Archiv für die 'medienkritik' Kategorie

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Wo is n jetzt die verfickte Pietät?

Boy oh boy, der Wahlkampf ’08 hat web2.0 in Österreich ja einen ziemlichen Boost verschafft. Aber für die Ankurbelung von Vernetzung und traffic in den schönen web2.0-Strukturen, hey, da geht doch nichts über den Heldentod eines Volkstribunen, ha? Oder? Ha?
big-time-boost!!

War’s ein Attentat? Und wenn, wer war’s? Mossad? Raiffeisen? Die Ostküste?

Oder müsste man gut 180km/h mal 1.8 Promille (das treibt den Evil Knievel-Quotienten auf stolze 330) bei einem 58jährigen Pensionsberechtigten eher Selbstmord nennen?

Wie ist der Verunglückte posthum zu würdigen?

Hab ich in meinem Posting, Kommentar oder Blogartikel auch sicher irgendwie die Notwendigkeit der Pietät eingebaut?

Hab ich eh nicht vergessen, der Familie des Verunglückten in jedem hintersten Eck von wordpress.org, twitter, derstandard.at und weißgottnochwo meine Anteilnahme zu versichern?
Hey, sie werden’s sicher lesen und sich freuen!

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ad ‘televisioniert verabreichte, sedierende Drogen’

Der Intendanten gebrochene Larven, anstrengt mit zu Markte getragener Souveränität überspielt. Der Zuschauer aufgerissene Äuglein. Toll. Ein Dank an den Schnitt.

Marcel Reich-Ranicki anlässlich der versuchten Verleihung irgendeines deutschen Fernsehpreises:

made my day. I simply love it.
Die ersten gut 4 Minuten mindestens.

thanks to netzpolitik und sprechblase.

Mythen zum Wahlausgang NRW’08

So, bene, die Wahl ist geschlagen. Die ÖVP ist geschlagen. Schüssel ist geschlagen. Fein. Fehlt freilich noch Bartenstein. Kann das wer übernehmen? Ja? Bitte!?
Molti rennt wie ein geschlagener Hund herum. Die Grünen ergehen sich darin, wie geschlagene Hunde herumzurennen. Und die ganze Finanzmarktlogik, die jetzt jahrzehntelang auf wölfisch gemacht hat, die ist jetzt ein geschlagener Hund.

Und der Rest, wir, sind geschlagen mit idotischen bis dümmlichen “Aufarbeitungen des Wahlergebnisses“. Mir geht’s, aller Zurückhaltung in der Aufarbeitungs-Teilhabe zum Trotz, wie Elisabeth Nemeth,

Ehrlich gesagt, mich ödet die bestürzte Fassungslosigkeit, mit der die Wahlerfolge von FPÖ und BZÖ kommentiert werden, inzwischen an.

Das ist jetzt sehr höflich formuliert. :roll:

Also, höchste Zeit für “WoW“! Genau, das heißt

Worst of Wahlausgangsmythen ’08

Mein ganz subjektives Ranking der dämlichsten wenngleich hartnäckigen Mythen, was denn da am Sonntag, dem 28. September 2008 nun eigentlich wirklich passiert sei.

Und wir gehen ohne weitere Umschweife und in gestürzter Reihenfolge in medias res race: ‘Mythen zum Wahlausgang NRW’08′ weiterlesen

Der Eichinger-Aust-Komplex

Rüdiger Suchsland’ Filmkritik zur Bernd Eichinger Produktion “Der Baader-Meinhof-Komplex“. In telepolis.

soll heißen *räusper*:

Der sowieso empfehlens-
und immer lesenswerte
Rüdiger Suchsland
mit seiner
besonders lesenswerten
und
vielschichtig interessanten Kritik
Ab heute wird zurückgefilmt
anlässlich des Films
Der Baader-Meinhof-Komplex
aber vielmehr zum Thema
Der Eichinger-Aust-Komplex“,
seit heute im telepolis,
dem sowieso wichtigsten Online-Medium.

Nur ein Zitat, im fein lakonischen Suchsland-Ton:

Nachdem die RAF bisher kein Thema für den Schulunterricht war, wird sie es nun werden. Der Film hat das Zeug zum Schulpflichtfilm, weil er genau jener Großen Koalition der Geschmacklosigkeit in Kulturfragen entspricht, jener christ-sozialdemokratischen Vorstellung von “jugendaffinem” Programm, dass “die Jugendlichen” “da abholt”, wo sie schon vor zwanzig Jahren nicht mehr standen. Zur Einnerung: Eichinger wird 60, Aust ist schon 62.

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Derbystimmung bei LIF gegen Grüne?

Vor ein, zwei Wochen hatte ich den Eindruck, laufend Erörterungen zu lesen und zu hören, warum das LIF wählbar sei. Diese Betrachtungen schienen mir auf die Conclusio hinauszulaufen, dass das LIF wählbar ist, also für die ErörterInnen selber offenbar eine interessante Option darstellt.
Bißchen komisch dabei, dass da immer wieder so etwas wie Überraschung mitzuschwingen schien. Oder mitschwingen sollte. Hey, jetzt sieh an, schau, das LIF ist ja wählbar. :shock:

Nun, das ist keine Erklärung, warum mensch das LIF nun wählen sollte. Die ist mir bislang auch noch nicht untergekommen.

Heißt das eigentlich dann, dass das LIF hauptsächlich ein ProtestwählerInnen-Angebot darstellt?
… für urbane gebildete Liberale, die über das erträgliche Maß von der Peinsamkeit austriarkischer Politik angewidert sind?

Das sind wir nicht gewöhnt!

Diese gewohnte Peinsamkeit (mindestens seit 1997) wird wohl auch für die angesprochene Stimmungslage verantwortlich sein, diese Stimmungslage einer “leicht perplexen Überraschung”, dass es da jetzt ein solches Angebot gibt.
Ein Angebot abseits der ermüdenden Provinzpossen und chauvinistischen Kasperltheater. Ein Angebot in Abgrenzung zur sozialdemokratielosen Ich-bin-so-verloren SPÖ. Ganz etwas anders als die foxterrierhafte LandeierÖVP. Vor allem: welch Erholung, wenn mensch ständig diese Billigprogramme aushalten muss, den 7ten Aufguss der Big Brother-haften Goldketterl- und SonnenstudioBuberlpartien.1

That’s all ya need for a hype here: Dankbarkeit!
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  1. Wie war das, was ich da mal gelesen hab? “Solariumnationalisten“? genial. Obwohl, vl. eher “Nationalsolariumisten” … []

die form der unruhe

Freitag abend Vortrag in Salzburg, Diskussion bis knapp vor Mitternacht. Am Samstag vormittag wieder retour; und für die knapp 24 Std. zu wenig Wechselklamotten dabei. Weil ÖBB-Züge in den klimatisierten(?) Abteilen auch im September noch 38° C samt tropischer Luftfeuchtigkeit zusammenbringen. Instant Schweißausbruch.

Wagenburg bei der Ars ElectronicaAuf dem Rückweg gehn Wien in Linz Zwischenstopp gemacht. Den Pfarrplatz aufgesucht, die Wagenburg gestürmt und beloved rebell.tv die Aufwartung gemacht.

Hey! Ich hab mich gefreut! :smile:
Tina und Stefan wieder gesehen, geplaudert und Stefan bei der Arbeit beobachten können. Wow das flitzt nicht schlecht. Dabei war er eigener Einschätzung nach nur bei 90%, einer ausklingenden Grippe geschuldet.

Durfte/musste dann auch gleich vors Mikro. Und vor die Kamera. Hab bei der Hitze und intensivem Sonnenlicht den Telepromter gar nicht lesen können. Well, schmeck’s.

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Politik als Beruf

pffff
nein, “Wahlkampf” ist keine Begründung, Ausrede oder Erklärung für diese Berufsauffassung.

Umgekehrt, yessss das wäre was, wenn im wir im austriarkischen Fernsehen irgendetwas der Art hätten. Scharfe Satire, die PolitikerInnen unmißverständlich beschissene LügnerInnen nennt (oder verlogene Lobbyisten oder dumme Rassisten), NACHDEM sie ihnen die Lügen, den Lobbyismus und Rassismus mit Belegen nachweisen!

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Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer: “Lohn-Preis-Spirale”-Argumentation

Der Altweibersommer kündigt sich an. (Lieblingsjahreszeit!)
Seit ein paar Tagen wird der erste Sturm der Saison in Kreide auf den Tafeln der Wirtshäuser angeschrieben. (Noch gar keinen getrunken, eh noch zu wenig Gärung.)
Und die Herbstlohnrunden kündigen sich an. (Hab ich letztes Jahr genug dazu geschrieben. Siehe ganz unten. )

Der Kreislauf von Werden und Wachsen, Reifen und Sterben, alles wie gehabt, die ewige Wiederkehr im jahreszeitlichen Rhythmus.

Wie s Amen im Gebet auch: die Interessensvertreter der Arbeitgeberseite “mahnen” (das muss ich schon unter Anführungszeichen setzen) “maßvolle Lohnrunden” ein. Soll heißen,

geht’s Bitte, findet’s euch damit ab, ihr werdet’s nichts rausholen. Es steht euch nichts zu, seid froh mit dem was ihr bekommt und das ist gut so.

Eröffnet hat das jährliche Spiel hierzulande … eh klar … Industrielobbyist (und nebenbei Bundesminister) Bartenstein. Hey, it’s the tradition, stupid!

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Gusi auf staatstragenden Reisen …

bye bye Gusi, es war schön mit dir, es hat mich sehr gefreut. *kchh kchh*

Der O-Ton aus dem Mittagsjournal, siehe diese Reportagen-Besprechung.1

Schwanengesänge in der Blogosphäre
Nachrufe und weitere Reiseempfehlungen gibt es übrigens allerorts:
Joachim Riedl schafft es trotz optischer Unstimmigkeiten, die intermezzierende Doppelspitze unserer Sozialdemokratie als “Desperate Housewives” zu identifizieren.
Helge basht ausnahmsweise mal die Organisationsform der institutionalisierten SozialdemokratieAnmerk.: heißt “SPÖ” und hat Parteistatus – und fühlt sich aller Notwenigkeit zum Trotz doch bemüßigt, sich dafür gleichzeitig zu entschuldigen. Was soll ich sagen, I feel the pain.

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  1. Etwas veraltete, diese Perle kritischer Berichterstattung, aber aus gegebenen Anlass noch einmal hervorgekarrt. ;-) []

Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten

… ein Zeitdokument aus jenem Jahrzehnt, da der Begriff der Gegenöffentlichkeit Zeitgeist war:

erklärung des kollektivs
Informations-Dienst (ID)
zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten
1

… und hier eine Abschrift des Textes dieser Erklärung des
kollektivs ID vom 14.10.1973:

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  1. aus: ID-Archiv im Internationalen Institut für Sozialgeschichte: Projekt Gedächtnis. ID-Artikel aus den Jahren ’73-’81; Amsterdam 1988 []

weiterhin IV-Belangsendungen im Ö1 Inforadio

Hören Sie sich das an!
Atemberaubend was da wieder über den Äther des Öffentlich-rechtlichen geht. Die pure Belangsendung für die österreichische Industrie. Wieder einmal. Plattester PR-Journalismus wie er seit der Amtsübernahme des neuen Chefredakteurs für “Wirtschaft” im Ö1 Inforadio offensichtlich zum Prinzip werden soll. Aber hören Sie selbst. :roll:

Vorgeschichte
… gestern spät und müde nach Hause gekommen. Ich finde u.a. ein email vor, ich solle mir das heutige Mittagsjournal nachhören.
Nebenbei bemerkt, das geht über Webstream ja ganz angenehm und mach ich immer wieder mal gern. Nur in den letzten Monaten hab ich das eigentlich aufgegeben.
Jedenfalls, wir schreiben den 13.5.08 und das entsprechende Mittagsjournal lässt sich idR 24 Std. nachhören; und aufzeichnen.

du musst unbedingt ö1-mittagsjournal nachhören. Den beitrag über UNSEREN KANZLER IN BRASILIEN: verarschen die ihn? verarschen die sich selber? meinen sie diesen beitrag am ende ernst?
Fragen über Fragen – das gehört in das kellerabteil zum immer und immer wieder anhören!
Bei Minute 44:44 …

Der Anlassfall
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Doku zum systematischen Steuerbetrug durch Banken und Lichtenstein

Ein eye-opening Beispiel, was öffentlich-rechtliche Medien vermögen können. Bzw., wenn wir an austriakische Verhältnisse denken, was öffentlich-rechtliches Fernsehen vermögen KÖNNTE.

Für eine Frontal21-Dokumentation gelang es den Autoren Herbert Klar und Ulrich Stoll, fiktive 800.000 Euro am Finanzamt vorbeizuschleusen. Geholfen haben dabei eine Bank in Österreich und Treuhänder in Liechtenstein.

Die Doku des Magazins ‘Frontal21′ ist übertitelt mit Fluchtburg Liechtenstein. Das Geldversteck der Reichen.

Und die knapp ¾stündige Doku kann online angeschaut werden!
Also: das Ganze als Online anschauen!
+ plus noch einen 8minütigen Beitrag aus dem Februar.

Das Phänomen Korruption nüchtern betrachtet
Korruption kann mensch beklagen oder betreiben. Man kann Indizes erstellen, die Korruption messen und vergleichbar machen sollen. Mensch kann sie verfolgen – journalistisch, als Behörde fahndend, strafrechtlich, intern in Organisationen.

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