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	<title>kellerabteil 2.0 &#187; medienkritik</title>
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	<description>notizen gegen die unaufhaltbarkeit des bewusstseinsstroms</description>
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		<title>G&#8217;scheit Reden Termine</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 18:21:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Letzte Woche Berlin zur Buchvorstellung im Kulturzentrum Südblock in Kreuzberg, das war nett. Ging alles so schnell nach dem #sbsmCamp, dass sich Ankündigung und Vorbereitung kaum ausgegangen sind. Am Tag nach Berlin beim Workshop dann schon gemerkt, dass etwas mit dem Rachen und Hals nicht stimmt. Seit dem liegen, Tee trinken und schwitzen. Die Nachbearbeitung [...]
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/05/informations-dienst-zur-verbreitung-unterbliebener-nachrichten/' rel='bookmark' title='Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten'>Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/' rel='bookmark' title='beim s.w.i.r. zu &#8230;'>beim s.w.i.r. zu &#8230;</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche Berlin zur <a href="http://www.bildungswerk-boell.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=10520" target="_blank" class="broken_link">Buchvorstellung im Kulturzentrum Südblock</a> in Kreuzberg, das war nett. Ging alles so schnell nach dem <a href="http://camp.sozialebewegungen.org" target="_blank" class="broken_link">#sbsmCamp</a>, dass sich Ankündigung und Vorbereitung kaum ausgegangen sind. Am Tag nach Berlin beim Workshop dann schon gemerkt, dass etwas mit dem Rachen und Hals nicht stimmt. Seit dem liegen, Tee trinken und schwitzen. Die Nachbearbeitung des Camps muss warten. Ein paar <a href="http://tv.sozialebewegungen.org/kategorie/audio/" target="_blank" class="broken_link">Radio-Interviews</a>, die noch vor oder am Camp selbst entstanden sind, die sind am <a href="http://tv.sozialebewegungen.org/" target="_blank" class="broken_link">#sbsmTV-Blog</a> schon online.</p>
<p>Während ich in Berlin war, ist in der <a href="http://www.jungewelt.de/" target="_blank" class="broken_link">Jungen Welt</a> eine <strong><a href="http://redblog.twoday.net/stories/49607528/" target="_blank" class="broken_link">Rezension von Jonas</a></strong> erschienen, dessen <strong><a href="http://redblog.twoday.net/" target="_blank" class="broken_link">redblog</a></strong> es seit 2006 gibt und das ich schon lange verfolge. Gestern ist ein <strong><a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/thema/2877061/person-kann-andere-nicht-aktivieren.story" target="_blank">Interview in der Kleinen Zeitung</a></strong> erschienen, am Telefon schon etwas fiebrig gekrächzt und paraphrasiert zum Nachlesen. Sehr schön mit Bild vom <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2011/10/30/der-zweite-sbsmtaalk-im-zeichen-der-bewegung/" target="_blank" class="broken_link">zweiten #sbsmTaalk</a>.</p>
<p><span id="more-1678"></span></p>
<p><a target="_blank" href="http://www.jungewelt.de/2011/11-07/014.php" class="broken_link"><img class="aligncenter" title="Rezension von Jonas Pohle in der Jungen Welt" src="http://farm7.static.flickr.com/6238/6347375981_615b7293cd.jpg" alt="" width="500" height="357" /></a></p>
<p>Am Freitag geht es wieder nach Frankfurt. So <a href="http://www.kellerabteil.org/2010/10/herbsttermine-buchankundigung/" target="_blank">wie letztes Jahr</a> zur regionalen <strong><a href="http://www.linke-journalisten.de/" target="_blank" class="broken_link">LIMA</a></strong>, zu linken Medienakademie in Hessen, diesmal nicht workshoppened sondern das Eingangsreferat haltend sowie zum Abschluss noch bei der Podiumsdiskussion mitdebattierend. Und so wie vor einem Monat zur Frankfurter Buchmesse. Von letzterer schnellen und hektischen Stippvisite ist gestern vom Verlag ein YouTube Vid online gegangen. Erschreckend wie schnell ich da rede <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' /> </p>
<h4>#fbm11 aka Frankfurter Buchmesse</h4>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=5bCthBzx7iA&#038;fmt=18">www.youtube.com/watch?v=5bCthBzx7iA</a></p>
<h4>Linke Medienakademie, Frankfurt</h4>
<p>Am <strong>Sa, 19. November</strong> also dann wieder bei der LIMA in Frankfurt im Einsatz. Ich freu mich, ua ein paar Gesichter von letztem Jahr wieder zu sehen. Mein Eingangsvortrag hat folgenden Titel und Ankündigung:</p>
<blockquote><p><em><strong>Gegenöffentlichkeit(en) im Umbruch</strong></p>
<p>Der Titel kann in zwei Richtungen gelesen werden. Mit Blick auf Geschichte und Organisationsformen von Gegenöffentlichkeit(en) ist zu bemerken, dass sich Bedingungen und Möglichkeiten rasant ändern und auch erweitern. In unserer gesellschaftlichen Situation des Umbruchs lohnt außerdem die Frage, welche Bedeutung Gegenöffentlichkeit gerade jetzt zukommt. &#8220;Umbruch&#8221; scheint der allgegenwärtige Rahmen zu sein, sowohl für die interne Organisation von Gegenöffentlichkeit als auch für die Gesellschaft, in der wir operieren und Wirkung erzielen wollen.<br />
Gegenöffentlichkeit(en) im Umbruch &#8211; Ein Versuch, die aktuellen Herausforderungen, Potentiale und Risiken zu identifizieren und hier ansetzende Taktiken zu entwerfen.</em></p></blockquote>
<p>Das Programm sieht so aus: </p>
<p style="text-align: center;"><a rel="lightbox" href="http://www.linke-journalisten.de/wp-content/uploads/2011/11/Bildschirmfoto-2011-11-10-um-18.43.33.png" target="_blank" class="broken_link"><img class="aligncenter" title="Programm der regionalen LIMA Hessen, November 2011" src="http://www.linke-journalisten.de/wp-content/uploads/2011/11/Bildschirmfoto-2011-11-10-um-18.43.33.png" alt="Programm der regionalen LIMA Hessen, November 2011" width="474" height="249" /></a></p>
<p>Den Abschluss der zweiten LIMA in Frankfurt bildet dann eine Podiumsdiskussion, weil gerade so g&#8217;scheit im Reden überall, wieder unter meiner Beteiligung.</p>
<h4>Die Stadt ist uns nicht egal</h4>
<p>Am <strong>24. November</strong> darf ich gleich wieder auf ein Podium, diesmal in Wien, bei der <strong><a target="_blank" href="http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/dienststellen/ma18/wiener-planungswerkstatt.html" class="broken_link">Wiener Planungswerkstatt</a></strong>. Diese Einladung hat mich zuerst etwas verwirrt. Dann, nach einem Telefonat mit der Organisatorin, hat sie mich vor allem gefreut. Sie würde nämlich schon länger die Gelegenheit für eine Einladung suchen, weil sie das #sbsm Projekt vor allem in seinem Zugang interessiert. Sie verfolgt die verschiedenen Entwicklungsschritte seit geraumer Zeit und hätte gerne, dass ich von diesem Prozess und der Prozessdokumentation via Social Media als Fallbeispiel für einen partizipativ offenen Prozess berichte. Die Podiumsdiskussion hat den Titel <a href="https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/2011/partizipation/20111124-solidaritaet.html">&#8220;<em>Solidarität neu (er)finden?</em>&#8220;</a> und ist im Programm von <a href="https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/ausstellungen/2011/partizipation/index.html">«<em>Die Stadt ist uns nicht egal</em>»</a> eingebettet.</p>
<h4>RUN AGAINST</h4>
<p>Am <strong>2. Dezember</strong> geht es dann nach Wels. Dort haben ein paar engagierte Personen ein wirklich faszinierendes und eindrucksvolles Programm zusammen gestellt. <a href="http://www.reizend.or.at/run-against/run-against/" target="_blank">«<strong>RUN AGAINST</strong>»</a> geht über vier Tage, von 1. bis 4.12. und «<em>sucht nach Strategien, die das Potential haben, Diskurse über Gerechtigkeit, und damit meinen wir soziale Gerechtigkeit, anzustiften»</em>. Ich darf wieder bei der Podiumsdiskussion «<em><a href="http://www.reizend.or.at/run-against/212--mkh-fabrik/">Protestkultur in Österreich</a></em>» ran, die wunderbar besetzt ist, inkl. Moderator that is. Leider muss ich direkt nach der Podiumsdiskussion noch in der Nacht nach Fürstenfeld weiter, die nächsten eineinhalb Tage wieder workshoppend zu Medienpolitik und -kritik. &#8220;Adventzeit&#8221;, immer schon synonym für hektisch &#8230;</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>now landing: #sbsm</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2011/09/now-landing-sbsm/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 19:59:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mehr als ein jahr arbeit, mit unterbrechungen freilich. Unfreiwillig allerdings. Die arbeit außerdem von 60+ personen. Allen big thx. «Soziale Bewegungen und Social Media», das «Handbuch für den Einsatz von Web 2.0» für politischen Aktivismus ist gedruckt, draußen, erschienen. + thx allen voran aber an Werner Drizhal, Gerhard Bröthaler, Clara Landler &#038; Eva Schörkhuber. Am [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als ein jahr arbeit, mit unterbrechungen freilich. Unfreiwillig allerdings.<br />
Die arbeit außerdem von 60+ personen.<br />
Allen big thx.<br />
«<em>Soziale Bewegungen und Social Media</em>», das «<em>Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</em>» für politischen Aktivismus ist gedruckt, draußen, erschienen.</p>
<p>+ thx allen voran aber an Werner Drizhal, Gerhard Bröthaler, Clara Landler &#038; Eva Schörkhuber.</p>
<p>Am mi, <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2011/09/16/buchpraesentation-und-sbsmtaalk/" target="_blank" class="broken_link">21. sept 2011 findet die buchpräsentation</a> statt. Sie wird per live-stream via www verfolgbar sein und auch aufgezeichnet:  siehe <a href="http://tv.sozialebewegungen.org" class="broken_link">tv.sozialebewegungen.org</a> dazu.</p>
<p>Unten gleich ein überblick, das inhaltsverzeichnis der 32 beiträge, vorher aber noch bildimpressionen. Diaschau.</p>
<p><span id="more-1639"></span></p>
<p style="text-align: center;"><iframe width="450" height="450" src="http://www.flickr.com/slideShow/index.gne?user_id=&tags=sbsm" frameBorder="" scrolling=""></iframe></p>
<h4>Des Handbuchs Inhalt</h4>
<p>Vorwort*</p>
<h3>fallbeispiele</h3>
<p>1. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/annalist/" target="_blank" class="broken_link">annalist blog</a> (anne roth)<br />
2. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/buergerinitiative/" target="_blank" class="broken_link">bürgerinitiative augartenspitz</a> (doris kittler &#038; matthias heckmann)<br />
3. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/stuttgart21/" target="_blank" class="broken_link">fluegel.tv stuttgart</a> (thorsten puttenat &#038; robert schrem)<br />
4. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/unibrennt/" target="_blank" class="broken_link">unibrennt pressearbeit</a> (barbara maier &#038; jakob arnim-ellissen)<br />
5. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/ug02diskussionsarchiv/" target="_blank" class="broken_link">ug02-diskussionsarchiv</a> (florian kraeftner &#038; karl heimberger)<br />
6. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/konflikt/" target="_blank" class="broken_link">arbeitgeber vs. arbeitnehmer im www</a> (lanu et moi)<br />
7. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/betriebsratsblogs/" target="_blank" class="broken_link">betriebsratsblogs &#038; -blogosphäre</a> (kathrin niedermoser &#038; christian pischlöger)<br />
8. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/kirche/" target="_blank" class="broken_link">laienkirche im www</a> (andrea mayer-edoloeyi)<br />
9. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/obama/" target="_blank" class="broken_link">obama&#8217;s grassroots movement</a> (robert misik)<br />
10. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/nachdenkseiten/" target="_blank" class="broken_link">nachdenkseiten</a> (andreas skowronek mit wolfgang lieb)<br />
11. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/hungerlohnpartei/" target="_blank" class="broken_link">hungerlohnpartei</a> (andreas skowronek)<br />
12. <a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/kampagnencheck/" target="_blank" class="broken_link">kampagnencheck</a> (marko zlousic)</p>
<h3>manuals</h3>
<p>a) <strong>strukturen aufbauen</strong><br />
1. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/starter-kit/" target="_blank" class="broken_link">starter-kit</a> (luca hammer)<br />
2. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/verantwortung/" target="_blank" class="broken_link">verantwortung</a> (meinereiner &#038; thomas kreiml)<br />
3. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/be-the-social-media/" target="_blank" class="broken_link">vernetzung</a> (andreas görg &#038; porrporr)<br />
4. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/veranstaltungen/" target="_blank" class="broken_link">veranstaltungen</a> (guido brombach &#038; dieter zirnig)<br />
b) <strong>mit inhalten bespielen</strong><br />
5. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/aktionen/" target="_blank" class="broken_link">aktionen</a> (saskia kaufmann, sebastian wöss &#038; julia hemmelmayr)<br />
6. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/video/" target="_blank" class="broken_link">video</a> (georg schütz &#038; julia hemmelmayr)<br />
7. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/verbreitung/" target="_blank" class="broken_link">verbreitung</a> (michael schmid &#038; phreak 2.0)<br />
8. onlinedemos* (robert harm)<br />
c) <strong>steuern und regeln</strong><br />
9. recherche* (sonja bettel)<br />
10. monitoring* (marko zlousic &#038; phreak 2.0)<br />
11. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/datenschutz/" target="_blank" class="broken_link">datensicherheit</a> (jens proll)<br />
12. <a href="http://manuals.sozialebewegungen.org/abgrenzen/" target="_blank" class="broken_link">privatsphäre</a> (dieter wesp &#038; gudrun debus)</p>
<h3>noborders</h3>
<p>1. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/indymedia/" target="_blank" class="broken_link">medienaktivismus</a> (michel reimon)<br />
2. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/attac/" target="_blank" class="broken_link">kommunikationsgeschichte attac</a> (david walch &#038; kay schulze)<br />
3. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/workersunited/" target="_blank" class="broken_link">workers united</a> (ani degirmencioglu, wolfgang greif &#038; lukas neissl)<br />
4. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/noborders/" target="_blank" class="broken_link">menschenrechtsarbeit</a> (dani &#8216;ubu&#8217; fels, susanne schmidt &#038; porrporr)<br />
5. <a href="http://noborders.sozialebewegungen.org/netzaktivismus/" target="_blank" class="broken_link">engagement für das netz</a> (fatmike182)</p>
<h3>visionen</h3>
<p>1. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/diskurs/" target="_blank" class="broken_link">diskurs 2.0</a> (antje schrupp)<br />
2. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/zivilgesellschaft/" target="_blank" class="broken_link">zivilgesellschaft 2.0</a> (philipp sonderegger)<br />
3. <a href="http://visionen.sozialebewegungen.org/gewerkschaft/" target="_blank" class="broken_link">gewerkschaft 2.0</a> (barbara hackenjos, florian kraeftner, thomas kreiml &#038; isch)</p>
<p>.. und ein making of gibt es im anhang auch noch.</p>
<p>*) noch nicht online</p>
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		</item>
		<item>
		<title>satz zum correctur satz</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2011/08/satz-zum-correctur-satz/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2011/08/satz-zum-correctur-satz/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 10:50:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[freudiges Ereignis]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein satz noch zum buchsatz, dem schon gesetzten, aber noch am satz zu korrigierenden und korrekturzulesenden satz, während das buchsatzdokument bereits am weg in die druckerei ist, weil jene korrektur am satz ja mittlerweile bereits eingesetzt wurde: Ich hatte immer wieder gesetzte kapitel auf scribd hochgeladen und von zeit zu zeit mit aktuelleren pdf&#8217;s des [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein satz noch zum buchsatz, dem schon gesetzten, aber noch am satz zu korrigierenden und korrekturzulesenden satz, während das buchsatzdokument bereits am weg in die druckerei ist, weil jene korrektur am satz ja mittlerweile bereits eingesetzt wurde:</p>
<p>Ich hatte immer wieder gesetzte kapitel auf scribd hochgeladen und von zeit zu zeit mit aktuelleren pdf&#8217;s des buchsatzes ergänzt und später, als ich vom satz nicht mehr einzelne pdf&#8217;s pro kapitel bekommen habe sondern schon einen gesamtbuchsatz, da hab ich die kapitel immer noch in einzelne pdf&#8217;s geteilt und weitere updates hinzugefügt, und jetzt da das alles eigentlich (fast) fertig und abgeschlossen ist, hier die sammlung dieser letztversionen vom korrektursatz, die ich hochgeladen hab:<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2011/08/satz-zum-correctur-satz/#footnote_0_1626" id="identifier_0_1626" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vorwort addier&amp;#8217; ich dann vl zur dokumentation auch noch &amp;#8230;">1</a></sup> <span id="more-1626"></span></p>
<p><script type="text/javascript" charset="utf-8" src="http://s6.scribdassets.com/javascripts/doc_widget/v1.1.js"> </script><br />
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</script></p>
<p>&#8230; und der Dempsey Daddy aka <a href="http://fm4.orf.at/daddyd" target="_blank">DaddyD</a>, der hat seinerzeit seinen <a href="http://fm4.orf.at/stories/1685985/" target="_blank">fm4 webtip dem #sbsm buch &#038; projekt gewidmet</a>, am 9. august:</p>
<p>Und hier bei Robert Lender ist n kurzes und va schnelles email-2-blog interview von mir erschienen, mit der ersten frage zu den entstehungshintergründen zum buch: &#8216;<a href="http://www.robertlender.info/blog/archives/3372-w2atTalk-Hans-Christian-Voigt-zu-sbsm" target="_blank">2atTalk: Hans Christian Voigt zu #sbsm</a>&#8216;.</p>
<p>Derweilen im RL, geht mehr als n jahr am buch-website-camp-cross-media-projekt arbeiten langsam einem ende entgegen, der ganz große vibrierende druck &#038; stress klingt dieser tage bereits etwas ab, der erste therapietermin seit bald 4 monaten ist schon wieder dabei, mich in die knie zu zwingen. Aber eigentlich: fast 4 monate ohne therapie, das war und ist schon ein riesending und wär noch eingangs des dritten therapiejahrs undenk- oder vorstellbar gewesen. Hochsommer s over. In zwei monaten wird auch das #sbsmCamp überlebt sein und dann gibt s erstmals volle unterordnung sowie ganze konzentration auf die therapie. Irgendwann wird denn auch das geschafft sein.<br />
Heute gibt es grillhendl beim Konstantin Eck. Das i want ebenso wie die to do&#8217;s von gestern und heute schauen aber gerade wenig realisierbar aus. Bett ruft &#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1626" class="footnote">Vorwort addier&#8217; ich dann vl zur dokumentation auch noch &#8230;</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2011/09/now-landing-sbsm/' rel='bookmark' title='now landing: #sbsm'>now landing: #sbsm</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/' rel='bookmark' title='beim s.w.i.r. zu &#8230;'>beim s.w.i.r. zu &#8230;</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>facebook essen zeitung auf</title>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 17:20:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das ist schon etwas älter, mir aber im Anschluss an die Diskussion mit den ÖffentlichkeitsarbeiterInnen der GEW wieder eingefallen, die Ö1 Sendung von Sonja Watzka zu Facebook mit ua meinereiner und diesem sagenhaften, atemberaubenden Brüller gleich zu Beginn &#8211; die zweite eingespielte Wortmeldung -, wenn sich da jemand beschwert, er: &#8230; werde mittlerweile sozial ausgegrenzt, [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist schon etwas älter, mir aber im Anschluss an die Diskussion mit den ÖffentlichkeitsarbeiterInnen der GEW wieder eingefallen, die Ö1 Sendung von <a href="http://www.sonjawatzka.at/" class="broken_link">Sonja Watzka</a> zu Facebook mit ua meinereiner und diesem sagenhaften, atemberaubenden Brüller gleich zu Beginn &#8211; die zweite eingespielte Wortmeldung -, wenn sich da jemand beschwert, er:</p>
<blockquote><p>&#8230; <em>werde mittlerweile sozial ausgegrenzt, weil irgendwelche Partyeinladungen nur mehr über Facebook aus&#8217;gschickt werden</em> &#8230;</p></blockquote>
<p>Ich weiß immer noch nicht ob lachen oder wie ne angepisste Kuh schauen <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_eek.gif' alt=':shock:' class='wp-smiley' />  </p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F12574872&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=805027"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F12574872&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=805027" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object></p>
<p><span id="more-1578"></span>Anyway, das wollt ich schon lang x im Kellerabteil verstauen, eigentlicher Anlass war nun mein Vortrag in Essen bei der Tagung der ÖffentlichkeitsarbeiterInnen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Keynote zum Einstieg bette ich hier auch gleich ein, Bilder gab&#8217;s schon <a href="http://www.kellerabteil.org/2011/05/essen-pott/">im letzten Eintrag hier</a> und zu sagen gibt&#8217;s noch: es hat mir sehr getaugt &#8211; wenn auch gesundheitlich ein weiteres mal ziemlich angeschlagen &#8211; diesen Ausschnitt von Gewerkschaftsarbeit zu sehen und ein paar Menschen dort ein wenig kennen zu lernen, die mich recht beeindruckt und motiviert haben.</p>
<p><strong>Die Präsi:</strong> </p>
<p><object style="width:500px;height:300px" ><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v1/IssuuViewer.swf?mode=embed&amp;documentId=110509172122-15fdb4aa5c6c4215a6a78815ca9a2794&amp;docName=input_gew&amp;username=kellerabteil&amp;loadingInfoText=Input%20Social%20Media%20f%C3%BCr%20GEW&amp;showFlipBtn=true&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;viewMode=presentation" /><param name="allowfullscreen" value="true"/><param name="menu" value="false"/><embed src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v1/IssuuViewer.swf" type="application/x-shockwave-flash" style="width:500px;height:300px" flashvars="mode=embed&amp;documentId=110509172122-15fdb4aa5c6c4215a6a78815ca9a2794&amp;docName=input_gew&amp;username=kellerabteil&amp;loadingInfoText=Input%20Social%20Media%20f%C3%BCr%20GEW&amp;showFlipBtn=true&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;viewMode=presentation" allowfullscreen="true" menu="false" /></object></p>
<p><strong>und ein paar Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://fallbeispiele.sozialebewegungen.org/" class="broken_link">Arbeitnehmer-Blogosphäre</a>, der Artikel auf #sbsm</li>
<li><a href="http://ebetriebsrat.wordpress.com/">eBetriebsrat-Blog</a> und die quasi redaktionelle Arbeit an der Blogosphäre, das <a href="http://ebetriebsrat.wordpress.com/2011/04/10/neues-aus-der-blogosphare/">Zusammenstellen von Monatsüberblicken</a> &#8230;</li>
<li>die seltsame, nicht gerade hübsche aber so beliebte <a href="http://seite2.gpa-djp.at" class="broken_link">&#8220;Seite 2.0&#8243; der Gewerkschaft</a> der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier</li>
</ul>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>gefährdete parallelgesellschaften</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 15:39:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[und dann diese in pose geworfenen phrasenziselierer, die gehobenen wochenends-die-welt-kommentierer mit dem scharfen, analytischen blick aus dem ledersofa bis hin in den zitateschatz des schrumpelbürgerlichen bildungskanons: das feuilleton, verbunden durch den in serifenschrift gesetzten universalistischen code &#8216;koloratur über stringenz&#8217; und das statusmerkmal des tons1, sinn im kunsthandwerk distinktionstriefender synthesen &#8230; mannmannmann, mittlerweile glücklich reduziert darauf, [...]
No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>und dann diese in pose geworfenen phrasenziselierer, die gehobenen wochenends-die-welt-kommentierer mit dem scharfen, analytischen blick aus dem ledersofa bis hin in den zitateschatz des schrumpelbürgerlichen bildungskanons: <em>das feuilleton</em>, verbunden durch den in serifenschrift gesetzten universalistischen  code &#8216;koloratur über stringenz&#8217; und das statusmerkmal des tons<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2011/02/gefahrdete-parallelgesellschaften/#footnote_0_1560" id="identifier_0_1560" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="der ton,  der halt nicht f&uuml;r die belletristik oder geisteswissenschaft reicht, die  man selbst gerne abgeben m&ouml;chte und dem immer zuerst die sehnsucht nach  der &uuml;berdeckung dieser stillen sehnsucht anzuh&ouml;ren ist">1</a></sup>, sinn im kunsthandwerk distinktionstriefender synthesen &#8230;<br />
mannmannmann, mittlerweile glücklich reduziert darauf, eine vorderbühnig ausgestellte autistische parallelgesellschaft abzugeben, &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; auch dafür sollten wir dem internet die schuld zuschreiben</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1560" class="footnote">der ton,  der halt nicht für die belletristik oder geisteswissenschaft reicht, die  man selbst gerne abgeben möchte und dem immer zuerst die sehnsucht nach  der überdeckung dieser stillen sehnsucht anzuhören ist</li></ol><p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>people &amp; power</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Feb 2011 12:31:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[wie schon getweetet, ausgezeichnete + lehrreiche 25min doku zu hintergründen, entwicklung, organisationsformen d sozialen bewegung #jan25. yeah, now guess who: www.youtube.com/watch?v=QrNz0dZgqN8 Let’s look at the emerging coalition, in its parts. First, by all accounts, is the April 6 Youth Movement. Leftists, socialists and pro-labor people know that the movement takes its name from April 6, [...]
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/' rel='bookmark' title='beim s.w.i.r. zu &#8230;'>beim s.w.i.r. zu &#8230;</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wie schon <a href="http://twitter.com/#!/sozBewegungen/status/36400082332942336">getweetet</a>, ausgezeichnete + <a href="http://english.aljazeera.net/programmes/peopleandpower/2011/02/201128145549829916.html" class="broken_link">lehrreiche 25min doku</a> zu hintergründen, entwicklung, organisationsformen d sozialen bewegung #jan25.</p>
<p>yeah, now guess who:</p>
<p align="center">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=QrNz0dZgqN8&#038;fmt=18">www.youtube.com/watch?v=QrNz0dZgqN8</a></p>
</p>
<p><span id="more-1544"></span></p>
<blockquote><p><em>Let’s look at the emerging coalition, in its parts.</em></p>
<p><em>First, by all accounts, is the April 6 Youth Movement. Leftists, socialists and pro-labor people know that the movement takes its name from April 6, 2008, when a series of strikes and labor actions by textile workers in Mahalla led to a growing general strike by workers and residents and then, on April 6, faced a brutal crackdown by security forces. A second, allied movement of young Egyptians developed in response to the killing by police of Khaled Said, a university graduate, in Alexandria. Both the April 6 group and another group, called We Are All Khaled Said, built networks through Facebook, and according to one account the April 6 group has more than 80,000 members on Facebook. The two groups, which work together, are nearly entirely secular, pro-labor and support the overthrow of Mubarak and the creation of a democratic republic.</em></p></blockquote>
<p>Robert Dreyfuss, <em><a href="http://www.thenation.com/blog/158159/whos-behind-egypts-revolt" class="broken_link">Who&#8217;s Behind Egypt&#8217;s Revolt?</a></em>, 31.1.2011</p>
<blockquote><p><em>This revolt began gradually at the convergence of two parallel forces: the movement for workers&#8217; rights in the newly revived factory towns and micro-sweatshops of Egypt &#8211; especially during the past two years &#8211; and the movement against police brutality and torture that mobilised every community in the country for the past three years. Both movements feature the leadership and mass participation of women of all ages and youth of both genders. There are structural reasons for this.</em></p>
<p>[..]<em>The so-called &#8220;Facebook revolution&#8221; is not about people mobilising in virtual space; it is about Egyptian internet cafes and the youth and women they represent, in real social spaces and communities, utilising the cyberspace bases they have built and developed to serve their revolt.</em></p></blockquote>
<p>Paul Amar, <em><a href="http://english.aljazeera.net/indepth/opinion/2011/02/20112101030726228.html" class="broken_link">Why Egypt&#8217;s progressives win</a></em>, 10.2.2011</p>
<blockquote><p><em>Perhaps the most overlooked factor in the demise of the authoritarian Ben Ali regime in Tunisia, and the weakening of Hosni Mubarak&#8217;s grip on state power in Egypt, has been the trade unions in both countries.</em></p>
<p><em>While the media has reported on social networks such as Twitter and Facebook as revolutionary methods of mobilisation, it was the old-fashioned working class that enabled the pro-democracy movements to flourish.</em></p></blockquote>
<p>Eric Lee &amp; Benjamin Weinthal, <em><a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/feb/10/trade-unions-egypt-tunisia" class="broken_link">Trade unions: the revolutionary social network at play in Egypt and Tunisia</a></em>, 10.2.2011</p>
<blockquote><p><em>Some Western media outlets dwelled on the novelty of social media while under-reporting the longer-term social forces that precipitated protests in Egypt. But others, criticized for having credited the Internet with ushering in the wave of protests in Iran, have downplayed social media’s role in bringing down Mubarak.</em> [..]</p>
<p><em>A veteran opposition leader told Sedra, “The youth have done in six days what we’ve been trying to do for thirty years.”</em></p></blockquote>
<p>Sam Graham-Felsen, <em><a href="http://www.thenation.com/article/158498/how-cyber-pragmatism-brought-down-mubarak" class="broken_link">How Cyber-Pragmatism Brought Down Mubarak</a></em>, 11.2.2011</p>
<blockquote><p><em>Sie nahmen Kontakt zu den kampferprobten berüchtigten „Ultras“ des Fußballklubs al Ahli auf. Diese sind zwar unpolitisch, aber sie hatten in zahlreichen Straßenschlachten mit der ägyptischen Polizei wertvolle Erfahrungen gesammelt. Während der Kämpfe auf dem Tahrir-Platz sicherten mehr als zehntausend von ihnen vor allem den östlichen Teil des Tahrir-Platzes.</em></p>
<p>[..] <em>Die Aktivisten hatten auf gewaltfreien Protest gesetzt und waren dabei auf die serbische Jugendbewegung Otpor gestoßen, die in Serbien am Sturz des Diktators Milosevic beteiligt war und sich vom amerikanischen Politologen Gene Sharp hatte inspirieren lassen. Der hatte den gewaltfreien Widerstand als Mittel entwickelt, um Polizeistaaten zu untergraben. Die „Bewegung des 6. April“, die der Blogger und Kifaya-Aktivist Ahmad Maher ins Leben gerufen hatte, übernahm sogar das Logo von Otpor. Maher hatte im Internet über die gewaltsam niedergeschlagenen Arbeiterstreiks vom 6. April 2008 im ägyptischen Mahalla al Kubra berichtet.</em></p></blockquote>
<p>Rainer Hermann, <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~E08EF25A51BC34003A0F39A3A783AA1DC~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Revolution nach Plan</a></em>, 15.2.2011</p>
<blockquote><p><em>The Muslim Brotherhood leadership did not endorse the call for the January 25th demonstration. They usually don&#8217;t support actions that they don&#8217;t initiate and control. But as it became clear after the first day that a revolution was underway, they decided to participate.</em></p>
<p><em>They played an important role in Tahrir and elsewhere, especially on the day, February 2, when the government sent its thugs on horses and with Molotov cocktails to attack the demonstrators.</em></p>
<p><em>It wasn&#8217;t necessarily their numbers that made a difference&#8211;they don&#8217;t have more than 15 or 20 percent political support on the street, and only one out of the 13 martyrs that day was a member of the Brotherhood. Rather, it was their level of organization that helped. They act in a highly disciplined manner, and that helped in defending the square.</em></p>
<p><em>They now intend to announce the formation of a new political party. Some want it formed on a civilian and non-religious basis. Others from the conservative old guard will oppose that. In other words, we expect to see divisions in their ranks.</em></p>
<p><em>We have seen the formation of a more liberal group, Etilaf Shabab Althawra, the Coalition of the Youth of the Revolution, which formulated a number of political demands and negotiated with the army last Monday.</em></p>
<p><em>This formation includes a number of activists who participated in the revolution. But they represent a middle-class liberal wing that would like to limit the revolution to a political revolution for democratic reforms, without questioning or challenging the basic capitalist system. These liberals see their role as advising and pressuring the army to replace this or that corrupt person with this or that honest technocrat.</em></p>
<p><em>Many of these liberals are now opposed to workers&#8217; strikes. They say workers are selfish. Some are launching an attack on strikers on Facebook. As I said, they simply want political reforms. They oppose class struggle.</em></p></blockquote>
<p>Interview of Sameh Naguib with Mostafa Omar, <a href="http://socialistworker.org/2011/02/23/interview-with-egyptian-socialist" target="_blank" class="broken_link"><em>Conversation with an Egyptian socialist</em></a>, 23.2.2011</p>
<blockquote><p><em>And despite the claims of Tunisia being a Twitter revolution – or inspired by WikiLeaks – neither played much of a part. In Tunisia, pre-revolution, only around 200 active tweeters existed out of around 2,000 with registered accounts. The WikiLeaks pages on Tunisian corruption, says Koubaa, who with his friends attempted to set up sites where his countrymen could view them, were blocked as soon as they appeared – and anyway, the information was hardly news to Tunisians. However, &#8220;Facebook was huge,&#8221; he says. Koubaa argues that social media during Ben Ali&#8217;s dictatorship existed on two levels. A few thousand &#8220;geeks&#8221; like him communicated via Twitter, while perhaps two million talked on Facebook. The activism of the first group informed that of the latter.</em></p>
<p><em>All of which left a peculiar loophole that persisted until December, when the regime finally launched a full-scale attack against Facebook. This in in a country that already tortured and imprisoned bloggers, and where the country&#8217;s internet censors at the Ministry of the Interior were nicknamed &#8220;Amar 404&#8243; after the 404 error message that appeared when a page was blocked.</em></p>
<p><em>&#8220;Social media was absolutely crucial,&#8221; says Koubaa. &#8220;Three months before Mohammed Bouazizi burned himself in Sidi Bouzid we had a similar case in Monastir. But no one knew about it because it was not filmed. What made a difference this time is that the images of Bouazizi were put on Facebook and everybody saw it.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Peter Beaumont, <em><a href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/feb/25/twitter-facebook-uprisings-arab-libya?intcmp=239" target="_blank" class="broken_link">The truth about Twitter</a>, Facebook and the uprisings in the Arab world</em>, 25.2.2011</p>
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		<title>Buchankündigung: &#8216;Soziale Bewegungen und Social Media&#8217;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 21:19:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[gerade auf der zukünftigen Buchwebsite veröffentlicht, beziehungsweise jetzt noch am &#8220;provisorischen Buchproduktionsprozessblog&#8221; (und hier copy&#38;paste auch eingestellt), mein Projekt der letzten Monate &#8230; &#8230; und auch noch der nächsten mindestens zwei: Die Vorschau: Inhalt und Struktur des Buches Das sticky post1 unseres Blogs vermeldet seit gut drei Monaten: Sowohl für die knapp gehaltene Ankündigung als auch [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>gerade auf der zukünftigen Buchwebsite veröffentlicht, beziehungsweise jetzt noch am &#8220;<em>provisorischen Buchproduktionsprozessblog</em>&#8221; (und hier copy&amp;paste auch eingestellt), mein Projekt der letzten Monate &#8230;<br />
&#8230; und auch noch der nächsten mindestens zwei:</p>
<p style="text-align: center;">Die <a href="http://www.sozialebewegungen.org/blog/2010/11/09/vorschau-inhalt-und-struktur-des-buches/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Vorschau: Inhalt und Struktur des Buches</strong></a></p>
<p>Das <em>sticky post</em><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/11/buchankundigung-soziale-bewegungen-und-social-media/#footnote_0_1482" id="identifier_0_1482" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="sticky post: ein Blogartikel, der an der Stelle des aktuellsten Blogeintrags &amp;#8220;klebt&amp;#8221;, unabh&auml;ngig von seinem Ver&ouml;ffentlichungsdatum und anderen Artikeln, die vielleicht aktuelleren Datums sind.">1</a></sup> unseres <a href="http://www.sozialebewegungen.org/" target="_blank" class="broken_link">Blogs</a> vermeldet seit gut drei Monaten:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="platzhalter" src="http://farm5.static.flickr.com/4116/4808616465_7e877cb2fd_o.png" alt="" width="346" height="155" /></p>
<p>Sowohl für die knapp gehaltene Ankündigung als auch für das Provisorium dieses Blogs rückt die Zeit näher, dem Platz zu machen, was hier eigentlich angekündigt wird. Und bei dem, was hier angekündigt wird, handelt es sich um ein Buch, das anwendungsorientierte Handbuch &#8220;<em><strong>Soziale Bewegungen und Social Media</strong></em>&#8221; mit dem Untertitel &#8220;<em><strong>Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</strong></em>&#8220;. <span id="more-1482"></span><br />
Dass es hier um ein Buch geht, war wohl schon den letzten Einträgen wie z.B. jenem zum <a href="http://www.sozialebewegungen.org/klappentext/" target="_blank" class="broken_link">Klappentext</a> zu entnehmen. Heute möchten wir etwas mehr zur Struktur, zum Aufbau und dem Inhalt dieses Buchs verraten.</p>
<p>In den nächsten Tagen und Wochen hoffen wir noch einige interessante Einzelheiten zum Buchprojekt erzählen und dokumentieren zu können, bevor dieses Blog in dieser Form und an dieser Stelle schließlich einer übersichtlichen Website im Layout des Buches weichen wird. Auch zu der Website und der zu erwartenden Funktionalität gäbe es einiges anzukündigen und zu erzählen, vorerst geht es aber um &#8230;</p>
<h3>Struktur und Aufbau des Buchs</h3>
<p>Die Grundidee für das Buchprojekt findet sich bereits im <a href="http://www.sozialebewegungen.org/klappentext/" target="_blank" class="broken_link">Klappentext</a> kurz zusammengefasst: ein Handbuch für den Einsatz von Social Media zusammen zu stellen, das sich einmal nicht der überall behandelten Frage widmet &#8220;<em>Wie sie Social Media für ihr Unternehmen nützen können</em>&#8220;, sondern die Erfahrungen jener Aktivist_innen und Non Profit Organisationen behandelt, die im Zuge ihres gesellschaftlichen Engagements &#8220;soziale Medien&#8221; zu nutzen begonnen haben.</p>
<p>Das Zielpublikum unseres Handbuchs sind dementsprechend nicht die Professionist_innen, die mit der Aufgabe &#8220;<em>Public Relations</em>&#8221; betraut sind, die professionelle Kampagnen entwerfen und steuern oder die Pressearbeit für Organisationen bestreiten<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/11/buchankundigung-soziale-bewegungen-und-social-media/#footnote_1_1482" id="identifier_1_1482" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese B&uuml;cher gibt es bereits und diesen Publikationen wollen und k&ouml;nnen wir keine Konkurrenz machen.">2</a></sup>.</p>
<p>Unser &#8220;<strong>Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</strong>&#8221; wendet sich an die vielfältige Schar der Aktivist_innen, die sich an diversen Fronten gesellschaftlich progressiv engagieren. Ihre Bedürfnisse liegen in der Dokumentation von Missständen oder im Aufbau schneller Mobilisierungsstrukturen, in der Etablierung einer eigenen Gegenöffentlichkeit oder in transnationaler Vernetzung, in der Organisation autonomer Kommunikationskanäle oder in der Sicherung von Datenschutz und Sicherheit, im besseren Transport ihrer Aktionen oder im partizipativen, kollaborativen Arbeiten an ihren Inhalten.</p>
<p>Um diesen diversen Bedürfnissen gerecht zu werden, versammelt das Buch eine ansehnliche Anzahl von Beitragenden, die Fallbeispiele erzählen, Anleitungen geben und ihre Visionen des Social Media Einsatzes im Feld des politischen Aktivismus entwickeln.</p>
<h3>Fallbeispiele</h3>
<p>Der erste Abschnitt des Buches &#8220;<strong>Sozialen Bewegungen und Social Media</strong>&#8221; bietet Fallbeispiele: vom Watchblog einer einzelnen Person über die lokale Bürgerinitiative bis hin zur Kampagne einer Gewerkschaft und zum Wahlkampf von Barack Obama.</p>
<p>Im Abschnitt der Fallbeispiele widmet sich <span style="color: #000000;"><strong><a href="http://www.misik.at" target="_blank" class="broken_link">Robert Misik</a></strong></span> dem <strong>Yes we can &#8211; Wahlkampf</strong>, berichtet <strong>Anne Roth</strong> von den Hintergründen ihres <strong><a href="http://annalist.noblogs.org/" target="_blank" class="broken_link">Annalist Blogs</a></strong>, gibt es ein Interview mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lieb" target="_blank" class="broken_link"><strong>Wolfgang Lieb</strong></a> zu den <strong><a href="http://www.nachdenkseiten.de/" target="_blank" class="broken_link">NachDenkSeiten</a></strong>, geben <strong><a href="http://unibrennt.at" target="_blank" class="broken_link">#unibrennt</a></strong> Aktivist_innen aus der Presse AG Tipps für die Pressearbeit einer autonomen selbstorganisierten Bewegung, erzählen Aktivist_innen vom <a href="http://www.erlustigung.org/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Widerstand einer kreativen Bürgerinitiative</strong></a> in Wien und andere von ihrem Projekt <strong><a href="http://www.fluegel.tv/" target="_blank" class="broken_link">Flügel.tv</a></strong> in Stuttgart. Weitere Fallbeispiele behandeln die Konflikte von Betriebsräten und Arbeitnehmer_innen mit Unternehmen und Ministern, die Tücken von Online-Kampagnen und manches mehr &#8230;</p>
<h3>Manuals</h3>
<p>Der zweite Abschnitt bietet Einführungen und Anleitungen, ohne weiterhin auf anschauliche Fallbeispiele zu verzichten. Der Manuals-Abschnitt ist nochmals in drei Blöcke unterteilt, einem<br />
(1) zum <strong>Aufbau der eigenen Medienarchitektur</strong> und von Kommunkationskanälen,<br />
(2) einem zum <strong>Bespielen der Sozialen Medien</strong>, zu Aktivitäten und Präsenz und<br />
(3) einem zur <strong>Steuerung</strong>, zum <strong>Monitoring</strong> und zur fortgeschrittenen Bewegung <strong>in den Social Media</strong>.</p>
<p>Die Manuals kommen aus dem Erfahrungsschatz von Social Media Expert_innen, Videofilmern, Organisatoren von Barcamps, erfahrenen Straßentheater Künstler_innen, Jurist_innen, Netzaktivisten und Codern, Journalistinnen und Pressearbeitern, Profis des viralen Marketings &#8230;</p>
<h3>NoBorders</h3>
<p>Ein eigener Abschnitt ist der transnationalen Zusammenarbeit und damit auch der transnationalen Struktur des Netzes gewidmet. Hier führt <strong><a href="http://reimon.net/" target="_blank" class="broken_link">Michel Reimon</a></strong> zu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ministerkonferenz_der_Wirtschafts-_und_Handelsminister_der_WTO_in_Seattle_1999" target="_blank" class="broken_link">Seattle Protesten 1999</a> und zur Blütehzeit von <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Indymedia" target="_blank" class="broken_link">indymedia</a></strong> zurück, erzählt ein Beitrag die Geschichte von <strong><a href="http://www.attac.at" target="_blank" class="broken_link">Attac Österreich</a></strong> und <a href="http://attac.de/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Attac Deutschland</strong></a> als Geschichte des Aufbaus kollaborativer Kommunikationsstrukturen, führt ein Artikel in die grenzüberschreitende und gesamteuropäische Arbeit der Arbeitnehmervertreter_innen ein, geht es um <strong>Antirassismus Arbeit</strong> in und gegen die Festung Europa und um zivilgesellschaftliches und bürgerrechtliches <strong>Engagement für das Netz</strong> selbst.</p>
<h3><strong>Visionen</strong></h3>
<p>Den Abschluss und eine gewisse Abrundung erhält das &#8220;<strong>Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</strong>&#8221; durch Aufsätze von <strong><a href="http://antjeschrupp.com/" target="_blank" class="broken_link">Antje Schrupp</a></strong> und <strong><a href="http://phsblog.at/" target="_blank" class="broken_link">Philipp Sonderegger</a></strong> und Betrachtungen zu <strong>Gewerkschaft 2.0</strong> und <strong>Gegenöffentlichkeit 2.0</strong>.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>&#8220;<strong>Soziale Bewegungen und Social Media. Handbuch für den Einsatz von Web 2.0</strong>&#8221; erscheint Anfang 2011 im <a href="http://www.oegbverlag.at" target="_blank" class="broken_link">ÖGB Verlag</a>.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1482" class="footnote"><strong>sticky post</strong>: ein Blogartikel, der an der Stelle des aktuellsten Blogeintrags &#8220;klebt&#8221;, unabhängig von seinem Veröffentlichungsdatum und anderen Artikeln, die vielleicht aktuelleren Datums sind.</li><li id="footnote_1_1482" class="footnote">Diese Bücher gibt es bereits und diesen Publikationen wollen und können wir keine Konkurrenz machen.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<title>Demokratie oder Mediokratur</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2010/11/demokratie-oder-mediokratur/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 18:32:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Workshop, das ich diesen Samstag in der Grünen Bildungswerkstatt (gbw) insubordinieren darf, angekündigt mit obigem Titel und der eigentlich relevanten, fortführenden Frage &#8220;Wie demokratisch dürfen (Massen-)Medien sein?&#8220;. Der weitere Ankündigungstext auf der gbw-Seite: In der Selbstbeschreibung sehen die Massenmedien sich als notwendige Kontrollinstitution und Bedingung für das Funktionieren des demokratischen Systems. Die Kommunikationswissenschaften postulieren [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Workshop, das ich diesen Samstag in der Grünen Bildungswerkstatt (gbw) insubordinieren darf, angekündigt mit obigem Titel und der eigentlich relevanten, fortführenden Frage &#8220;<strong><em>Wie demokratisch dürfen (Massen-)Medien sein?</em></strong>&#8220;.</p>
<p>Der weitere<strong> <a href="http://gbw-wien.at/article659.htm" target="_blank" class="broken_link">Ankündigungstext auf der gbw-Seite</a></strong>:</p>
<blockquote><p>In der Selbstbeschreibung sehen die Massenmedien sich als notwendige Kontrollinstitution und Bedingung für das Funktionieren des demokratischen Systems. Die Kommunikationswissenschaften postulieren seit Jahrzehnten die soziale Orientierungs-, Bildungs-, Kritik- und Kontrollfunktion der Massenmedien.</p>
<p>Auf der anderen Seite der Medaille stehen die, auch bald ein Jahrhundert alten Analysen Karl Kraus‘, unsere Erfahrungen von systematischen Lügen und zuletzt Studien, die den klassischen Medien weniger Glaubwürdigkeit als Facebook oder Google zubilligen.</p></blockquote>
<p><span id="more-1467"></span></p>
<blockquote><p>Im Workshop gehen wir von dieser Ambivalenz und dem Wissen aus: Medien sind in unserer kapitalistischen Gesellschaft nicht wegzudenken. Doch welche Rolle und Funktion haben sie? Wie definieren sie unsere Kultur und welche gesellschaftlich(en) Gruppe(n) stützen sie? In welchem Spannungsverhältnis arbeiten JournalistInnen? Wie demokratisch können Medien sein?</p>
<p>Wir arbeiten uns zum Kern des Mediensystems vor und gehen von der inneren Logik dann wieder ein Stück hin zu den Spielräumen. Was könnten öffentlich-rechtliche Medien sein? Wie könnten freie Medien gestaltet sein? Was ist Gegenöffentlichkeit und wie kann sie funktionieren? Wie lernen und lehren wir jene Medienkompetenz, bei der die Mediokratur ins Leere läuft?</p></blockquote>
<p>Ist eigentlich nicht irgendein Workshop sondern mein Lieblingsworkshop.</p>
<p>Und eines, das ich jetzt schon wieder 3 Jahre nicht gehalten hab. Freu mich also schon sehr drauf, ist immer recht spannend mit systemischer Aufstellung, kleinen phänomenologischen Analysespielen und sicher sehr viel Debatten. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Werden uns die Gegenstände der Begriffe erarbeiten für:</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Manufacturing_Consent:_The_Political_Economy_of_the_Mass_Media" target="_blank" class="broken_link"><em>Massenmedien</em></a><em>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/" target="_blank">fascistische Medien</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlich-rechtlich" target="_blank" class="broken_link">öffentlich-rechtliche</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medium" target="_blank" class="broken_link">Medien</a>, <a href="http://michaelschmid.at/tag-der-freien-medien-ohne-freie-medien/" target="_blank" class="broken_link">Freie</a> oder <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alternative_media" target="_blank" class="broken_link">Alternative Medien</a><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/11/demokratie-oder-mediokratur/#footnote_0_1467" id="identifier_0_1467" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="nein, das ist nicht schwierig und &amp;#8220;das geht nur schwammig&amp;#8221; zu definieren">1</a></sup>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/07/rupert-murdochs-krieg-gegen-den-journalismus/" target="_blank">Privatmedien</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/05/informations-dienst-zur-verbreitung-unterbliebener-nachrichten/" target="_blank">Gegenöffentlichkeit</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/aktiv-im-politischen-feld/" target="_blank">bürgerliche Öffentlichkeit und politische Debatte</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/05/1-mai-die-traditionelle-folklore/" target="_blank">kulturelles Gedächtnis</a>, <a href="http://www.grundrisse.net/grundrisse16/16nemo_klee.htm" target="_blank" class="broken_link">Archiv</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tactical_media" target="_blank" class="broken_link">Taktische Medien</a>, <a href="http://www.thedailyshow.com/" target="_blank" class="broken_link">Medienkompetenz</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays" target="_blank" class="broken_link">Werbeindustrie</a>, <a href="http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/Kulturindustrie.html" target="_blank" class="broken_link">Kulturindustrie</a> usw.</em> &#8230;</p>
<p>Anmeldungen stehen &#8211; glaub ich &#8211; bei 18 Teilnehmer_innen, also noch Raum für die eine oder andere Interessierte <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1467" class="footnote">nein, das ist nicht schwierig und &#8220;das geht nur schwammig&#8221; zu definieren</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/11/buchankundigung-soziale-bewegungen-und-social-media/' rel='bookmark' title='Buchankündigung: &#8216;Soziale Bewegungen und Social Media&#8217;'>Buchankündigung: &#8216;Soziale Bewegungen und Social Media&#8217;</a></li>
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<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/change-social-change-and-velocity/' rel='bookmark' title='Change, Social Change and Velocity'>Change, Social Change and Velocity</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>beim s.w.i.r. zu &#8230;</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 12:16:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Des donnerstags bei sms gewesen, der jetzt in wien bei dr blink war. Fast direkt von der besprechung im verlag gekommen: der stand und die weiterentwicklung des layouts. Mit dem rad die donau rauf, phantastisches herbstlicht, die kreuzfahrtskähne, viele aus dem osten, bis runter zum hilton geschichtet. Mit schnellen happy noddles vom schwedenplatz im sackerln [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Des donnerstags bei <a href="http://twitter.com/sms2sms" target="_blank">sms</a> gewesen, der jetzt in wien bei <a href="http://twitter.com/DrBlink" target="_blank">dr blink</a> war. Fast direkt von der besprechung im verlag gekommen: der stand und die weiterentwicklung des layouts. Mit dem rad die donau rauf, phantastisches herbstlicht, die kreuzfahrtskähne, viele aus dem osten, bis runter zum hilton geschichtet. Mit schnellen happy noddles vom schwedenplatz im sackerln und das bike durch die türe schiebend in das hauptstadtstudio von <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/rebelltv/" target="_blank">rebell.tv</a>. Der <a href="http://blog.rebell.tv/swir-no-37-21102010-httpcabaretvoltairech.html" target="_blank" class="broken_link">s.w.i.r.</a> gerade under construction, <a href="http://www.hubsikramar.net" target="_blank" class="broken_link">hubsi kramar</a> erzählend, reflektierend, philosophierend. Hubsi und stefan, haben sich <a href="http://www.kellerabteil.org/2010/09/aufzeichnung-eines-club2-bei-der-ars-electronica-mit-unibrennt-beteiligung/" target="_blank">hier kennen gelernt</a>, meinereiner die finger im spiel, und sich verabredet <a href="http://radio.rebell.tv/p548.html" target="_blank" class="broken_link">und reden jetzt</a> und ich schon wieder hinein. Dabei ist s ein hoch zu schätzendes vergnügen, dem kramar nur zuzuhören. Aber ich wieder dialogsüchtigst und da egoistisch.</p>
<p><span id="more-1458"></span></p>
<p>Dann der slot mit mir.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/10/beim-s-w-i-r-zu/#footnote_0_1458" id="identifier_0_1458" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="K&ouml;mmt ganz unten, das mp3. Zuerst noch das mit luc gross und stefan und zwischenrufe.">1</a></sup> Ich würd mit stefan am liebsten über rebell.tv selbst reden, so wie immer. Kaum so ein faszinierendes und unwahrscheinliches projekt irgendwo, nichts vergleichbares, was ich kennen würde. Und gehaltvoll bis über den orkus hinaus. Nur leider auch bald: geschichte. Bitter, wenngleich auch schön. Klar, dass stefan im angesicht des nahen endes nicht über seinen zettelkasten reden will. <a href="http://run.sonance.net/" target="_blank" class="broken_link">Luc</a> wird es in einer stunde derweilen ähnlich gehen. Der <a href="http://radio.rebell.tv/p550.html" target="_blank" class="broken_link">kommt im slot nach mir</a> dran, den muss ich mir auch noch geben, froh über die vertiefende einführung in das <a href="http://traumawien.at/" target="_blank" class="broken_link">trauma projekt</a>, das ich schon <a href="http://www.flickr.com/photos/kellerabteil/sets/72157623659043837/" target="_blank">hier verfolgt</a> habe. Wieder werd ich unfähig bzw. nicht willens sein, die pappen zu halten und publikum zu sein. Aber kudos und selbst schuld. Zu interessant alles. Und lustig, absurd, nett: die einmischung in der abfolge der podcasts bringt mir eine ego erbauende und interesannte kontaktaufnahme via facebook ein. Danke.</p>
<p>Hier nun der podcast, der slot mit mir. War vor drei monaten die hoffnung noch möglich, stefan anlässlich des s.w.i.r.termins <a href="http://www.sozialebewegungen.org/" target="_blank" class="broken_link">&#8220;mein&#8221; buch</a> zu überreichen und über die veröffentlichung von &#8216;soziale bewegungen und social media&#8217; in der vergangenheit zu plaudern, so geht es jetzt um dies und das, um hubsi kramars betrachtungen im slot zuvor, um die 68er generation, um institutionen und das korsett der sozialen zwänge, um #unibrennt, um social media und medienwandel und mediennutzung, um das buch, um den begriff gegenöffentlichkeit, &#8230;</p>
<p>Danke, stefan, für rebell.tv, für alles.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1458" class="footnote">Kömmt ganz unten, das mp3. Zuerst noch das mit luc gross und stefan und zwischenrufe.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<title>Aufzeichnung eines Club2 bei der Ars Electronica mit #unibrennt Beteiligung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 20:18:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[im netz gefunden, sehr interessant, gute ansätze, kluge ideen1 &#8230; jedenfalls: eine Club 2 Aufzeichnung zu einem wichtigen Thema, den Kritiker_Innen in der Gesellschaft, aus der Perspektive der EliteUni ISTA. Live gesendet oder aufgezeichnet direkt von der Ars Electronica 2010 mit dem Motto &#8220;REPAIR &#8211; sind wir noch zu retten&#8221; aus der Tabakfabrik zu Linz: [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>im netz gefunden, sehr interessant, gute ansätze, kluge ideen<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/09/aufzeichnung-eines-club2-bei-der-ars-electronica-mit-unibrennt-beteiligung/#footnote_0_1398" id="identifier_0_1398" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="wie die web2.0 dummunity das nennen w&uuml;rde">1</a></sup> &#8230;</p>
<p>jedenfalls:</p>
<p>eine Club 2 Aufzeichnung zu einem wichtigen Thema, den Kritiker_Innen in der Gesellschaft, aus der Perspektive der <a href="http://ista.co.at" class="broken_link">EliteUni ISTA</a>.<br />
Live gesendet oder aufgezeichnet direkt von der Ars Electronica 2010 mit dem Motto &#8220;<em>REPAIR &#8211; sind wir noch zu retten</em>&#8221; aus der Tabakfabrik zu Linz:</p>
<p><object width="480" height="270"><param name="movie" value="http://unibrennt.tv/embed_q_id/1009"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://unibrennt.tv/embed_q_id/1009" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="270"></embed></object></p>
<p>weiß nicht wie alt das ist, weil das ja untypisch und selten ist, dass eine orf bildungsauftragsendung im netz aufrufbar ist &#8230; jedenfalls interessant.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1398" class="footnote">wie die web2.0 dummunity das nennen würde</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>ein trfflchr kommentar von rainer nowak?</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 21:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja eh, das leben bietet viele überraschungen. Also warum nicht diese? Der anlass, den &#8220;trefflichen kommentar&#8221; zu lesen, der mir des nachmittags allenthalben in der twitter-timeline nahe gelegt wurde, ausgehend von Walter Gröbchen und einige male retweeted, der anlass war letztlich ein facebook-eintrag von Michel Reimon. Der verweist auch auf den Nowakschen kommentar – und [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja eh, das leben bietet viele überraschungen. Also warum nicht diese?</p>
<p>Der anlass, den <a href="http://twitter.com/Groebchen/status/18783878625" target="_blank" class="broken_link">&#8220;trefflichen kommentar&#8221;</a> zu lesen, der mir des nachmittags allenthalben in der twitter-timeline nahe gelegt wurde, ausgehend von Walter Gröbchen und einige male retweeted, der anlass war letztlich ein facebook-eintrag von <a href="http://reimon.net/" target="_blank" class="broken_link">Michel Reimon</a>. Der verweist auch auf den Nowakschen kommentar <em>–</em> und wieder auf Walter Gröbchen als quelle <em>–</em>, und weil des Michels referenz für mich ein qualitätsmerkmal ist, les ich jetzt halt wieder mal Nowak. Nein, wie der einleitung wohl zu entnehmen, mach ich das nicht oft und schon gar nicht in der erwartung einer gewinnbringenden lektüre.</p>
<p><em>touché</em>. Ich bin kein DiePresse fanboy.<br />
Eingestanden.</p>
<p>next: </p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1360" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Bildschirmfoto 2010-07-17 um 21.56.50" src="http://www.kellerabteil.org/wp-content/dateien/Bildschirmfoto-2010-07-17-um-21.56.50.png" alt="Bildschirmfoto 2010-07-17 um 21.56.50" width="495" height="314" /></p>
<p>dh. eigentlich überspringe ich da zwischenschritte: <span id="more-1356"></span><br />
Die abfolge sieht mich zuerst den <a href="http://www.be24.at/blog/entry/643769" target="_blank" class="broken_link">trefflichen kommentar</a> überfliegend, dann bei Michel Reimons facebook-eintrag ein grummeln absetzen, dann in die küche zum pinienkerne anrösten ausweichen &#8230; <em>weitere zwischenschritte bis inkl. das olivenöl aus dem die ravioli verlustig gegangenen teller mit brot auftunken überspringe ich</em> &#8230;, schlußendlich immer noch im modus des unverständigen kopfschüttelns: den novak&#8217;schen erguss noch einmal, also ein zweites mal und genauer lesen. Jetzt erst kommt in der abfolge der geschehnisse der punkt, da mir das einen tweet wert erscheint. Then again, ich tweete auch schon mal über das wetter. Zudem ist alkohol im spiel. What shall&#8217;s ..</p>
<p><strong>Was kommentiert der Nowak also trefflich</strong><br />
Um das analytisch sauber und schritt für schritt zu exemplifizieren: den gleichen alten müll as usual. Tafelklässlergeschichtsklitterung für seinen angehimmelten primus. *<em>achselzuck</em>*</p>
<p>Utl.-Zusammenfassung/-paraphrase:</p>
<p><span style="color: #800000;"><em>Flaggensignal für alle Schüsselgroupies auf &#8216;Distanz zu KHG&#8217;. Der gehört nun endgültig nicht mehr zu uns. Wenn er den Wolferl irgendwie ins image patzt, werden wir böse und weitere maßnahmen ergreifen. Grasser ab jetzt frei zum abschuss</em>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/07/ein-trfflchr-kommentar-von-rainer-nowak/#footnote_0_1356" id="identifier_0_1356" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bitte, dementsprechend zu formulieren, zu nasalieren und zu agieren. Weitergeben.">1</a></sup></span></p>
<p>Ansonsten &#8230;</p>
<h4>Übliche Satzblüten:</h4>
<blockquote><p><em><strong>Karl-Heinz Grasser wurde schon in hunderten Kommentaren und Aussagen verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. In der Realität blieb er bisher hingegen ein freier, zumindest juristisch sauberer Mann.</strong></em></p></blockquote>
<p>&#8230; soll heißen: ich hab in der mittelschule darunter gelitten, <em>– </em>auch wenn ich versucht hab, mir nichts anmerken zu lassen, <em>– </em>dass die eloquenteren und cooleren mitschüler immer etwas mitleidig auf meine sprachbegabung herabgeschaut haben. Denen werd ich s zeigen.</p>
<p style="text-align: right;">&#8212;</p>
<h4>Versuche von Schmäh,</h4>
<p>hilflos:</p>
<blockquote><p><strong><em>Genießt er immerwährende Immunität? War Walter Meischberger gar nicht sein Trauzeuge? Oder ist das alles wirklich nur die Hetzkampagne kleiner Neider gegen den besten Finanzminister aller Zeiten</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; hey, ich hab gerade distanz zwischen mich und die buberlpartie, sowie zum KHG und auch zu dessen hetzenden neidern zusammengebracht. Dabei hab ich noch das schöne wort &#8220;immerwährende&#8221; untergebracht und das alles in zwei zeilen.</p>
<blockquote><p><strong><em>Der Personalmangel in der Staatsanwaltschaft, in der Justiz generell,  Sie verstehen!</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; &#8220;sie verstehen&#8221;, sie verstehen? Haha, jaja, souverän, gell?</p>
<p style="text-align: right;">&#8212;</p>
<h4>Hofhistorismus:</h4>
<blockquote><p><strong><em>Wolfgang Schüssel müsste eigentlich empört über seinen einstigen  Ziehsohn Karl-Heinz Grasser sein</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; aber er steht halt schon souverän über den Dingen, unser zu früh emeritierter Bundeskanzler. Wütend möcht man werden angesichts der undankbarkeit und frechheit des Grassers. Was hat der KHG dem Wolferl nicht alles zu verdanken und dann macht der nur schererein.<br />
Kein wunder wär&#8217;s, gar kein wunder wär&#8217;s nicht, wenn unser Wolferl &#8216;<em>das dreckige oarschloch</em>&#8216; schreien würd, in seinem heiligen zorn. Gerecht wärs! Und angemessen auch. Oh sein heiliger zorn! Aber nein, wir sollten uns nicht aufregen, der Wolferl regt sich auch nicht auf, ganz die staatsmännische contenance, zeigt er uns seine distanz zu diesen niederungen.</p>
<p>Trotzdem, es fuchst mich schon, dass der wolfi da irgendwie reingezogen werden könnt.</p>
<blockquote><p><strong><em>In einem kleinen Teil der Volkspartei, also im Büro Wolfgang Schüssels,  vertritt man eine nicht ganz unplausibel klingende These</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; jaja, dieses aremoricanisch aufrechte kaff hietzing, ich hab exklusiven zugang, ich bin idefix, ok., ich bin troubarix, sehet, welch freunde ich hab, ich will ja nicht prahlen, aber ganz nah am zaubertrank, manchmal bekomm ich auch &#8230;</p>
<blockquote><p><strong><em>Dass es durchaus irrationale und emotionale Vorbehalte gegen diese kurze Ära gibt, weiß jeder, der schon einmal bei Laura Rudas oder Michael Häupl auf Schüssel zu sprechen kam.</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; *schnieffff* .. *schluchz* so kurz &#8230; *räusper* .. ich nehm das mit der &#8220;<em>kurzen Ära</em>&#8221; zurück, das fällt vielleicht doch jemanden auf. Und dann hussen die linkslinken wieder. Was heißt da Ära und so, sagen s dann womöglich und wenn s ganz garstig sind, erklären sie, dass &#8220;Ära&#8221; eigentlich &#8220;Zeitalter&#8221; heißt. Aber echt, es war schon zu kurz zu kurz zu kurz zu kurz *schluchz* &#8230;. WOOOOLFÄÄÄRRL!!!!<br />
Die irrationalen, emotionalen nackerbatzerln!<br />
Was?<br />
Was? Ich dich mit der kleinen jungen Rudas in einem satz, &#8230; ah &#8230; ja &#8230; tschuldige &#8230; WOLFERL &#8230; dein heiliger zorn! Jaaaaa &#8230;. *schluchz*</p>
<blockquote><p><strong><em>Genau wegen dieser gnadenlosen, teils ungerechten Abrechnung der Schüssel-Jahre müsste Grasser das Lachen vergehen.</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; *rääääbäääähhhh*</p>
<blockquote><p><strong><em>Jetzt fehlt nur noch, dass Ernst Strasser in Brüssel einmal ins Büro geht, die Zeitung liest, sich mit seiner unnachahmlichen Zurückhaltung einbringt, und von der alten Schüssel-Mannschaft arbeiten alle mit, ihr politisches Erbe restlos zu zerstören</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; kacke, jetzt nicht mehr schlafen können. Der horror, der horror. Wenn ich keine psychopharmaka bekomm, dreh ich durch, ich halt das nicht mehr aus, ein ventil! Ein kommentar! Eine huldigung! Fleischhacker, ich muss .. ein .. kommentar .. Rudas .. unfähr &#8230;</p>
<p style="text-align: right;">&#8212;</p>
<h4>Singen des Heldenepos:</h4>
<blockquote><p><strong><em>Die aus der Perspektive des Schüssel&#8217;schen Schreibtischs gewaltige vereinte Linke versuche durch die Attacken gegen Grasser die einstige Rechtskoalition und ihre Erfolge – ja, die gab es – zunichtezumachen</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; lassen wir uns durch meine, entschuldigt &#8211; JA MICHAEL! &#8211; UNSERE laufende verächtlich machung der linkslinken chaoten mittig der dollfußverehrer nicht einlullen. Natürlich sind sie gefährlich. Ich bau mal schnell ironie ein.<br />
Die perspektive des schüssel&#8217;schen schreibtisches, ha! Genial. Eine abgrenzung, keiner soll sagen ich wäre irgendwie irgendwo .. ich mein &#8230; unabhängig seit 1848, vertreten wir die unabhängigkeit von politischen parteien &#8230; aber genau da ist ja auch, der Wolferl ist ja nicht, er ist das aufrechte kleine, in der minderheit, das aremoricanische widerstandsnest der aufrechten. Aus der perspektive ist die linke gewaltig, sind alle linke. Gnadenlose Rudase &#8230; scheiße, schon wieder panikattacke!</p>
<blockquote><p><strong><em>Es war ein anderer Kopf der alten schwarz-blauen Expedition, der dies  verhinderte</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; schade immer wieder, dass im printformat die musikalische untermalung nicht fixierbar ist. Aber die worte expedition und verhindert und &#8220;der kopf&#8221; sollten in eurer aller imagination bombastische filmmusiken und heroische chöre zu phantastischen bildern evozieren lassen. Sagt mir nicht, dass meine worte das nicht können. Es gilt! Männer, ihr wisst!</p>
<blockquote><p><strong><em>Nur wenn man Glück hatte, marschierte nicht gleich der Schutzbund auf.</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; hihi *kicher*, das hilft immer gegen meine panikattacken, verlässlich. Hehe. *luftauslass*</p>
<p style="text-align: right;">&#8212;</p>
<h4>Allderweil voll der Ausgewogenheit,</h4>
<p>um nicht gleich von Salomonischer größe zu tippen:</p>
<blockquote><p><strong><em>Sollte Grasser die Käuferentscheidung tatsächlich beeinflusst haben –  wenn nicht, dann verdient Grasser unser volles Mitleid – wäre diese auch ein politischer Verrat.</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; Heilige oder Hure, wir werden entscheiden.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/07/ein-trfflchr-kommentar-von-rainer-nowak/#footnote_1_1356" id="identifier_1_1356" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ja, Heilige oder Hure tippe ich gro&szlig;, das sind eigennamen, oder?">2</a></sup></p>
<blockquote><p><strong><em>Wenn genau der Mann, der Privatisierungen zu Recht als politische Notwendigkeit pries und durchsetzte, ebendiese demolierte, ist er der Sargnagel des zarten Wirtschaftsliberalismus in Österreich.</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; wissenschaftlich erwiesen, ich hab s jetzt nicht extra dazugetippt, weil so glasklar, ohne privatisierungen wäre der untergang des abendlandes hier schon angebrochen! Definitiv.</p>
<blockquote><p><strong><em>Andreas Khols einziges wahres Verdienst, wie es die Freund-Feinde der  ÖVP nennen. Die Linien innerhalb der vermeintlich Konservativen sind  dieser Tage nämlich unübersichtlich. Eine Diskussion um ein paar hundert Euro mehr oder weniger Politikergehalt reicht aus, dass Wilhelm Molterer via  „Presse“-Leserbrief eine Attacke gegen seinen Altkollegen und  Kolumnisten Andreas Khol reitet. Weil der sich gegen die  Politiker-Nulllohnrunde ausgesprochen hatte. „Eines ehemaligen  Nationalratspräsidenten unwürdig“, schreibt Molterer da. (Inhaltlich hat  er recht.)</em></strong></p></blockquote>
<p>&#8230; das ist für die journalistenschule geschrieben, lehrbeispiel für differenziertheit. Und wie ich da etwaige gräben wunderheile, sehet und lernt, inhaltlich ist das eine, beleidigen etwas anderes und wir sind wir. Uns trennt nichts, wir sind so bewusst, wir können uns sogar in diePresse was ausrichten, untereinander, so wegen ein paar hundert euro, aber das zeigt den luschen da draußen nur unsere differenzierte stärke.</p>
<p>Ich hätte diese beschmutzkübelung einer attacke eines ungerechtfertigten, irrationalen und emotionalen angriffes nicht abgedruckt als leserbrief. Obwohl, inhaltlich stimmt s schon. Jedenfalls der Michael liebt ja die händel. Scheißt sich nichts. Meine güte, wie er sein und nicht so viel schiss haben &#8230; verdammt, jetzt keine panikattacke bitte &#8230;</p>
<p style="text-align: right;">&#8212;</p>
<p>Trefflicher kommentar, ok. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' /> </p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1356" class="footnote">Bitte, dementsprechend zu formulieren, zu nasalieren und zu agieren. Weitergeben.</li><li id="footnote_1_1356" class="footnote">Ja, Heilige oder Hure tippe ich groß, das sind eigennamen, oder?</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>wörter mit zeichen verwechseln schafft nich x n 5jähriger. ich schon.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 18:54:07 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>buttere den das textfragment daher mit genervtem schwung hier rein und mach mich an den vollkommenen umbau &#8230;</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>einreichung prix ars electronica &#8211; kategorie digital communities</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>the ubiquitous unibrennt cloud</em></p>
<h3>Projektbeschreibung</h3>
<p>Mit unibrennt wird kein Projekt einer ,digital community‘ eingereicht sondern ein Ereignis. Diese Vorbemerkung liegt insofern auf der Hand, als es sich in der Konsequenz hier nicht um eine Projektbeschreibung handeln kann sondern um eine Ereignisbeschreibung.</p>
<p><span id="more-1202"></span>Das, was da ausgehend von den Nachmittagsstunden des 22. Oktober 2009 explodiert ist und binnen Minuten zu etwas Neuartigen zu emergieren begonnen hat, war zu keinem Zeitpunkt ein geplantes oder nur planbares Projekt. Was sich da in den folgenden Tagen und Wochen in selbstorganisiertem Chaos herausgebildet hat, kann adäquat nur als Emergenz einer neuen sozialen Bewegung verstanden werden.</p>
<p>Der Ereignisbegriff gegenüber dem Projektbegriff markiert eine der grundlegenden Charakteristika des Phänomens unibrennt. Die Beurteilung dieses Ereignisses kann nur gerecht werden, wer den gravierende Unterschied dieses spontanen und unwahrscheinlichen Ereignisses mit dem üblicheren Regelfall einer Initiative oder eines Start-Up Projekts in Betracht zieht.<br />
Ohne den Einsatz von Projektmanagement und die Abfolge gesteuerter Projektphasen, ohne die Formulierung der Vision und (Geschäfts-)Idee, die Festlegung von Zielen, Maßnahmen und Aufgaben, ohne den Einsatz von Projektbudgets und Professionisten ist diese Bewegung binnen Stunden entstanden, binnen Tagen explodiert und hat binnen weniger Wochen eine Infrastruktur, Organisationskapazität,  einen Vernetzungsgrad, eine Beteiligung und ein Archiv aufgebaut, wie das viele erfolgreiche Initiativen und Projekte in Jahren nicht erreichen.</p>
<p>Bis heute ist schwer zu fassen, zu benennen und zu charakterisieren, was unibrennt (alles) ist. Konsens besteht darüber, dass es sich beim Ereignis unibrennt um eine Protestbewegung handelt. Unbestritten ist, dass wir es mit einer außerparlamentarischen Form der Selbstorganisation zu tun haben und mit der politischen Manifestation eines ,brennenden‘ gesellschaftspolitischen Interessenskonflikts.<br />
Es ist evident, dass unibrennt als singuläres Ereignis mit eigenem Rang in die Analen der Zeitgeschichte eingehen wird. Aber auch in der fachspezifischen Geschichtsschreibung mancher gesellschaftlicher Teilbereiche ist bereits einiger Platz reserviert. So wird u.a. in der Geschichte der Protestbewegungen das Ereignis unibrennt zu berücksichtigen sein, in der Geschichte der Universitäten und der Hochschulreformen und sicherlich in den Analen des web2.0 und in der Geschichte der Netzkultur.</p>
<p><strong>Politische Aktion, soziale Bewegung und digital community</strong></p>
<p>Die Bewegung unibrennt hat viele Hörsäle und Räumlichkeiten auf einer Vielzahl von Universitäten, Akademien und Fachhochschulen in mehreren Ländern besetzt und über Wochen besetzt gehalten. Über Wochen sind große Mengen von Menschen bei Demonstrationen auf die Straße gegangen und haben Aktionen an den umkämpften Hochschulen und im öffentlichen Raum abgehalten. Millionen Menschen haben über klassische Massenmedien von den Protesten erfahren. Hunderttausende Menschen konnten und haben sich mittels der eigenen und autonomen unibrennt-Medienkanäle über die Geschehnisse, Hintergründe und Forderungen informiert. Und immer noch Zehntausende haben mittels dieser Kanäle an den Protesten partizipiert, sich aktiv beteiligt und die Bewegung mitorganisiert.</p>
<p>Die Bewegung unibrennt gewinnt in den ersten Wochen jene Bedeutung und Präsenz, die ihr Solidaritätsbekundungen und Anteilnahme aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung, aus diversen gesellschaftlichen Feldern und international aus vielen Ländern einbringt. Bildungs- und Universitätspolitik wird in Österreich das erste Mal seit Jahrzehnten zum omnipräsenten, relevanten und breit diskutierten Thema; in den klassischen massenmedial konstruierten Räumen (Tageszeitung, Magazine, Radio und Fernsehen), auf der Straße und vor allem im Netz.<br />
Die Proteste breiten sich flächenbrandmäßig im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus aus. Ziemlich einhellig bedanken sich SympathisantInnen und selbst Gegner der Bewegung dafür, das Thema Bildungspolitik wieder in den Mittelpunkt öffentlicher Debatte gebracht zu haben. Diese Debatte erhält permanente Nahrung von den Brennpunkten des Protests; und diese sind in und rund um die besetzten Hörsäle ebenso zu finden wie im Netz auf diversen social network Plattformen, den Postingforen der Massenmedien oder der Homepage, dem Wiki und dem Livestream von unibrennt.</p>
<p>Während Minister, Parteipolitiker, JournalistInnen und Kommentatoren beklagen, dass die Bewegung keinen Kopf, keine SprecherInnen und keine zentrale Führung hat, zwingt die allgegenwärtige Präsenz der Bewegung, die ubiquitous cloud unibrennt, den österreichischen Bundesminister zur Freigabe zusätzlicher Millionenbeträge, PolitikerInnen zur Anerkennung der brennenden Probleme und die Massenmedien zur Auseinandersetzung und Berichterstattung.<br />
Vor dem beständigen Druck durch die ubiquitous cloud unibrennt fühlt sich die österreichische Bundesregierung genötigt, Minister Hahn nach Brüssel abzuschieben und das zuständige Ressort für möglichst lange Zeit unbesetzt und damit weniger angreifbar zu machen. Offensichtlich sucht die SPÖ-ÖVP Koalition in Anerkennung der unibrennt Organisationskraft Stärken der basisdemokratischen Bewegung zu kopieren. Sie entzieht den Protestierenden den befugten Verhandlungspartner auf Regierungsseite, um die Auseinandersetzung mit der Bewegung lokal und direkt bei den vielen kleineren Brennpunkten, den einzelnen Universitäten zu führen. Ein Bildungsdialog wird ausgerufen, der Elemente ebenso der basisdemokratischen und wie auch der Netzkultur von unibrennt aufzunehmen behauptet; Teilhabe und Partizipation soll über das Netz ermöglicht, Debatten und Dialog über das Netz live gestreamt, die Ausverhandlungsprozesse und Zwischenergebnisse im Web dokumentiert und transparent gemacht werden.</p>
<p>Die Bewegung hat von Wien ausgehend Standards gesetzt, die zuerst von den Protestierenden an allen anderen Brennpunkten angenommen werden, heute bereits in die Arbeit von NGOs Eingang finden und sogar von Ministerien insofern anerkannt werden, als sie sich zu Adaptionen bemüßigt fühlen.</p>
<p><strong>Die politische Aktion als ubiquitous Cloud</strong></p>
<p>Unibrennt ist weder ein web2.0 Phänomen, noch ein Protest2.0, noch eine klassische politische Organisation, die die Möglichkeiten des Netzes besonders geschickt für die Verbreitung ihrer Anliegen zu wissen weiß. Die Akteure der Bewegung lassen sich nicht trennen in die BesetzerInnen der Hörsäle auf der einen, und in eine als ,digital community‘ arbeitende Gruppe auf der anderen Seite. Zu jedem Zeitpunkt ist die Bewegung ebenso eine ,digital community‘ wie sie eine politische Bewegung ist, autonom und selbstverwaltet funktioniert, basisdemokratische Regeln lebt, offen und selbstorganisiert arbeitet, und sich heterogen und vielschichtig über diverse Altersgruppen, Muttersprachen, Fachdisziplinen, Milieus, Professionen, Städte, Interessen und Weltanschauungen erstreckt.</p>
<p>Digital festgehalten werden bereits die ersten Minuten der Diskussion und Abstimmung vor Ort, ob das Audimax der Universtität Wien von den Anwesenden besetzt werden soll. Laptops, Mobiltelefone und Digitalkameras protokollieren und Dokumentieren seit diesen ersten Stunden das, was die unibrennt Bewegung genannt wird.<br />
Die Daten &#8211; Text, Bild, Ton, Video &#8211; werden via SMS, Email, Twitter, Livestreams, Chat und Aussendungen ebenso wie via Flugblatt, Sticker, Button, Transparent und Zeitung nach Außen getragen. Sie werden auf social network Plattformen, Blogs, Wiki und Homepage gespeichert, organisiert und abrufbar gemacht. Sie werden über diese Plattformen weiter verbreitet, ergänzt und bearbeitet, und auf diese Daten wird vor Ort der Besetzungen wieder zugegriffen.<br />
Der Zugriff erfolgt dabei über das WWW, so dass ein solches Zugreifen von jedem Ort der Welt und zu selbst gewählten Zeitpunkten geschehen kann. Das Archiv von unibrennt ist immens umfangreich und vielfältig, aufgeteilt auf diverse social network Plattformen, Wikis, Blogs, Dokumente und so weiter. Es enthält keineswegs nur Endergebnisse und Produkte wie den Forderungskatalog, Plenarbeschlüsse oder Presseaussendungen sondern gerade auch und vor allem die Prozessebene, die Debatten, Entscheidungsfindungsprozesse, in den (digitalen) Raum gestellten Ideen, Vorschläge und Fragen. Das Netz ermöglicht den Beteiligten daher nicht nur zu jedem Zeitpunkt und ortsungebunden das Einklinken in die Bewegung, sondern auch, viel wichtiger, das Ausklinken aus der Bewegung ohne Gefahr, den Anschluss und Rechte zur Partizipation zu verlieren.</p>
<p>Die unibrennt Bewegung ist in diesem Sinne so offen und allgegenwärtig wie das WWW selbst. Die ,digital community‘ bemüht sich laufend, Schnittstellen und landing pages für diverse Formen der Partizipation anzubieten und usability freundlich zu halten.</p>
<p><strong>Wissensmanagement, Organisationsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit</strong></p>
<p>Das kollektive Gedächtnis der Bewegung und ubiquitous cloud unibrennt nutzt wie schon angesprochen Speicherkapazitäten und -strukturen von social networks wie facebook und twitter. Es bedient sich großer Plattformen wie youtube, flickr und ustream. Es hat seine Knotenpunkte im unibrennt Wiki und der unibrennt Homepage. Es erstreckt sich in seiner Gesamtstruktur aber auch auf eine Vielzahl von Arbeitsgruppen-Blogs, auf private Blogs, Fotoalben und youtube-Accounts, die Postingforen der Onlinemedien, Emailkörbe, Google-Docs und so weiter. Die ,digital community‘ unibrennt wird auch viel weniger durch die Verwendung dieser Plattformen und Tools beschrieben als durch die dichte Vernetzung all dieser Plattformen und den Gebrauch der diversen Möglichkeiten des web2.0 zur Selbstorganisation der Bewegung.</p>
<p>Die ,digital community‘ unibrennt besteht zum kleinsten Teil aus web2.0 Evangelisten und zu einem geringen Teil aus web2.0 Aficionados. Die Bewegung hat mit ihrem ereignishaften Auftreten Mittel und Wege zu ihrer Selbstorganisation und Weiterentwicklung eingesetzt, die sie vorgefunden hat. Wo eine existierende Organisation die top-down Implementierung von Wikis, Blogs, Feeds und Videokonferenzen Ressourcen- und zeitaufwendig durch Schulung, Druck und Incentives erreichen muss, hat die Bewegung in ungeheurem Tempo kollektiv gelernt.<br />
Emailkörbe werden eingerichtet und von mehreren Personen betreut, die sich im Regelfall untereinander kaum kennen. Passwörter werden alle Wochen ausgetauscht und wieder an viele Personen ausgegeben. Dokumente werden in Google-Docs organisiert, SMS-Listen für den Räumungsnotfall ebenso angelegt wie Anleitungen, wie dieser oder jener Account dieser oder jener Plattform zu bedienen ist.</p>
<p>Arbeitsgruppen gründen sich ebenso im Plenum des besetzten Hörsaales wie bei Debatten im Umfeld oder direkt im Wiki. Die Name, Ziele, Vorhaben und Kontaktdaten der Arbeitsgruppen werden im Wiki angelegt und somit allen sichtbar gemacht. In den Arbeitsgruppen selbst, so wie in den Plena wird live protokolliert. In den Hörsälen wird das Protokollieren via Beamer live übertragen. Die Protokolle werden ausgesendet, im Wiki und auf der Homepage gespeichert. Sie sind weiter bearbeitbar.</p>
<p>Anträge, Berichte und Vorschläge der Arbeitsgruppen gehen zur Vorbereitung der Plena ein. Diese Materialien liegen dem Plenum ebenso vor wie potentiell allen Interessierten, die über Wiki und Livestream zugreifen möchten. In die Plena werden auch Fernsehberichte, Grußbotschaften bis hin zu Liveeinschaltungen von anderen besetzten Hörsälen eingespielt.</p>
<p>Über twitter, Chat und facebook werden Themen, Termine und Links ausgesendet. Die Plena werden kommentiert, die Debatten erstrecken sich in den Raum der social networks und werden hier weitergetragen. Auf den Plattformen bilden sich thematische, regionale und gruppenspezifische Fanseiten, Foren und Pools. Arbeitsgruppen legen eigene Accounts auf den Plattformen an und informieren über ihr Aufgabenfeld und laden zur Mitarbeit ein. Eine Vielzahl von AdministratorInnen bespielt die verschiedenen Accounts 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche, Monat für Monat.</p>
<p>In der Blogosphäre wird von der Bewegung berichtet und die Bewegung diskutiert. Blogeinträge fassen Debatten und Entwicklungen zusammen, ebenso wie die bisher zur Bewegung erschienen Blogartikel. Materialen &#8211; Grafiken, Fotos, Videos etc. &#8211; werden eingebunden und produziert. Ein Eselsohr Plugin für Blogs ist im Wiki downloadbar, die an der Blogdemo teilnehmenden Seiten werden im Wiki verlinkt. Eine Blogparade dokumentiert die Blogeinträge zu unibrennt.</p>
<p>Über Emailkörbe, das Wiki und das Einscannen von Zeitungen werden die Ergebnisse der Medienbeobachtung gesammelt, strukturiert, abgelegt und damit dokumentiert. Presseaussendungen, Forderungskataloge und offene Briefe gehen per Email an die Medien und per Homepage, Wiki und Links auf den Plattformen an alle.</p>
<p>Ein Team aus FotografInnen und VideofilmerInnen sowie der Arbeitsgruppe Livestream organisiert sich per Email und Twitter, dokumentiert Plena, Besetzungen, Demos, Flashmobs und so weiter. Fotos werden auf Facebook geladen, auf den unibrennt flickr account, in einen flickr pool und auf die Homepage. Videos finden sich auf youtube, unibrennt.tv und eingebettet in Homepage, Blogs und Facebook. Via twitter werden die Links zu Fotoalben und Videodokumentationen weitergeleitet.</p>
<p>Das Ereignis unibrennt emergiert überall. An den Hochschulen. Im WWW. Im Netzwerk, das zwischen den Brennpunkten der besetzten Hörsäle, der unterschiedlichen Arbeitsgruppen und den Brennpunkten auf Facebook, in der Blogosphäre und dem Wiki usw. immer dichter gespannt wird. Dieses Netzwerk ist das Ereignis. Die intensive breite und gleichberechtigte Beteiligung ist die Bewegung.</p>
<p><strong>Autonomie, Kultur, Identität</strong></p>
<p>Die selbstverständliche und vielseitige Nutzung der Möglichkeiten des Web2.0, digitaler Ressourcen und Werkzeuge hat nicht nur die Selbstorganisation und das Wissensmanagement der explosionsartig auf der politischen Bühne auftretenden Bewegung unterstützt. Der intensive und kompetente Gebrauch der vielseitigen Plattformen, Kanäle und Techniken bestimmt die Kultur dieser Bewegung und in diesem Atemzug die Identität dieser ,community‘ als auch ,digital community‘ mit.</p>
<p>Unibrennt ist anderen politischen Organisationen gegenüber vergleichsweise autonomer; unabhängiger vom Massenmediensystem und dem Goodwill der Presse und Redaktionen, unabhängiger von anderen etablierten Organisationseinheiten im Umfeld und unabhängiger auch vom Einfluss einzelner führender Akteure innerhalb der Bewegung.</p>
<p>Der selbstorganisierte Aufbau eigener Infrastruktur, Netzwerkknoten und Kommunikationskanäle hat die Bewegung befreit und sich selbstbestimmt entwickeln lassen. Unibrennt ist in der Organisation der Proteste eben gerade nicht auf ein organisatorisches backbone z.B. der Hochschülerschaft, von Parteiorganisationen oder organisierter Gruppen im universitären Feld angewiesen.<br />
Die ,digital community‘ hat sich in ihrem Programm, der Ausgestaltung der Plenaregeln, der Arbeitsgruppen und Arbeitsteilung sowie der internen und externen Kommunikationskanäle nicht nur selbst eine Verfassung gegeben sondern auch eine autarke Verwaltung aufgebaut.</p>
<p>Kaum zu überschätzen ist die Bedeutung der Medienkompetenz der ,digital community‘ unibrennt. Die vielschichtige vernetzte, Bewegung hat die Produktion und den Vertrieb ihrer Medieninhalten selbst in der Hand, die ,digital community‘ produziert unique content; und das laufend, in großer Menge und Qualität und gleichzeitig in allen Räumen der ubiquitous cloud. Die Bewegung ist ein Player im Netz.<br />
Die ,digital community‘ ist im Stande, viele Menschen und unterschiedliche Gruppierungen zu erreichen, ohne auf die Strukturen der kapitalistischen Medienlandschaft zurückgreifen zu müssen. Sie produziert nicht nur Texte, Bilder, Ton und Filme selbst, sondern hat auch die Kontrolle über eigene Vertriebskanäle und die offen zugänglichen Archive. So ist es gelungen, eine eigene stabile Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Das Archiv ist dabei nicht nur offen. Es ist ebenso lebendig wie riesig. Von jeder landing page aus &#8211; Homepage, Wiki, flickr, unibrennt.tv, youtube, &#8230; &#8211; ist das Eindringen in eine reichhaltige und vielseitige Geschichte wahrscheinlich. Hyperlinks laufen kreuz und quer und verbinden die Bestände des Archivs.<br />
Die ubiquitous unibrennt cloud verwaltet damit das Erbe der Bewegung selbst. Sie bestimmt federführend mit, wie die Geschichte über unibrennt geschrieben wird.</p>
<p>Mit der Emergenz der Bewegung ist gleichzeitig eine Kultur entstanden, die an die open source Kultur erinnernd. Die Bewegung zeugt von der hohen Kompetenz offener Entwicklung. Die Explosion von Content und Netzwerkstrukturen lebt von der Bereitschaft der Akteure, ihre eigenen Ressouren und Fähigkeiten einzubringen und ihre Arbeit frei zu geben. Logos, Bilder und Texte werden ebenso frei vertrieben. Gearbeitet wird auf und mit den eigenen Laptops, Mobiltelefonen, Kameras und Benutzeraccounts, wobei all diese „privaten“ Ressourcen wiederum geteilt und geöffnet werden. Arbeitsgruppen und Plena dokumentieren transparent alle Stufen von Entscheidungsprozessen. Termine und Kontakte sind offen einsehbar.<br />
All das zeugt also auch von der hohen Kompetenz, individuellen Kontrollverlust zuzulassen. Und der Kontrollverlust der Einzelnen festigt die Stabilität und Autonomie der gesamten ,community‘. Das Verfolgen eigener Ziele auf Kosten der Bewegung ist in diesem offenen System gleichrangiger Akteure ein minimiertes Risiko. So bringen sich sehr früh auch GegnerInnen der Bewegung aktiv in die ,digital community‘ ein. Versuche, die Bewegung zu lenken laufen ins Leere. Sie laufen in der Komplexitiät der ubiquitous cloud ins Leere, ohne dass sie durch Abschneiden von Kommunikationskanälen oder Unterdrückung von Content abgewehrt werden müssten.<br />
Die offene Kultur der basisdemokratischen Bewegung und ,digital community‘ bringt ein hohes Maß an Stabilität gegenüber Einzelinteressen und Manipulations- oder Usurpationsversuchen.</p>
<h3>Projektgeschichte</h3>
<p>Für die Emergenz des Phänomens unibrennt kann mit dem Nachmittag des Donnerstag, 22. Oktober 2009 ein genauer Geburtstermin angegeben werden. Über den Zeitraum der nächsten vier Tage, also von Freitag, 23. Oktober bis Montag, 26. Oktober 2009 und Nationalfeiertag in Österreich, explodiert dieses Phänomen in rasanter Ausdehnung. Am Ende dieser ersten Explosion ist die Kunde vom Ereignis unibrennt bei hunderttausenden Menschen angekommen, die Medienlandschaft Österreichs teilt sich einen gleich lautenden Aufmacher &#8211; Unibrennt! &#8211; auf allen Titelseiten und zehntausende Menschen sind vor Ort und im Netz involviert.<br />
Die folgenden Tage und Wochen sind von rasantem Wachstum und der Ausdifferenzierung der Bewegung nach Innen und nach Außen geprägt. Drei Wochen nach der Emergenz des Phänomens wird erstmals vom Flächenbrand gesprochen und die ,digital community‘ wächst in den gesamten deutschsprachigen Raum.</p>
<p><strong>Vorgeschichte</strong></p>
<p>Das ereignishaft wuchtige Ermergenz von etwas neuem ist nicht allein aus sich selbst heraus erklärbar. Selbst wenn das Neue keine Eltern hat, so ist die Emergenz des Phänomens unibrennt nur vor dem Hintergrund der Situation zu verstehen, in der sich dieses Ereignis entwickeln konnte.<br />
So hat auch das Ereignis eine Vorgeschichte und entwickelt sich unter Vorbedingungen, die es erst ermöglichen.</p>
<p>Drei vorangehende und unibrennt den Boden bereitende Entwicklungen müssen hier kurz angesprochen werden:</p>
<ol>
<li><em>Die grundlegende hochschulpolitische Situation</em>:<br />
Nach Jahren fortwährender Hochschulreformen, neuer Gesetze, Novellen und Implementierungswellen der neuen Gesetze und Novellen, nach Jahren der neoliberal ausgerichteten Umbauten der Universitäten ist die Situation endlich soweit eskaliert, dass das System kollabiert. Es kann kaum mehr von schlechten Bedingungen für Forschung und Lehre gesprochen werden sondern tatsächlich nur mehr von unmöglichen Bedingungen.<br />
Das Bologna-System ist an den eigenen Richtlinien gemessen gescheitert, der zuständige Minister hat über seine gesamte Amtszeit nachdrücklich vorgeführt, dass er das Wort Dialog nur in der Öffentlichkeitsarbeit kennt. Im Herbst 2009 haben die Bedingungen an der Universität Wien unhaltbare Formen angenommen. Allen Betroffenen ist bewusst, das die vorgesehenen Wege nicht gangbar sind. Die HochschülerInnenschaft kann nichts erreichen, wo schon ProfessorInnen scheitern, einen konstruktiven Dialog gibt es nicht und bald zehn Jahre internationaler Erfahrungen mit dem Bolognafiasko lassen niemanden im Zweifel, dass eine begründete Hoffnung auf Besserung bestünde.</li>
<li> <em>Der Zeitpunkt der Internetgeschichte</em>:<br />
Die selben Vorraussetzungen, die schon die Terroranschläge in Mumbai, die Wahlkampfbewegung für Barack Obama oder die Proteste im Iran zu neuartigen Ereignissen gemacht haben &#8211; zu hybriden Raum, Zeit, Gruppen, Massenmedien und Beteiligungsformen übergreifenden Netzwerken &#8211; sind auch dafür verantwortlich, dass unibrennt von Beginn an eine ,digital community‘ ist und sich selbst parallel rund um die besetzten Hörsäle und im Netz organisieren kann.<br />
Im Herbst 2009 ist im Gegensatz zur letzten Besetzung des Audimax der Uni Wien 2004 ein Großteil der Studierenden schon mit Laptops, Mobiltelefonen mit Digitalkamera und mit Benutzerkonten bei web2.0 Plattformen ausgestattet. Die Plattformen und Techniken des web2.0 sind ausreichend bekannt, dass noch vor den ersten Minuten des Besetzungsbeschlusses Nachrichten von den Geschehnissen an die Plattformen und in die Netzwerke gehen. Es existieren in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck bereits etablierte web2.0 communities, die sofort für die Bewegung in Anspruch genommen werden können. Die ,digital community‘ unibrennt schließt zudem viele lokale kleinere Netzwerkstrukturen auf unterschiedlichen Plattformen &#8211; Facebook, twitter, StudiVZ, &#8230; &#8211; mit neuen Verbindungen zu größeren Clusterstrukturen zusammen.<br />
Persönliche Bekanntschaften und auch Netzbekanntschaften verkürzen die Phasen für Absprachen und die Organisation der Selbstorganisation und gliedern in unglaublicher Geschwindigkeit Kompetenzen und Ressourcen in die Bewegung und ,digital community‘ ein.</li>
<li><em>Widerstandskultur und Malen-nach-Zahlen</em>:<br />
Zwei Tage vor dem 22. Oktober 2009 wird die Aula der Akademie der Bildenden Künste in Wien besetzt. Dieser Protest ist (noch) nicht spontan und selbstorganisiert sondern geplant und inszeniert. Proteste finden an den Universitäten laufend statt (siehe Punkt 1). Die Inszenierung des Protest an der Akademie ist ein gelungenes Beispiel und zeugt von überlegter Planung. Eine Homepage, ein Sujet, ein Slogan sind überlegt entwickelt und alles greift logisch ineinander. Die Protestform erklärt und visualisiert einfach verständlich, mit welchen Problemen die Akademie zu kämpfen hat und wogegen die Protestierenden dort auftreten.<br />
Massenmedien wie interessierte Betroffene an den anderen Universitäten nehmen die Proteste wahr. Einen Tag nach dem going-public dieser Proteste „malen-nach-zahlen“, am Mittwoch, 21. Oktober 2009 wird eine Demonstration auch für die Universität Wien angemeldet. Der Demobeginn ist für 12.00 geplant, der Treffpunkt der Platz vor der Votivkirche in Wien.</li>
</ol>
<p><strong>Die Formation der #unibrennt ,digital community‘</strong></p>
<p>Der Demonstrationszug der zukünftigen BesetzerInnen des Audimax erreicht am 22. Oktober nach einem Marsch durch das gesamte Hauptgebäude der Universität Wien gegen 14.00 den gerade nicht benutzten größten Hörsaal, das Audimax. Es wird die Besetzung beschlossen. Die ersten Nachrichten über die Besetzung gehen als Aufforderungen zur Unterstützung vor allem über twitter, aber auch sms, email, mobiltelefon und Facebook-Konten nach draussen und werden schnell weiter kommuniziert. Unterstützung trifft in Form von Schlafsäcken, Personen, Nahrungsmittel und technischem Equipment ein, womit hauptsächlich weitere Mobiltelefone, Digitalkameras und Laptops gemeint sind.</p>
<p>Parallel dazu beginnen auf diversen Plattformen im Netz die Spiele der Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit von SympathisantInnen und GegnerInnen der Besetzung. Es werden Stellungnahmen eingefordert und organisiert, Vorwürfe platziert und dementiert, die Foren der Onlinemedien bevölkert. Solidaritätserklärungen werden veröffentlicht und verlinkt, erste Bilder sind auf Facebook und über Twitter zu finden, Hashtags für die Besetzung beginnen sich durchzusetzen (#audimax, #unsereuni, #unibrennt).</p>
<p>Die BesetzerInnen diskutieren und formulieren eine Erklärung und publizieren sie auf einem Blog. Im Raum neben dem Audimax wird ein Medienzentrum eingerichtet. Eine Stunde nach dem Besetzungsbeschluss ist eine Fanpage auf Facebook eingerichtet, die zu einem bleibenden Brennpunkt der Bewegung werden soll.</p>
<p>&#8230;</p>
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		<title>Was bringt die Partnerschaft mit DiePresse für #unsereuni?</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 15:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Stunden bekommt <em><strong>diepresse.com</strong></em> wieder eine erkleckliche Anzahl an Klicks geschenkt. Weil es scheinbar gilt, eine &#8220;Abstimmung&#8221; zu Gunsten der Uniproteste zu beeinflussen.</p>
<p>Die Tage davor haben die der katholischen Kirche<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/was-bringt-die-partnerschaft-mit-diepresse-fur-unsereuni/#footnote_0_1122" id="identifier_0_1122" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die &amp;#8216;Styria Medien AG&amp;#8216; &nbsp;geh&ouml;rt dem &amp;#8216;Katholischen Medien Verein&amp;#8216;, dieser wiederum der &amp;#8216;Katholischer Medien Verein Privatstiftung&amp;#8216; und die dem Vernehmen nach der &amp;#8220;Katholischen Kirche in der Steiermark&amp;#8220;, der Di&ouml;zese Graz-Seckau.">1</a></sup> gehörende <em><strong>DiePresse</strong></em> und ihr Chefredakteurpopsternchen wieder viel Aufmerksamkeit und Erwähnungen in ua. der Blogosphäre generieren können.<br />
Warum? Weil der Chefredakteur mit dem rebellischen Schick die freilich erwartbare Linie des konservativen Blatts – wie bei ihm üblich – in scheinbar differenzierten und fast irgendwie wohl gesonnenen Humbug verpackt?</p>
<p>Ich frage mich ernsthaft, ob es für <strong><a href="http://unibrennt.at/" target="_blank" class="broken_link">#unsereuni</a></strong> sinnvoll ist, die &#8220;Diskursangebote&#8221; von <em>DiePresse</em> anzunehmen?</p>
<p><span id="more-1122"></span>Steht das nicht im Widerspruch zu der Form der selbstbewussten und selbstorganisierten Proteste?</p>
<p>Warum spielen wir da mit, was ist das Ziel, was die Chancen?</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 475px"><img title="DiePresse generiert Klicks" src="/images/DiePresse brennt.png" alt="DiePresse generiert Klicks" width="465" height="373" /><p class="wp-caption-text">DiePresse.com (screenshot) generiert Klicks</p></div>
<p>Wäre es nicht vergleichsweise netter, wenn eine Abstimmung in dieser Umgebung klar 0% für &#8220;Ja&#8221; gegenüber 100% für &#8220;Nein&#8221; ausginge, als dass wir alle gemeinsam versuchten, an den Prozentzahlen etwas herumzuschieben?</p>
<p>Würden 0% Zustimmung zu den Protesten die Legitimität der Proteste untergraben oder die Legitimität der Abstimmung, der Fragestellung und der Arena.</p>
<p>Kann die Zeitung <em>DiePresse</em> angesichts ihrer Eigentümerstrukturen und bei ihrer gesellschaftspolitischen Positionierung à la longue den Protesten auf den Hochschulen nur annähernd neutral gegenüber stehen?</p>
<p><strong>Strukturgegensatz</strong><br />
Es würde kaum der Arbeitsgruppe bedürfen, um zu skizzieren wie die Regeln dieses Terrains beschaffen sind, auf das wir uns hier begeben, odr? <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_eek.gif' alt=':shock:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Es sei mal ein positives Szenario skizziert:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Die Besetzungen halten bereits 3, 4 Wochen an. PolitikerInnen und Medien schreiben dageben an, es hilft nichts. Die Proteste haben sich ausgeweitet, finden in verschiedenen Städten statt, haben sich internationalisiert. Gleichzeitig ist kaum zu übersehen, dass die Besetzung einzelner, im Gesamtkontext des Raumangebots einer Universität sogar kleiner Räume, dass eine solche Besetzung nicht die Uni lahmlegt und normales Studieren problemlos ermöglicht.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Die Gesellschaft muss sich mit dem Phänomen auseinander setzten, die Interpretationsmacht der Massenmedien nimmt an Relevanz ab, wenn es um die Meinungsbildung geht, was hier abgeht.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Chefredakteure konservativer Zeitungen sehen sich nicht nur in einer Sprachregelung mit ÖVP-MinisterInnen und Wirtschaftsbossen sondern wieder einmal auch mit der extremen Rechten, die kaum etwas anderes kann, als die Proteste zu diffamieren.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Das was sich zu verändern beginnt, sind Gruppenidentiäten und Gruppenselbstverständnisse. Das was sich zu ändern beginnt, ist die Siegessicherheit der FPÖ in Hinblick auf die Wahlen in Wien. Denn das Klima in der Stadt verändert sich.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Das was sich zu ändern beginnt ist der selbstsichere Hohn der Neoliberalen, nach Eigenzuschreibung, Political Incorrecten, weil sie sich einem Phänomen gegenüber sehen, an dem Hohn und Häme abperlt.</strong></p>
<p>Ein solcher Klimawechsel, der sich im Selbstvertrauen von vielen Menschen und in der Stimmung in der Stadt auswirkt, wer hat vor diesem Wetterumschwung am meisten Angst, wer am meisten zu verlieren?</p>
<p><strong>Das ästhetische Feld wird so oder so neu geordnet</strong><br />
Wer besetzt jetzt das ästhetische Feld? Was ist cool, was uncool?</p>
<p>Aktionismus, <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/" target="_blank"><strong>Kritik</strong></a>, Engagement für die &#8220;<em>Verbesserung der Umstände</em>&#8220;, solche Peinlichkeite sind mit Negativbegriffen wie &#8220;<em>Gutmenschentum</em>&#8220;, mit &#8220;<em>nervig</em>&#8220;, mit &#8220;<em>lächerlich und naiv</em>&#8220;, mit &#8220;<em>altlinks bis linkslinks</em>&#8221; und mit &#8220;<em>Unreife</em>&#8221; und &#8220;<em>Rückwärtsgewandheit</em>&#8221; besetzt.</p>
<p>Dagegen ist das hämische Auslachen von kritischem und &#8220;<em>weltverbesserndem</em>&#8221; Engagement ein pauschales Zeichen von &#8220;<em>Reife</em>&#8220;?<br />
Tatsächlich funktioniert das ästhetische Feld <em><span style="text-decoration: underline;">noch</span> </em>so. Reaktion und Revanchismus sind – nun aber auch schon wieder seit den Tagen von Reagen und Thatcher – positiv besetzt und mit der ästhetischen Emphase des Rebellischen konnotiert.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/was-bringt-die-partnerschaft-mit-diepresse-fur-unsereuni/#footnote_1_1122" id="identifier_1_1122" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Anzeichen mehren sich seit geraumer Zeit, dass diese Logik ihren H&ouml;hepunkt &uuml;berschritten hat, ihre letzten Exzesse gebiert und im n&auml;chsten Jahrzehnt wohl wieder in eine andere Richtung kippen wird.">2</a></sup></p>
<p>Was passiert eigentlich mit der Masche der <em>DiePresse</em>-Chefredakteure, wenn das ästhetische Feld neu geordnet wird? Was, wenn ihnen<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/was-bringt-die-partnerschaft-mit-diepresse-fur-unsereuni/#footnote_2_1122" id="identifier_2_1122" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Vorg&auml;nger des aktuellen Chefredakteurs hat sich vom aktuellen darin ja nicht grundlegend unterschieden, dass beide mit der &Auml;sthetik des unangepassten Rebellen gearbeitet haben, w&auml;hrend sie f&uuml;r marktfundamentalistische und wertreaktion&auml;re Inhalte stehen.">3</a></sup> der rebellische Chic verlustig geht und in einer sich verändernden gesellschaftlichen Wahrnehmung der ungeschminkte reaktionäre Fundamentalismus übrig bleibt?</p>
<p>Das ästhetische Feld wird so oder so in den nächsten Jahren neu geordnet werden. Die gesellschaftspolitischen Pole des &#8220;Coolen&#8221; und des &#8220;Uncoolen&#8221; werden sich bewegen und irgendwann ihre Rochade für die nächsten Jahrzehnte vollzogen haben.<br />
Ereignisse wie jenes, das sich rund um die <strong>#unibrennt</strong> abzuzeichnen beginnen, können hier einen großen Unterschied machen. Einen Unterschied von gut und gerne 5 Jahren, die sich der Wind früher oder später dreht. Oder den Unterschied zwischen mühsam sich durch Häuserschluchten verwirbelnden Lüftchen und einem wohltuend aufrüttelnden, durch die Straßen fegenden Sturm.</p>
<p><strong>Wohlwollende Umarmungen ersticken am erfolgreichsten</strong><br />
Ich überlege, ob es sinnvoll ist, mit z.B. <em>DiePresse</em> zusammenzuarbeiten. Und das tun wir, indem wir ihr Klicks und Legitimität verschaffen. Das tun wir, wenn wir sie als Arena anerkennen, für gerade diese gesellschaftspolitischen Debatten, deren Zentrum jetzt gerade das<strong> Wiener #audimax</strong> zu werden verspricht.</p>
<p>Die Position einer Zeitung wie <em>DiePresse</em> (oder des ÖVP-nahen <em>Kuriers</em>) in Bezug auf diese gesellschaftspolitischen Debatten und Entwürfe ist klar. Sie muss einen Erfolg der <strong>#uniproteste</strong> fürchten wie der Teufel das Weihwasser.<br />
Für <em>DiePresse</em> ist es doppelt naheliegend, die Protestierenden wohlwollend zu umarmen. Diese Umarmung ist für Klicks, Auflagenstärke und Positionierung in der Medienlandschaft ökonomisch sinnvoll. Vor allem ist eine solche Umamrung aber politisch motivierte Kontrolle.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1122" class="footnote">Die &#8216;<em>Styria Medien AG</em>&#8216;  gehört dem &#8216;<em>Katholischen Medien Verein</em>&#8216;, dieser wiederum der &#8216;<em>Katholischer Medien Verein Privatstiftung</em>&#8216; und die dem Vernehmen nach der &#8220;<em>Katholischen Kirche in der Steiermark</em>&#8220;, der Diözese Graz-Seckau.</li><li id="footnote_1_1122" class="footnote">Die Anzeichen mehren sich seit geraumer Zeit, dass diese Logik ihren Höhepunkt überschritten hat, ihre letzten Exzesse gebiert und im nächsten Jahrzehnt wohl wieder in eine andere Richtung kippen wird.</li><li id="footnote_2_1122" class="footnote">Der Vorgänger des aktuellen Chefredakteurs hat sich vom aktuellen darin ja nicht grundlegend unterschieden, dass beide mit der Ästhetik des unangepassten Rebellen gearbeitet haben, während sie für marktfundamentalistische und wertreaktionäre Inhalte stehen.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<title>Ach was muss ich oft von bösen Frauen hören oder lesen!</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 20:20:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[ich veröffentliche hier – mit Erlaubnis des Autors und einem zweifachen Dankeschön meinerseits1 – einen Leserbrief von Jochen Kugler an den Falter2] Nina Horaczeks Kommentar (&#8220;Jetzt leiden selbst grüne Softies unter Kastrations-Ängsten&#8220;) im Falter 25/09 hat wieder heftig in einer schmerzenden Wunde gebohrt: Seit der unsäglichen Diskussion um Voggenhubers &#8220;Nicht-Wahl&#8221; quälen mich als Grüner, emanzipierter, feministischer und [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="padding-left: 30px; text-align: right;"><span style="color: #993300;">[ich veröffentliche hier – mit Erlaubnis des Autors<br />
und einem zweifachen Dankeschön meinerseits<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/ach-was-muss-ich-oft-von-bosen-frauen-horen-oder-lesen/#footnote_0_996" id="identifier_0_996" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Danke erstens f&uuml;r den Text, n&auml;mlich inhaltlich und vor allem daf&uuml;r, DASS er geschrieben wurde. Ich habe ihn weitergeleitet bekommen, er scheint seine Runden gemacht zu haben. Ich habe den Autor angemailt, ob er sonst irgendwo ver&ouml;ffentlicht ist und ob ich ihn, wenn nicht, im kellerabteil2.0 ver&ouml;ffentlichen darf. Dank also zweitens f&uuml;r das Zur Verf&uuml;gung Stellen. &amp;gt;lg chr.">1</a></sup> –<br />
einen Leserbrief von Jochen Kugler an den Falter<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/07/ach-was-muss-ich-oft-von-bosen-frauen-horen-oder-lesen/#footnote_1_996" id="identifier_1_996" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jochen Kugler hat den Leserbrief f&uuml;r den Falter verfasst, der sich mit den &quot;Gr&uuml;nen Kastrations&auml;ngsten&quot; in Nina Horaceks Kommentar zur Causa Voggenhuber, das &quot;Frauenproblem&quot; und den Gr&uuml;nen M&auml;nnern besch&auml;ftigt. Da der Leserbrief durch die starke K&uuml;rzung sehr an Bedeutung und Inhalt verloren hat, wurde er in voller L&auml;nge &uuml;ber andere Wege verbreitete.">2</a></sup>]</span></p>
<p>Nina Horaczeks Kommentar (&#8220;<em>Jetzt leiden selbst grüne Softies unter Kastrations-Ängsten</em>&#8220;) im <strong><a href="http://www.falter.at/" target="_blank" class="broken_link">Falter</a></strong> 25/09 hat wieder heftig in einer schmerzenden Wunde gebohrt:<br />
Seit der unsäglichen Diskussion um Voggenhubers &#8220;Nicht-Wahl&#8221; quälen mich als Grüner, emanzipierter, feministischer und (sic!) selbstbewusster Mann ständig die selben Fragen:</p>
<p>Warum muss ich mich damit abfinden, dass intelligente, reflexive und durchdachte Kommentare zur Causa Prima ausschließlich von Frauen kommen?<br />
Warum kommen alle jenseitigen, beleidigten, unreflektierten Kommentare ausschließlich von Männern?</p>
<p>Was sagt es uns, dass die richtig beleidigten, wehleidigen und unreflektierten Kommentare mit einer erstaunlichen Häufigkeit von &#8220;aufgeschlossenen&#8221; Männern in der Nähe ihrer 50er kommen?<br />
<span id="more-996"></span>Könnte es sein, dass hier jeMANNdem im Zweifelsfall doch eher die Ego-Jacke näher als das Gleichberechtigungs-Hemd ist? Dass hier Menschen, nein sprechen wir es aus, MÄNNER, schön in der 68er Frauen-Gleichberechtigungs-Bewegung mit geschwommen sind, sich ihre Posten mit wohlmeinenden Parolen gesichert haben und nun die Panik bekommen, weil sie den Zahltag wittern?</p>
<p>Es ist doch unglaublich: Wie keine andere Partei setzen sich die Grünen seit Jahren für die echte Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Bis vor kurzem an ihrer (medialen) Spitze Van der Bellen, Voggenhuber, Pilz, Chorherr, Kogler, &#8230; Lauter Männer? Tja, nein, da gibt es doch auch noch &#8230;</p>
<p>Die &#8220;liberalen&#8221; Blätter unseres Landes unterstützen die Grünen natürlich in Ihren Anliegen. Die Chefredaktionen und Chefkommentatoren dieser Blätter: überwiegend Männer? Ups, das kann doch nur ein Zufall sein, oder? Aber für die &#8220;Frauensache&#8221; kann MANN doch auch sein, oder? Doch! Könnten Mann. Müsste Mann.</p>
<p>Die anderen Parteien ergehen sich in Solidaritätsbekundungen, weil: Gleichberechtigung ist auf jeden Fall wichtig. Klar! Aber zwingen? Nein, zwingen können wir natürlich niemanden zu irgendetwas. Parteispitze, Klubobmänner (!), Spitzenkandidaten für Nationalrat wie Europäisches Parlament bei SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ &#8211; beinahe ausschließlich Männer? Tja, so ist das halt mit der Politik. Da ist es einfach schwer, qualifizierte Frauen zu finden, für diesen harten und schmutzigen Job.<br />
Sieht mann ja: Die Frauen, die sich das antun, werden dann &#8220;frustriert&#8221; und &#8220;gehen auf die Männer&#8221; los.</p>
<p><strong>So weit die Vorgeschichte. Was ist dann passiert?</strong><br />
Da leisten sich die Grünen doch echt den Luxus ihrer Liste für die Europawahlen wirklich demokratisch wählen zu lassen und nicht (von Männern?) in geheimen Parteizirkeln. Und da treten dann unter anderem 3 Kandidatinnen (Lunacek, Lichtenegger, Vana) und ein Kandidat (Voggenhuber) an. Allesamt versierte und engagierte EuropapolitikerInnen. Alle (oder zumindest zwei) wollen SpitzenkandidatIn werden. Und dann wählen über 200 anwesenden Menschen (Männlein wie Weiblein, die berühmte &#8220;kritische Basis&#8221;), dass sie Lunacek gerne auf Platz 1 hätten.<br />
Voggenhuber hat diese Abstimmung verloren. Die normale (weibliche?) Reaktion: Niederlage verschmerzen, für Platz 2 kandidieren, sich für die gemeinsame Sache zurücknehmen und (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) wieder ins EU-Parlament einziehen.</p>
<p>Aber: in welcher Welt lebe ich denn? Wir reden hier von Voggenhuber. Der ist nicht irgendein Politiker! Er ist die EU. Er ist die Grünen! Und er ist: ein Mann! Und der kann – das geht ja schon mal gar nicht – auf Platz 2 kandidieren! Wie soll sein Ego das verkraften?<br />
Da muss wutentbrannt abgezogen werden. Da muss die Öffentlichkeit informiert werden, über die Machenschaften der Parteispitze (Natürlich: die FRAUEN!), die Intrigen der Partei gegen den &#8220;Unbequemen&#8221;, die Machtübernahme der Frauen bei den Grünen. Das &#8220;Ende&#8221; der Männer bei den Grünen. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  Da muss sofort Vorsorge getroffen werden, die unglaubliche falsche und natürlich gelenkte Wahl zu korrigieren. Am besten damit, dass mann die Probleme medial aufzeigt und danach auf das demokratische Mittel der Vorzugsstimmen setzt (und ein klein wenig auf mediale Erpressung der Partei. Aber wo gehobelt wird,  &#8230;)</p>
<p>Natürlich – Versprochen! – ohne Schmutzkampagne gegen die eigene Partei. Wir sitzen doch alle im selben Boot, oder? Und ohne Voggenhuber – das weiß niemand besser als Voggenhuber – werden wir darin untergehen.</p>
<p><strong>Die Aufgeschlossenheit der aufgeschlossenen Medien</strong><br />
Das geht natürlich nicht. Da springen dann die &#8220;links-liberalen Medien&#8221; ein. Da müssen die Männer in diesen Medien vor. Da müssen die &#8220;strategischen Probleme&#8221; besprochen werden, die die Grünen mit einer &#8220;ausschließlichen Frauenspitze&#8221; haben. Stelle sich nur einer vor: da sitzen doch tatsächlich an der Partei- UND an der EU-Spitze der Grünen AUSSCHLIESSLICH Frauen. Da werden verdiente, &#8220;unbequeme&#8221; Männer einfach &#8220;entsorgt&#8221;, schlicht weil sie &#8220;keine Titten&#8221; haben (was ja – wie wir zufällig <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/12/von-efgani-donmez-und-elisabeth-gehrer/" target="_blank">von einem Mann erfahren</a> haben – als Qualifikation nicht ausreicht).<br />
Natürlich wurde &#8220;der Mann&#8221; nicht &#8220;entsorgt&#8221;, weil er sich in einer Frage (EU-Reformvertrag ohne Wenn und Aber) zu sehr exponiert hatte und dafür keine Mehrheit als Spitzenkandidat gefunden hatte.</p>
<p>Gleichberechtigung sei ja wirklich wichtig (so die wohlmeinenden Kommentatoren). Aber was &#8220;die Grünen Frauen&#8221; hier mit dem armen und allerbesten Johannes Voggenhuber gemacht haben, das geht ja wohl wirklich nicht! Das wird den Grünen noch auf den Kopf fallen. Das werden wir euch so lange ins mediale Stammbuch schreiben, bis es auch die letzten Grünwähler glauben. Als Team antreten? Voggenhubers EU-Kompetenz mit Lunaceks Erfahrung als Sprecherin der Europäischen Grünen zusammentun? Pah! Schmecks!<br />
<em>Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!</em></p>
<p><strong>Also welche Dynamiken sind hier am wirken?</strong><br />
Kann mich irgendjemand vor meiner Analyse retten, dass das alles Paradefälle &#8220;männlicher Verhaltensweise&#8221; sind? Kann mich irgendjemand vom Gedanken abbringen, dass  Frauen so etwas nicht tun würden?<br />
Kann mir irgendjemand aus dem moralischen Dilemma befreien, dass die &#8220;Besserwisser&#8221;, denen die Angst vor Machtverlust aus jeder Körperpore dringt, fast ausschließlich Männer waren und sind? Sei es grün-intern (Voggenhuber, Pilz, Chorherr, Van der Bellen) oder von Seiten der &#8220;wohlwollenden Öffentlichkeit&#8221; (von Rauscher bis – ja ich kann es nicht ausnehmen – Armin Thurnherr)?</p>
<p>Kann mit bitte jemand erklären, warum (auch bei den Grünen) immer nur die Männer Mord und Totschlag schreien, wenn sie eine interne Wahl verlieren. Oder können Sie sich an mediale Kampagnen von Ulrike Lunacek erinnern, als sie in den letzten Jahren nicht Spitzenkandidatin für die EU wurde? Können Sie sich an mediale Diskurse über die ausschließlich männliche Parteispitze der Grünen erinnern (Van der Bellen in Ö und Voggenhuber in der EU) als die Grünen Verluste bei der letzten NR-Wahl einfuhren? Hat jemand über männliche Verschwörungen beim Wechsel von Petrovic auf Van der Bellen gesprochen?</p>
<p>Und kann mir bitte jemand erklären, warum sich bis dato kein einziger Mann gefunden hat, der diese Unglaublichkeiten der &#8220;alten Männer&#8221; kommentiert? Kein Grüner, kein Linker, kein &#8220;liberaler Journalist&#8221;.<br />
Warum die &#8220;linken Männer&#8221; hier bestenfalls schweigen, und es den &#8220;linken Frauen&#8221; überlassen, die Dinge auf den Punkt zu bringen?<br />
Jenen Frauen, denen mann dann getrost &#8220;zwischen den Zeilen&#8221; mitteilen kann, dass sie ja &#8220;nur Probleme mit den Männer&#8221; haben?</p>
<p>Kann es sein, dass es wirklich ausschließlich Aufgabe der Frauen ist, darauf hinzuweisen, dass die Machtzentren ALLER österreichischen Parteien außer der Grünen ausschließlich von Männer gelenkt werden (SPÖ: Kanzler, EU-Delegations-Spitze, Klubobmann, alle wichtigen Minister, ÖVP: Vizekanzler, Klubobmann, Parteichef, EU-Delegations-Spitze, von F und BZÖ wollen wir hier gar nicht reden)?<br />
Und dass es in diesem Zusammenhang schon einem gerüttelten Maß (männlicher) Unverfrorenheit bedarf, um ernsthaft das &#8220;Problem&#8221; von zwei Frauen in Spitzenfunktionen bei den Grünen medial zu diskutieren?</p>
<p><strong>Es wird weh tun. Und es wird gut sein!</strong><br />
Ja liebe Männer, gleiche Rechte und gleicher Lohn, gleiche Teilhabe und gleiche Macht für Männer und Frauen müssen selbstverständliche Forderungen aller aufgeklärter Menschen sein. Und:<br />
Ja, liebe Männer, das wird bei uns zu Machtverlust führen!</p>
<p>Ja, die Frauen werden nicht aufhören ihre Rechte einfordern. Aber wir werden auf selbstverständlich geglaubte Machtpositionen verzichten müssen. Es wird schmerzen. Es wird nicht toll sein. Aber es wird sich lohnen. Spätestens wenn unsere Kindern (Töchter wie Söhne) uns als Väter einmal fragen, was wir eigentlich damals getan haben, als Chefetagen, Aufsichtsräte, Parteivorstände, Professuren, Chefredaktionen, Gewerkschaften und Interessenvertretungen – schlicht alle Machtgremien unseres Landes – von Männern besetzt waren. Damals &#8230;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Jochen Kugler<br />
Ehemaliger Sozialreferent der Wr. Grünen<br />
Einziger männlicher Soziologe in einem ansonsten weiblichen Forschungsteam</em></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_996" class="footnote">Danke erstens für den Text, nämlich inhaltlich und vor allem dafür, DASS er geschrieben wurde. Ich habe ihn weitergeleitet bekommen, er scheint seine Runden gemacht zu haben. Ich habe den Autor angemailt, ob er sonst irgendwo veröffentlicht ist und ob ich ihn, wenn nicht, im kellerabteil2.0 veröffentlichen darf. Dank also zweitens für das Zur Verfügung Stellen. <em>&gt;lg chr.</em></li><li id="footnote_1_996" class="footnote">Jochen Kugler hat den Leserbrief für den Falter verfasst, der sich mit den "Grünen Kastrationsängsten" in Nina Horaceks Kommentar zur Causa Voggenhuber, das "Frauenproblem" und den Grünen Männern beschäftigt. Da der Leserbrief durch die starke Kürzung sehr an Bedeutung und Inhalt verloren hat, wurde er in voller Länge über andere Wege verbreitete.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>ÖffentlichkeitsBeArbeiter und Gruppenselbstbetrug</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2009 10:16:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[es ist weniger Journalisten versus Blogger als vielmehr virtuelle Realität versus Realverhältnisse. like &#8230; Ökonomie des Massenmedialensystems z.B. &#8212; &#8230; aus der Serie 4Feldertafeln zum &#8220;Selbst Befüllen&#8221; Ähnliche Einträge: Weltsicht Aktiv im politischen Feld Gewalt
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>es ist weniger Journalisten versus Blogger<br />
als vielmehr<br />
virtuelle Realität versus Realverhältnisse.<br />
like &#8230; Ökonomie des Massenmedialensystems z.B.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="/images/4Feldertafel OeffentlichkeitsBeArbeitung.png" alt="Kreuztabelle Öffentlichkeitsarbeiter" /></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>&#8230; aus der Serie <em><a href="http://www.kellerabteil.org/tag/4-felder-tafel/">4Feldertafeln zum &#8220;Selbst Befüllen&#8221;</a></em></p>
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		<title>Baharestan Platz, Teheran</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 02:08:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Tian’anmen-Massaker liegt 20 Jahre zurück, zwei Jahrzehnte und ein paar Tage. Eine Generation. Einmal Mündigkeit, Abschluss der Schulbildung, Wehrpflicht. Einmal, in vielen Weltgegenden immer noch die Regel, vor nicht allzuvielen Jahrzehnten sowieso selbstverständlich: einmal von Geburt bis zur Elternschaft. Die Bilder von Tian’anmen sind nicht vergessen. Sickert jetzt die Gewißheit ein, dass es sich gerade [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tian’anmen-Massaker" target="_blank" class="broken_link">Tian’anmen-Massaker</a> liegt 20 Jahre zurück, zwei Jahrzehnte und ein paar Tage. Eine Generation. Einmal Mündigkeit, Abschluss der Schulbildung, Wehrpflicht. Einmal, in vielen Weltgegenden immer noch die Regel, vor nicht allzuvielen Jahrzehnten sowieso selbstverständlich: einmal von Geburt bis zur Elternschaft.<br />
Die Bilder von Tian’anmen sind nicht vergessen.<br />
<em>Sickert jetzt die Gewißheit ein, dass es sich gerade wiederholt hat?</em> <a href="http://iran.whyweprotest.net/news-current-events/2327-green-brief-8-a.html#post18505" target="_blank" class="broken_link">→</a><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/baharestan-platz-teheran/#footnote_0_945" id="identifier_0_945" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ein Nachtrag: siehe dazu, dh. dazu, was am Folgetag als halbwegs &uuml;berpr&uuml;fbar verifiziert werden konnte die Analyse von NiteOwl.">1</a></sup></p>
<p>Im Juni 1989 war ich 17, übergewichtig, Außenseiter in der Sportklasse, wenigstens nicht mehr so im Eck, dass ich die Arschkarte gehabt hätte; aber halt Einzelgänger, unangenehm belesen, freilich null Ahnung in Popkultur, peinlich gewandet, aber Hauptsache mit ein wenig Weltliteratur vertraut, den Anderen ein Horror im Stadt-Land-Spiel, wenn s hoch kommt 3x mal nem Mädel selbst zusammen gestellte Musikkassetten geschenkt, ernsthaft geglaubt, Hippies waren intelligente philosophische Rebellen, meinen Vater verachtet, meine Mutter gehaßt und nicht gemerkt, dass ich sie verehre und es unerwiderte Liebe war, in Globalgeschichte weit über die eurozentristische Schreibung hinaus bewandert und die GymnasiallehrerInnen für fast jedes Fach außer Deutsch und Physik auslachend.<br />
Den Weltschmerz hatte ich schon seit einigen Jahren jongliert, und in der Haltung des Kapitäns von Siegfried Lenz&#8217; Feuerschiff hatte ich eine Position gefunden. Dass überall auf dem Planeten Menschen unterdrückt, gequält und ermordet wurden, <em>nämlich laufend</em>, das war mir bewusst. Und <em>laufend </em>hieß, nämlich auch unabhängig von gerade aktuellen, aber in meiner Jugend (und meiner Erinnerung) sowieso fast alltäglichen Bilder und Berichten von Putschen und Konterputschen in Afrika oder Lateinamerika.</p>
<p><span id="more-945"></span><strong>Vor dem Ende der Geschichte</strong><br />
Ich bin aufgewachsen mit den Bildern der Militärparaden am Roten Platz, mit Filmen wie &#8216;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag_danach" target="_blank" class="broken_link">Der Tag danach</a>&#8216;, mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg" target="_blank" class="broken_link">Alltag des Golfkrieges</a> und seinen Bildern vom Gaskrieg aus dem Shat El&#8217;Arab, mit der visuellen Omnipräsenz der Nuklearsprengkörper bestückten Langstreckenraketen in Zeit-im-Bild-Sendungen und mit dem Bewusstsein, dass in den lateinamerikanischen Diktaturen RegimekritikerInnen einfach verschwanden und entweder nach Jahren für Tod erklärt wurden oder Jahre später Fotos auftauchten, die ihren Tod bald nach dem Verschwinden bezeugten.<br />
Und ich bin mit nur zwei Fernsehsendern aufgewachsen, die noch dazu über viele Stunden des Tages Schneegestöber zeigten und von denen einer nur dann vor 9.00 sendete, wenn<a href="http://www.youtube.com/watch?v=TZHIo5ylQA8" target="_blank"> Marvin &#8220;the marvelous&#8221; Hagler</a> boxte, die nach 18.oo kein Kinder- oder Jugendprogramm mehr hatten (von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Stöckl" target="_blank" class="broken_link">OKAY </a>am Sonntag und von Sport am Montag abgesehen), und die amerikanische, französische und italienische Spionage-Filme mit einer Plot- und Dialogkomplexität zeigten, die heute von höchstens nur mehr von FilmwissenschaftlerInnen analysiert werden. Ich bin mit den einzig erträglichen Sendungen &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Guglhupf" target="_blank" class="broken_link">Guglhupf</a>&#8221; (<em>wird eben eingestellt</em>) und &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Musicbox" target="_blank" class="broken_link">Musicbox</a>&#8221; (<em>hab ich damals meistens nicht verstanden</em>) im Radio aufgewachsen, in einer Stadt, deren nächste München war, welche wiederum maximal die Spider Murphy Gang gegen den Austro-Pop setzen konnte.<br />
Alles in allem: kalter Krieg.</p>
<p><strong>Der Tian’anmen-Platz</strong><br />
Es ist aus der Distanz nicht einsichtig, warum Tian’anmen in meiner Erinnerung eine hervorragende Stellung einnimmt. Monate später, die Bilder von den unbekannten, höflich-gefasst sich freuenden Menschen, die da am Zaun auftauchten, diese Bilder waren nicht weniger bewegend. Auf der Landkarte in meinem Kopf waren sie in gebrechlichen Kisten durch dieses im Fernsehen immer rot hinter der fetten schwarzen Linie gezeichnete Terrain gefahren, hatten sich als Ungarntouristen innerhalb ihrer Ostblockwelt abgeseilt, ihre Wohnungen und bisherigen Leben zurückgelassen und zuckelten dann schüchtern durch einen frisch aufgeschnitten Stacheldraht.<br />
Etwas später viel die Mauer, viel lauter, heller, greller. Natürlich liefen mir auch da wieder, ebenso wie allen anderen, die Tränen herunter, bei den Bildern der fassungslos durch Brandenburger Tor Strömenden wie sie den fassungslos am Kurfürstendamm Spazierenden in die Arme fallen.</p>
<p>In Moskau wiederholten sich dann, in meinem Kopf traumatisch, aber mit anderem Ergebnis, die Bilder von sich vor Panzer legenden Menschen.<br />
Überhaupt fällt mir auf, dass meine Jugend mit medialen Bildern von vollkommen selbstverständlichen Panzern markiert ist, die dann irgendwann wie spurlos verschwanden.</p>
<p>Tian’anmen war anders. Tian’anmen war anders als Südafrika, anders als die Falklands, anders als El Salvador, anders als Bukarest, als Vietnam, das Nasser-Attentat, Ghandi, die Flugzeugentführungen, die Geiselnahmen, die RAF und die Roten Brigaden, Uganda, die Killing Fields, Chile oder Argentinien, Nicaragua.</p>
<p>Tian’anmen war ungeheuerlich. Tian’anmen war kein Satellitenstaat sondern China, die alte Kulturnation, das rote China, vor dem sich sogar die Sowjets fürchteten. Tian’anmen war kein Putsch, keine ungeklärte politische Situation, keine Protest von hilflosen Verzweifelten, denen man à la longe keine Chance gab, keine Guerillaaktion von Widerständlern, die gegen Gewalt Gegengewalt setzten.<br />
Tian’anmen war die Ahnung von einer Weiche in der Universalgeschichte. Tian’anmen war kein Spielfeld, auf dem schließlich die Systemgegner ihre Marionetten es ausfechten lassen würden. Tian’anmen war ein Erdbeben, das die Welt meiner Generation erbeben ließ; bzw. zumindest meine. Tian’anmen war <em>eine andere Welt ist möglich</em>, bevor ich den Spruch gehört hatte oder auch nur denken hätte können.</p>
<p>Junge Menschen gegen ein altes Regime, das plötzlich wie ein Auslaufmodell der Geschichte wirkt.</p>
<p><strong>Neda, twazzup, der immunisierende flash-back</strong><br />
Bald nach den ersten Bildern aus dem Iran war Tian’anmen wieder da. Bald nach den ersten Bildern aus dem Iran war der Schmerz, das Ohnmachtsgefühl, das Bewusstsein der eigenen Lächerlichkeit wieder da. Natürlich geht da mit den ersten Bildern aus dem Iran auch die Hoffnung einher, dass es anders als am Tian’anmen enden möge. Aber die Hoffnung ist kein vibrierendes Sehnen, nicht das Bitte-Bitte-Lass-es-gut-ausgehen Hoffen, es ist bar der emotionalen Vorauszahlungen auf ein Happy-End. Es ist abgeklärt, fucking realistisch abgeklärt. Wenn, dann ist es prophylaktisch nüchtern kalkulierend: ja, es kann eine friedliche Revolution werden, wahrscheinlicher ist &#8230;</p>
<p>Die Bilder aus dem Iran kamen diesmal nicht via Fernseher, nicht via ZiB. Gäbe gar keinen Fernseher mehr in meinem Haushalt. Fuck die Unterhaltungsindustrie, die virtuelle Welt der Massenmedien, deren Problem qualitativen Nachwuchses jenes der politischen Parteien und Interessensvertretungen noch harmlos erscheinen lässt.</p>
<p>&#8220;<em>Neda</em>&#8221; sehe ich auf dem youtube-Kanal eines iranischen Benutzers sterben. Da steht der Zuseherzähler noch auf knapp über 200. Ein paar Stunden später ist das Video von diesem iranischen Account gelöscht. Benutzerrichtlinienverletzungen schreibt Youtube. Aber da ist das Handycam-Video schon auf mehreren anderen englisch-sprachigen Accounts gespiegelt und ich habe &#8220;Neda&#8221; Sterben auch noch aus anderer Handycamperspektive via Facebookvideo gesehen.<br />
Noch einige Stunden, und CNN wird das Video im TV bringen, etwas entschärft. Es war Zufall, dass ich es seit Stunden kenne. Auf Twitter wird die Übertragung von CNN mit einem Triumphgeheul beantwortet, weil man als Crowd via Twitter CNN dazu bewegt habe. Ein Sieg für die Wahrheit.</p>
<p>Parallel beginnt der zunehmende Strom an Anklagen, warum Obama schweige, warum die USA nicht eingreife, warum den die immer so siegreiche U.S.Army nicht schon im Iran für demokratische Ordnung sorge. Obama wird Mörder genannt, Amis entschuldigen sich für ihr Land und bekennen, dass man in den USA offensichtlich keine Führung habe. Die Dynamik des schnellen web2.0 lässt diese Stimmung in minutensprüngen intensiver werden und binnen Stunden ein faszinierendes Maß des Ausdrucks emotional gestresseter Idiotie erreichen.</p>
<p>Ich bekomme das alles über <strong><a href="http://www.twazzup.com/search?q=%23iranelection&amp;l=all" target="_blank" class="broken_link">twazzup</a></strong> mit. Es ist beeindruckend. Die stupiden RT&#8217;erInnen sind bald von neuen Meldungen zu trennen. Die Störenfriede und TrittbrettfahrerInnen leicht ausgesiebt. Gewissheit gibt es deswegen auch keine. Die gab es freilich nie. Alles andere ist eine Illusion der Massenmedien, ihrer letzten Vertrauten und Fans, mit müdem Augenaufschlag zu quittieren. Die Nachrichtenredaktionen von CNN abwärts haben ihre Qualitäten. Ich schätze sie auch, aber sie überschätzen sich. Mensch muss immer noch ihre virtuelle Welt durch eigene Arbeit von dem Schmalz der auftragsmäßigen Epenmalerei freischälen.</p>
<p><strong>Wie mittendrin statt live dabei ist eine <em>twazzuped rebellion</em>?</strong><br />
Die emotionale Distanz ist schmerzhaft. Sie trennt mich gleichermaßen von dem, was und wer ich mit 17 Jahren war, als auch mit vielen, den meisten tweets, facebook-Einträgen etc.<br />
Mit 17 wollte mein ganzes Ich nach Peking. Sofort. Ich wollte helfen, klar, auch dabei sein, aber eigentlich helfen. Das lese ich dieser Tage nun wieder in hundert, in tausend Variationen. Plus der Hilfeschreie, warum wir denn nicht da wären, um zu helfen. Meine Fresse, du naives Ding, glaubst Du echt, nur Ihr sterbt da gerade, werdet unterdrückt, geschlagen und kämpft mit wenig Aussicht auf Erfolg für eine bessere Welt?</p>
<p>Nein, das denkst Du natürlich nicht. Deine Gedanken sind nicht bei den anderen Unterdrückten, ungerecht missbrauchten, jetzt gerade Sterbenden und Ermordeten. Deine Gedanken sind nicht bei den anderen, so wie &#8220;unsere&#8221; bei Dir sind. Aber Du sitzt auch nicht in Wien am Laptop mit Docking-Station und Wlan. Oder in irgendeinem Kaff in Europa oder den USA. Du hast wirklich Angst. Du hast vielleicht auch diffuse, aber konkrete Ängste.<br />
<em> Deine </em>Gesellschaft wird gerade traumatisiert, nach ein paar Tagen mittelruhigen Status Quo jetzt wohl gezielt mit brutalem und bewusst exemplarischen Massenmord traumatisiert auf zwei, drei weitere Generationen hinaus.</p>
<p>Du<em> </em>wirst gerade zur MittäterIn gemacht, weil <em>Du</em> damit umgehen wirst müssen (, wenn es Dich nicht kapput macht), in den nächsten Jahrzehnten in dieser Gesellschaft zu leben. Du wirst verdrängen müssen und nicht vergessen können, und Du wirst dem Selbstvorwurf, überlebt zu haben und nicht zerhackt worden zu sein, letzlich mit Verdrängung beantworten müssen. Du wirst das Regime und die Gesellschaft irgendwann irgendwo irgendwie verteidigen, weil diese Verteidigung der Gesellschaft, in der Du lebst, Dir eine psychologische Notwendigkeit zur Rechtfertigung Deines Überlebens sein wird, wo doch <em>Deine </em>Brüder und Schwestern ermordet wurden. <em>Du </em>wirst Dich immer schuldig fühlen, so wie die überlebenden Juden, so wie die Überlebenden der Generation vom Tian’anmen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><img class=" " title="Toter vom BaharestanPlatz" src="/images/axe-wound.jpg" alt="Toter vom Baharestan Platz" width="480" height="360" /><p class="wp-caption-text">Toter vom Baharestan Platz (Bild aus diesem Bericht)</p></div>
<p>Aber Du bist vereint. Nicht nur Du wirst Dich schuldig fühlen, da Du nicht helfen konntest und nicht sterben durftest, auch die Täter werden durch ihre Tat für immer an diesen Moment gebunden sein. Sie werden auch verdrängen müssen. Ihr werdet in der gleichen Gesellschaft älter werden. Verbunden durch die Erinnerung an etwas, was eure Gesellschaft definieren und von ihr tabuisiert werden wird.</p>
<p>Ihr seid jetzt schon Verbündete, nein nicht freiwillig, nicht wissentlich, nur dass jene, die das Befohlen haben, das jetzt schon wissen und in ihren Kalkulationen einbezogen.</p>
<p><strong>Was heißt hier &#8216;unimaginable horror&#8217;?</strong><br />
Die Herrschaft des Totalitarismus hat (nur) wieder einmal ihre Fratze gezeigt, die Larve abgestreift und gezeigt, was ihre Mittel, Instrumente, Möglichkeiten sind, wenn sie sich angegriffen fühlt. Das macht es nicht weniger verabscheuenswürdig und unverzeichlich. Die Herrschaft des Totalitarismus hat ihre Krüppel herangezogen, gehortet und hat sie jetzt tatsächlich brauchen können. Sie hat die geschädigten, aufgehetzten Zukurzgekommen mit den Skrupellosen und den von ihrer Pflichtversessenheit Aufgesogenen zusammen in Gesichtslose Larven gesteckt und ihnen einen Feind gegeben, an dem ein Exempel zu statuieren sei.<br />
Das Exempel diene der Aufrechterhaltung der Ordnung. Der Aufrechterhaltung nicht irgendeiner Ordnung, sondern der, der Gesellschaft. Es ginge um das Wohl, um die Zukunft, um die Gesundheit der Gesellschaft. Das Exempel sei so zu vollziehen, dass es als eine saubere Operation betrachtet werden könne, dass keine weiteren Krankheitsherde mehr zurück blieben.<br />
Die Axt als Skalpel sei hier angebracht. Die Menschheit hat Übung, oder sagen wir wenigstens, Erfahrung darin.</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=mEtVRgZ3Szw">www.youtube.com/watch?v=mEtVRgZ3Szw</a></p>
</p>
<p style="text-align: left;">Ich erspare mir die Bezüge zu Österreich, zum Mob gar nicht so entfernter Tage (die Traumatisierten aller Seiten leben noch) und zum Mob dieser Tage. Vor allem erspare ich mir den Bezug zu den totalitär geherrscht Habenden der gar nicht so entfernten Tage und zu den totalitär herrschen Wollenden dieser Tage.<br />
Wer hier, &#8216;<em>das kann man aber wohl nicht vergleichen schreit</em>&#8216;, denen ist so oder so kaum zu helfen. Schon gar nicht in einem BlogPost öffentlich privater Trauerarbeit.</p>
<p style="text-align: left;">In meiner Lebensspanne gehen sich noch zwei, drei und vielleicht viel Baharestan oder Tian’anmen Plätze aus. Und das Phänomen ist keines meiner Lebensspanne. Was heißt also schon &#8220;unglaublich&#8221; und &#8220;unvorstellbar&#8221; als Adjektiv vor dem substantiven Horror? Heißt es, dass wir nicht glauben wollen, dass wir es uns nicht vorstellen wollen? Oder heißt es, dass wir nicht glauben und uns nicht vorstellen können, was hier passiert?</p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;</strong><strong>Es ist krank&#8221; &#8230; reicht nicht</strong><br />
Das erinnert mich an eine traurige Erfahrung, an die ich mich aus anderen Gründen schon vor wenigen Wochen zurück erinnert habe: die Wochen und Monate nach 9/11. Damals war ich noch regelmäßiger und intensiver fm4-Hörer und v.a. -Leser. Fm4-Homepage that is.<br />
Nach dem Kollaps der Türme setzte mit geringer Pause umgehend eine kollektive Bewertung des Geschehenen ein. Die Artikel erklärten uns das Entsetzen und sie erklärten uns das Entsetzen als gerechtfertigt. Und dann erklärten sie uns das Entsetzen als einzige gerechtfertigte Reaktion und Umgangsform. Sie erklärten uns, dass wir alle Amerikaner seine, und scheiß auf den Konjunktiv, waren. Der wahre Kern wurde hinfällig, als jegliche Abweichung von dieser Position zur Widerwärtigkeit im Angesicht der Katastrophe ernannt wurde.</p>
<p style="text-align: left;">Die Attentäter hatten nicht nur krank zu sein, sie mussten über Monate hinweg nur und ausschließlich krank sein. Wer nicht ausreichend entsetzt oder wer nicht ausreichend verwundert war, war verdächtig. Das hieß in des <a href="http://fm4.orf.at/blumenau" target="_blank">Blumenau&#8217;s Welt</a> auch schon schuldig. Da war kein Platz für fm4-HörerInnen und -LeserInnen, die ebenso mit Joseph Conrad wie mit den Marvel Comics aufgewachsen waren, deren imaginäre Welt ebenso aus dem Karakorum wie aus dem Mittelwesten bereichert wurde, die gleichermaßen mit Rodney King wie mit Andrei Sacharow etwas anfangen konnten und die vielleicht weniger mit der Popkulturgeschichte vertraut als in der Geschichte Chorasans bewandert waren.</p>
<p style="text-align: left;">Ich bin nun doppelt schuldig, doppelt widerlich. Mir hat nicht nur die Euphorie grüngetünchten der <em>support-freedom-in-iran-communities</em> einen Stich versetzt, der mich an meine Euphorie angesichts des Frühlings am Tian’anmen erinnert hat, und an meine dümmlichen Anwandlungen als 17jähriger dort hinfliegen und helfen zu wollen. Was helfen? Ich hätte schon den Weg von einem Flughafen zum Tian’anmen ohne Hilfe nicht geschafft.<br />
Jetzt ist es auch noch so, dass ich mich bereits über unser aller, nicht einmal noch bewiesene Reaktion mißmutig äußere.<br />
Weit hergeholt ist es freilich auch nicht, dass wir zu Cola, Grünen Vorwahlen, Tatort und tagespolitischer Unterhaltungsindustrie zurückkehren werden. Ist kaum weit hergeholt, weil ja auch kaum jemand hochgeblickt hat von der tagespolitischen industriellen Unterhaltungsmaschinerie, von Sushi, Cola, Grünen Vorwahlen-Empörung und twitter-Selbstreferenz.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Einen Unterschied machen</strong><br />
Nope, das ist nicht mal eine abgeklärte Weisheit, dass sich die Welt weiterdreht, dass gut essen, schlafen und ficken immer noch das wichtigste im Leben ist. Es ist einfach und tatsächlich so. Der Widerspruch zu den Ereignissen am Baharestan und zum eigenen, hoffentlich guten Leben ist ein scheinbarer. Er lebt vom &#8216;<em>nicht-glauben-wollen</em>&#8216;, dass die Welt so oder so so ist und immer so war, immer so bleiben wird. Wenn wir nicht glauben wollen, was alle 20 Jahre drastisch über unleugbare Ereignisse bewiesen wird, dann kommt uns das ungeheuerlich vor. Als müsste die Welt stehen bleiben. Als müssten wir das anhalten können. Als müssten der U.S. Präsident doch jetzt bitte einschreiten und alles wieder gut machen. Schmecks, die Welt ist nicht gut. Genauso wenig wie schlecht.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Woche streiten <a href="http://belvederegasse.wordpress.com/2009/06/23/solidaritat-mit-der-siemens-belegschaft/" target="_blank">tausende IT-lerInnen für gut 600 Arbeitsplätze</a>, weil der Firmenteil der Siemens schon seit Jahren geschröpft wird und auch jetzt die Milliardengewinne das Verständnis erschweren, warum mehr als 600 MitarbeiterInnen abgebaut werden müssen. Wen kratzt das? Deutlich weniger Menschen als das peinliche und ebenso arrogante wie verlogene Bierverbot im Muqua.</p>
<p style="text-align: left;">Woche für Woche müssen Menschen Österreich verlassen, inklusive der Existenz, die sie sich hier aufgebaut haben, inklusive der Freunde, die sie hier gewonnen haben. <a href="http://salzburg.orf.at/stories/367571/" target="_blank">Ganze Gemeinden, die ihre Abschiebung verhindern wollen</a>, weil sie die Abzuschiebenden als die Ihren ansehen. Woche für Woche werden Menschen abgeschoben, von denen uns die Massenmedien freilich nicht erzählen, wie es ihnen im fremden Land ergeht, in das sie <em>zurück</em> abgeschoben wurden. Ob sie dort auskommen, nicht auskommen, eingesperrt werden, zu Tode kommen.</p>
<p style="text-align: left;">Jahr für Jahr werden die mehr, die arbeiten aber nicht auskommen. Es werden die mehr, die sich für Leistungsträger halten, immer weniger für das Gemeinwohl beitragen, sich aber ernsthaft als Opfer einer rigiden Gesellschaft betrachten und Rechte einfordern. Ihnen fällt gar nicht auf, dass sie nicht die Schwachen in der Gesellschaft sind, sondern die Kaiser; dass der Umstand, dass ihnen die Medien aus der Hand fressen, dass allein das ein Indiz dafür sein könnte, dass sie unverhältnismäßig viele Rechte haben. Was hat diese Ungerechtigkeit hier mit jener dort zu tun? Was hat unser Wohlstand mit den Entwicklungsländern zu tun? Was hat <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1607833/" target="_blank" class="broken_link">unser Handy mit der Überwachungtechnologie im Iran zu tun</a>? Was der Arbeitskampf der Angestellten bei Siemens mit der Wirtschaftskrise und dem Umstand zu tun, dass wir alle gemeinsam Wahlgang für Wahlgang noch unverhohlenere DiletanttInnen wählen und die Verantwortung für jegliche Misere immer unverhohlener auf stereotype Sündenböcke schieben?</p>
<p style="text-align: left;">Der Spiegel von Baharestan kann uns wenig über den Iran sagen. Wir könnten höchstens viel über unsere Gesellschaft, Situation, Lage und uns als Personen erfahren.<br />
Wird freilich anders kommen. Die Definition der Bedeutung von Baharestan wird eindeutig sein, die Emotionen werden tief greifen, die nicht angebrachten werden zurückgewiesen, die Reflektion auf die eigene Befindlichkeit und Gesellschaftssituation werden die Kommentatoren aber im Angesicht der Ereignisse zurückstellen und erst wieder für die wichtigen Ereignisse wie web2.o-Initiativen, kärntner Fürze und Kronen Zeitung Leserbriefe auspacken.<br />
Ich bitte um Entschuldigung, aber dies ist sowieso ein privates Blog, Psychohygiene ist eine Hype-Veranstaltung und ich bin müde, habe an der einheimischen Droge geschlürft und nie behauptet, dass ich gesund wäre.</p>
<p style="text-align: left;">Oh, und damit das nicht ungesagt bleibt, natürlich kann jeder von uns einen Unterschied machen.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Anhang I:</strong><br />
Die hoffentlich nicht letzten tweets von <a href="http://twitter.com/persiankiwi" target="_blank"><strong>@persiankiwi</strong></a>, einem jener live und via Mobilephone aus dem Iran Berichtenden, dessen Tweets verifiziert werden konnten und für authentisch zu nehmen sind. Bevor ich heute abend weg gegangen bin, hatte @persiankiwi gerade begonnen, ziemlich beunruhigende und sehr gerne als übertrieben empfundene tweets abzusetzen.</p>
<p style="text-align: left;">Nachdem ich wieder nach hause gekommen bin, sich die Berichte von einem &#8220;Massaker&#8221; zu verdichten begonnen haben, habe ich aktuelle tweets von @persiankiwi vermisst. Das muss noch nichts heißen, Zeitverschiebung und so. Andere machen sich aber offensichtlich auch Gedanken und Sorgen. Von <a href="http://aricmayer.blogspot.com/2009/06/turning-point-in-green-revolution.html" target="_blank" class="broken_link">dieser Aufstellung hier</a> hereinkopiert, chronologisch die letzten Meldungen vom 24. Juni 2009, der möglicherweise als  Tag der Baharestan Ereignisse in Geschichtsbücher eingehen wird:</p>
<ul>
<li>just in from Baharestan Sq &#8211; situation today is terrible &#8211; they beat the ppls like animals -</li>
</ul>
<ul>
<li>I see many ppl with broken arms/legs/heads &#8211; blood everywhere &#8211; pepper gas like war -</li>
</ul>
<ul>
<li>they were waiting for us &#8211; they all have guns and riot uniforms &#8211; it was like a mouse trap &#8211; ppl being shot like animals</li>
</ul>
<ul>
<li>saw 7/8 militia beating one woman with baton on ground &#8211; she had no defense nothing &#8211; #Iranelection sure that she is dead</li>
</ul>
<ul>
<li>so many ppl arrested &#8211; young &amp; old &#8211; they take ppl away -</li>
</ul>
<ul>
<li>ppl run into alleys and militia standing there waiting &#8211; from 2 sides they attack ppl in middle of alleys</li>
</ul>
<ul>
<li>all shops was closed &#8211; nowhere to go &#8211; they follow ppls with helicopters &#8211; smoke and fire is everywhere</li>
</ul>
<ul>
<li>phone line was cut and we lost internet &#8211; #Iranelection &#8211; getting more difficult to log into net -</li>
</ul>
<ul>
<li>rumour they are tracking high use of phone lines to find internet users &#8211; must move from here now &#8211; #Iranelection</li>
</ul>
<ul>
<li>reports of street fighting in Vanak Sq, Tajrish sq, Azadi Sq &#8211; now &#8211; #Iranelection &#8211; Sea of Green &#8211; Allah Akbar</li>
</ul>
<ul>
<li>in Baharestan we saw militia with axe choping ppl like meat &#8211; blood everywhere &#8211; like butcher &#8211; Allah Akbar -</li>
</ul>
<ul>
<li>they catch ppl with mobile &#8211; so many killed today &#8211; so many injured &#8211; Allah Akbar &#8211; they take one of us</li>
</ul>
<ul>
<li>they pull away the dead into trucks &#8211; like factory &#8211; no human can do this &#8211; we beg Allah for save us -</li>
</ul>
<ul>
<li>Everybody is under arrest &amp; cant move &#8211; Mousavi &#8211; Karroubi even rumour Khatami is in house guard</li>
</ul>
<ul>
<li>we must go &#8211; dont know when we can get internet &#8211; they take 1 of us, they will torture and get names &#8211; now we must move fast -</li>
</ul>
<ul>
<li>thank you ppls 4 supporting Sea of Green &#8211; pls remember always our martyrs &#8211; Allah Akbar &#8211; Allah Akbar &#8211; Allah Akbar</li>
</ul>
<ul>
<li>Allah &#8211; you are the creator of all and all must return to you &#8211; Allah Akbar -</li>
</ul>
<p>[<span style="text-decoration: underline;">Update:</span> die <strong>taz </strong>hat einen<strong> <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/wo-ist-persiankiwi/" target="_blank" class="broken_link">informativen Artikel zu @persiankiwi</a></strong> veröffentlicht.]</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Anhang II:</strong><br />
Andrea Maria <a href="http://bureau.comandantina.com/archivos/2009/06/sea_of_green_iran_twitters_tubes_and_phones.php" target="_blank" class="broken_link"><strong>Dusls Eintrag zu Baharestan</strong></a>, auch sonst weitere Infos, Berichte, Links bei der <a href="http://bureau.comandantina.com/" target="_blank" class="broken_link">Comandantina Dusilova</a>.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p><strong>Anhang III:</strong></p>
<p>Die taz am 30.6. zu einem <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/persiankiwi-wohl-in-sicherheit/" target="_blank" class="broken_link">kolportierten Lebenszeichen von @persianwiki, dem Baharestan Ereignissen</a> und mehr.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_945" class="footnote">ein Nachtrag: siehe dazu, dh. dazu, was am Folgetag als halbwegs überprüfbar verifiziert werden konnte<a href="http://iran.whyweprotest.net/news-current-events/2327-green-brief-8-a.html#post18505" target="_blank" class="broken_link"> die Analyse von NiteOwl</a>.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/' rel='bookmark' title='Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!'>Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/' rel='bookmark' title='genug ist schon lang. ich bin dabei.'>genug ist schon lang. ich bin dabei.</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/02/kennen-sie-schon-eliza-boltanski/' rel='bookmark' title='Kennen Sie schon Eliza Boltanski?'>Kennen Sie schon Eliza Boltanski?</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>ein simples wie klares solidarisches &#8216;Fuck You&#8217;</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 13:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um aus dem Kopfschütteln wieder rauszukommen, ich wiederhole mal meinen Twittereintrag von vor ein paar Minuten: penetrante selbstanmaßung scheint die trendsportart des frühlings zu sein Ansonsten wär ich beinahe sprachlos. Hybris galore. Gestern nacht, nach hause kommend und tweets1 nachlesen, wollte ich ja noch an eine halblustige &#8220;Kunstaktion&#8221; und Intervention im onlinemedialen Bereich glauben. Da [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um aus dem Kopfschütteln wieder rauszukommen, ich wiederhole mal meinen Twittereintrag von vor ein paar Minuten:</p>
<blockquote><p><a href="http://twitter.com/kellerabteil/status/2041795201" target="_blank">penetrante selbstanmaßung scheint die trendsportart des frühlings zu sein</a></p></blockquote>
<p>Ansonsten wär ich beinahe sprachlos. Hybris galore. Gestern nacht, nach hause kommend und <strong><em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter" target="_blank" class="broken_link">tweets</a></em></strong><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/ein-simples-wie-klares-solidarisches-fuck-you/#footnote_0_913" id="identifier_0_913" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kurznachrichten &uuml;ber den web2.0-Dienst Twitter, der das abonnieren von anderen Benutzern sehr einfach und praktisch m&ouml;glich macht.">1</a></sup> nachlesen, <a href="http://twitter.com/kellerabteil/status/2035251464" target="_blank">wollte ich ja noch an eine halblustige &#8220;Kunstaktion&#8221; und Intervention im onlinemedialen Bereich glauben</a>.</p>
<p>Da konstituiert sich ein selbst ernannter &#8220;<a href="http://www.atmedia.at/news/online/Online-Sitten-W%EF%BF%BDchter/05-06-2009/5781/" target="_blank" class="broken_link">Online-Sitten-Wächter</a>&#8220;-Club und Vorstand, ua. mit einem Generalsekretär, der mir noch als Spammer unangenehm in Erinnerung ist.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/ein-simples-wie-klares-solidarisches-fuck-you/#footnote_1_913" id="identifier_1_913" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte irgendwann mal&nbsp;Ritchie B. Pettauer als Follower auf Twitter, habe festgestellt, dass dieser mit dem bekannten Datenschmutz-Blog einiges Renom&eacute;e hat und habe daraufhin meinerseits auf &amp;#8216;Follow&amp;#8217; geklickt. Im &uuml;brigen trotz des Eindrucks eher uninteressanter Tweets mit noch dazu einiger EigenPromo. Allerdings bekam ich dann irgendwann bald &amp;#8216;Direct Messages&amp;#8217; mit Eigenwerbung des Herrn Pettauer, den ich ansonsten ja nicht kenne. Ein klarer Fall von Unh&ouml;flichkeit und Spam. Seit dem habe ich diesen Twitter-Account auch wieder entfollowed. Jetzt stellt sich selbige Person als Sittenw&auml;chter f&uuml;r das Internet dar?">2</a></sup> Will die Gruppe humorvoll und mit Techniken der Kommunikationsguerilla auf die zunehmende Dämonisierung des Internet und auf laufende Zensurabsichten durch Regierungen aufmerksam machen, die sich damit zu Erfüllungsgehilfen von Großkonzernen mit klar ökonomischen Absichten machen? Oder was soll das?</p>
<p><strong>Der angemaßte Sitten-Wächter-Auftrag scheint ernst gemeint zu sein</strong><br />
&#8230; und erinnern mich an Karl Rove und Dick Cheney, wie sie für die Klassifikation von guten Demokratien, nicht so guten &#8220;alten Demokratien&#8221; und Achsen der Bösen stehen.<br />
&#8230; erinnern mich an die rassistische FPÖ, wie sie für Bürgerwehren und für Recht und Ordnung eintritt.<br />
&#8230; erinnert mich an die Erfindung von Kontrollinstanzen gegen einen unverantwortlich agierenden Finanzmarkt, die dann mit Investment-Bankern und Apologeten des deregulierten Selbstbedienungskapitalmarkts besetzt werden.<br />
&#8230; erinnert mich an europäische Lebensmittelkontrollbehörden, in denen die Lobbyisten der Pharmaindustrie und Lebensmitteldesigner sitzen.</p>
<p><span id="more-913"></span>Bizarr bis zum geht nicht mehr. Und als Vorbild scheint die Selbstkontrolle einer Branche zu dienen, die wie kaum eine andere ihren Kontrollfunktionen nicht nachkommt. Jep, ich rede vom Massenmediensystem.</p>
<p><strong>In 24Stunden ein katastrophales Bild abliefern</strong><br />
Das haben die selbst ernannten Sittenwächter zumindest bei mir geschafft:</p>
<ul>
<li>Einfach tausend Twitteraccounts abonnieren noch <a href="http://internetrat.at/2009/oesterreichischer-internetrat-unter-beschuss/" target="_blank" class="broken_link">bevor die eigene Webpräsenz auch nur mit Missionstatement</a> und <a href="http://twitter.com/pirchner/status/2016356360" target="_blank">Impressum ausgestattet ist</a>.</li>
<li>Mit dem Begriff <a href="http://twitter.com/internetrat/statuses/2016455316" target="_blank">unethisch herumwerfen</a>; und zwar in einer Art und Weise, dass sich die Vermutung aufdrängt, die handelnden Personen (wer auch immer das ist) haben keinen Tau von dem Begriff. Siehe auch  <a href="http://twitter.com/internetrat/statuses/2028008432" target="_blank">&#8220;Selbstethik&#8221;</a>.</li>
<li>Hauptsache mal e<a href="http://internetrat.at/2009/internetrat-geht-mit-gutem-beispiel-voran-verfuegt-erste-selbsteingabe-spricht-empfehlungen-aus/" target="_blank" class="broken_link">ine hilflose &#8220;Selbsteingabe&#8221; machen</a> und machen müssen, sehr zurecht nämlich.</li>
</ul>
<ul>
<li>Aber der Höhepunkt ist wohl das:</li>
</ul>
<p>Allen möglichen Personen unangenehm auffallen, in Stillosigkeit auf andere Füße steigen und dann <a href="http://internetrat.at/2009/neues-design-autorenbilder-ehrenruehrigkeiten/" target="_blank" class="broken_link">auch noch einen peinsamen Pranger hervor holen</a>, wenn da jemand soweit geht, das peinliche Spektakel angemessen und ungeschminkt zu kommentieren.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="ein Pranger im Internet dank angemaßtem 'ZUSTÄNDIGKEITSBEREICH'" rel="lightbox" href="/images/TwitterSkandal um Internetrat.png"><img class="aligncenter" src="/images/TwitterSkandal um Internetrat.png" alt="" width="227" height="232" /></a></p>
<p>&#8230; mensch (bzw. RAT) entblödet sich nicht von einem &#8220;<em><strong>Zuständigkeitsbereich</strong></em>&#8221; zu schreiben und die Andeutung einer Klage wegen &#8220;<em><strong>Beleidigung sowie ruf- und kreditschädigende Äußerungen</strong></em>&#8221; in den Raum zu stellen. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das ist nun nicht mehr nur indiskutabel sondern nur mehr jenseitig, Willkür2.0, und verdient meiner Meinung nach nur eine angegezeigte Reaktion:</p>
<blockquote><p><strong>ein simles wie solidarisches FUCK YOU</strong></p></blockquote>
<p>&#8230; nebst Abbestellung des Abonnements der Twitterkonten der beteiligten Personen, die für diese Intervention verantwortlich zeigen. Das lege ich niemanden nahe und ist nur meine Entscheidung. Twitter verpflichtet schließlich nicht dazu, sich ärgern zu müssen.</p>
<p>Das solidarische FUCK YOU lege ich anderen allerdings schon nahe und finde, das gehörte sich. Ethisch.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/ein-simples-wie-klares-solidarisches-fuck-you/#footnote_2_913" id="identifier_2_913" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dazu muss das Fuck you weder meine Wahl der Ausdrucksform sein, noch hei&szlig;e ich die Ausdrucksweise vom Zwischenrufer recht. Ich habe sogar meine Probleme mit einigen seiner Aussagen via Twitter und der Art, wie er sie formuliert. Allerdings w&uuml;rde ich ihm das pers&ouml;nlich sagen und mich erkl&auml;ren, was mir an diesen Aussagen nicht passt. Die Anma&szlig;ung eines virtuellen Prangers aus der Position moralischer Selbstanma&szlig;ung, noch dazu garniert mit fachlicher Bed&uuml;rftigkeit, kann aber kaum anders beantwortet werden, als sich mit der an den Pranger gestellten Aussage &ouml;ffentlich zu solidarisieren.">3</a></sup></p>
<p><strong>Dennoch auch ein Dank an den Internetrat</strong><br />
Ich habe freilich etwas, das ich diesem sogenannten Internetrat persönlich hoch anrechne. Ich habe keine Meldung erhalten, dass mir diese &#8220;Online-Sitten-Wächter&#8221; nun via Twitter folgen, wie so vielen anderen. Dafür bin ich dankbar und ganz offen, ich hätte eine Benachrichtigung, dass mir dieser Verein folgt als sittenwidrigen Spam betrachtet.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_913" class="footnote">Kurznachrichten über den web2.0-Dienst Twitter, der das abonnieren von anderen Benutzern sehr einfach und praktisch möglich macht.</li><li id="footnote_1_913" class="footnote">Ich hatte irgendwann mal Ritchie B. Pettauer als Follower auf Twitter, habe festgestellt, dass dieser mit dem bekannten Datenschmutz-Blog einiges Renomée hat und habe daraufhin meinerseits auf &#8216;Follow&#8217; geklickt. Im übrigen trotz des Eindrucks eher uninteressanter Tweets mit noch dazu einiger EigenPromo. Allerdings bekam ich dann irgendwann bald &#8216;Direct Messages&#8217; mit Eigenwerbung des Herrn Pettauer, den ich ansonsten ja nicht kenne. Ein klarer Fall von Unhöflichkeit und Spam. Seit dem habe ich diesen Twitter-Account auch wieder entfollowed. Jetzt stellt sich selbige Person als Sittenwächter für das Internet dar?</li><li id="footnote_2_913" class="footnote">Dazu muss das Fuck you weder meine Wahl der Ausdrucksform sein, noch heiße ich die Ausdrucksweise vom Zwischenrufer recht. Ich habe sogar meine Probleme mit einigen seiner Aussagen via Twitter und der Art, wie er sie formuliert. Allerdings würde ich ihm das persönlich sagen und mich erklären, was mir an diesen Aussagen nicht passt. Die Anmaßung eines virtuellen Prangers aus der Position moralischer Selbstanmaßung, noch dazu garniert mit fachlicher Bedürftigkeit, kann aber kaum anders beantwortet werden, als sich mit der an den Pranger gestellten Aussage öffentlich zu solidarisieren.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2007/12/spindoktoren-und-illusionskunstler/' rel='bookmark' title='Spindoktoren und Illusionskünstler'>Spindoktoren und Illusionskünstler</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/09/politik-als-beruf/' rel='bookmark' title='Politik als Beruf'>Politik als Beruf</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/10/mythen-zum-wahlausgang-nrw08/' rel='bookmark' title='Mythen zum Wahlausgang NRW&#8217;08'>Mythen zum Wahlausgang NRW&#8217;08</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Emergenz des web2.0 als Bedingung der Möglichkeit neuer politischer Praxen</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-moglichkeit-neuer-politischer-praxen/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-moglichkeit-neuer-politischer-praxen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 21:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Präsentation zu meinem etwas theorielastigen Vortrag vom ersten Tag des PolitCamps 09 in Graz: Weitere öffentliche Präsentationen auf slideshare von hc voigt. Hier die pps zum d/l (1,25mb). &#8212; &#8230; so, und hier *schluck* das Video zum Vortrag: &#8212; Etwas mehr zum diesem meinen ersten BarCamp, zu meinen Eindrücken, den Diskussionen usw. in den [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Präsentation zu meinem etwas theorielastigen Vortrag vom ersten Tag des <strong><a href="http://www.barcamp.at/PolitCamp_Graz_Mai_2009" target="_blank" class="broken_link">PolitCamps 09</a></strong> in Graz:</p>
<p style="text-align: center;">
<div style="width:425px;text-align:center" id="__ss_1480918"><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=dieemergenzdesweb2-0alsbedingungneuermglichkeitenimpolitischen-090524034443-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-mglichkeit-neuer-politischer-felder" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=dieemergenzdesweb2-0alsbedingungneuermglichkeitenimpolitischen-090524034443-phpapp02&#038;rel=0&#038;stripped_title=die-emergenz-des-web20-als-bedingung-der-mglichkeit-neuer-politischer-felder" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:1px;">Weitere öffentliche Präsentationen auf slideshare von <a href="http://www.slideshare.net/kellerabteil" target="_blank" class="broken_link">hc voigt</a>.</div>
</div>
<p>Hier <strong><a href="/dateien/Emergenz des web2.0 als Bedingung neuer pol Praxen.pps">die pps zum d/l</a></strong> (1,25mb).</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>&#8230; so, und hier *<em>schluck</em>* das Video zum Vortrag: <span id="more-868"></span></p>
<p style="text-align: center;"><object width="480" height="300"><param name="movie" value="http://make.tv/apploader"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="FlashVars" value="info=http://make.tv/viewer|http://gateway.make.tv/amfphp/gateway.php|8648MTV1243202000&#038;type=9c051539446e9feb97dd76c9c7cb0a2c"><embed src="http://make.tv/apploader" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" allowfullscreen="true" width="480" height="300" FlashVars="info=http://make.tv/viewer|http://gateway.make.tv/amfphp/gateway.php|8648MTV1243202000&#038;type=9c051539446e9feb97dd76c9c7cb0a2c"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Etwas mehr zum diesem meinen ersten BarCamp, zu meinen Eindrücken, den Diskussionen usw. in den nächsten Tagen. Jetzt bin ich mal in der Hauptsache saumüde. Und etwas verzweifelt, dass nun nicht das Wochenende zur Regeneration und Verarbeitung der vielen Eindrücke wartet sondern eine volle Woche.</p>
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		<title>Die seltsame &#8220;Grüne Vorwahlen&#8221;-Promo</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 11:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist der 22. Mai. Seit dem going public der Initiative &#8216;Grüne Vorwahlen&#8217; am 1. April sind also bald 2 Monate vergangen und tatsächlich fühle ich mich bemüßigt zu erklären, warum ich erst jetzt einen BlogEintrag – eine Analyse der Sprachregelung der Initiative aus den ersten Tagen – zu dieser Geschichte online stelle. Zum ersten ist da das morgen [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist der 22. Mai. Seit dem <em>going public</em> der <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Initiative &#8216;Grüne Vorwahlen&#8217;</strong></a> am 1. April sind also bald 2 Monate vergangen und tatsächlich fühle ich mich bemüßigt zu erklären, warum ich erst jetzt einen BlogEintrag – eine Analyse der Sprachregelung der Initiative aus den ersten Tagen – zu dieser Geschichte online stelle.</p>
<p>Zum ersten ist da das morgen startende <strong><a href="http://www.barcamp.at/PolitCamp_Graz_Mai_2009" target="_blank" class="broken_link">PolitCamp09</a></strong> in Graz. Ich werde mich jetzt dann gleich mal Richtung Bahnhof begeben und den Zug dorthin nehmen. Für das Programm angekündigt ist auch ein Bericht von Seiten der Initiatoren und ich möchte mein Mißfallen und Unverständnis hier vorher los werden, um es für mich selbst &#8216;<em>aus dem Weg</em>&#8216; zu haben und es nicht vorort zu tun.</p>
<p>Zum zweiten, weil ich nun mal schon vor 2 Wochen für mich die im Anschluß folgende Analyse betrieben habe und der Grund, warum ich das getan habe, weiterhin virulent ist. Der Grund ist kurz gesagt die heftige Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die ich rund um diese Initiative wahrnehme:</p>
<p><span id="more-852"></span></p>
<ul>
<li>der Anspruch, UnterstützerInnen der <strong><a href="http://wien.gruene.at/" target="_blank" class="broken_link">Grünen Wien</a></strong> sein zu wollen</li>
</ul>
<p>und</p>
<ul>
<li>die Wirklichkeit, die Grünen laufend mit Beleidigungen und Anschuldigungen zu bedenken.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_0_852" id="identifier_0_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das ist der mich erheblich st&ouml;rende Widerspruch, freilich nicht der einzige erheblich. Da ist dann noch der Anspruch, politisch engagiert, gebildet und souver&auml;n zu sein. Was sich mit den weitgehendst falschen wie naiven Aussagen und Vorstellungen so &uuml;berhaupt nicht zusammen passt.">1</a></sup></li>
</ul>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">I mean, </span><em>this simply makes no sense, doesn&#8217;t it? </em></strong>In meinen bescheidenen Augen zumindest.</p>
<p>Diese Diskrepanz zwischen Unterstützer-Sein-Wollen<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_1_852" id="identifier_1_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das glaube ich jetzt einmal sehr wohl. Ich glaube ganz und gar nicht, dass es nur um ein Vorgeben des Unterst&uuml;tzer-sein-Wollens geht.">2</a></sup> und seltsamen wie klar beleidigenden Anschuldigungen habe ich von Beginn an so empfunden; und die Beleidigungen und Anschuldigungen haben über den gesamten Zeitraum bis jetzt angehalten.</p>
<p><strong>Wer beleidigt da wen?</strong><br />
Dieser meiner Wahrnehmung von den seltsamen Anschuldigungen der Initiative seit derem <em>going public</em> steht freilich entgegen, dass diese sich umgekehrt von den Grünen beleidigt fühlen. Und die Anschuldigungen seitens der &#8220;UnterstützerInnen&#8221; in Richtung der Grünen liegen unter anderem auch wieder darin, dass ihnen seltsame Anschuldigungen entgegen gebracht würde.<br />
Wie &#8220;seltsam&#8221; – und gleichzeitig symptomatisch für Konflikte – ich diese Pattstellung finde, habe ich vor 2 Wochen <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/" target="_blank" class="broken_link">im Anschluss an einen BlogEintrag und einer Aktion von Max Kossatz kommentiert</a>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_2_852" id="identifier_2_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8230; und ich habe meine Beobachtung des Konflikts&nbsp;&ndash; quasi sublimiert&nbsp;&ndash; in Ausz&uuml;gen aus einem Standardwerk zu Gruppensoziologie verarbeitet, also die strukturellen Zw&auml;nge beschrieben, die hier wohl am wirken sind.">3</a></sup></p>
<p><strong>Was ist mein Blickwinkel?</strong><br />
Tja, das ist ein bißchen ein Problem für mich und einer der Gründe, warum ich erst jetzt und warum ich überhaupt mit einem BlogEintrag reagiere:<br />
<span style="text-decoration: underline;">beide Welten und Gruppen sind mir sympathisch und stehen mir nahe</span>! (also auch innerer Konflikt <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Da ist ein mal das web2.0 und da sind konkrete Personen, seitens der Initiatoren und UnterstützerInnen. Mit dem web2.0-Phänomen (vlg. <em><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel" target="_blank" class="broken_link">Sozialen Wandel</a></strong></em>) beschäftige ich mich bereits länger und das noch dazu vor der Folie klar politischen Anwendungsinteresses. Ich bin ein kritischer Fan und setze Hoffnungen in diesen sozialen Wandel.<br />
Von den Initiatoren kenne ich <strong><a href="http://www.helge.at/" target="_blank" class="broken_link">Helge Fahrnberger</a></strong> und <strong><a href="http://digiom.wordpress.com/" target="_blank">Jana Herwig</a></strong> wie dem web als web2.0-Aktive und bin ein Fan ihrer Blogs, Tweets und Arbeiten. Selbiges gilt auch für Max Kossatz und dessen <strong><a href="http://wissenbelastet.com/" target="_blank" class="broken_link">Wissen belastet</a></strong>-Blog.</p>
<p>Da sind zum anderen die Grünen, die einzige für mich wählbare Partei in Österreich; und das seit geraumer Zeit. Ich bin seit Jahren Mitglied der Wiener Grünen, wenn auch lange schon nicht mehr aktiv, und auch früher &#8220;nur&#8221; lose in die eine oder andere Expertenarbeitsgruppe eingebunden (Technologie-, Bildungs-, Hochschulpolitik).<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_3_852" id="identifier_3_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="F&uuml;r meine Wahrnehmung des Ganzen wohl auch relevant ist, dass ich Sozialwissenschaftler bin und langj&auml;hrig Politische Bildung unterrichtet habe: das Parlamentssystem &Ouml;sterreichs, Parteiensystem, Zivilgesellschaft, Politische Arbeit im Hintergrund, Karrieren im internationalen Vergleich, politische Informationen im Mediensystem usw.">4</a></sup></p>
<p><strong>Was soll also diese seltsame Promo-Aktion?</strong><br />
Das habe ich mich von Beginn an gefragt, zugegebenermaßen verärgert, bedauernd und die Initiatoren nicht verstehend. Was soll allein schon dieser Titel <strong>&#8220;</strong><strong>Vorwahlen</strong><strong>&#8220;</strong>? Sorry, aber das kann doch nicht ernst gemeint sein. Die Listenwahl zu einer Gemeinderatswahl mit den us-amerikanischen Vorwahlen gleichzusetzen, &#8230; Himmel!<br />
Warum, wenn mensch sich bei den Grünen engagieren will, melden sich die Initiatoren nicht einfach als Mitglieder an und berichten davon, wie einfach das geht. Mensch kann immerhin bei keiner anderen Partei seinen Mitgliedsbeitrag frei wählen, also auch z.B. nur € 10,- überweisen. Bei keiner anderen Partei ist die Integration so frei wählbar, einfach und nirgendwo sonst kann mensch sofort an wichtigen internen Listenwahlen teilnehmen.<br />
Und warum fordern diese politisch interessierten Web2.0-Aficionados andere auf, es ihnen nach zu tun? Meinetwegen auch als &#8220;UnterstützerInnen&#8221; und nicht als &#8220;Mitglieder&#8221;.</p>
<p>Vor allem aber: Warum in aller Welt macht mensch eine mediale Aktion, ohne offensichtlicher Absprache mit denen, die mensch unterstützen will und <strong>beleidigt schon in den ersten Kerntexten die Grünen?</strong></p>
<p><strong>Die Analyse der ersten Texte</strong><br />
Damit komme ich zu meiner Analyse. Vor zwei Wochen begonnen, stelle ich sie im folgenden ohne Überarbeitung und Ergänzung hier herein, die Vorreden bis hierher sind wohl lang genug:</p>
<blockquote><p><strong>1. Die Eingangsstatements</strong>:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Helge Fahrnberger</span>: «<em>Wo waren die [20 Mandatare] im Wahlkampf? Wer sind die überhaupt? Während des ganzen Wahlkamps waren sie beispielsweise auf der Grünwebsite kaum auffindbar, geschweige denn irgendwo als Person präsent. (Und bitte kommt mir jetzt nicht mit Presseaussendungen und Ständen in Fußgängerzonen &#8211; das ist sowas von antiquiert, davon krieg’ ich Ausschläge.)</em>»<br />
► heißt im konkreten Fall nichts anderes als:<br />
die Mandatare sollen sich gefälligst vorstellen, sind nicht präsent und vor allem so antiquiert, dass man Ausschläge bekommen könnte.<br />
Das ist erstens kein schlechter Vorwurf angesichts dessen, was ein Wahlkampf von einer MandatarIn zusätzlich zur sonstigen Arbeit fordert. Das beruht zweitens – erlaube ich mir als Sozialwissenschaftler zu sagen – auf nachweisbar falschen Annahmen, oder weniger höflich ausgedrückt: es ist ein ziemlicher Blödsinn. So in etwa wie wenn eine PolitikerIn erklären würde, das Internet sei eine Serie von Röhren.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Martin Schimak</span>: «<em>Die grünen Vorwahlen unterstütze ich gerne, weil ich mir den Traum erlaube, dass wir eines Tages Volksvertretungen und Parlamente haben können, in denen Menschen sitzen, deren Mandate nicht nur vom Gehorsam gegenüber der jeweiligen Partei abhängen.</em>»<br />
► heißt im konkreten Fall nichts anderes als:<br />
die jetzt tätigen Grünen in Bezirks-, Gemeinde-, Stadt-, Landes- und Bundesparlamenten sind nur vom Gehorsam gegenüber ihrer Partei abhängig; Parteisoldaten also ohne eigene Meinung, eigenen Willen oder eigene Initiative.<br />
Das ist erstens kein schlechter Vorwurf, den die Angesprochenen schwerlich erfreut als interessantes Feedback verbuchen werden können. Das ist außerdem ein – erlaube ich mir wiederum als Sozialwissenschaftler zu sagen – ziemlicher Humbug. Das wäre sogar für die Gemeinderäte der FPÖ ein ziemlicher Humbug, ist in Anbetracht der Grünen Partei allerdings schlicht lächerlich.</p>
<p><strong>2. Blogpost auf www.gruenevorwahlen.at:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das zweite Blogpost (1. April) zitiert</span>: «<em>Hätte ein Barack Obama in der österreichischen Funktionärsdemokratie Chancen, an wählbarer Stelle auf eine Mandatsliste gesetzt zu werden? Demokratie braucht Öffentlichkeit – und wenn die Grünen schon die einzige Partei sind, die öffentliche Vorwahlen per Statut ermöglicht, dann sollten wir diese Chance auch nützen.</em>»<br />
► Eine Aussage, die punkto Barack Obamas Chancen in Österreich wohl ziemlich zutreffend sein dürfte. Zudem ist sicherlich richtig, dass Demokratie Öffentlichkeit voraussetzt, falsch wäre nur, wenn Öffentlichkeit als einzig förderliches Prinzip immer und in jeder Situation als der Demokratie förderlich absolut gesetzt würde. Demokratie benötigt schließlich auch halb-öffentliche und geschlossene Verhandlungsräume.</p>
<p>Die Grünen kümmern sich in der österreichischen Parteienlandschaft als einzige Partei um einen relativ offenen Zugang zur Mitgestaltung und Mitbestimmung. Sie sind im Gegensatz zu SPÖ, ÖVP und FPÖ keine traditionelle Lagerpartei und auch keine Kaderpartei sondern in Abgrenzung dazu eine Sammelpartei für viele und sehr unterschiedliche und innerhalb der Partei mit einiger Autonomie ausgestattete Grassroots-Bewegungen und Bürgerinitiativen (z.B. diverseste Umweltschützer, Tierschützergruppen, Behindertenvertreter, Zusammenschlüsse von PendlerInnen, Gegner des Glücksspiels, MigrantInnengruppen, Vereine für eine andere Schule, MenschenrechtsaktivistInnen, Streiter für mehr Transparenz in der Bürokratie, Gentechnikgegner, in der Entwicklungszusammenarbeit Engagierte usw.).</p>
<p>Ernsthaft &#8220;öffentliche Vorwahlen&#8221; wären nichts anderes als grob fahrlässig und würden zur raschen Auflösung dieser ~15% Partei führen, die verschiedenen teilweise sehr kleinen, speziellen und gesellschaftlich am Rand angesiedelten Grassrootsinitiativen würden ihre Einbindung in das politische parlamentarische System verlieren und müssten wieder zum dann fast einzig verbleibenden Mittel des Aktionismus zurückkehren.<br />
Der Kontext von einerseits Barack Obama und andererseits &#8220;Vorwahlen&#8221; ist schön, aber sollte er für eine Argumentation herhalten sollen, etwas irreführend. Erstens handelt es sich nicht um Vorwahlen sondern eine Listenerstellung und zweitens um die Liste einer ~15% Partei in einer Stadt mit gut 1 Million Wahlberechtigten, was etwas anderes ist das Primaries für die Präsidentschaftswahlen in den USA. Geht es im einen Fall um eine Person, die für das mächtigste politische Mandat auf diesem Planenten kandidiert, so geht es im anderen Fall um politische BasisarbeiterInnen (siehe &#8220;Sammelpartei&#8221;), die sich z.B. um die Listenplätze 6, 10 oder 14 bewerben.<br />
Wie soll ich sagen, nicht ganz das Gleiche. Eher: gar nicht vergleichbar.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das dritte Blogpost auf www.gruenevorwahlen.at (2. April)</span>: bildet einen Artikel des Standard ab. Wie es zu dem Artikel kommt, wird nicht transparent und öffentlich gemacht. Er beginnt mit einem O-Ton-Zitat von Helge Fahrnberger, hat die Referenz auf Obama im Titel und spricht von den potentiellen Unterstützern der Grünen als &#8220;die Grüne Basis&#8221;.<br />
► was nichts anderes hieße, als dass jene politisch in den verschiedenen Gruppen und in den Bezirken Aktiven entweder nicht die Basis der Grünen sein sollen oder genauso viel Basis sein sollen wie UnterstützerInnen, die aufgrund einer Initiative sich an &#8220;Vorwahlen&#8221; beteiligen wollen.</p>
<p>«<em>&#8220;Obama hätte es ohne Vorwahlsystem nie geschafft</em><em>&#8220;, erklärt Fahrnberger im Gespräch mit derStandard.at.</em>» ist wahrscheinlich als PR-Aussage der Initiative zu lesen. Die Initiative präsentiert sich, erreicht von Start an einen Artikel im Standard und schafft Bezüge. Dieses Vermögen ist Anerkennung wert.</p>
<p>Liest mensch das nicht als geschickte PR sondern inhaltlich und als ernstgemeinte Arbeit und Unterstützungsinitiative, so wird der Artikel problematischer.<br />
Zum einen stellten sich Aussagen wie die obige als sehr weltfremd und ahnungslos dar.<br />
Zweitens stellte sich die Frage, wieso diese Initiative sofort einen Artikel im Standard bekommt. Freilich müsste diese Frage wohl die Färbung haben, &#8220;was bezweckt der Standard damit&#8221;, was bezweckt die Initiative wirklich?<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/die-seltsame-grune-vorwahlen-promo/#footnote_4_852" id="identifier_4_852" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was der Standard bezweckt, das ist politischen Beobachtern zwar klar und w&auml;re einige Er&ouml;rterungen wert, ist aber ein anderes Thema.">5</a></sup><br />
Drittens, wie ernst gemeint bzw. tief reichend ist der Wille, &#8220;zu unterstützen&#8221; und wie sehr geht es um Distinkionsgewinne und Eigen-PR, wenn die Initiatoren sich zwar die Mühe gegeben haben, offensichtlich das Statut der Grünen Wien zu lesen, eine Homepage mit Texten aufzuziehen sowie in der Presse in Erscheinung zu treten, aber umgekehrt nicht die Arbeit investiert haben, die Grünen zu kontaktieren und punkto Statut zu fragen, ob man das richtig interpretiere, sich zu informieren, was eigentlich &#8220;Vorwahlen&#8221; und was im Unterschied dazu &#8220;Listenwahlen&#8221; einer 15% Partei zu einem Gemeinderat sind und die eigenen &#8220;Eingangsstatements&#8221; vor Veröffentlichung so durchzulesen, dass sie keine seltsamen Anschuldigungen und Beleidigungen enthalten.</p>
<p><strong>3. Ergo:</strong></p>
<p>Mit diesem Start und Auftreten können die Reaktionen aus den Kreisen der Grünen wohl im besten Fall nur so aussehen: &#8220;<em>umpf, ja, hust hust, das freut uns sehr! Willkommen! Im übrigen, wenn ihr uns erlaubt, da auf etwas aufmerksam zu mache, da scheint es da vl. ein kleines Mißverständis zu geben</em>&#8220;.<br />
Und im schlechteren Fall: &#8220;<em>Was wollen die wirklich? Wer sind die, dass sie sich so aufführen und uns beleidigen? Das passt wohl kaum damit zusammen, bei uns mitmachen zu wollen, also was läuft da eigentlich?</em>&#8220;</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_852" class="footnote">Das ist der mich erheblich störende Widerspruch, freilich nicht der einzige erheblich. Da ist dann noch der Anspruch, politisch engagiert, gebildet und souverän zu sein. Was sich mit den weitgehendst falschen wie naiven Aussagen und Vorstellungen so überhaupt nicht zusammen passt.</li><li id="footnote_1_852" class="footnote">Und das glaube ich jetzt einmal sehr wohl. Ich glaube ganz und gar nicht, dass es nur um ein Vorgeben des Unterstützer-sein-Wollens geht.</li><li id="footnote_2_852" class="footnote">&#8230; und ich habe meine Beobachtung des Konflikts – quasi sublimiert – in Auszügen aus einem Standardwerk zu Gruppensoziologie verarbeitet, also die strukturellen Zwänge beschrieben, die hier wohl am wirken sind.</li><li id="footnote_3_852" class="footnote">Für meine Wahrnehmung des Ganzen wohl auch relevant ist, dass ich Sozialwissenschaftler bin und langjährig Politische Bildung unterrichtet habe: das Parlamentssystem Österreichs, Parteiensystem, Zivilgesellschaft, Politische Arbeit im Hintergrund, Karrieren im internationalen Vergleich, politische Informationen im Mediensystem usw.</li><li id="footnote_4_852" class="footnote">Was der Standard bezweckt, das ist politischen Beobachtern zwar klar und wäre einige Erörterungen wert, ist aber ein anderes Thema.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 06:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
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<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=UIDLIwlzkgY">www.youtube.com/watch?v=UIDLIwlzkgY</a></p>
</p>
<p>Evoziert das Video bei euch auch sofort den Gedanken, dass unser Bildungssystem ebenso wie das <a href="http://www.kellerabteil.org/sozwiss/bildung/" target="_blank">Verständnis von Bildung</a> abgrundtief antiquiert, va. aber <em>hilflos </em>ist; ergo quasi zwangsläufig <em>hilflose Menschenen masse </em>programmiert?</p>
<p><span id="more-643"></span>Und was ist eine zur Hilflosigkeit programmierte Generation.</p>
<p>Hilflosigkeit meint sicher nicht: &#8216;<em>nicht im Sinne der Apparate funktionieren</em>&#8216;, denn das geht immer. Das übernehmen die Apparate, das die Gruppen, die Massen, die Individuen grosso modo im Sinne der Apparaturen funktionieren; dh. sich <em>IN</em> ihnen bewegen. Das Wort ist: <strong>konform</strong>.</p>
<blockquote><p><strong> konform</strong>: so wie die Form es vorsieht, gemäß der Form, richtig formiert, eingepasst, angepasst an die Programmierung der Apparate.<br />
(hat also nichts mit Inhalten zu tun sondern allein mit Form.)</p></blockquote>
<p>Hilflosigkeit bedeutet also, die eigene Konformität nicht sehen können.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/change-social-change-and-velocity/#footnote_0_643" id="identifier_0_643" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was noch nicht gleichbedeutend ist mit Schlussfolgerungen, Aktionen und Reaktionen, die Individuen oder Gruppen t&auml;tigen, wenn sie ihre eigene Konformit&auml;t sehen.">1</a></sup> Nicht Kritiklosigkeit sondern Unfähigkeit zur Kritik.</p>
<blockquote><p><a href="/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/" target="_blank">Kritik nenne ich das historische Projekt, nicht dermaßen regiert zu werden</a>.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">Michel Foucault, sinngemäßes Zitat.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_643" class="footnote">Was noch nicht gleichbedeutend ist mit Schlussfolgerungen, Aktionen und Reaktionen, die Individuen oder Gruppen tätigen, wenn sie ihre eigene Konformität <em>sehen</em>.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
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