht sogar dämmern, dass es dem möglicherweise noch weh tut, dass so ein stinknormal irreguläres Tor eigene Wikipediaeinträge hat.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/zigeunerschnitzel/#footnote_2_1017" id="identifier_2_1017" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hoffentlich ist es den Beteiligten mehr wurscht als was anderes. Hier geht s jedoch nur um ein irregul&auml;res Tor in einem Fussballspiel. Nothing more.">3</a></sup></p>
<p><strong>Wen erhitzt eine &#8216;</strong><em><strong>Tor oder nicht Tor</strong></em><strong>&#8216;-Debatte?</strong><br />
Einfache Antwort, den Tor. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_redface.gif' alt=':oops:' class='wp-smiley' />  Etwas kompliziertere Antwort, &#8220;<em>Ja, das ist jetzt eine interessante Frage!</em>&#8221;<br />
Wer echauffiert sich da diesseits und andererseits der Debatte und <em>warum</em>?</p>
<p>Ich weiß ja – ehrlich gestanden – nicht mehr, wie es mir 1986 im Angesicht der televisionell miterlebten, damals noch nicht so genannten, &#8220;Hand Gottes&#8221; ging. (Obwohl ich mich an das Spiel ganz gut erinnere, nur nicht an meine Reaktion über das Handspiel.) Alles in allem und zumindest für heute gültig ist, es geht mir am Arsch vorbei.<br />
Und zwar so etwas von &#8230;</p>
<p>Ich versteh auch nicht, warum es Vielen schwer fällt zu sagen – oder nur still abzunicken – &#8220;<em>ja klar ist das rassistisch</em>&#8221; und dann weiter im Tagesprogramm.!?<br />
Seltsamerweise ist das ja die umgekehrte Reaktion, wie gegenüber den laufend krepierenden Bootsflüchtlinge an den Rändern der Festung_Europa. Oder den in Lagern eingepferchten AsylantInnen (als hätten unsere jüngere Geschichte &#8220;das Lager&#8221; nicht für alle Zeit markiert als NoNoNo!). Oder den EinEuroJobbern, die mitten in unseren Wohlfahrtsstaaten zu einem eigenen Wirtschaftszweig ausgearbeitet werden. Oder den korrupten wie fachlich dilettantischen PolitikerInnen, die unsere Gesellschaft in aktivster Zusammenarbeit mit analog dilettantischen und korrupten Mediensystemen weiter in die Scheiße reiten. Oder oder oder &#8230;</p>
<p><strong>Conclusio</strong><br />
Ich hab&#8217; persönlich kein Problem mit dem für sich genommen lächerlichen Begriff &#8220;Hand Gottes&#8221; und seiner Anwendung für ein irreguläres Tor, das irgendwann vor mehr als 20 Jahren als regulär gegeben wurde. Wenn ich mich darüber erregte, würde ich doch eine idealisierende Messlatte an die gesellschaftliche Veranstaltung &#8220;Fußball&#8221; anlegen. Die wiederum reichlich lächerlich wäre.</p>
<p>Ich hab auch kein Problem mit dem – klar, objektiv <span style="text-decoration: underline;">rassistischen</span> – Begriff &#8220;Zigeunerschnitzel&#8221;.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/zigeunerschnitzel/#footnote_3_1017" id="identifier_3_1017" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Thxs an Klaus Werner Lobo, btw, f&uuml;r seinen ausgezeichneten und wichtigen Eintrag &amp;#8220;Warum ich Rassist bin&amp;#8220;.">4</a></sup><br />
Schließlich sind wir eine ziemlich chauvinistische Gesellschaft und der Begriff dient im Idealfall noch dazu, uns einen Spiegel vorzuhalten. Und streiten und echauffieren hat auch sein gutes.</p>
<p>Freilich, ich hab leicht reden. Ich bin nicht Rom, nicht Sinti, nicht Peter Shilton &#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1017" class="footnote">Nachgetragen: hier ein aktueller Beitrag aus der Blogosphäre mit dieser Stoßrichtung der Behauptung, von Jana Herwig &#8220;<strong><a href="http://digiom.wordpress.com/2009/07/28/warum-mir-das-aida-logo-sauer-aufstoesst-oder-wider-die-positivistische-definition-der-diskriminierung/" target="_blank">Warum mir das Aida Logo aufstößt</a></strong>&#8220;. Ich denke zu mindest, dass hier eine synonyme Stoßrichtung gemeint ist, verstehe aber das &#8220;<em>wider eine positivistische Definition</em>&#8221; nicht. &#8220;Objektives Phänomen&#8221; und &#8220;wider positivistische Definition&#8221; scheinen sich doch zu widersprechen und ich bin mir daher nicht sicher, ob meine Annahme der synonymen Stoßrichtung nicht eine Unterstellung ist.</li><li id="footnote_1_1017" class="footnote">doch doch, ließe sich viel besser formulieren, klar. Ein Begriff, der objektive Verhältnisse meint. Eine Begriff, der als Definition objektivierbar evidentes abgrenzbar macht. Sogar ein Begriff, dem nicht nur Deskription sondern auch ein guter Anteil Erklärung innewohnt. Alles müde Formulierungen, schmecks. Ist ja trotzdem wohl klar, was ich meine.</li><li id="footnote_2_1017" class="footnote">Hoffentlich ist es den Beteiligten mehr wurscht als was anderes. Hier geht s jedoch nur um ein irreguläres Tor in einem Fussballspiel. <em>Nothing more.</em></li><li id="footnote_3_1017" class="footnote">Thxs an Klaus Werner Lobo, btw, für seinen ausgezeichneten und wichtigen Eintrag &#8220;<a href="http://klauswerner.com/2009/07/warum-ich-rassist-bin/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Warum ich Rassist bin</strong></a>&#8220;.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<title>ÖffentlichkeitsBeArbeiter und Gruppenselbstbetrug</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/06/oeffentlichkeitsbearbeiter/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2009 10:16:31 +0000</pubDate>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>es ist weniger Journalisten versus Blogger<br />
als vielmehr<br />
virtuelle Realität versus Realverhältnisse.<br />
like &#8230; Ökonomie des Massenmedialensystems z.B.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="/images/4Feldertafel OeffentlichkeitsBeArbeitung.png" alt="Kreuztabelle Öffentlichkeitsarbeiter" /></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>&#8230; aus der Serie <em><a href="http://www.kellerabteil.org/tag/4-felder-tafel/">4Feldertafeln zum &#8220;Selbst Befüllen&#8221;</a></em></p>
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		<title>Baharestan Platz, Teheran</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 02:08:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Tian’anmen-Massaker liegt 20 Jahre zurück, zwei Jahrzehnte und ein paar Tage. Eine Generation. Einmal Mündigkeit, Abschluss der Schulbildung, Wehrpflicht. Einmal, in vielen Weltgegenden immer noch die Regel, vor nicht allzuvielen Jahrzehnten sowieso selbstverständlich: einmal von Geburt bis zur Elternschaft. Die Bilder von Tian’anmen sind nicht vergessen. Sickert jetzt die Gewißheit ein, dass es sich gerade [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tian’anmen-Massaker" target="_blank" class="broken_link">Tian’anmen-Massaker</a> liegt 20 Jahre zurück, zwei Jahrzehnte und ein paar Tage. Eine Generation. Einmal Mündigkeit, Abschluss der Schulbildung, Wehrpflicht. Einmal, in vielen Weltgegenden immer noch die Regel, vor nicht allzuvielen Jahrzehnten sowieso selbstverständlich: einmal von Geburt bis zur Elternschaft.<br />
Die Bilder von Tian’anmen sind nicht vergessen.<br />
<em>Sickert jetzt die Gewißheit ein, dass es sich gerade wiederholt hat?</em> <a href="http://iran.whyweprotest.net/news-current-events/2327-green-brief-8-a.html#post18505" target="_blank" class="broken_link">→</a><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/baharestan-platz-teheran/#footnote_0_945" id="identifier_0_945" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ein Nachtrag: siehe dazu, dh. dazu, was am Folgetag als halbwegs &uuml;berpr&uuml;fbar verifiziert werden konnte die Analyse von NiteOwl.">1</a></sup></p>
<p>Im Juni 1989 war ich 17, übergewichtig, Außenseiter in der Sportklasse, wenigstens nicht mehr so im Eck, dass ich die Arschkarte gehabt hätte; aber halt Einzelgänger, unangenehm belesen, freilich null Ahnung in Popkultur, peinlich gewandet, aber Hauptsache mit ein wenig Weltliteratur vertraut, den Anderen ein Horror im Stadt-Land-Spiel, wenn s hoch kommt 3x mal nem Mädel selbst zusammen gestellte Musikkassetten geschenkt, ernsthaft geglaubt, Hippies waren intelligente philosophische Rebellen, meinen Vater verachtet, meine Mutter gehaßt und nicht gemerkt, dass ich sie verehre und es unerwiderte Liebe war, in Globalgeschichte weit über die eurozentristische Schreibung hinaus bewandert und die GymnasiallehrerInnen für fast jedes Fach außer Deutsch und Physik auslachend.<br />
Den Weltschmerz hatte ich schon seit einigen Jahren jongliert, und in der Haltung des Kapitäns von Siegfried Lenz&#8217; Feuerschiff hatte ich eine Position gefunden. Dass überall auf dem Planeten Menschen unterdrückt, gequält und ermordet wurden, <em>nämlich laufend</em>, das war mir bewusst. Und <em>laufend </em>hieß, nämlich auch unabhängig von gerade aktuellen, aber in meiner Jugend (und meiner Erinnerung) sowieso fast alltäglichen Bilder und Berichten von Putschen und Konterputschen in Afrika oder Lateinamerika.</p>
<p><span id="more-945"></span><strong>Vor dem Ende der Geschichte</strong><br />
Ich bin aufgewachsen mit den Bildern der Militärparaden am Roten Platz, mit Filmen wie &#8216;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag_danach" target="_blank" class="broken_link">Der Tag danach</a>&#8216;, mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg" target="_blank" class="broken_link">Alltag des Golfkrieges</a> und seinen Bildern vom Gaskrieg aus dem Shat El&#8217;Arab, mit der visuellen Omnipräsenz der Nuklearsprengkörper bestückten Langstreckenraketen in Zeit-im-Bild-Sendungen und mit dem Bewusstsein, dass in den lateinamerikanischen Diktaturen RegimekritikerInnen einfach verschwanden und entweder nach Jahren für Tod erklärt wurden oder Jahre später Fotos auftauchten, die ihren Tod bald nach dem Verschwinden bezeugten.<br />
Und ich bin mit nur zwei Fernsehsendern aufgewachsen, die noch dazu über viele Stunden des Tages Schneegestöber zeigten und von denen einer nur dann vor 9.00 sendete, wenn<a href="http://www.youtube.com/watch?v=TZHIo5ylQA8" target="_blank"> Marvin &#8220;the marvelous&#8221; Hagler</a> boxte, die nach 18.oo kein Kinder- oder Jugendprogramm mehr hatten (von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Stöckl" target="_blank" class="broken_link">OKAY </a>am Sonntag und von Sport am Montag abgesehen), und die amerikanische, französische und italienische Spionage-Filme mit einer Plot- und Dialogkomplexität zeigten, die heute von höchstens nur mehr von FilmwissenschaftlerInnen analysiert werden. Ich bin mit den einzig erträglichen Sendungen &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Guglhupf" target="_blank" class="broken_link">Guglhupf</a>&#8221; (<em>wird eben eingestellt</em>) und &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Musicbox" target="_blank" class="broken_link">Musicbox</a>&#8221; (<em>hab ich damals meistens nicht verstanden</em>) im Radio aufgewachsen, in einer Stadt, deren nächste München war, welche wiederum maximal die Spider Murphy Gang gegen den Austro-Pop setzen konnte.<br />
Alles in allem: kalter Krieg.</p>
<p><strong>Der Tian’anmen-Platz</strong><br />
Es ist aus der Distanz nicht einsichtig, warum Tian’anmen in meiner Erinnerung eine hervorragende Stellung einnimmt. Monate später, die Bilder von den unbekannten, höflich-gefasst sich freuenden Menschen, die da am Zaun auftauchten, diese Bilder waren nicht weniger bewegend. Auf der Landkarte in meinem Kopf waren sie in gebrechlichen Kisten durch dieses im Fernsehen immer rot hinter der fetten schwarzen Linie gezeichnete Terrain gefahren, hatten sich als Ungarntouristen innerhalb ihrer Ostblockwelt abgeseilt, ihre Wohnungen und bisherigen Leben zurückgelassen und zuckelten dann schüchtern durch einen frisch aufgeschnitten Stacheldraht.<br />
Etwas später viel die Mauer, viel lauter, heller, greller. Natürlich liefen mir auch da wieder, ebenso wie allen anderen, die Tränen herunter, bei den Bildern der fassungslos durch Brandenburger Tor Strömenden wie sie den fassungslos am Kurfürstendamm Spazierenden in die Arme fallen.</p>
<p>In Moskau wiederholten sich dann, in meinem Kopf traumatisch, aber mit anderem Ergebnis, die Bilder von sich vor Panzer legenden Menschen.<br />
Überhaupt fällt mir auf, dass meine Jugend mit medialen Bildern von vollkommen selbstverständlichen Panzern markiert ist, die dann irgendwann wie spurlos verschwanden.</p>
<p>Tian’anmen war anders. Tian’anmen war anders als Südafrika, anders als die Falklands, anders als El Salvador, anders als Bukarest, als Vietnam, das Nasser-Attentat, Ghandi, die Flugzeugentführungen, die Geiselnahmen, die RAF und die Roten Brigaden, Uganda, die Killing Fields, Chile oder Argentinien, Nicaragua.</p>
<p>Tian’anmen war ungeheuerlich. Tian’anmen war kein Satellitenstaat sondern China, die alte Kulturnation, das rote China, vor dem sich sogar die Sowjets fürchteten. Tian’anmen war kein Putsch, keine ungeklärte politische Situation, keine Protest von hilflosen Verzweifelten, denen man à la longe keine Chance gab, keine Guerillaaktion von Widerständlern, die gegen Gewalt Gegengewalt setzten.<br />
Tian’anmen war die Ahnung von einer Weiche in der Universalgeschichte. Tian’anmen war kein Spielfeld, auf dem schließlich die Systemgegner ihre Marionetten es ausfechten lassen würden. Tian’anmen war ein Erdbeben, das die Welt meiner Generation erbeben ließ; bzw. zumindest meine. Tian’anmen war <em>eine andere Welt ist möglich</em>, bevor ich den Spruch gehört hatte oder auch nur denken hätte können.</p>
<p>Junge Menschen gegen ein altes Regime, das plötzlich wie ein Auslaufmodell der Geschichte wirkt.</p>
<p><strong>Neda, twazzup, der immunisierende flash-back</strong><br />
Bald nach den ersten Bildern aus dem Iran war Tian’anmen wieder da. Bald nach den ersten Bildern aus dem Iran war der Schmerz, das Ohnmachtsgefühl, das Bewusstsein der eigenen Lächerlichkeit wieder da. Natürlich geht da mit den ersten Bildern aus dem Iran auch die Hoffnung einher, dass es anders als am Tian’anmen enden möge. Aber die Hoffnung ist kein vibrierendes Sehnen, nicht das Bitte-Bitte-Lass-es-gut-ausgehen Hoffen, es ist bar der emotionalen Vorauszahlungen auf ein Happy-End. Es ist abgeklärt, fucking realistisch abgeklärt. Wenn, dann ist es prophylaktisch nüchtern kalkulierend: ja, es kann eine friedliche Revolution werden, wahrscheinlicher ist &#8230;</p>
<p>Die Bilder aus dem Iran kamen diesmal nicht via Fernseher, nicht via ZiB. Gäbe gar keinen Fernseher mehr in meinem Haushalt. Fuck die Unterhaltungsindustrie, die virtuelle Welt der Massenmedien, deren Problem qualitativen Nachwuchses jenes der politischen Parteien und Interessensvertretungen noch harmlos erscheinen lässt.</p>
<p>&#8220;<em>Neda</em>&#8221; sehe ich auf dem youtube-Kanal eines iranischen Benutzers sterben. Da steht der Zuseherzähler noch auf knapp über 200. Ein paar Stunden später ist das Video von diesem iranischen Account gelöscht. Benutzerrichtlinienverletzungen schreibt Youtube. Aber da ist das Handycam-Video schon auf mehreren anderen englisch-sprachigen Accounts gespiegelt und ich habe &#8220;Neda&#8221; Sterben auch noch aus anderer Handycamperspektive via Facebookvideo gesehen.<br />
Noch einige Stunden, und CNN wird das Video im TV bringen, etwas entschärft. Es war Zufall, dass ich es seit Stunden kenne. Auf Twitter wird die Übertragung von CNN mit einem Triumphgeheul beantwortet, weil man als Crowd via Twitter CNN dazu bewegt habe. Ein Sieg für die Wahrheit.</p>
<p>Parallel beginnt der zunehmende Strom an Anklagen, warum Obama schweige, warum die USA nicht eingreife, warum den die immer so siegreiche U.S.Army nicht schon im Iran für demokratische Ordnung sorge. Obama wird Mörder genannt, Amis entschuldigen sich für ihr Land und bekennen, dass man in den USA offensichtlich keine Führung habe. Die Dynamik des schnellen web2.0 lässt diese Stimmung in minutensprüngen intensiver werden und binnen Stunden ein faszinierendes Maß des Ausdrucks emotional gestresseter Idiotie erreichen.</p>
<p>Ich bekomme das alles über <strong><a href="http://www.twazzup.com/search?q=%23iranelection&amp;l=all" target="_blank" class="broken_link">twazzup</a></strong> mit. Es ist beeindruckend. Die stupiden RT&#8217;erInnen sind bald von neuen Meldungen zu trennen. Die Störenfriede und TrittbrettfahrerInnen leicht ausgesiebt. Gewissheit gibt es deswegen auch keine. Die gab es freilich nie. Alles andere ist eine Illusion der Massenmedien, ihrer letzten Vertrauten und Fans, mit müdem Augenaufschlag zu quittieren. Die Nachrichtenredaktionen von CNN abwärts haben ihre Qualitäten. Ich schätze sie auch, aber sie überschätzen sich. Mensch muss immer noch ihre virtuelle Welt durch eigene Arbeit von dem Schmalz der auftragsmäßigen Epenmalerei freischälen.</p>
<p><strong>Wie mittendrin statt live dabei ist eine <em>twazzuped rebellion</em>?</strong><br />
Die emotionale Distanz ist schmerzhaft. Sie trennt mich gleichermaßen von dem, was und wer ich mit 17 Jahren war, als auch mit vielen, den meisten tweets, facebook-Einträgen etc.<br />
Mit 17 wollte mein ganzes Ich nach Peking. Sofort. Ich wollte helfen, klar, auch dabei sein, aber eigentlich helfen. Das lese ich dieser Tage nun wieder in hundert, in tausend Variationen. Plus der Hilfeschreie, warum wir denn nicht da wären, um zu helfen. Meine Fresse, du naives Ding, glaubst Du echt, nur Ihr sterbt da gerade, werdet unterdrückt, geschlagen und kämpft mit wenig Aussicht auf Erfolg für eine bessere Welt?</p>
<p>Nein, das denkst Du natürlich nicht. Deine Gedanken sind nicht bei den anderen Unterdrückten, ungerecht missbrauchten, jetzt gerade Sterbenden und Ermordeten. Deine Gedanken sind nicht bei den anderen, so wie &#8220;unsere&#8221; bei Dir sind. Aber Du sitzt auch nicht in Wien am Laptop mit Docking-Station und Wlan. Oder in irgendeinem Kaff in Europa oder den USA. Du hast wirklich Angst. Du hast vielleicht auch diffuse, aber konkrete Ängste.<br />
<em> Deine </em>Gesellschaft wird gerade traumatisiert, nach ein paar Tagen mittelruhigen Status Quo jetzt wohl gezielt mit brutalem und bewusst exemplarischen Massenmord traumatisiert auf zwei, drei weitere Generationen hinaus.</p>
<p>Du<em> </em>wirst gerade zur MittäterIn gemacht, weil <em>Du</em> damit umgehen wirst müssen (, wenn es Dich nicht kapput macht), in den nächsten Jahrzehnten in dieser Gesellschaft zu leben. Du wirst verdrängen müssen und nicht vergessen können, und Du wirst dem Selbstvorwurf, überlebt zu haben und nicht zerhackt worden zu sein, letzlich mit Verdrängung beantworten müssen. Du wirst das Regime und die Gesellschaft irgendwann irgendwo irgendwie verteidigen, weil diese Verteidigung der Gesellschaft, in der Du lebst, Dir eine psychologische Notwendigkeit zur Rechtfertigung Deines Überlebens sein wird, wo doch <em>Deine </em>Brüder und Schwestern ermordet wurden. <em>Du </em>wirst Dich immer schuldig fühlen, so wie die überlebenden Juden, so wie die Überlebenden der Generation vom Tian’anmen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><img class=" " title="Toter vom BaharestanPlatz" src="/images/axe-wound.jpg" alt="Toter vom Baharestan Platz" width="480" height="360" /><p class="wp-caption-text">Toter vom Baharestan Platz (Bild aus diesem Bericht)</p></div>
<p>Aber Du bist vereint. Nicht nur Du wirst Dich schuldig fühlen, da Du nicht helfen konntest und nicht sterben durftest, auch die Täter werden durch ihre Tat für immer an diesen Moment gebunden sein. Sie werden auch verdrängen müssen. Ihr werdet in der gleichen Gesellschaft älter werden. Verbunden durch die Erinnerung an etwas, was eure Gesellschaft definieren und von ihr tabuisiert werden wird.</p>
<p>Ihr seid jetzt schon Verbündete, nein nicht freiwillig, nicht wissentlich, nur dass jene, die das Befohlen haben, das jetzt schon wissen und in ihren Kalkulationen einbezogen.</p>
<p><strong>Was heißt hier &#8216;unimaginable horror&#8217;?</strong><br />
Die Herrschaft des Totalitarismus hat (nur) wieder einmal ihre Fratze gezeigt, die Larve abgestreift und gezeigt, was ihre Mittel, Instrumente, Möglichkeiten sind, wenn sie sich angegriffen fühlt. Das macht es nicht weniger verabscheuenswürdig und unverzeichlich. Die Herrschaft des Totalitarismus hat ihre Krüppel herangezogen, gehortet und hat sie jetzt tatsächlich brauchen können. Sie hat die geschädigten, aufgehetzten Zukurzgekommen mit den Skrupellosen und den von ihrer Pflichtversessenheit Aufgesogenen zusammen in Gesichtslose Larven gesteckt und ihnen einen Feind gegeben, an dem ein Exempel zu statuieren sei.<br />
Das Exempel diene der Aufrechterhaltung der Ordnung. Der Aufrechterhaltung nicht irgendeiner Ordnung, sondern der, der Gesellschaft. Es ginge um das Wohl, um die Zukunft, um die Gesundheit der Gesellschaft. Das Exempel sei so zu vollziehen, dass es als eine saubere Operation betrachtet werden könne, dass keine weiteren Krankheitsherde mehr zurück blieben.<br />
Die Axt als Skalpel sei hier angebracht. Die Menschheit hat Übung, oder sagen wir wenigstens, Erfahrung darin.</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=mEtVRgZ3Szw">www.youtube.com/watch?v=mEtVRgZ3Szw</a></p>
</p>
<p style="text-align: left;">Ich erspare mir die Bezüge zu Österreich, zum Mob gar nicht so entfernter Tage (die Traumatisierten aller Seiten leben noch) und zum Mob dieser Tage. Vor allem erspare ich mir den Bezug zu den totalitär geherrscht Habenden der gar nicht so entfernten Tage und zu den totalitär herrschen Wollenden dieser Tage.<br />
Wer hier, &#8216;<em>das kann man aber wohl nicht vergleichen schreit</em>&#8216;, denen ist so oder so kaum zu helfen. Schon gar nicht in einem BlogPost öffentlich privater Trauerarbeit.</p>
<p style="text-align: left;">In meiner Lebensspanne gehen sich noch zwei, drei und vielleicht viel Baharestan oder Tian’anmen Plätze aus. Und das Phänomen ist keines meiner Lebensspanne. Was heißt also schon &#8220;unglaublich&#8221; und &#8220;unvorstellbar&#8221; als Adjektiv vor dem substantiven Horror? Heißt es, dass wir nicht glauben wollen, dass wir es uns nicht vorstellen wollen? Oder heißt es, dass wir nicht glauben und uns nicht vorstellen können, was hier passiert?</p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;</strong><strong>Es ist krank&#8221; &#8230; reicht nicht</strong><br />
Das erinnert mich an eine traurige Erfahrung, an die ich mich aus anderen Gründen schon vor wenigen Wochen zurück erinnert habe: die Wochen und Monate nach 9/11. Damals war ich noch regelmäßiger und intensiver fm4-Hörer und v.a. -Leser. Fm4-Homepage that is.<br />
Nach dem Kollaps der Türme setzte mit geringer Pause umgehend eine kollektive Bewertung des Geschehenen ein. Die Artikel erklärten uns das Entsetzen und sie erklärten uns das Entsetzen als gerechtfertigt. Und dann erklärten sie uns das Entsetzen als einzige gerechtfertigte Reaktion und Umgangsform. Sie erklärten uns, dass wir alle Amerikaner seine, und scheiß auf den Konjunktiv, waren. Der wahre Kern wurde hinfällig, als jegliche Abweichung von dieser Position zur Widerwärtigkeit im Angesicht der Katastrophe ernannt wurde.</p>
<p style="text-align: left;">Die Attentäter hatten nicht nur krank zu sein, sie mussten über Monate hinweg nur und ausschließlich krank sein. Wer nicht ausreichend entsetzt oder wer nicht ausreichend verwundert war, war verdächtig. Das hieß in des <a href="http://fm4.orf.at/blumenau" target="_blank">Blumenau&#8217;s Welt</a> auch schon schuldig. Da war kein Platz für fm4-HörerInnen und -LeserInnen, die ebenso mit Joseph Conrad wie mit den Marvel Comics aufgewachsen waren, deren imaginäre Welt ebenso aus dem Karakorum wie aus dem Mittelwesten bereichert wurde, die gleichermaßen mit Rodney King wie mit Andrei Sacharow etwas anfangen konnten und die vielleicht weniger mit der Popkulturgeschichte vertraut als in der Geschichte Chorasans bewandert waren.</p>
<p style="text-align: left;">Ich bin nun doppelt schuldig, doppelt widerlich. Mir hat nicht nur die Euphorie grüngetünchten der <em>support-freedom-in-iran-communities</em> einen Stich versetzt, der mich an meine Euphorie angesichts des Frühlings am Tian’anmen erinnert hat, und an meine dümmlichen Anwandlungen als 17jähriger dort hinfliegen und helfen zu wollen. Was helfen? Ich hätte schon den Weg von einem Flughafen zum Tian’anmen ohne Hilfe nicht geschafft.<br />
Jetzt ist es auch noch so, dass ich mich bereits über unser aller, nicht einmal noch bewiesene Reaktion mißmutig äußere.<br />
Weit hergeholt ist es freilich auch nicht, dass wir zu Cola, Grünen Vorwahlen, Tatort und tagespolitischer Unterhaltungsindustrie zurückkehren werden. Ist kaum weit hergeholt, weil ja auch kaum jemand hochgeblickt hat von der tagespolitischen industriellen Unterhaltungsmaschinerie, von Sushi, Cola, Grünen Vorwahlen-Empörung und twitter-Selbstreferenz.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Einen Unterschied machen</strong><br />
Nope, das ist nicht mal eine abgeklärte Weisheit, dass sich die Welt weiterdreht, dass gut essen, schlafen und ficken immer noch das wichtigste im Leben ist. Es ist einfach und tatsächlich so. Der Widerspruch zu den Ereignissen am Baharestan und zum eigenen, hoffentlich guten Leben ist ein scheinbarer. Er lebt vom &#8216;<em>nicht-glauben-wollen</em>&#8216;, dass die Welt so oder so so ist und immer so war, immer so bleiben wird. Wenn wir nicht glauben wollen, was alle 20 Jahre drastisch über unleugbare Ereignisse bewiesen wird, dann kommt uns das ungeheuerlich vor. Als müsste die Welt stehen bleiben. Als müssten wir das anhalten können. Als müssten der U.S. Präsident doch jetzt bitte einschreiten und alles wieder gut machen. Schmecks, die Welt ist nicht gut. Genauso wenig wie schlecht.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Woche streiten <a href="http://belvederegasse.wordpress.com/2009/06/23/solidaritat-mit-der-siemens-belegschaft/" target="_blank">tausende IT-lerInnen für gut 600 Arbeitsplätze</a>, weil der Firmenteil der Siemens schon seit Jahren geschröpft wird und auch jetzt die Milliardengewinne das Verständnis erschweren, warum mehr als 600 MitarbeiterInnen abgebaut werden müssen. Wen kratzt das? Deutlich weniger Menschen als das peinliche und ebenso arrogante wie verlogene Bierverbot im Muqua.</p>
<p style="text-align: left;">Woche für Woche müssen Menschen Österreich verlassen, inklusive der Existenz, die sie sich hier aufgebaut haben, inklusive der Freunde, die sie hier gewonnen haben. <a href="http://salzburg.orf.at/stories/367571/" target="_blank">Ganze Gemeinden, die ihre Abschiebung verhindern wollen</a>, weil sie die Abzuschiebenden als die Ihren ansehen. Woche für Woche werden Menschen abgeschoben, von denen uns die Massenmedien freilich nicht erzählen, wie es ihnen im fremden Land ergeht, in das sie <em>zurück</em> abgeschoben wurden. Ob sie dort auskommen, nicht auskommen, eingesperrt werden, zu Tode kommen.</p>
<p style="text-align: left;">Jahr für Jahr werden die mehr, die arbeiten aber nicht auskommen. Es werden die mehr, die sich für Leistungsträger halten, immer weniger für das Gemeinwohl beitragen, sich aber ernsthaft als Opfer einer rigiden Gesellschaft betrachten und Rechte einfordern. Ihnen fällt gar nicht auf, dass sie nicht die Schwachen in der Gesellschaft sind, sondern die Kaiser; dass der Umstand, dass ihnen die Medien aus der Hand fressen, dass allein das ein Indiz dafür sein könnte, dass sie unverhältnismäßig viele Rechte haben. Was hat diese Ungerechtigkeit hier mit jener dort zu tun? Was hat unser Wohlstand mit den Entwicklungsländern zu tun? Was hat <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1607833/" target="_blank" class="broken_link">unser Handy mit der Überwachungtechnologie im Iran zu tun</a>? Was der Arbeitskampf der Angestellten bei Siemens mit der Wirtschaftskrise und dem Umstand zu tun, dass wir alle gemeinsam Wahlgang für Wahlgang noch unverhohlenere DiletanttInnen wählen und die Verantwortung für jegliche Misere immer unverhohlener auf stereotype Sündenböcke schieben?</p>
<p style="text-align: left;">Der Spiegel von Baharestan kann uns wenig über den Iran sagen. Wir könnten höchstens viel über unsere Gesellschaft, Situation, Lage und uns als Personen erfahren.<br />
Wird freilich anders kommen. Die Definition der Bedeutung von Baharestan wird eindeutig sein, die Emotionen werden tief greifen, die nicht angebrachten werden zurückgewiesen, die Reflektion auf die eigene Befindlichkeit und Gesellschaftssituation werden die Kommentatoren aber im Angesicht der Ereignisse zurückstellen und erst wieder für die wichtigen Ereignisse wie web2.o-Initiativen, kärntner Fürze und Kronen Zeitung Leserbriefe auspacken.<br />
Ich bitte um Entschuldigung, aber dies ist sowieso ein privates Blog, Psychohygiene ist eine Hype-Veranstaltung und ich bin müde, habe an der einheimischen Droge geschlürft und nie behauptet, dass ich gesund wäre.</p>
<p style="text-align: left;">Oh, und damit das nicht ungesagt bleibt, natürlich kann jeder von uns einen Unterschied machen.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Anhang I:</strong><br />
Die hoffentlich nicht letzten tweets von <a href="http://twitter.com/persiankiwi" target="_blank"><strong>@persiankiwi</strong></a>, einem jener live und via Mobilephone aus dem Iran Berichtenden, dessen Tweets verifiziert werden konnten und für authentisch zu nehmen sind. Bevor ich heute abend weg gegangen bin, hatte @persiankiwi gerade begonnen, ziemlich beunruhigende und sehr gerne als übertrieben empfundene tweets abzusetzen.</p>
<p style="text-align: left;">Nachdem ich wieder nach hause gekommen bin, sich die Berichte von einem &#8220;Massaker&#8221; zu verdichten begonnen haben, habe ich aktuelle tweets von @persiankiwi vermisst. Das muss noch nichts heißen, Zeitverschiebung und so. Andere machen sich aber offensichtlich auch Gedanken und Sorgen. Von <a href="http://aricmayer.blogspot.com/2009/06/turning-point-in-green-revolution.html" target="_blank" class="broken_link">dieser Aufstellung hier</a> hereinkopiert, chronologisch die letzten Meldungen vom 24. Juni 2009, der möglicherweise als  Tag der Baharestan Ereignisse in Geschichtsbücher eingehen wird:</p>
<ul>
<li>just in from Baharestan Sq &#8211; situation today is terrible &#8211; they beat the ppls like animals -</li>
</ul>
<ul>
<li>I see many ppl with broken arms/legs/heads &#8211; blood everywhere &#8211; pepper gas like war -</li>
</ul>
<ul>
<li>they were waiting for us &#8211; they all have guns and riot uniforms &#8211; it was like a mouse trap &#8211; ppl being shot like animals</li>
</ul>
<ul>
<li>saw 7/8 militia beating one woman with baton on ground &#8211; she had no defense nothing &#8211; #Iranelection sure that she is dead</li>
</ul>
<ul>
<li>so many ppl arrested &#8211; young &amp; old &#8211; they take ppl away -</li>
</ul>
<ul>
<li>ppl run into alleys and militia standing there waiting &#8211; from 2 sides they attack ppl in middle of alleys</li>
</ul>
<ul>
<li>all shops was closed &#8211; nowhere to go &#8211; they follow ppls with helicopters &#8211; smoke and fire is everywhere</li>
</ul>
<ul>
<li>phone line was cut and we lost internet &#8211; #Iranelection &#8211; getting more difficult to log into net -</li>
</ul>
<ul>
<li>rumour they are tracking high use of phone lines to find internet users &#8211; must move from here now &#8211; #Iranelection</li>
</ul>
<ul>
<li>reports of street fighting in Vanak Sq, Tajrish sq, Azadi Sq &#8211; now &#8211; #Iranelection &#8211; Sea of Green &#8211; Allah Akbar</li>
</ul>
<ul>
<li>in Baharestan we saw militia with axe choping ppl like meat &#8211; blood everywhere &#8211; like butcher &#8211; Allah Akbar -</li>
</ul>
<ul>
<li>they catch ppl with mobile &#8211; so many killed today &#8211; so many injured &#8211; Allah Akbar &#8211; they take one of us</li>
</ul>
<ul>
<li>they pull away the dead into trucks &#8211; like factory &#8211; no human can do this &#8211; we beg Allah for save us -</li>
</ul>
<ul>
<li>Everybody is under arrest &amp; cant move &#8211; Mousavi &#8211; Karroubi even rumour Khatami is in house guard</li>
</ul>
<ul>
<li>we must go &#8211; dont know when we can get internet &#8211; they take 1 of us, they will torture and get names &#8211; now we must move fast -</li>
</ul>
<ul>
<li>thank you ppls 4 supporting Sea of Green &#8211; pls remember always our martyrs &#8211; Allah Akbar &#8211; Allah Akbar &#8211; Allah Akbar</li>
</ul>
<ul>
<li>Allah &#8211; you are the creator of all and all must return to you &#8211; Allah Akbar -</li>
</ul>
<p>[<span style="text-decoration: underline;">Update:</span> die <strong>taz </strong>hat einen<strong> <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/wo-ist-persiankiwi/" target="_blank" class="broken_link">informativen Artikel zu @persiankiwi</a></strong> veröffentlicht.]</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Anhang II:</strong><br />
Andrea Maria <a href="http://bureau.comandantina.com/archivos/2009/06/sea_of_green_iran_twitters_tubes_and_phones.php" target="_blank" class="broken_link"><strong>Dusls Eintrag zu Baharestan</strong></a>, auch sonst weitere Infos, Berichte, Links bei der <a href="http://bureau.comandantina.com/" target="_blank" class="broken_link">Comandantina Dusilova</a>.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Anhang III:</strong></p>
<p>Die taz am 30.6. zu einem <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/persiankiwi-wohl-in-sicherheit/" target="_blank" class="broken_link">kolportierten Lebenszeichen von @persianwiki, dem Baharestan Ereignissen</a> und mehr.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_945" class="footnote">ein Nachtrag: siehe dazu, dh. dazu, was am Folgetag als halbwegs überprüfbar verifiziert werden konnte<a href="http://iran.whyweprotest.net/news-current-events/2327-green-brief-8-a.html#post18505" target="_blank" class="broken_link"> die Analyse von NiteOwl</a>.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/' rel='bookmark' title='Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!'>Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/' rel='bookmark' title='genug ist schon lang. ich bin dabei.'>genug ist schon lang. ich bin dabei.</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/02/kennen-sie-schon-eliza-boltanski/' rel='bookmark' title='Kennen Sie schon Eliza Boltanski?'>Kennen Sie schon Eliza Boltanski?</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Emergenz des web2.0 als Bedingung der Möglichkeit neuer politischer Praxen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 21:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Präsentation zu meinem etwas theorielastigen Vortrag vom ersten Tag des PolitCamps 09 in Graz: Weitere öffentliche Präsentationen auf slideshare von hc voigt. Hier die pps zum d/l (1,25mb). &#8212; &#8230; so, und hier *schluck* das Video zum Vortrag: &#8212; Etwas mehr zum diesem meinen ersten BarCamp, zu meinen Eindrücken, den Diskussionen usw. in den [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Präsentation zu meinem etwas theorielastigen Vortrag vom ersten Tag des <strong><a href="http://www.barcamp.at/PolitCamp_Graz_Mai_2009" target="_blank" class="broken_link">PolitCamps 09</a></strong> in Graz:</p>
<p style="text-align: center;">
<div style="width:425px;text-align:center" id="__ss_1480918"><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=dieemergenzdesweb2-0alsbedingungneuermglichkeitenimpolitischen-090524034443-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-mglichkeit-neuer-politischer-felder" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=dieemergenzdesweb2-0alsbedingungneuermglichkeitenimpolitischen-090524034443-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-mglichkeit-neuer-politischer-felder" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:1px;">Weitere öffentliche Präsentationen auf slideshare von <a href="http://www.slideshare.net/kellerabteil" target="_blank" class="broken_link">hc voigt</a>.</div>
</div>
<p>Hier <strong><a href="/dateien/Emergenz des web2.0 als Bedingung neuer pol Praxen.pps">die pps zum d/l</a></strong> (1,25mb).</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>&#8230; so, und hier *<em>schluck</em>* das Video zum Vortrag: <span id="more-868"></span></p>
<p style="text-align: center;"><object width="480" height="300"><param name="movie" value="http://make.tv/apploader"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="FlashVars" value="info=http://make.tv/viewer|http://gateway.make.tv/amfphp/gateway.php|8648MTV1243202000&#038;type=9c051539446e9feb97dd76c9c7cb0a2c"><embed src="http://make.tv/apploader" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" allowfullscreen="true" width="480" height="300" FlashVars="info=http://make.tv/viewer|http://gateway.make.tv/amfphp/gateway.php|8648MTV1243202000&#038;type=9c051539446e9feb97dd76c9c7cb0a2c"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Etwas mehr zum diesem meinen ersten BarCamp, zu meinen Eindrücken, den Diskussionen usw. in den nächsten Tagen. Jetzt bin ich mal in der Hauptsache saumüde. Und etwas verzweifelt, dass nun nicht das Wochenende zur Regeneration und Verarbeitung der vielen Eindrücke wartet sondern eine volle Woche.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die seltsame &#8220;Grüne Vorwahlen&#8221;-Promo</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 11:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist der 22. Mai. Seit dem going public der Initiative &#8216;Grüne Vorwahlen&#8217; am 1. April sind also bald 2 Monate vergangen und tatsächlich fühle ich mich bemüßigt zu erklären, warum ich erst jetzt einen BlogEintrag – eine Analyse der Sprachregelung der Initiative aus den ersten Tagen – zu dieser Geschichte online stelle. Zum ersten ist da das morgen [...]
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/presentation-for-global-union-conference/' rel='bookmark' title='Presentation at the &#8216;global UNIon&#8217; conference'>Presentation at the &#8216;global UNIon&#8217; conference</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist der 22. Mai. Seit dem <em>going public</em> der <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Initiative &#8216;Grüne Vorwahlen&#8217;</strong></a> am 1. April sind also bald 2 Monate vergangen und tatsächlich fühle ich mich bemüßigt zu erklären, warum ich erst jetzt einen BlogEintrag – eine Analyse der Sprachregelung der Initiative aus den ersten Tagen – zu dieser Geschichte online stelle.</p>
<p>Zum ersten ist da das morgen startende <strong><a href="http://www.barcamp.at/PolitCamp_Graz_Mai_2009" target="_blank" class="broken_link">PolitCamp09</a></strong> in Graz. Ich werde mich jetzt dann gleich mal Richtung Bahnhof begeben und den Zug dorthin nehmen. Für das Programm angekündigt ist auch ein Bericht von Seiten der Initiatoren und ich möchte mein Mißfallen und Unverständnis hier vorher los werden, um es für mich selbst &#8216;<em>aus dem Weg</em>&#8216; zu haben und es nicht vorort zu tun.</p>
<p>Zum zweiten, weil ich nun mal schon vor 2 Wochen für mich die im Anschluß folgende Analyse betrieben habe und der Grund, warum ich das getan habe, weiterhin virulent ist. Der Grund ist kurz gesagt die heftige Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die ich rund um diese Initiative wahrnehme:</p>
<p><span id="more-852"></span></p>
<ul>
<li>der Anspruch, UnterstützerInnen der <strong><a href="http://wien.gruene.at/" target="_blank" class="broken_link">Grünen Wien</a></strong> sein zu wollen</li>
</ul>
<p>und</p>
<ul>
<li>die Wirklichkeit, die Grünen laufend mit Beleidigungen und Anschuldigungen zu bedenken.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_0_852" id="identifier_0_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das ist der mich erheblich st&ouml;rende Widerspruch, freilich nicht der einzige erheblich. Da ist dann noch der Anspruch, politisch engagiert, gebildet und souver&auml;n zu sein. Was sich mit den weitgehendst falschen wie naiven Aussagen und Vorstellungen so &uuml;berhaupt nicht zusammen passt.">1</a></sup></li>
</ul>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">I mean, </span><em>this simply makes no sense, doesn&#8217;t it? </em></strong>In meinen bescheidenen Augen zumindest.</p>
<p>Diese Diskrepanz zwischen Unterstützer-Sein-Wollen<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_1_852" id="identifier_1_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das glaube ich jetzt einmal sehr wohl. Ich glaube ganz und gar nicht, dass es nur um ein Vorgeben des Unterst&uuml;tzer-sein-Wollens geht.">2</a></sup> und seltsamen wie klar beleidigenden Anschuldigungen habe ich von Beginn an so empfunden; und die Beleidigungen und Anschuldigungen haben über den gesamten Zeitraum bis jetzt angehalten.</p>
<p><strong>Wer beleidigt da wen?</strong><br />
Dieser meiner Wahrnehmung von den seltsamen Anschuldigungen der Initiative seit derem <em>going public</em> steht freilich entgegen, dass diese sich umgekehrt von den Grünen beleidigt fühlen. Und die Anschuldigungen seitens der &#8220;UnterstützerInnen&#8221; in Richtung der Grünen liegen unter anderem auch wieder darin, dass ihnen seltsame Anschuldigungen entgegen gebracht würde.<br />
Wie &#8220;seltsam&#8221; – und gleichzeitig symptomatisch für Konflikte – ich diese Pattstellung finde, habe ich vor 2 Wochen <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/" target="_blank" class="broken_link">im Anschluss an einen BlogEintrag und einer Aktion von Max Kossatz kommentiert</a>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_2_852" id="identifier_2_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8230; und ich habe meine Beobachtung des Konflikts&nbsp;&ndash; quasi sublimiert&nbsp;&ndash; in Ausz&uuml;gen aus einem Standardwerk zu Gruppensoziologie verarbeitet, also die strukturellen Zw&auml;nge beschrieben, die hier wohl am wirken sind.">3</a></sup></p>
<p><strong>Was ist mein Blickwinkel?</strong><br />
Tja, das ist ein bißchen ein Problem für mich und einer der Gründe, warum ich erst jetzt und warum ich überhaupt mit einem BlogEintrag reagiere:<br />
<span style="text-decoration: underline;">beide Welten und Gruppen sind mir sympathisch und stehen mir nahe</span>! (also auch innerer Konflikt <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Da ist ein mal das web2.0 und da sind konkrete Personen, seitens der Initiatoren und UnterstützerInnen. Mit dem web2.0-Phänomen (vlg. <em><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel" target="_blank" class="broken_link">Sozialen Wandel</a></strong></em>) beschäftige ich mich bereits länger und das noch dazu vor der Folie klar politischen Anwendungsinteresses. Ich bin ein kritischer Fan und setze Hoffnungen in diesen sozialen Wandel.<br />
Von den Initiatoren kenne ich <strong><a href="http://www.helge.at/" target="_blank" class="broken_link">Helge Fahrnberger</a></strong> und <strong><a href="http://digiom.wordpress.com/" target="_blank">Jana Herwig</a></strong> wie dem web als web2.0-Aktive und bin ein Fan ihrer Blogs, Tweets und Arbeiten. Selbiges gilt auch für Max Kossatz und dessen <strong><a href="http://wissenbelastet.com/" target="_blank" class="broken_link">Wissen belastet</a></strong>-Blog.</p>
<p>Da sind zum anderen die Grünen, die einzige für mich wählbare Partei in Österreich; und das seit geraumer Zeit. Ich bin seit Jahren Mitglied der Wiener Grünen, wenn auch lange schon nicht mehr aktiv, und auch früher &#8220;nur&#8221; lose in die eine oder andere Expertenarbeitsgruppe eingebunden (Technologie-, Bildungs-, Hochschulpolitik).<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_3_852" id="identifier_3_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="F&uuml;r meine Wahrnehmung des Ganzen wohl auch relevant ist, dass ich Sozialwissenschaftler bin und langj&auml;hrig Politische Bildung unterrichtet habe: das Parlamentssystem &Ouml;sterreichs, Parteiensystem, Zivilgesellschaft, Politische Arbeit im Hintergrund, Karrieren im internationalen Vergleich, politische Informationen im Mediensystem usw.">4</a></sup></p>
<p><strong>Was soll also diese seltsame Promo-Aktion?</strong><br />
Das habe ich mich von Beginn an gefragt, zugegebenermaßen verärgert, bedauernd und die Initiatoren nicht verstehend. Was soll allein schon dieser Titel <strong>&#8220;</strong><strong>Vorwahlen</strong><strong>&#8220;</strong>? Sorry, aber das kann doch nicht ernst gemeint sein. Die Listenwahl zu einer Gemeinderatswahl mit den us-amerikanischen Vorwahlen gleichzusetzen, &#8230; Himmel!<br />
Warum, wenn mensch sich bei den Grünen engagieren will, melden sich die Initiatoren nicht einfach als Mitglieder an und berichten davon, wie einfach das geht. Mensch kann immerhin bei keiner anderen Partei seinen Mitgliedsbeitrag frei wählen, also auch z.B. nur € 10,- überweisen. Bei keiner anderen Partei ist die Integration so frei wählbar, einfach und nirgendwo sonst kann mensch sofort an wichtigen internen Listenwahlen teilnehmen.<br />
Und warum fordern diese politisch interessierten Web2.0-Aficionados andere auf, es ihnen nach zu tun? Meinetwegen auch als &#8220;UnterstützerInnen&#8221; und nicht als &#8220;Mitglieder&#8221;.</p>
<p>Vor allem aber: Warum in aller Welt macht mensch eine mediale Aktion, ohne offensichtlicher Absprache mit denen, die mensch unterstützen will und <strong>beleidigt schon in den ersten Kerntexten die Grünen?</strong></p>
<p><strong>Die Analyse der ersten Texte</strong><br />
Damit komme ich zu meiner Analyse. Vor zwei Wochen begonnen, stelle ich sie im folgenden ohne Überarbeitung und Ergänzung hier herein, die Vorreden bis hierher sind wohl lang genug:</p>
<blockquote><p><strong>1. Die Eingangsstatements</strong>:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Helge Fahrnberger</span>: «<em>Wo waren die [20 Mandatare] im Wahlkampf? Wer sind die überhaupt? Während des ganzen Wahlkamps waren sie beispielsweise auf der Grünwebsite kaum auffindbar, geschweige denn irgendwo als Person präsent. (Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Presseaussendungen und Ständen in Fußgängerzonen &#8211; das ist sowas von antiquiert, davon krieg’ ich Ausschläge.)</em>»<br />
► heißt im konkreten Fall nichts anderes als:<br />
die Mandatare sollen sich gefälligst vorstellen, sind nicht präsent und vor allem so antiquiert, dass man Ausschläge bekommen könnte.<br />
Das ist erstens kein schlechter Vorwurf angesichts dessen, was ein Wahlkampf von einer MandatarIn zusätzlich zur sonstigen Arbeit fordert. Das beruht zweitens – erlaube ich mir als Sozialwissenschaftler zu sagen – auf nachweisbar falschen Annahmen, oder weniger höflich ausgedrückt: es ist ein ziemlicher Blödsinn. So in etwa wie wenn eine PolitikerIn erklären würde, das Internet sei eine Serie von Röhren.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Martin Schimak</span>: «<em>Die grünen Vorwahlen unterstütze ich gerne, weil ich mir den Traum erlaube, dass wir eines Tages Volksvertretungen und Parlamente haben können, in denen Menschen sitzen, deren Mandate nicht nur vom Gehorsam gegenüber der jeweiligen Partei abhängen.</em>»<br />
► heißt im konkreten Fall nichts anderes als:<br />
die jetzt tätigen Grünen in Bezirks-, Gemeinde-, Stadt-, Landes- und Bundesparlamenten sind nur vom Gehorsam gegenüber ihrer Partei abhängig; Parteisoldaten also ohne eigene Meinung, eigenen Willen oder eigene Initiative.<br />
Das ist erstens kein schlechter Vorwurf, den die Angesprochenen schwerlich erfreut als interessantes Feedback verbuchen werden können. Das ist außerdem ein – erlaube ich mir wiederum als Sozialwissenschaftler zu sagen – ziemlicher Humbug. Das wäre sogar für die Gemeinderäte der FPÖ ein ziemlicher Humbug, ist in Anbetracht der Grünen Partei allerdings schlicht lächerlich.</p>
<p><strong>2. Blogpost auf www.gruenevorwahlen.at:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das zweite Blogpost (1. April) zitiert</span>: «<em>Hätte ein Barack Obama in der österreichischen Funktionärsdemokratie Chancen, an wählbarer Stelle auf eine Mandatsliste gesetzt zu werden? Demokratie braucht Öffentlichkeit – und wenn die Grünen schon die einzige Partei sind, die öffentliche Vorwahlen per Statut ermöglicht, dann sollten wir diese Chance auch nützen.</em>»<br />
► Eine Aussage, die punkto Barack Obamas Chancen in Österreich wohl ziemlich zutreffend sein dürfte. Zudem ist sicherlich richtig, dass Demokratie Öffentlichkeit voraussetzt, falsch wäre nur, wenn Öffentlichkeit als einzig förderliches Prinzip immer und in jeder Situation als der Demokratie förderlich absolut gesetzt würde. Demokratie benötigt schließlich auch halb-öffentliche und geschlossene Verhandlungsräume.</p>
<p>Die Grünen kümmern sich in der österreichischen Parteienlandschaft als einzige Partei um einen relativ offenen Zugang zur Mitgestaltung und Mitbestimmung. Sie sind im Gegensatz zu SPÖ, ÖVP und FPÖ keine traditionelle Lagerpartei und auch keine Kaderpartei sondern in Abgrenzung dazu eine Sammelpartei für viele und sehr unterschiedliche und innerhalb der Partei mit einiger Autonomie ausgestattete Grassroots-Bewegungen und Bürgerinitiativen (z.B. diverseste Umweltschützer, Tierschützergruppen, Behindertenvertreter, Zusammenschlüsse von PendlerInnen, Gegner des Glücksspiels, MigrantInnengruppen, Vereine für eine andere Schule, MenschenrechtsaktivistInnen, Streiter für mehr Transparenz in der Bürokratie, Gentechnikgegner, in der Entwicklungszusammenarbeit Engagierte usw.).</p>
<p>Ernsthaft &#8220;öffentliche Vorwahlen&#8221; wären nichts anderes als grob fahrlässig und würden zur raschen Auflösung dieser ~15% Partei führen, die verschiedenen teilweise sehr kleinen, speziellen und gesellschaftlich am Rand angesiedelten Grassrootsinitiativen würden ihre Einbindung in das politische parlamentarische System verlieren und müssten wieder zum dann fast einzig verbleibenden Mittel des Aktionismus zurückkehren.<br />
Der Kontext von einerseits Barack Obama und andererseits &#8220;Vorwahlen&#8221; ist schön, aber sollte er für eine Argumentation herhalten sollen, etwas irreführend. Erstens handelt es sich nicht um Vorwahlen sondern eine Listenerstellung und zweitens um die Liste einer ~15% Partei in einer Stadt mit gut 1 Million Wahlberechtigten, was etwas anderes ist das Primaries für die Präsidentschaftswahlen in den USA. Geht es im einen Fall um eine Person, die für das mächtigste politische Mandat auf diesem Planenten kandidiert, so geht es im anderen Fall um politische BasisarbeiterInnen (siehe &#8220;Sammelpartei&#8221;), die sich z.B. um die Listenplätze 6, 10 oder 14 bewerben.<br />
Wie soll ich sagen, nicht ganz das Gleiche. Eher: gar nicht vergleichbar.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das dritte Blogpost auf www.gruenevorwahlen.at (2. April)</span>: bildet einen Artikel des Standard ab. Wie es zu dem Artikel kommt, wird nicht transparent und öffentlich gemacht. Er beginnt mit einem O-Ton-Zitat von Helge Fahrnberger, hat die Referenz auf Obama im Titel und spricht von den potentiellen Unterstützern der Grünen als &#8220;die Grüne Basis&#8221;.<br />
► was nichts anderes hieße, als dass jene politisch in den verschiedenen Gruppen und in den Bezirken Aktiven entweder nicht die Basis der Grünen sein sollen oder genauso viel Basis sein sollen wie UnterstützerInnen, die aufgrund einer Initiative sich an &#8220;Vorwahlen&#8221; beteiligen wollen.</p>
<p>«<em>&#8220;Obama hätte es ohne Vorwahlsystem nie geschafft</em><em>&#8220;, erklärt Fahrnberger im Gespräch mit derStandard.at.</em>» ist wahrscheinlich als PR-Aussage der Initiative zu lesen. Die Initiative präsentiert sich, erreicht von Start an einen Artikel im Standard und schafft Bezüge. Dieses Vermögen ist Anerkennung wert.</p>
<p>Liest mensch das nicht als geschickte PR sondern inhaltlich und als ernstgemeinte Arbeit und Unterstützungsinitiative, so wird der Artikel problematischer.<br />
Zum einen stellten sich Aussagen wie die obige als sehr weltfremd und ahnungslos dar.<br />
Zweitens stellte sich die Frage, wieso diese Initiative sofort einen Artikel im Standard bekommt. Freilich müsste diese Frage wohl die Färbung haben, &#8220;was bezweckt der Standard damit&#8221;, was bezweckt die Initiative wirklich?<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_4_852" id="identifier_4_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was der Standard bezweckt, das ist politischen Beobachtern zwar klar und w&auml;re einige Er&ouml;rterungen wert, ist aber ein anderes Thema.">5</a></sup><br />
Drittens, wie ernst gemeint bzw. tief reichend ist der Wille, &#8220;zu unterstützen&#8221; und wie sehr geht es um Distinkionsgewinne und Eigen-PR, wenn die Initiatoren sich zwar die Mühe gegeben haben, offensichtlich das Statut der Grünen Wien zu lesen, eine Homepage mit Texten aufzuziehen sowie in der Presse in Erscheinung zu treten, aber umgekehrt nicht die Arbeit investiert haben, die Grünen zu kontaktieren und punkto Statut zu fragen, ob man das richtig interpretiere, sich zu informieren, was eigentlich &#8220;Vorwahlen&#8221; und was im Unterschied dazu &#8220;Listenwahlen&#8221; einer 15% Partei zu einem Gemeinderat sind und die eigenen &#8220;Eingangsstatements&#8221; vor Veröffentlichung so durchzulesen, dass sie keine seltsamen Anschuldigungen und Beleidigungen enthalten.</p>
<p><strong>3. Ergo:</strong></p>
<p>Mit diesem Start und Auftreten können die Reaktionen aus den Kreisen der Grünen wohl im besten Fall nur so aussehen: &#8220;<em>umpf, ja, hust hust, das freut uns sehr! Willkommen! Im übrigen, wenn ihr uns erlaubt, da auf etwas aufmerksam zu mache, da scheint es da vl. ein kleines Mißverständis zu geben</em>&#8220;.<br />
Und im schlechteren Fall: &#8220;<em>Was wollen die wirklich? Wer sind die, dass sie sich so aufführen und uns beleidigen? Das passt wohl kaum damit zusammen, bei uns mitmachen zu wollen, also was läuft da eigentlich?</em>&#8220;</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_852" class="footnote">Das ist der mich erheblich störende Widerspruch, freilich nicht der einzige erheblich. Da ist dann noch der Anspruch, politisch engagiert, gebildet und souverän zu sein. Was sich mit den weitgehendst falschen wie naiven Aussagen und Vorstellungen so überhaupt nicht zusammen passt.</li><li id="footnote_1_852" class="footnote">Und das glaube ich jetzt einmal sehr wohl. Ich glaube ganz und gar nicht, dass es nur um ein Vorgeben des Unterstützer-sein-Wollens geht.</li><li id="footnote_2_852" class="footnote">&#8230; und ich habe meine Beobachtung des Konflikts – quasi sublimiert – in Auszügen aus einem Standardwerk zu Gruppensoziologie verarbeitet, also die strukturellen Zwänge beschrieben, die hier wohl am wirken sind.</li><li id="footnote_3_852" class="footnote">Für meine Wahrnehmung des Ganzen wohl auch relevant ist, dass ich Sozialwissenschaftler bin und langjährig Politische Bildung unterrichtet habe: das Parlamentssystem Österreichs, Parteiensystem, Zivilgesellschaft, Politische Arbeit im Hintergrund, Karrieren im internationalen Vergleich, politische Informationen im Mediensystem usw.</li><li id="footnote_4_852" class="footnote">Was der Standard bezweckt, das ist politischen Beobachtern zwar klar und wäre einige Erörterungen wert, ist aber ein anderes Thema.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>FeZi 21&#124;09: Die Bezugsgruppe</title>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 14:02:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Etwas außerhalb der Reihenfolge gibt es hiermit ein &#8220;FeZi&#8221;. Statt des Sonntagszitats also ein Feiertagszitat. Letzten Sonntag habe ich ausgelassen, obwohl schon klar war, dass ich mit der Gruppensoziologie Claessens fortsetzen wollte. Die im SoZi 19&#124;09 zur &#8216;sozialen Gruppe&#8217; begonnene Miniserie widmet sich heute der Bezugs- und der Orientierungsgruppe. Die im SoZi 19&#124;09 dargestellten strukturellen [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas außerhalb der Reihenfolge gibt es hiermit ein &#8220;FeZi&#8221;. Statt des Sonntagszitats also ein Feiertagszitat. Letzten Sonntag habe ich ausgelassen, obwohl schon klar war, dass ich mit der Gruppensoziologie Claessens fortsetzen wollte.</p>
<p>Die im <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/" target="_blank">SoZi 19|09</a></strong> zur &#8216;sozialen Gruppe&#8217; begonnene Miniserie widmet sich heute der<strong> Bezugs- und der Orientierungsgruppe</strong>. Die im <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/" target="_blank">SoZi 19|09</a></strong> dargestellten strukturellen Zwänge gelten weiter und müss(t)en für diese Fortsetzung der Thematik eigentlich weiter gedacht werden.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/#footnote_0_838" id="identifier_0_838" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ps: dieser Eintrag zur Bezugsgruppe passt nicht nur als Kommentar zur &amp;#8216;Gr&uuml;nen Vorwahlen&amp;#8217;-Initiative wie das letzte SoZi sondern erst recht:
Allgemein auf unsere aktuelle gesellschaftliche Situation und im Speziellen auf die Parteienmobilisierungen und -demobilisierungen. Das politische Feld ist voller Gruppen, die sich abgrenzen m&uuml;ssen, an einander orientieren und sowohl koalieren als auch im Streit miteinander liegen.">1</a></sup><br />
Mit dem nächsten <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank"><strong>SoZi</strong></a> möchte ich mich dann der Gruppen zweiter Ordnung zuwenden.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Bezugsgruppe" src="/images/Bezugsgruppentheorie.jpg" alt="Bezugsgruppe" width="470" height="350" /></p>
<p><span id="more-838"></span></p>
<blockquote><p><strong>c) Stagnation, Zerfall, Spaltung, Polarisierung</strong><br />
Stagnation ist ein Prozeß. Seine eine Seite erscheint als Stabilisierung auf einem erreichten Niveau der Interaktion.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/#footnote_1_838" id="identifier_1_838" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Merke, merke, merke: Stabilit&auml;t eines Systems, Hom&ouml;ostase, hat nichts mit &amp;#8216;es passiert nichts&amp;#8217; zu tun. Auch Stabilit&auml;t, Stagnation ist nur durch Arbeit, durch Investitionen erreicht bzw. erhalten. Versuch: in einem stagnierenden System die Arbeitsaufw&auml;nde &amp;#8211; Investitionen &amp;#8211; zu erkennen, separieren, zu erkl&auml;ren, die zur Aufrechterhaltung der scheinbaren oder tats&auml;chlichen Stagnation notwendig sind und setze sie in Beziehung zu den ebenfalls notwendigen, erkennbaren, separierbaren Investitionen, die auf Systemver&auml;nderung dr&auml;ngen und abzielen.">2</a></sup> Insofern hat Stagnation auch attraktive Seiten: Es ist nichts Neues zu befürchten; Investitionen sind bekannt, entsprechend bekannt sind die vom einzelnen zu leistenden Anstrengungen. [..] Der (.. <em>u.a. in der Ambivalenz der Rahmenbedingungen angelegte</em> ..) Veränderungsdruck erfordert für Stagnation soviel Gegenbewegung, daß die erneute Bewegung der Gruppe sozusagen vor der Tür steht; die innere, dauernd laufende Veränderung/Gegenveränderung &#8220;schlägt nach außen durch&#8221;, in der Gruppe wächst das Gefühl, &#8220;das etwas geschehen muß&#8221;. Wird der Gruppe nicht von außen geholfen, so ist diese nächste – sichtbare – Bewegung die auf <em>Zerfall</em> hin.<br />
[..]<br />
Einem &#8220;Zerfall&#8221; als quasi natürlicher Auflösung steht die Auflösung auf Grund innerer, von den Mitgliedern nicht mehr verkraftbarer Spannungen gegenüber. [..]<br />
Ein Sonderfall des Zerfalls ist die <em>Spaltung</em>, deren klassische Variante wiederum die <em>Polarisierung</em> ist. [..]</p>
<p><strong>4. Bezugs- und Orientierungsgruppen</strong><br />
Gruppenprozesse können ohne systematische Berücksichtigung von <em>Bezugs</em>- und <em>Orientierungsgruppen </em>nicht voll verstanden werden. Das Ergebnis eines Spaltungsprozesses in der Form der Polarisierung liefert zur Unterscheidung besonders gute Kriterien. [..]<br />
<em>Bezugsgruppe</em> meint also den unvermeidlichen Bezug auf eine andere Gruppe, mit der man sich notwendigerweise auseinandersetzen muss, ob man will oder nicht. Bezugsgruppen umgeben alle Gruppen, Gruppenverbände, &#8220;Großaggregate&#8221;, wie Unternehmen, Länder, Staaten. Es sind die sozialen Formationen eigener Identität, mit eigenem Souveränitätsanspruch, mit deren Dasein man einfach zu rechnen hat, da sie einen wesentlichen Teil der &#8220;Realität&#8221; darstellen. Eine Gruppe <em>reagiert </em>also auf die Tatsache von Bezugsgruppen; insofern sie selbst Bezugsgruppe für andere Gruppen ist, wirkt sie selbstverständlich auch nach außen. Solange aber die sie umgebenden Gruppen nicht in besonderer Weise auf sie einwirken und sie selbst nicht in das System anderer Gruppen eingreift, bleiben solche Beziehungen innerhalb der als &#8220;Rahmenbedingungen&#8221; zu bezeichnenden Gesamtumstände, in die die Gruppe eingebettet ist. [..]</p>
<p><em>Orientierungsgruppen </em>im eigentlichen Sinn sind dagegen solche Gruppen, von denen eine Gruppe ihre Orientierung <em>grundsätzlich </em>bezieht! Die – notwendige – Orientierung einer Gruppe auf ein Ziel oder mehrere Ziele und die darin enthaltenen emotionalen, sachlichen, informatorischen Dimensionen leitet sich zuerst von den in die Gruppe mitgebrachten Vorstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten ab. Mehr oder minder unbewußt, sozusagen im Hintergrund, häufig direkter und bewußter, entnimmt aber eine Gruppe Teile ihrer Syntax einer anderen Gruppe (oder der Vorstellung von ihr), das heißt, sie macht sie zur Orientierungsgruppe. [..]</p>
<p>Gruppen müssen daher in der Regel in zwei Abhängigkeiten gesehen werden, die für ihr Selbstverständins (Binnenselbstverständnis) und ihre Außendarstellung wichtig sind: In der Abhängigkeit von der (oder den) Bezugsgruppe(n) und von der (oder den) Orientierungsgruppe(n). [..]</p>
<p>Die Notwendigkeit von Zusammenarbeit mit anderen, &#8220;gleichgesinnten&#8221; Gruppen bedeutet andererseits eine Unterwerfung unter die – nun gemeinsam verbindliche – Syntax &#8220;Solidarität&#8221; und damit einen <em>Verlust </em>von Selbstständigkeit! Verlust von Selbstständigkeit bedeutet aber auch Verlust von Konfliktfähigkeit im Hinblick auf die je ganz <em>eigenen </em>Interessen der Gruppe, die nun untergeordnet werden müssen. [..]</p>
<p>Diese Ambivalenz, daß die solidarischen Gruppen die Solidarität auch als Selbstständigkeits<em>einbuße</em> erleben müssen, verweist also darauf, daß Gruppensolidarität feine Haarrisse aufweisen <em>muß</em>, gerade solange der innere Zusammenhalt der gegenseitigen Orientierungsgruppen, die hier gemeinsam handeln, <em>nicht </em>in Frage gestellt ist. Andererseits wird die – feindliche – Bezugsgruppe eben unter diesem Aspekt des notwendigen Zusammenhaltes mehrerer Gruppen konstitutiv in dem Sinne, daß an ihrem Erhalten (als Katalysator für Selbstständigkeit) Interesse bestehn <em>muß</em>. Paradoxerweise können also Bezugs- und Orientierungsgruppen auch und gerade im drohenden Konfliktfall den gleichen Stellenwert für eine Gruppe haben, ja der Feind kann mehr geschätzt werden als der Bundesgenosse!</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens" target="_blank" class="broken_link">Claessens, Dieter</a></strong> (1995 [1977]):<br />
Gruppe und Gruppenverbände. Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_838" class="footnote"><strong>ps</strong>: dieser Eintrag zur Bezugsgruppe passt nicht nur als Kommentar zur &#8216;Grünen Vorwahlen&#8217;-Initiative wie das letzte SoZi sondern erst recht:<br />
Allgemein auf unsere aktuelle gesellschaftliche Situation und im Speziellen auf die Parteienmobilisierungen und -demobilisierungen. Das politische Feld ist voller Gruppen, die sich abgrenzen müssen, an einander orientieren und sowohl koalieren als auch im Streit miteinander liegen.</li><li id="footnote_1_838" class="footnote"><strong>Merke, merke, merke:</strong> Stabilität eines Systems, Homöostase, hat nichts mit &#8216;es passiert nichts&#8217; zu tun. Auch Stabilität, Stagnation ist nur durch Arbeit, durch Investitionen erreicht bzw. erhalten. <strong>Versuch:</strong> in einem stagnierenden System die Arbeitsaufwände &#8211; Investitionen &#8211; zu erkennen, separieren, zu erklären, die zur Aufrechterhaltung der scheinbaren oder tatsächlichen Stagnation notwendig sind und setze sie in Beziehung zu den ebenfalls notwendigen, erkennbaren, separierbaren Investitionen, die auf Systemveränderung drängen und abzielen.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/' rel='bookmark' title='SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug'>SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</a></li>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>SchwarzBlau ist keine Emulsion</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2009 18:43:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[SchwarzBlau hat sich seit 1999 nicht mehr getrennt, wie das bei einer Emulsion längst der Fall hätte sein müssen. Die wenigen liberalen Segmente der ÖVP bleiben kaltgestellt und driften immer weiter in eine innerparteiliche Belanglosigkeit und das Ausgedinge ab; soferne das überhaupt noch geht. Gesellschaftspolitisch hat die weltoffenere und konsensuale Wirtschaftskammer das Heft bereits lange [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SchwarzBlau</strong> hat sich seit 1999 nicht mehr getrennt, wie das bei einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emulsion" target="_blank" class="broken_link">Emulsion</a> längst der Fall hätte sein müssen. Die wenigen liberalen Segmente der ÖVP bleiben kaltgestellt und driften immer weiter in eine innerparteiliche Belanglosigkeit und das Ausgedinge ab; soferne das überhaupt noch geht.</p>
<p>Gesellschaftspolitisch hat die weltoffenere und konsensuale Wirtschaftskammer das Heft bereits lange an die <a href="http://delicious.com/kellerabteil/industriellenvereinigung" target="_blank" class="broken_link">radikale Industriellenvereinigung</a> abgegeben. Die Überraschung, dass die <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2007/10/industriellenvereinigung-vor-dem-aus/" target="_blank">IV</a></strong> durch den Abgang der Schüssel-Junta hier nicht geschwächt und die Wirtschaftskammer nicht gestärkt hervorgegangen ist, zeigt mehr als alles andere die waren Kräfteverhältnisse im konservativen Spektrum.</p>
<p>Dort, wo die ÖVP nicht mit der FPÖ zu einem ideologischen Konglomerat verdichtet ist, dort retardiert sie in Richtung der Christlich-Sozialen der Johann Schober und Ignaz Seipel Epoche.</p>
<p><span id="more-810"></span>Wer sich über die FPÖ erregt und angesichts des Machtzuwachs der Neo-Nazis, der schlagenden Burschenschaften und FPÖ verzweifelt, wer fassunglos die Performance der &#8216;<em><strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2008/08/die-soziale-sicherheit-die-sie-meinen/" target="_blank">Wären-gerne-bekennende-Nazis-wenn-das-Verbotsgesetz-nicht-wäre</a></strong></em>&#8216;-Parlamentarier mitverfolgt mit deren gleichzeitigem &#8216;<strong><em>Wir-profitieren-herrlich-von-der-Verbotsgesetz-Drahtseilakt-Ästhetik</em></strong>&#8216;-Grinser : cool: , wer angewidert und ratlos den Kopf schüttelt über die eigene Heimat, die sich da immer weiter zu entfremden scheint, der möge sich daran erinnern, wer dieses blau übermalte Braun in den Porsche geholt hat.</p>
<p><strong>Das SchwarzBlau Amalgam</strong><br />
Das Amalgam wurde im Vorfeld von 1999/2000 gebildet und von der Industriellenvereinigung <a href="http://www.industriemagazin.at/index.php?id=im-artikel&amp;tx_ttnews[tt_news]=2625" target="_blank" class="broken_link">in Netzwerkarbeit gemischt</a>. Damals haben <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/06/think-tank-der-industriellenvereinigung-iv/" target="_blank">Lorenz Fritz</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/05/repeat-sozial-ist-was-arbeit-schafft-repeat/" target="_blank">Schüssel und Bartenstein</a> und die Raiffeisen-Paten die Sozialpartnerschaft auf die Prinzhörner genommen, um die roten Anteile aus allen Entscheidungsgremien auszutreiben und deren Widerstand gegen eine Neustrukturierung der österreichischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Governance" class="broken_link"><strong>Governancesphäre</strong></a><strong> </strong>zu verunmöglichen.</p>
<p>Es wurde weniger &#8220;umgefärbt&#8221; als <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/06/einseitige-interessenspolitik/" target="_blank">vielmehr neu reguliert</a>; was anschließend freilich auch ziemlich überall andere Farbverhältnisse mit sich brachte<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/schwarzblau-ist-keine-emulsion/#footnote_0_810" id="identifier_0_810" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="siehe etwa die zuerst Integration der Zollwache in die&nbsp;Gendarmerie&nbsp;und die anschlie&szlig;ende Polizeireform mit Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei.">1</a></sup>, klar, nur dass dieser Umstand allein die tatsächlich vollbrachte Revolution verharmlost.</p>
<p>Revolution, nur zur Erinnerung, das war ursprünglich ein Begriff aus der Astronomie und meinte, dass die Objekte, die einmal oben waren, durch die <em>revolutio </em>nach unten kämen; also ein Austausch und Wechsel der Körper, die oben und unten waren.</p>
<p><strong>Die Ordnung der Verwaltung auf den Kopf gestellt</strong><br />
Genau solches, die <em>revolutio</em>, ist in vielen Sphären des Landes passiert. Die Sozialversicherungen und das Arbeitsmarktservice werden jetzt von den Arbeitgebern und nicht mehr von den Arbeitnehmern regiert. Für das Hochschulsystem gilt ebenso, dass die Industrie das Sagen hat, in der Forschungspolitik sowieso.</p>
<p>Auch die Unternehmen, die die öffentliche Infrastruktur bestellen sollen, sind mittlerweile nicht mehr dem Staat verantwortlich sondern der Industrie. Etc. etc. etc.</p>
<p>Einen Ausdruck fand diese <em>revolutio </em>ua. in der Zusammenlegung der Ministerien Arbeit und Wirtschaft, wobei angesichts der Wahl des Wirtschafts(- und Arbeits-)Ministers freilich nie ein Zweifel darüber herrschen konnte, was da wem untergeordnet war. Der passende ästhetische Ausdruck muss fast in den ungeschminkt gemeinsamen Pressekonferenzen von <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/bartenstein/" target="_blank">Minister Bartenstein</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/bernhard-felderer/" target="_blank">Berni &#8216;the finger&#8217; Felderer</a> und <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/veit-sorger/" target="_blank">Veit Sorger</a> im &#8216;<strong><a href="http://www.flickr.com/photos/kellerabteil/3528463909/in/set-72157618101516530/" target="_blank">Haus der Industrie</a></strong>&#8216; gesehen werden.</p>
<p>Das alles ist nun nicht Geschichte, da die ÖVP sich – scheinbar ein wenig – vom giftigen Schüsselkurs abgesetzt und eine Regierung mit der SPÖ gebildet hat. Genauso wenig war die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amalgam" target="_blank" class="broken_link">Amalgamierung</a> von <strong>SchwarzBlau</strong> nie auf den gemeinsamen Governance-Umbau beschränkt, sondern immer ein gesellschaftspolitisches <em>Gemeinsam-ins-Bett-Gehen</em>.</p>
<p><strong>Kein Deut von Rückbesinnung oder Kurswechsel</strong><br />
Und dabei ist es bis dato geblieben. Die lange Reihe die Menschenrechte verachtende und gleichzeitig kompetenzmäßig grandios dilettierende Innenminister legt Tag für Tag auf s neue Rechnung darüber ab, wo die ÖVP steht. Die <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-provokation-ist-maria-fekter/" target="_blank">stammelnde Provokation Fekter</a> steht dem <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/platter/" target="_blank">stammelnden Platter</a> um nichts nach, der um nichts besser oder weniger schlimmer als die stammelnde Prokop war.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/schwarzblau-ist-keine-emulsion/#footnote_1_810" id="identifier_1_810" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was &uuml;berhaupt nicht die rechte Politik der SP&Ouml; und der Arbeitnehmervertretungen in vielen Fragen besch&ouml;nigen soll, schon gar nicht das beredte Schweigen der ehemaligen Sozialdemokraten auf gesellschaftspolitischer Ebene. Dennoch ist eines sehr offensichtlich: w&auml;hrend die &Ouml;VP sich radikalisiert, geht die SP&Ouml; eher den Weg in jegliche g&auml;hnende Belanglosigkeit; und das auch noch vorgetragen mit Schlumpfstimme.">2</a></sup></p>
<p>Der stammelnde Innenminister vor Prokop ist all seiner Hypotheken zum Trotz nun auch wieder da. Und erinnert uns alle, so wie auch seine eigene Partei (<a href="http://www.politwatch.at/stories/verpatzter-start/" target="_blank" class="broken_link">think Karas</a>), wo der niederösterreichische Bartl den Most herholt:</p>
<div style="text-align: center;"><a title="Ich frage mich wahrlich: wie kann diese ÖVP im Angesichts solcher - wiederholter! - Entgleisungen bei der eigenen Stammwählerschaft eigentlich noch wählbar sein?" rel="lightbox[roadtrip]" href="/images/OeVP Inserat gegen EU-Asylrichtlinie.jpg"><img src="/images/OeVP Inserat gegen EU-Asylrichtlinie.jpg" alt="" width="451" height="245" /></a></div>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_810" class="footnote">siehe etwa die zuerst Integration der Zollwache in die Gendarmerie und die anschließende Polizeireform mit Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei.</li><li id="footnote_1_810" class="footnote">Was überhaupt nicht die rechte Politik der SPÖ und der Arbeitnehmervertretungen in vielen Fragen beschönigen soll, schon gar nicht das beredte Schweigen der ehemaligen Sozialdemokraten auf gesellschaftspolitischer Ebene. Dennoch ist eines sehr offensichtlich: während die ÖVP sich radikalisiert, geht die SPÖ eher den Weg in jegliche gähnende Belanglosigkeit; und das auch noch vorgetragen mit Schlumpfstimme.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>FPÖ und Neonazis haben sich heftig blamiert</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 21:33:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Verhältnis war in etwa – so meine Schätzung, die der Medien kann ich so wie viele andere nicht nachvollziehen (siehe unten): Polizei zu Summe der GegendemonstrantInnen zu Neonazi-Demo 1 zu ⅔ zu ½ &#8230; und das bei der ganzen Mobilisierung diverser Neonazi-Seiten im Web und der ganzen FPÖ, die so stolz ist, der angeblich unabhängigen [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verhältnis war in etwa – <em>so meine Schätzung, <a href="http://derstandard.at/?id=1242315891176" target="_blank">die der Medien</a> kann ich so wie viele andere nicht nachvollziehen</em> (siehe unten):</p>
<p style="text-align: center;">Polizei zu Summe der GegendemonstrantInnen zu Neonazi-Demo<br />
1 zu ⅔ zu ½ <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8230; und das bei der ganzen Mobilisierung diverser <a href="http://anonym.to/?http://is.gd/zsDK" target="_blank" class="broken_link">Neonazi-Seiten im Web</a> und der ganzen FPÖ, die so stolz ist, der angeblich unabhängigen &#8220;Bürgerinitiative Dammgasse&#8221; die Homepage zu zahlen.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe width="450" height="450" src="http://www.flickr.com/slideShow/index.gne?set_id=72157618154706672" frameBorder="" scrolling=""></iframe></p>
<p style="text-align: right;">Link <a href="http://www.flickr.com/photos/kellerabteil/sets/72157618101516530/" target="_blank"><strong>zum Album inkl. Bildtexten hier</strong></a>.</p>
<p><span id="more-783"></span>&#8230; und um das Verhältnis weiter zu unterteilen:<br />
die BloggerInnen und Twitteria haben in etwa ¼ der GegendemonstrantInnen ausgemacht <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Twitter-Berichterstattung von den Demos</strong><br />
Live <a href="http://twitter.com/augeIug/" target="_blank">gezwitschert hat ua. Klaudia Paiha</a> von der <a href="http://www.auge.or.at/" target="_blank" class="broken_link">auge/ug</a>, live auch von der Abschlusskundgebung der Nazis – der Begriff ist hier angebracht – diese Aussage der Initiatorin der  &#8220;Bürgerinitiative Dammgasse&#8221;. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_twisted.gif' alt=':twisted:' class='wp-smiley' /><br />
Locker der heftigste Tweet des Tages:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://twitter.com/augeIug/status/1797191442" target="_blank"><img class="aligncenter" src="/images/tweet auge nazi.png" alt="Tweet Auge/UG Nazidemo" /></a></p>
<p>Berichterstattung direkt aus dem Geschehen und per Twitter nachzulesen, das lieferten auch <a href="http://twitter.com/marcoschreuder" target="_blank">Marco Schreuder</a> und <a href="http://twitter.com/chorherr" target="_blank">Christoph Chorherr</a>.</p>
<p><strong>&#8216;Nazi&#8217; &#8230; fast ein Ehrentitel</strong><br />
Die außergewöhnlich bemerkenswerten Tweets kommen aber vom <a href="http://twitter.com/augeIug/" target="_blank">@augeIug</a> &#8211; Account und direkt aus der Menge der Strache-Anhänger.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fpo-und-neonazis-haben-sich-heftig-blamiert/#footnote_0_783" id="identifier_0_783" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="No idea, wie sie sich da dann durch die Absperrungen durch hineingeschmuggelt hat &amp;#8230;">1</a></sup> Neben dem obigen Tweet ist noch dieser bezeichnend:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://twitter.com/augeIug/status/1796923451" target="_blank"><img class="aligncenter" src="/images/tweet auge nazi2.png" alt="Tweet Auge/UG Nazidemo" /></a></p>
<p>So eine Aussage müsste doch zu Konsequenzen führen, oder? Ob sie auch als O-Ton irgendwie aufgezeichnet wurde? Von Medienvolk gehört wurde? Jedenfalls von der Polizei.<br />
<strong>UPDATE!</strong>: oja, meine Hoffnung ist erhöhrt und <a href="http://oesterreich.orf.at/wien/stories/362107/" target="_blank">auf ORF.at gibt einen Bericht</a> und diese Passage sogar als Audio-Datei zum Nachhören. Jetzt auch hier:</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Erfolgreicher ziviler Ungehorsam, der einen Unterschied macht</strong><br />
Ich hatte mich zum Treffpunkt begeben, den die Grünen ausgegeben hatte. Die Situation im Vorfeld und auch während der Demos war schließlich ziemlich unklar; welche Versammlungen sind verboten, wo sind die Absperrungen, welchen Weg wird der Neonazi-Zug nehmen, wer versucht wo dagegen zu arbeiten &#8230;?<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fpo-und-neonazis-haben-sich-heftig-blamiert/#footnote_1_783" id="identifier_1_783" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es ist klar, wer in einer solchen Situation vergleichsweise viel Handlungsspielraum hat, gute Infokan&auml;le und den besten Rechtsschutz bei gleichzeitigem festen und gefassten Vorgehen gegen die Neonazis. Das sind nun mal die Gr&uuml;nen.">2</a></sup></p>
<p>Der Plan war, den Marsch der Neonazis überraschend mit einer Menschenkette zu stoppen, die sich schnell über die Straße erstrecken sollte, wenn die Anti-Islam-Demo am Grünen Parlamentsklub vorbei paradiert wäre. Auf meinen Bildern oben ist zu sehen, wie sich immer mehr Grüne &#8211; Nationalräte, Gemeinderäte, Bezirksräte, MitarbeiterInnen, Sympathisanten &#8211; in den Räumlichkeiten des Klubs versammeln, dann aber zur Gegendemo vor dem Parlament stoßen. Das vor allem, weil schließlich nicht mehr sicher war, welchen Weg die Neonazis nehmen würden.</p>
<p>Einige blieben jedoch in der Schutzzone verteilt, näherten sich schon dem Anti-Islam-Demo Sammelplatz am Ballhausplatz. Diese Gruppe hat es dreimal an drei Stellen verstanden, den Marsch der Rassisten gewaltfrei aufzuhalten. Ein deutliches Signal an die FPÖ und ein wichtiger Dämpfer für ihr Selbstbewusstsein, die Straße beherrschen zu wollen.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/augeug/3533350572/"><img class="aligncenter" src="/images/menschenkette.jpg" alt="Menschenkette gegen Neonazi-Demo" /></a></p>
<p style="text-align: right;">©opyright by Renate <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ,<br />
weitere <a href="http://www.flickr.com/photos/augeug/sets/72157618093709523/">Demo-Fotos der Auge/UG</a></p>
<p><strong>Zahlenspiele</strong><br />
Ach ja, und was das zahlenmäßige Verhältnis der aufmaschierten Rassisten vs. protestierender AntirassistInnen betrifft, exemplarisch dieses Posting für&#8217;s Archiv:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://derstandard.at/?id=1242273677007" target="_blank"><img class="aligncenter" src="/images/Standard Posting dg5.png" alt="Posting Standard Gegendemo" /></a></p>
<p>Gut, die Polizei schätzt bekanntlich nach einem eigenen System. <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/wir-verzichten-nicht-demonstration/" target="_blank">Gestern sollten es laut Polizei z.B. nur 15.000 gewesen sein</a>, aber da ist dann der übliche Quotient anzuwenden, wenn mensch nicht selbst Zählungen organisiert hat. Und die <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-provokation-ist-maria-fekter/" target="_blank">Provokation von Innenministerin</a> ist nur die nächste in einer Reihe, die vor &#8220;Linken&#8221; viel mehr Angst hat bzw. sie mehr hasst als (Neo)Nazis. Der &#8220;Marsch auf Wien&#8221; wurde zugelassen, mehrere <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090513_OTS0234&amp;ch=politik" target="_blank" class="broken_link">Gegendemos</a> wurden untersagt.</p>
<p>Der <em>standard.at</em> wiederum lebt zu einem gewissen Teil von der Arena, die in seinen Foren der Links-Rechts Auseinandersetzung geboten wird. Siehe auch die vielen freigeschaltenen rassistischen Postings auf <em>standard.at</em> bei gleichzeitiger Blockade vieler kritischer Postings, DASS dieser Dreck online erscheinen darf. (Aber dazu gibt es ja auch Untersuchungen &#8211; mir ist allerdings nur bekannt: in Deutschland -, dass OnlineZeitungen das machen und warum sie das machen.)</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Update:</strong><br />
ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=asVzr84glcE" target="_blank">youttube-vid</a> gefunden, welches ziemlich jede Ecke des Gesamtszenarios an diesem 14. Mai 2009 abbildet:</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=asVzr84glcE">www.youtube.com/watch?v=asVzr84glcE</a></p>
</p>
<p>und noch eines:</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=vDS4isNfU-U">www.youtube.com/watch?v=vDS4isNfU-U</a></p>
</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Empfehlung am Rande:</strong><br />
BlogPost &#8216;<a href="http://www.politwatch.at/stories/nazi-verharmloser-strache/" target="_blank" class="broken_link">Nazi-Verharmloser Strache</a>&#8216; bei <a href="http://www.politwatch.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>PolitWatch</strong></a>, von einem weiteren Gegendemo-Teilnehmer.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_783" class="footnote"><em>No idea</em>, wie sie sich da dann durch die Absperrungen durch hineingeschmuggelt hat &#8230;</li><li id="footnote_1_783" class="footnote">Es ist klar, wer in einer solchen Situation vergleichsweise viel Handlungsspielraum hat, gute Infokanäle und den besten Rechtsschutz bei gleichzeitigem festen und gefassten Vorgehen gegen die Neonazis. Das sind nun mal die Grünen.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/' rel='bookmark' title='genug ist schon lang. ich bin dabei.'>genug ist schon lang. ich bin dabei.</a></li>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>SoZi 19&#124;09: Die Gruppe</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 10:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus einem Buch, welches ich persönlich gerne zum Klassiker erheben möchtete; und das ich noch lieber als Pflichtprogramm sähe für StudentInnen der Soziologie, aber auch weiterer Sozialwissenschaften ebenso wie für in Wirklichkeit sowieso alle. Ein Buch, das z.B. einen perfekten Einstieg in sozialwissenschaftliches Wissen für Jugendliche bieten würde. Sagen wir vielleicht &#8216;Schulstufe 6&#8242;: Die soziale [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einem Buch, welches ich persönlich gerne zum Klassiker erheben möchtete; und das ich noch lieber als Pflichtprogramm sähe für StudentInnen der Soziologie, aber auch weiterer Sozialwissenschaften ebenso wie für in Wirklichkeit sowieso alle. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ein Buch, das z.B. einen perfekten Einstieg in sozialwissenschaftliches Wissen für Jugendliche bieten würde.</p>
<p>Sagen wir vielleicht &#8216;Schulstufe 6&#8242;:<br />
<strong>Die soziale Gruppe und Gruppenverbände</strong><br />
<em>Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</em></p>
<p>Ach ja! Und dieses SoZi – mit verspätetem Erscheinungstermin <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  – hat übrigens kurzfristig und aus gegebenen Anlass ein anderes, ursprünglich hier vorgesehenes verdrängt. Der Anlass:<br />
die in der Blogosphäre, auf <a href="http://twitter.com/#search?q=%23GruneVW" target="_blank">Twitter</a> und also allgemein in web2.0-Strukturen geführten <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/" target="_blank" class="broken_link">Diskussionen(?)</a> rund um die &#8220;<a href="http://www.gruenevorwahlen.at/" target="_blank" class="broken_link">Grüne Vorwahlen</a>&#8220;-Initiative.</p>
<p>Ein Lehrbeispiel von Zwangsprozessen (siehe unten)<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/#footnote_0_757" id="identifier_0_757" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8230; und freilich ist da mehr, und vl. auch ein weiteres Sonntagszitat n&auml;chste Woche zu Orientierungs- und Bezugsgruppen, vl. irgendwann zu Gruppen zweiter Ordnung.">1</a></sup>, also solchen, die in der sozialen Formierung unumgänglich sind, was nicht das &#8220;<em>wie</em>&#8221; sondern das &#8220;<em>dass</em>&#8221; meint. Dass mir das &#8220;wie&#8221; nicht sonderlich sympathisch ist, mag ich nicht mehr verhehlen und hab das auch hier <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/#comment-5251" target="_blank" class="broken_link">zuletzt kommentiert</a>.</p>
<p>Ob ich die letzte Nacht gemachten 3seitigen Notizen noch Online stelle, dazu geben ich mir sicherheitshalber noch ne weitere Nacht Bedenkzeit. Hier jetzt einfach das SoZi zur Woche:</p>
<p><span id="more-757"></span></p>
<blockquote><p><strong>1. Kleine Gruppen als &#8220;Russelsche Strukturen&#8221;</strong><br />
Kleine Gruppen, d.h. soziale Formationen von mehreren bis ca. 25 Menschen, treten als vororganisierte Zwangsgruppen oder sich organisierende freie Gruppen, d.h. als &#8220;strukturiert&#8221; auf: Sie werden zu &#8220;Strukturen&#8221; geformt oder formen sich zu &#8220;Strukturen&#8221;. Struktur meint dabei einen geregelten Aufbau, der im &#8220;Funktionieren&#8221; der Gruppe zum Ausdruck kommt. So glauben wir meistens eine &#8220;Familie&#8221; zu erkennen, wenn wir zwei gegengeschlechtliche Erwachsene mit zwei &#8220;Kindern&#8221; sehen; auf der Straße marschierende Reihen Uniformierter werden als militärische oder paramilitärische Gruppe identifiziert. Was sehen wir aber &#8220;eigentlich&#8221;? Wir sehen einzelne Menschen, sozusagen &#8220;Elemente&#8221; einer sich abzeichnenden sozialen Formation, die als solche Elemente auf einen bestimmten Zusammenhang (der in unserer Kultur bekannt ist) verweisen. [..]<br />
Dieser &#8220;Zusammenhang&#8221; ist, soziologisch angesprochen, nichts anderes als &#8220;verbindliche Verhaltensanweisung&#8221; (Norm). Setzt man hierfür &#8220;Syntax&#8221; (Zusammenordnung von Wörtern, Bedeutungsbestandteilen, Teilen, Verhaltensweisen) so ergibt sich, daß wir &#8220;Gruppen&#8221; identifizieren, indem wir in ihnen <em>Elemente </em>erkennen, die nach einer bestimmten <em>Syntax</em> zueinandergeordnet sind, das heißt bei Menschen: sich ihr – unfreiwillig oder freiwillig – unterwerfen. [..]<br />
Damit erkennen wir Gruppen als &#8220;Russelsche Strukturen&#8221;, das heißt Strukturen, die sich über einer Basis bilden, die aus Elemten besteht, die nach einer Syntax angeordnet sind. Oder: Die kleine konkret auftretende Gruppe ist <em>eine </em>Variante begrenzter <em>Möglichkeiten</em>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/#footnote_1_757" id="identifier_1_757" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie &uuml;brigens alle weiteren gr&ouml;&szlig;eren sozialen Verb&auml;nde bis zum &amp;#8220;Staat&amp;#8221; hinauf.">2</a></sup></p>
<p><strong>2. Weitere formierende Faktoren</strong><br />
Eingelagert in diejenigen Lebensformen und Verhaltensprozesse, die von der gesellschaftlich bestimmten, oft kulturell vorgegebenen Basis  (Elemente und Syntax) sich typisch ableiten lassen, sind Prozesse mit einem gewissen Zwangscharakter. [..]</p>
<p><strong>Zwang zur Selbstdarstellung</strong><br />
[..] Die Selbstdarstellung – als ein Zwang für alle Mitglieder einer Gruppe – ist konstituierend oder kennzeichnend für den Druck, den Gruppenbildung auf die Beteiligten ausübt und ausüben wird: den Druck in Richtung auf eine Homogenisierung auf mittlerem Niveau. [..]</p>
<p><strong>Zwang, den anderen registrieren zu müssen</strong><br />
[..] In diesem Klärungsprozess der beteiligten &#8220;Charaktere&#8221; geschieht aber auch notwendig ein Annäherungsprozess. [..] Es muss ein &#8220;Erwartungsgefüge&#8221; entstehen, an dem &#8220;man&#8221; sich gegenseitig orientieren kann. [..]</p>
<p>Zwang zur Bildung eines Binnenselbstverständnisses<br />
[..] Zu dieser gegenseitigen Bestätigung hilft in hervorragendem Maße die Bildung einer &#8220;Gruppensprache&#8221;. [..]</p>
<p><strong>Zwang zur Außendarstellung gegenüber der Umwelt</strong><br />
[..] Am deutlichsten werden mögliche Differenzen zwischen Binnenselbstverständnis und Außendarstellung dort, wo sich Gruppen ihrem Binnenselbstverständnis nach ausdrücklich gegen Normen oder auch &#8220;herrschende&#8221; Werte der Umgebenden Gesellschaft stellen, im Extremfall dagegen zu agieren bereit sind, zum Beisptiel be sogenannten &#8220;konspirativen&#8221; Gruppen. Deren Basis ist besonders klar: Ihre Elemente haben ausschließlich aus eindeutig &#8220;zuverlässigen&#8221;, das heißt hier: ideologisch zuverlässigen, Mitgliedern zu bestehen; auch &#8220;fachlich&#8221; notwendigerscheindende Kompetenzen mitbringende, das heißt besonders in dieser Dimension erwünschte Mitglieder müssen voll und ganz &#8220;auf der Linie&#8221; sein (was zu erheblichen Problemen führen kann). [..]</p>
<p><strong>&#8220;Investitionen&#8221;</strong><br />
[..] Die Selbstdarstellung zur eigenen Integration in eine Zwangsgruppe oder eine freiwilliger gebildete Gruppe ist bereits unter dem Aspekt der Investitionen zu sehen: Schon das bloße Erscheinen bedeutet eine Investition von Zeit, von Entschluß, konkret &#8220;da&#8221; sein, Zeit-daran-Geben, Sprechen, Bleiben, Mitmachen. Investition ist aber auch das – unvermeidliche – Registrieren der anderen, das Sich-mit-ihnen-Beschäftigen, Sie-in-sie-Einordnen, Auf-sie-Eingehen, Sich-zu-ihnen-Abstimmen. Investition erfolgt also gegenseitig. Typisch steigert sich dabei die Investitions<em>intensität</em>, zugleich vermehrt sich auch die Investitions<em>masse</em>. [..]</p>
<p><strong>Realitätsverhältnis</strong><br />
[..] Die Gruppe beginnt eine Grenze um sich zu ziehen, wird konfliktfähig, &#8220;institutionalisiert&#8221; sich. Dieser Vorgang des Sicheinigens auf ein &#8220;Weltbild&#8221; oder eine Weltansicht, welcher Konzentration, Innenstabilisierung/Institutionalisierung, höhere Konfliktfähigkeit, eigene und Gruppenidentität umfaßt, kann mit dem Begriff der &#8220;Insulation&#8221; gekennzeichnet werden. Die sich gegen außen abgrenzende Gruppe entwickelt ihr eigenes Innenklima, das charakteristisch von der Umwelt abweicht, sich gegen sie absetzt. [..]</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens" target="_blank" class="broken_link">Claessens, Dieter</a></strong> (1995 [1977]):<br />
Gruppe und Gruppenverbände. Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_757" class="footnote">&#8230; und freilich ist da mehr, und vl. auch ein weiteres Sonntagszitat nächste Woche zu <em>Orientierungs- und Bezugsgruppen</em>, vl. irgendwann zu Gruppen zweiter Ordnung.</li><li id="footnote_1_757" class="footnote">Wie übrigens alle weiteren größeren sozialen Verbände bis zum &#8220;Staat&#8221; hinauf.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>SoZi 14&#124;09: die zerstreute Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 18:07:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vilém Flusser zur &#8220;Zerstreuung der hergebrachten Gesellschaftsgruppen durch die technischen Bilder&#8221;: 8. STREUEN Die technischen Bilder stehen im Zentrum der Gesellschaft. Aber da sie penetrant sind, scharen sich die Menschen nicht um sie, sondern sie verkriechen sich, jeder in seinem Winkel. Die technischen Bilder werden ausgestrahlt, und an der Spitze eines jeden Strahls sitzt, einsam [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vilém Flusser zur &#8220;Zerstreuung der hergebrachten Gesellschaftsgruppen durch die technischen Bilder&#8221;:</p>
<blockquote><p>8. STREUEN</p>
<p>Die technischen Bilder stehen im Zentrum der Gesellschaft. Aber da sie penetrant sind, scharen sich die Menschen nicht um sie, sondern sie verkriechen sich, jeder in seinem Winkel. Die technischen Bilder werden ausgestrahlt, und an der Spitze eines jeden Strahls sitzt, einsam in die Enge getrieben, ein Empfänger. Auf diese Weise zerstreuen die technischen Bilder die Gesellschaft zu Körnern. Jedes technische Bild wird als Endpunkt eines Strahls, als ein »Terminal« empfangen. Daher bildet die zerstreute Gesellschaft keinen amorphen Sandhaufen, sondern ihre Körner verteilen sich nach der Struktur der von den Zentren ausgehenden Strahlen.<br />
Diese Strahlen (die Kanäle, die Medien) strukturieren die Gesellschaft, etwa wie ein Magnet um sich herum Eisenspäne strukturiert. Die von der magnetischen Faszination der technischen Bilder zerstreute Gesellschaft ist wohl strukturiert, und eine Analyse der Medien bringt diese Struktur zutage. Die Medien bilden von den Zentren, den Sendern, ausgestrahlte Bündel. »Bündel heißen lateinisch »fasces«. Die Struktur der von technischen Bildern beherrschten Gesellschaft ist demnach fascistisch, und zwar ist sie faszistisch nicht aus irgenwelchen ideologischen, sondern aus »technischen« Gründen. So wie die technischen Bilder gegenwärtig geschalten sind führen sie »von selbst« zu einer fascistischen Gesellschaft.</p></blockquote>
<p><span id="more-633"></span>Wat der aldde <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/06/der-mensch-ist-die-ideologie-fur-die-unmenschlichkeit/" target="_blank">Adorno</a> wohl zu der Analyse erwidert hätte?</p>
<blockquote><p>Diese Gesellschaftsstruktur taucht erst seit wenigen Jahrzehnten empor, und sie bricht dabei durch die vorangegangenen Gesellschaftsstrukturen, wie etwa ein Unterseeboot durch eine Eisdecke hindurch emportaucht. Die vorangegangenen zwischenmenschlichen Gesellschaftsgruppen fallen bei desem Durchbruch zu allen Seiten hin auseinander und zerbröckeln. Familie, Volk, Klasse zerbersten zu Schollen.<br />
Und es ist bezeichnend für die meisten Soziologen und Kulturkritiker, daß sie sich fün den Zerfall der hergebrachten Gesellschaftsstruktur mehr interessieren als für das Emportauchen der neuen; daß sie mehr auf das Krachen des Eises als auf das emportauchende Unterseeboot achten. Daher sprechen sie von einem Verfall der Gesellschaft, statt von der neuen Gesellschaft zu sprechen. Sie kritisieren die zerfallenden Strukturen, anstatt die neuen zu kritisieren. An der Familie etwa kritisieren sie den phallokratischen Machismus, am Volk den Chauvinismus, an der Klasse den Kampf zwischen Klassen; sie kicken tote Pferde.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong><a href="http://www.flusser-archive.org/" target="_blank" class="broken_link">Flusser, Vilém</a></strong> (2000 [1985]):<br />
Ins Universum der technischen Bilder; S. 68-69</p>
<p>Soviel die erste Seite des Kapitels 8. Jaja, das ist was für die <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/09/die-form-der-unruhe/" target="_blank">form der unruhe</a>.<br />
Es geht amüsant weiter, vl. auch hier im Kellerabteil mit dem nächsten <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi der Woche</a> 15 &#8230;</p>
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		<title>Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 21:55:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[that&#8217;s why: Wir zahlen nicht für eure Krise! Denn warum sollte hier nicht auch das Verursacherprinzip gelten?1 Und während die Massenmedien halbtäglich die Aussendungen eines Vereins mit gerade mal 3.500 Mitgliedern in den scheinbar öffentlichen Raum verbreiten, gehen Zehntausend aus verschiedenen, gesellschaftspolitisch wichtigeren Vereinen in den öffentlichen Raum demonstrieren. Freilich, wenn Vereine wie attac und [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>that&#8217;s why:  <strong><em>Wir zahlen nicht für eure Krise</em></strong>!<br />
Denn <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/sollte-nicht-eigentlich-das-verursacherprinzip-gelten/" target="_blank">warum sollte hier nicht auch das Verursacherprinzip gelten</a>?<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/#footnote_0_596" id="identifier_0_596" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="klar, &amp;#8216;wir&amp;#8217; m&uuml;ssen die Krise so oder so zahlen und &amp;#8216;wir&amp;#8217; werden noch eine gute Zeit des &amp;#8216;Lebens in und mit der Depression&amp;#8216; brauchen &amp;#8211; inklusive der Sozialisierung der Verluste und Risiken -, bis &amp;#8216;wir&amp;#8217;, dh. nennenswerte Segmente der Gesellschaft ernsthaft zu wehren beginnen. I know, I know.">1</a></sup></p>
<p>Und während die Massenmedien halbtäglich die <a href="http://news.google.at/news?q=industriellenvereinigung&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;hl=de&amp;tab=wn" target="_blank">Aussendungen eines Vereins mit gerade mal 3.500 Mitgliedern in den scheinbar öffentlichen Raum verbreiten</a>, gehen Zehntausend aus verschiedenen, gesellschaftspolitisch wichtigeren Vereinen in den öffentlichen Raum demonstrieren.<br />
Freilich, wenn Vereine wie <em><a href="http://www.attac.at/" target="_blank" class="broken_link">attac</a></em> und <em><a href="http://www.greenpeace.at/" target="_blank" class="broken_link">greenpeace</a></em> und <em>global 2000</em> und <em>die grünen</em> und die <em>Gewerkschaften</em> <a href="http://www.28maerz.at/index.php?id=buendnis" target="_blank" class="broken_link"><strong>et cetera et cetera et cetera</strong></a> am <a href="http://www.28maerz.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>28. März</strong></a> zu einer Demo aufrufen, dann ist das den unabhängigen, den ausgewogenen, den privaten und den öffentlich-rechtlichen Massenmedien kaum eine bis keine Meldung wert.</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: right;">[<a href="http://www.flickr.com/photos/kellerabteil/sets/72157616041039958/" target="_blank">fotoalbum auf flickr</a>]</p>
<p>Klar, die 3.500 Mitglieder der Industriellenvereinigung haben &#8211; wahrscheinlich jedes Mitglied für sich &#8211; mehr Kapital zur freien Verfügung als alle an der Demo beteiligten Vereine und deren Mitglieder zusammen.</p>
<p><span id="more-596"></span>Umgekehrt, da das Thema ja Krise ist &#8211; <em>Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Krise im Allgemeinen, Krise des Kapitalismus</em> -, sollte da nicht wenigstens die Kompetenz doch etwas zählen, wenn es darum geht, ob die unabhängig sich nennenden Nachrichtenredaktionen der Massenmedien:<br />
von den Aussendungen der IV <em>schon</em>,<br />
von der Demo der Betroffenen aber <em>nicht</em> berichten?</p>
<p><strong>Wer hat jetzt recht gehabt?</strong><br />
Legen wir die Messlatte &#8220;Kompetenz&#8221; an, dh. volkswirtschaftliche Kompetenz, so liegt die Sache klar auf der Hand. Der Kurs der IV hat dieses Land, so wie der analoge Kurs anderswo andere Länder, in die Krise geführt. <em>Dank an der Stelle der Regierung Schüssel-Bartenstein-KHG für das vollständige Umsetzen des Regierungsprogramms, wie die Industriellenvereinigung es 1999 vorgelegt hat. Das hat die IV nicht unberechtigter Weise immer weiter und immer mehr fordern lassen, da ihren Wünschen gar so förderlich beigegeben wurde.</em><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/#footnote_1_596" id="identifier_1_596" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8230; und vielleicht hat das ja auch die Massenmedien dazu bewogen, schlie&szlig;lich jeden Mapf der IV auf allen Kan&auml;len zu bringen und die Proponenten der IV zu jedem Thema ins Studio und vor das Mikrofon zu laden? Can you hear me, &Ouml;1? Vielleicht steht Michael Csoklich gar nicht im Sold der IV oder ist in Bernhard Felderer und jeden K&auml;rntner Bonzen mit Namen Veit verliebt sondern glaubt nur ehrlich, wer mit nur 3.500 Vereinsmitgliedern die Politik &Ouml;sterreichs so nachhaltig bestimmen darf, der muss einfach &amp;#8230; &auml;hem &amp;#8230; gut sein?">2</a></sup><br />
Umgekehrt haben sich die Kernaussagen von Greenpeace, von Global 2000, von attac doch mittlerweile allgemein als im Grunde richtig erwiesen und sind durch die laufenden Entwicklungen auch belegt.</p>
<p>Sollte ein rational denkender Mensch da nicht endlich schlussfolgern, dass die IV in die Wüste geschickt und den Volkswirtschaftler der NGO&#8217;s das Mikro in die Hand gedrückt gehört? <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Update</strong><br />
&#8230; hier gibt es einige weitere Fotos (klick):</p>
<p><a href="http://rsy.akis.at/gallerie_krise/index.php" target="_blank" class="broken_link"><img class="aligncenter" style="width: 500px; height: 165px;" title="Attac Demo" src="/images/wir zahlen nicht fuer eure krise.jpg" alt="" width="500" height="165" /></a></p>
<p>&#8230; und zwei wunderbare flickr-Alben mit tollen Bilder gibt es zu dem via <strong><a href="http://belvederegasse.wordpress.com/2009/03/29/wir-bezahlen-nicht-fur-eure-krise/" target="_blank"><strong>Belvederegasse-Blog</strong></a></strong> und <strong><a href="http://bildungsabteilung.wordpress.com/2009/03/29/demo-wir-zahlen-nicht-fur-die-krise-des-neoliberalismus/" target="_blank"><strong>Bildungsblog der GPA-djp</strong></a></strong>!</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_596" class="footnote">klar, &#8216;wir&#8217; müssen die Krise so oder so zahlen und &#8216;wir&#8217; werden noch eine gute Zeit des &#8216;<strong>Lebens in und mit der Depression</strong>&#8216; brauchen &#8211; inklusive der Sozialisierung der Verluste und Risiken -, bis &#8216;wir&#8217;, dh. nennenswerte Segmente der Gesellschaft ernsthaft zu wehren beginnen. I know, I know.</li><li id="footnote_1_596" class="footnote">&#8230; und vielleicht hat das ja auch die Massenmedien dazu bewogen, schließlich jeden Mapf der IV auf allen Kanälen zu bringen und die Proponenten der IV zu jedem Thema ins Studio und vor das Mikrofon zu laden? Can you hear me, Ö1? Vielleicht steht Michael Csoklich gar nicht im Sold der IV oder ist in Bernhard Felderer und jeden Kärntner Bonzen mit Namen Veit verliebt sondern glaubt nur ehrlich, wer mit nur 3.500 Vereinsmitgliedern die Politik Österreichs so nachhaltig bestimmen darf, der muss einfach &#8230; ähem &#8230; gut sein?</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<title>Presentation at the &#8216;global UNIon&#8217; conference</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 15:07:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute, am 5. März darf ich auf der Folge-Konferenz &#8216;Web2.0 and Online Rights&#8216; der Uni Europa p&#038;ms einen Vortrag halten; morgen werde ich dann eines von zwei Workshops auf dieser Konferenz leiten. Hier ist die PowerPoint-Präsentation zum Vortrag, der jetzt gleich mal beginnt: Web2.0 Presentation for global UNIon Infos zum Konferenzthema, zu den &#8220;Online Rights&#8221;, [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am 5. März darf ich auf der Folge-Konferenz &#8216;<a href="http://www.uniglobalunion.org/Apps/iportal.nsf/pages/20090205_yffuEn" target="_blank" class="broken_link">Web2.0 and Online Rights</a>&#8216; der <em><strong><a href="http://www.uniglobalunion.org/Apps/iportal.nsf/pages/20090205_yffuEn" target="_blank" class="broken_link">Uni Europa p&#038;ms</a></strong></em> einen Vortrag halten; morgen werde ich dann eines von zwei Workshops auf dieser Konferenz leiten.</p>
<p>Hier ist die PowerPoint-Präsentation zum Vortrag, der jetzt gleich mal beginnt:</p>
<div style="width:425px;text-align:left" id="__ss_1105883"><a style="font:14px Helvetica,Arial,Sans-serif;display:block;margin:12px 0 3px 0;text-decoration:underline;" href="http://www.slideshare.net/kellerabteil/web20-presentation-for-global-union?type=powerpoint" title="Web2.0 Presentation for global UNIon" class="broken_link">Web2.0 Presentation for global UNIon</a></p>
<p><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=web2-0presentationforuni-090305084524-phpapp02&#038;stripped_title=web20-presentation-for-global-union" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=web2-0presentationforuni-090305084524-phpapp02&#038;stripped_title=web20-presentation-for-global-union" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object></div>
<p><span id="more-398"></span>Infos zum Konferenzthema, zu den &#8220;Online Rights&#8221;, zur Organisation etc. und va. natürlich weiterführende Links gibt es hier im <a href="http://onlinerights.wordpress.com/">Online Rights Blog</a>.<br />
(&#8230;, den ich zu Demonstrationszwecken, wie einfach und schnell so etwas zu machen ist, am Ende meines Vortrags und cora publica eingerichtet habe <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  ). </p>
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		<title>notizen zu &#8216;amateure im netz&#8217; buchvorstellung/podiumsdiskussion</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2008/11/notizen-zu-amateure-im-netz-buchvorstellungpodiumsdiskussion/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 10:36:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[@stormgrass hat mir im vorfeld den auftrag erteilt, die definition von &#8216;amateure im netz&#8216;, die bei der veranstaltung im depot-café bemüht würde, mit zu kartographieren. &#8230; und dann zu twittern &#8230; Well. Had me laptop on my knees and happend to hammer down notices all throughout the presentation and following discussion. Can&#8217;t make that into [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://twitter.com/stormgrass" target="_blank"><strong>@stormgrass</strong></a> hat mir im vorfeld den auftrag erteilt,<br />
die definition von &#8216;<a href="http://www.transcript-verlag.de/ts861/ts861l.php" target="_blank" class="broken_link"><em><strong>amateure im netz</strong></em></a>&#8216;,<br />
die bei der veranstaltung im <a href="http://www.depot.or.at/programm.html" target="_blank" class="broken_link"><strong>depot-café</strong></a> bemüht würde,<br />
mit zu kartographieren.</p>
<p>&#8230; und dann zu twittern &#8230;</p>
<p>Well. Had me laptop on my knees and happend to hammer down notices all throughout the presentation and following discussion. Can&#8217;t make that into 140 characters.<br />
I was pissed of. Only the last 15 minutes made any sense and had me calmed down.</p>
<p>funny thing, this may have been the first such event, where I didn&#8217;t join the discussion. Can&#8217;t keep me mouth shut; normally.<br />
This time, no chance. No idea, where to start, if I had taken the mike. To much on my list of notes &#8230;</p>
<p>&#8230; but that&#8217;s exactly why I now publish my whole remarks here.</p>
<p>So, without further ado, here&#8217;s what I typed down into &#8216;amateure im netz.txt&#8217;. Not edited, not nice. Maybe I&#8217;ll get back to it and will write a little bit more about this evening, the evenings discussion and the dynamic of this talk.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #888888;">&#8212; amateure im netz.txt &#8212;</span></p>
<p><span id="more-214"></span></p>
<blockquote><p>Moderation: Franz Zeller (matrix; Ö1)</p>
<p>einleitend sofort begriff des &#8220;Mitmachwebs&#8221;</p>
<p>Ramón Reichert Vortrag:<br />
Ausgangspunkte des Buches die Beobachtungen:<br />
2003 Wort des Jahres &#8220;Blog&#8221;<br />
2004 Begriff des Web2.0 (O&#8217;Reilly),<br />
dann Rede vom &#8211;&gt; &#8220;Mitmachweb&#8221;;<br />
Time-Mag-Cover (&#8220;You&#8221;)<br />
Keen&#8217;s &#8220;The Cult of the Amateur&#8221;</p>
<p>Arbeitshypothese:<br />
web2.0 ausrufung fällt genau mit wirtschaftlichmachung &#8220;ecommerce&#8221; zusammen<br />
&#8211;&gt; web2.0 steht für e-commerce-teilnahmezwang</p>
<p>paradigmenwechsel von der rezeption zur produktion -&gt; will von startups kommerziell genutzt werden;</p>
<p>(stellt wikipedia &#8220;editwar&#8221; auf ppt vor: und interpretiert dahin gehend, dass &#8220;unser content&#8221; laufend beurteilt, gerankt, beobachtet, &#8230; wird; ständige statistische evaluationen von sozialkontakten)</p>
<p>&#8220;Das neue Mitmachweb&#8221; &#8211;&gt; dann plötzlich &#8220;im Rahmen des P2P-Verfahrens&#8221;;</p>
<p>&#8220;Framing&#8221; durch die Software &#8211;&gt; der social network-seiten (dann wieder blogs, wikis in einen topf mit social media-netzen)</p>
<p>sieht unterschied zwischen web1.0 und web2.0 darin, dass web1.0 unter vorzeichen von anonymisierung und camouflage gestanden hätte und nun alle user &#8220;data mining&#8221; betreiben würden; als würde jedes profil nun pure gläserne personen zeigen.</p>
<p>web2.0: durchdringung von leistungsdenken und leistungsbeurteilungen</p>
<p>ad begriff &#8220;netz&#8221; (netzmetapher): spricht an, dass netz früher negativ (Mafianetz) konnotiert war und innerhalb von 10 jahren zur vorbildmetapher für gesellschaft geworden sei</p>
<p>verortet web2.0 in der überdeterminierten struktur zum konsumkapitalismus/diskurs der selbsttechnologien/selbstmanagement;</p>
<p>wertet 68 lediglich positiv;</p>
<p>selbstbeschreibung/selbstverwirklichung wird zu &#8220;effektiven imagedesign&#8221; (bild der tabellarischen bewertungen/klassifikationen)</p>
<p>vollkommen verblödete überführung in realanwendung: &#8220;veraltete google map; bis man den liebsten gefunden hat, gibt es das haus schon nicht mehr, steht da schon wieder ein neues hochhaus&#8221;</p>
<p>&#8220;amateur&#8221;: content produzierende subjekte &#8211; herabwürdigung, seltsam pauschalisiert, aller subjekte zu dummen idioten, in totaler purheit ausgeliefert gegenüber der datenbankstruktur des web2.0.</p>
<p>spricht &#8220;matching&#8221; an: singles börse (algorithmen) &#8211; glorifizierung der bürgerlichen liebe??? spricht unterschied zw. ö3 community, chat und flirtline mit &#8220;professionellen partnerinst. datenbanken&#8221; an &#8211; will was sagen damit???</p>
<p>um zur elite der netzarbeiter zu gehören, muss man regelmäßig bei wikipedia mitarbeiten und mitabstimmen und ranken;</p>
<p>mythos des autonomen individuuen eine illusion;<br />
schließt dann mit dem gegenteil dessen, was vorgetragen wurde: &#8220;er wolle weder einen fatalismus noch euphorie propagieren, sondern die these aufstellen, dass zwischen diesen polen ambivalente selbsttechnologien stattfinden&#8221;;</p>
<p>mela mikes (radio orange; monochrom):</p>
<p>kritik im buch an mainstream diskussion an web2.0 teilt sie schon, ABER: tagging, rating, klassifikation etc. hat es vorher schon gegeben: fanzines, conventions, &#8230;</p>
<p>wirkt etwas abgestoßen von vortrag und bisheriger diskussion</p>
<p>susanne lummerding (visuelle kulturen des politischen):<br />
typischer universitärer gestus: &#8220;was sie spannend findet&#8221;; da war nichts spannend.</p>
<p>na no na ned &#8211; geschwafel, kein satz zu ende geführt, keine frage formuliert, minutenlang verworren &amp; ha, jetzt sogar schnippischer einwurf von moderation. das hält sie nicht ab, aber gesicht verzogen.</p>
<p>&#8212;&#8211;<br />
denke mir, hey leute: z.B. der klassenverband, dem das &#8220;noch nicht&#8221;-individuum in kindesalter überantwortet wird, ist auch ein höchst gewalttätiger zwangsapparat.<br />
gut, das lässt sich feststellen und das lässt sich ua. so überspitzt zeichnen, dass nur die brutalität des zwangsapparats übrigbleibt.<br />
gleichzeitig ist dieser gewalttätige zwangsapparat die erste und oft wichtigste soziale gruppe, damit sich die &#8220;noch nicht&#8221;-individuen von dem höchstgradig gewalttätigen zwangsapparat der familie lösen können und erst zu individuum werden. ein bißchen durkheim würde den betrachtungen echt nicht schaden.<br />
&#8212;&#8211;</p>
<p>stellt noch einmal web2.0 2004 in eine abfolge mit der konstitualisierung von e-commerce 2002 (2 jahre vorher) &#8211;&gt; &#8220;e-commerce&#8221; die bedingung für die möglichkeit der blogger</p>
<p>abfolgen, die es immer schon gegeben hat und die zyklisch verschiedene bewegungen erzeugen, werden plötzlich ahistorisiert und in eine linearen abfolge eingefroren;</p>
<p>behauptet, dass man früher in einer tabelle widerständig handeln konnte(?), in dem man ein feld ausgelassen hat, während das heute nicht mehr ginge.</p>
<p>referriert in einer fragebeantwortung nochmals andrew keen;</p>
<p>erst in einer späten Fragebeantwortung die &#8211; auch wieder banale &#8211; Schlussfolgerung, dass es um medienkompetenz ginge, um spielerische umgänge, um das changieren zwischen den medienkanälen;</p>
<p>alles in allem ein vortrag und eine diskussion, die der medialen Struktur des vortrags der zynischen vernunft und der ironischen diskussion folgt, ohne diesen blinden fleck zu sehen/zu reflektieren und diesbezgl. widerständig zu handeln;</p>
<p>wikipedia: fall des kollektiven schreibens? oder des kommunikativen schreibens? (kollektives gedächtnis oder kommunikatives gedächtnis)</p>
<p>laufend ideale konstruiert, die in diffuse kollektive oder akteure projeziert werden, um sie mit zynischer vernunft zu dekonstruieren;</p>
<p>träumen vom &#8220;ort der subversion&#8221; ist das träumen &#8220;von der illusion der experten&#8221; bei keen; wo es &#8211; durch web2.0 strukturalistät &#8211; um laufende entgrenzung und verschiebungen/neusetzungen von grenzen geht, ist die suche nach einem &#8220;ort der subversion&#8221; lustig absurd;</p>
<p>gegen ende die eröffnung, dass es ihm nicht darum ginge, amateure abzuwerten sondern im gegenteil aufzuwerten;<br />
&#8220;habe mich daher mit dem &#8211; anführungszeichen &#8211; gewöhnlichen user beschäftigt&#8221;;</p>
<p>ad vorgetragenen &#8220;zwängen&#8221;:<br />
für mich sinn gemacht hätte, wenn das vorgetragene strukturiert worden wäre in (1) anthropologische/soziale zwänge, (2) zwänge durch die strukturalität der medienkanäle und (3) ökonomische zwänge; während das ständig durcheinander geworfen wurde (die historizität, die für das buch in anspruch genommen wird, kam im buch gerade nicht durch sondern im gegenteil);<br />
in diesem verhältnis der &#8220;zwänge&#8221;, die ja oftmals na no na ned zwänge sind (, wenn man es dabei belässt, ihre existenz anzuführen), wäre die komplementäre seite der handlungsspielräume anzusprechen gewesen;</p>
<p>angesichts der zentralen funktion, die das thema der identitätskonstruktion für den vortrag hatte, finde ich es ein versäumnis, nur von rationalen kategorien, von content und medienstrukturen zu reden und nicht auf die ästhetische dimension des neuen einzugehen; (identitätskonstruktion = ästhetische ab-, ein-, entgrenzung &#8211;&gt; über die mode)</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
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		<title>Wo is n jetzt die verfickte Pietät?</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 16:20:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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<em>big-time-boost!!</em></p>
<p>War&#8217;s ein Attentat? Und wenn, wer war&#8217;s? <a href="http://www.misik.at/sonstige/die-schonsten-verschworungstheorien-banker-haben-haider-umgebracht.php" target="_blank" class="broken_link">Mossad? Raiffeisen? Die Ostküste?</a></p>
<p>Oder müsste man gut 180km/h mal 1.8 Promille (das treibt den <em>Evil Knievel-Quotienten</em> auf stolze 330) bei einem 58jährigen Pensionsberechtigten eher Selbstmord nennen?</p>
<p>Wie ist der Verunglückte posthum zu würdigen?</p>
<p>Hab ich in meinem Posting, Kommentar oder Blogartikel auch sicher irgendwie die Notwendigkeit der Pietät eingebaut?</p>
<p>Hab ich eh nicht vergessen, der Familie des Verunglückten in jedem hintersten Eck von <a href="http://de.search.wordpress.com/?q=haider" target="_blank"><em>wordpress.org</em></a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=haider" target="_blank"><em>twitter</em></a>, <a href="http://derstandard.at/?id=1220460652139" target="_blank"><em>derstandard.at</em></a> und weißgottnochwo meine Anteilnahme zu versichern?<br />
Hey, sie werden&#8217;s sicher lesen und sich freuen!</p>
<p><span id="more-208"></span>Wer hätte das gedacht, das schnucklig-verträumte Österreich, diese Hochburg des morbiden Katholizismus wird überschwemmt von einem ungeheuren Konformitätsdruck zur <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Pietro_Perugino_063.jpg&amp;filetimestamp=20050520074501" target="_blank" class="broken_link"><strong><em>pietas</em></strong></a>. Das Volk der Austriarker konvertiert ein halbes Jahrtausend nach der Gegenreformation zum Pietismus und hebt damit auf einen Schlag seine moralische Überlegenheit in schwindelnde Höhen.<br />
&#8220;<em>Steine und Ächtung!</em>&#8221; für alle, die hierin Bigotterie entdecken. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_redface.gif' alt=':oops:' class='wp-smiley' /> </p>
<h3><strong>Ein Monument für das kollektive Gedächtnis</strong></h3>
<p>Herrschaftszeiten, jetzt ist mal was los.<br />
Wir werden noch in 10 Jahren zurückdenken &#8211; und <em>la massmedia </em>wird zum Anlass sondersenden &#8211; und uns fragen, was ist den da passiert und los gewesen?</p>
<p>Da dastesst sich der &#8216;<a href="http://www.joerghaider.at/" target="_blank" class="broken_link">Karawanken Dr. No</a>&#8216; mit seinem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phaeton" target="_blank" class="broken_link">Phaeton</a> und was passiert? Es gibt ein kollektives Nachholen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland._Ein_Sommerm%C3%A4rchen" target="_blank" class="broken_link">Sommermärchens</a>, das Österreich schon so lange verwehrt blieb. Ein ganz Österreich und alle Menschen erfassendes Event! So wie Deutschland vom Sommermärchen 2006 erfasst wurde und was in Österreich zur Euro leider ausblieb: umfassende Emotionalität!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://flickr.com/photos/neelaa/2868253300/in/photostream/"><img class="alignnone size-full wp-image-546 aligncenter" title="wahlplakat_neelaa2" src="http://electrobabe.files.wordpress.com/2008/09/wahlplakat_neelaa2.jpg?w=500&amp;h=178" alt="" width="500" height="178" /></a></p>
<p style="text-align: right;">(via <a href="http://electrobabe.at/2008/09/24/wahlplakate-mal-anders-teil-2/" target="_blank" class="broken_link">elektrobabe</a>)</p>
<p>Notgedrungen läuft das in Österreich anders als beim deutschen Sommermärchen 2006. Die Welle der Emotionen rollt hier nicht anlässlich einer Fussball-WM. Und was da rollt, das ist nicht glückselige Begeisterung und &#8216;<em>Wir sind Deutschland</em>&#8216;-Emotion.<br />
Aber die Gefühle sind ähnlich tief und aufwühlend. Der kollektive Druck, einzustimmen und die Stimmung nicht zu verderben ist ähnlich hoch. Das Erlebnis der Verbindung mit den anderen, dieses Gefühl des gleichschwingenden Kollektivs, das Wir-Erlebnis, das ist nach dem gleichen Muster gestrickt. Und die mediale Inszenierung und Verstärkung laufen genau gleich ab.</p>
<p>Freilich, das ist Österreich. Mit Fussball ist da kein großes Wir-Gefühl zustande zu bringen. Und wenn &#8220;Österreich&#8221; mal Literaturnobelpreisträgerin wird, also das geht in einer Gartenzwergrepublik gar nicht; bzw. nach hinten los.<br />
Aber kleine Nationen haben einen großen Hang zur Tragik. Österreich hat eine Tradition des Morbiden. Und auch abseits dieses Mythos, der Tod und das Todengedenken hat immer schon und überall eine zentrale Rolle in der <a href="http://www.amazon.de/Das-kulturelle-Ged%C3%A4chtnis-Jan-Assmann/dp/3406421075" target="_blank"><em><strong>Organisation des kulturellen Gedächtnisses</strong></em></a> gespielt.</p>
<p>Und darum geht&#8217;s hier ja wohl. Nicht um den Volkstribun, nicht um seine Fett&#8217;n und seine Phaeton, nicht um ein Vermächtnis, das dem tatsächlichen Leben und Wirken des Verunfallten zu tun hätte, sondern um das Vermächtnis, das jetzt gestrickt wird.</p>
<p>Das ist eine große Sache. Jede und jeder kann mitmachen. Und in 10 Jahren zurückdenken und sagen, ich war dabei. Damals, als der Haider sich da&#8217;stessn hat und was los war in Österreich.</p>
<h3><strong>Die Identifikation mit dem Happening</strong></h3>
<p>In den letzten Tagen häufen sich wenigstens die geäußerten Verstörungen über die Ausmaße, die das annimmt. Der österreichische Altweibersommertraum, so zu sagen. &#8216;<strong><em>Wir sind Jörgi</em></strong>&#8216;.</p>
<p>&#8216;<em>Jörg</em>&#8216; war ja immer schon eine Marke, das heißt bald nach 1986. Aber jetzt wo Jörg selber nicht mehr an der Marke basteln kann, jetzt gehört sie anderen und wird noch viel größer. &#8216;<em>Jörg</em>&#8216;: das ist &#8220;unser Lebensmensch&#8221;. &#8216;<em>Jörg</em>&#8216;: das unvergleichliche Talent, der Veränderer von Österreich, der Kämpfer gegen den Proporz, die Etablierten und die große Koalition. (Humbug zwar, aber wen kümmert das. Coca Cola hat ja auch nichts mit &#8220;Freiheit&#8221; zu tun und wird erfolgreich damit konnotiert.)</p>
<p>Vor allem muss &#8216;<em>Jörg</em>&#8216; groß gewesen sein, weil wie wäre sonst das alles zu erklären, was da jetzt an kollektiver Ergriffenheit abgeht.</p>
<blockquote><p><a href="http://www.social-innovation.org/?p=804" target="_blank" class="broken_link">Die Reaktion auf Haiders Tod ist ein soziales Phänomen, das wir analysieren müssen. Diese Hysterie ist eine Warnung. Ihre Gefühlswucht macht im ersten Moment nachgerade fassungslos. [...] Zweierlei ist denkbar. Entweder es gibt eine Identifikation mit dem Angreifer. So erklärt die Psychoanalyse die paradoxe Sympathie, die Opfer von Gewalt mitunter für die Täter fühlen. Das scheint fraglich, denn Basis dieses Mechanismus ist ein Gefühl großer Ohnmacht, die im Fall der Kritik an Haider nicht gegeben war.</a></p></blockquote>
<p>Nope, ich hab da einen anderen Zugang, einen anderen Erklärungsansatz. Siehe oben, Stichwort &#8216;<em>Sommermärcheneuphorie</em>&#8216; bzw. &#8216;<em>Altweibersommertrauerspiel</em>&#8216;.</p>
<p>Um das, was da abgeht zu verstehen, braucht es keine Analyse der Marke &#8216;<em>Jörg</em>&#8216; und auch keine Psychoanalyse der österreichischen Seele. Das aktuell stattfindende Happening hat vor allem nicht viel damit zu tun, was der &#8216;<em>Jörg</em>&#8216; irgendwelchen Menschen bedeutet hat. (Klar, das spielt wohl mit, reicht aber als Erklärung nicht aus.)<br />
Es hat viel mehr mit der Dynamik des Happenings selbst zu tun, mit der Eigendynamik der kollektiven Betroffenheitswelle.</p>
<h3><strong>Betroffenheitswelle lädt zum Surfen ein</strong></h3>
<p>Wie sonst ließe sich erklären, dass seit letzter Woche marodierende Horden von SurferInnen durch das WWW ziehen und herumsuchen, um Orte ausfindig zu machen, wo irgendetwas über des &#8216;<em>Jörg</em>&#8216; Tod geschrieben steht?<br />
Diese Suche hat nichts mit der eigenen Betroffenheit zu tun, sondern mit der Sehnsucht nach dem großen Ereignis in der eigenen kleinen Welt. Mit jedem Satz,</p>
<blockquote><p>unsere Gedanken haben bei der Familie und der Mutter zu sein</p></blockquote>
<p>und mit jeder gelesen Forderung nach Pietät steigert sich das Gefühl der Wichtigkeit des Ereignisses. Und es steigert sich das Gefühl, dass man jetzt selbst irgendwo Pietät einfordern kann. Moral einfordern. Andere kontrollieren. Wichtig sein. Lust an der strukturellen Gewalt haben, die da durch eine absurde Konvention immer mehr und ins Absurde aufgebaut wird.</p>
<p><em>Hehe, da soll nur wer was falsches schreiben, dann poste ich die Pietätskeule. Na warte nur</em>. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_twisted.gif' alt=':twisted:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Und weiter durchs WWW gesurft, es ist was los. Man muss der Familie das Beileid aussprechen und kontrollieren, ob alle der Familie das Beileid aussprechen.<br />
So war s ja immer schon. Als Douglas Adams gestorben ist, da ist im Netz überall seiner Familie gedacht worden. Als der Sinowatz Fredi von uns gegangen ist, haben wir nicht alle seinen Angehörigen gedacht? Nachdem vorgestern an zwei Stellen im 2. Bezirk an verschiedenen Stellen RadfahrerInnen von LKW&#8217;s niedergerollt wurden, haben da nicht auch alle geschrieben und gepostet, was für ein tragischer Unfall das nicht jeweils war?</p>
<p>Pietät in die letzten Ritzen eines alpinen WWWs zu schreien<br />
und alles nach Verstößen gegen die Pietätsordnung zu durchsuchen<br />
und drohend Ergriffenheit einfordern<br />
&#8230; aaaaahhhh &#8230; <em><strong>was für Hampelmänner</strong></em> <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_lol.gif' alt=':lol:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>alors, ich muss jetzt. Muss aufhören und wieder durch&#8217;s <em>WWW</em> streifen. Auf der Pirsch nach <a href="http://www.freeguestbooks.net/mg/multi.pl?33452" target="_blank" class="broken_link"><strong>Pietätsordnungsverletzern</strong></a>. Abmahnen. Abmahnen. Abmahnen.</p>
<p>Hier übrigens der &#8211; wie ich finde &#8211; beste Beitrag zur Trauerbewältigung so far:</p>
<div style="text-align: center;"><a href="http://de.youtube.com/watch?v=eYGrVTJkS_s" target="_blank"><img src="/images/bassena.png" alt="Ein Volk trauert um seinen Führer" /></a></div>
<p>&#8230; und nachdem der tragisch sich dastessen habende, abgetretene Volkstribun nun dem Ulrichsberge übergeben wurde, lasst uns Mut fassen und im Gedenken fröhlich sein.</p>
<p>dem Andenken gewidmet. &amp; welche Weise könnte hier passender sein:</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=gViaOYgV8yI">www.youtube.com/watch?v=gViaOYgV8yI</a></p>
</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>ps:</strong> Ich habe mich selbst aufrichtig befragt. Ja, ich wäre auch pietätvoll gewesen. Pietät sehe ich als etwas, das sich nur in konkreten Handlungen gegenüber konkreten Menschen im direkten Kontakt ausdrücken kann.</p>
<p>Und ja, wäre mir des Haider Jörgs Mutter in den letzten Tagen über den Weg gelaufen, ich hätte es mir verbissen, Sie zu fragen, was ihr denn so gefallen hat an der Nazizeit.<br />
Das hätte ich mir dieser Tage aus Pietät verbissen, obwohl ich sie das früher schon gefragt hätte, hätten wir uns getroffen.<br />
Ja, das ist Pietät.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>pps:</strong></p>
<h3 style="text-align: center;"><span style="color: #003300;"><strong>Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen, Pietät einfordernden Postings sieht sich das Kellerabteil gezwungen, zu diesem Artikel ausnahmsweise die Kommentarfunktion zu deaktivieren.</strong></span></h3>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
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