Archiv für die 'pathetisch' Kategorie

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Tagebucheintrag 24/12.o7a

Der Schleim aus den Stirnhöhlen ist das erste mal seit einigen Tagen deutlich auf Rückzug. Kaum etwas kann der Laune und Stimmung so gut tun! Die eisige Kälte im Nierenbereich und den Füßen, egal wie eingepackt: passé. Gibt nichts genialeres.

Tut auch dem Kopf gut, wenn die Energie wieder langsam zurückkommt. Die letzen Tage hab ich mich nur im Kreis gedreht. Hasse das, wenn sich zu viele Gedanken im Kreis drehen und kein einziger festgehalten und gedacht werden kann. Ich schiebe es jetzt mal auf den Schleim in den Stirnhöhlen und die ganzen Gänge hinunter in die Nase und die Bronchien. Jetzt ist das vorbei, glücklich.

Freude ob des nicht leeren Briefkastens
Schön schließlich auch, dass die Postler (und Postlerinnen, bei mir ein ‘Postler’) auch am 24.12. das Kastl befüllen, obwohl Fenstertag und der dazugehörige Vormittag zur so genannten Stillen Nacht. Eine kartonierte Briefsendung, geradezu wie ein Geschenk!
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yellow press Ö1 Mittagsjournal

Gerade lief ein Beitrag im Ö1 Mittagsjournal, der einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus zur Schande gereichen sollte1, geschweige denn dem Inforadio Ö1. Ein Lehrbeispiel für die Peinlichkeit eines scheiternden Qualitätsjournalismus.

Elisabeth Manas berichtet tränenreich im Stil der yellow press, der RegenbogenPresse:

Der General kämpf mit den Tränen. Pervez Musharraf nimmt schweren Herzens Abschied von der Armee, die ihm 46 Jahre lang Heimat und Familie gewesen ist.

… erzählt die Journalistin mit emphatisch mitfühlender Stimme. Dabei sind die obigen zwei Sätze ihr Einstieg. Die fett hervorgehobenen Worte betont sie besonders, ihr Ton ist nicht sachlich sondern eben … yellow press.

Nur einen Satz von Elisabeth Manas später kommt Musharraf im O-Ton selbst das erste Mal zu Wort. Seine Stimme ist erstickt und emotional, hat einen klagenden Ton. Elisabeth Manas spricht leicht zeitversetzt eine Übersetzung ins Deutsche und gibt dem Militärchef ‘der besten Armee der Welt’ damit noch mehr Raum für die Aufführung einer Operette:

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  1. Ich schreibe ’sollte’, weil dem freilich nicht so ist, dass so ein Beitrag als Problem, als unwürdig und peinlich betrachtet wird. Dieser Beitrag ist erstens bei weitem nicht das peinlichste und schlechteste, was der ORF liefert. Bei weitem nicht. Zweitens gereicht so ein Beitrag dem ORF in so ferne nicht zur ‘Schande’, als sich niemand daran stößt. Wir sind Medienmüll gewohnt und nehmen kaum Anstoß. Es gibt so gut wie keine Kultur der Medienkritik in Österreich und die ersten, die darunter leiden, sind die Qualitätsmedien selbst, erst in zweiter Linie wir, die ‘Öffentlichkeit’. []

ein Jahr KellerabteilBlog

Kein Grund zu feiern. Aber ein Anlass, das zu bemerken. Ja, das schon.

Ein Jahr Experiment. Ein Jahr spielerisches Vertraut machen, ‘trail and error‘, ein Gefühl für das Medium und gewisse Möglichkeiten bekommen. Erste manifeste Auswirkungen – gemessen am urspünglichen Anlass wohlgemerkt – sind drei Weblogs von Betriebsräten für ihre Kolleginnen und Kollegen.
Weiters: deutlich steigendes Bewusstsein und sich verbreitende Neugier diesem Medium gegenüber. Von all dem war unter Vertretern von Arbeitnehmerinteressen vor einem Jahr noch nichts zu spüren.
Und: ein ehrgeiziges Programm für 2008. Let’s make some noise!

Aus Anlass des unangebrachten Feiertags, und weil das Kellerabteil in naher Zukunft wieder in die modrige Ruhe eines Gemeindebaukellers zurück sinken wird: heute ein Tag vieler kurzer Beiträge.

flammenspeiende Drachen symbolisieren die Heuschrecken?

beim Lesen dieses telepolis-Artikels geht es mir in etwa so: ich bin belustigt, n bißchen ratlos und fühl mich angeregt unterhalten. Geht das? Egal.

Es handelt sich um eine Filmrezension, so ‘Legende von Beowulf‘ oder so. Eigentlich vollkommen uninteressanter Gack. Aber ;-) :

Eine politische Ebene ließe sich allenfalls für das deutsche Publikum ausmachen – mit Gerhard Schröder als Hrotgar und der momentan das Land regierenden ehemaligen FDJ-Sekretärin als Beowulf. Als mögliche Monster wären je nach politischer Präferenz Gewerkschaftsführer oder Arbeitgeberpräsidenten vorstellbar.

Und obig zitierter Absatz steht direkt unter diesem folgenden Bild, für den Autor ist der Film nämlich ein Kommentar zur großen Koalition in D-Land:

(quelle: der telepolis-artikel)

Tja, und wirklich abgerundet wird das ganze durch den kurz darauf folgenden Schlußsatz:

Alles in allem ist der Beowulf-Film, der heute in die Kinos kommt, so auf eine rätselhafte Art der perfekte Film für die Woche von Franz Münteferings Rücktritt.

… und so bin ich auf rätselhafte Art durch diese Rezension belustigt. :-)

Ähnliche Einträge:

Wiederaufführung eines vergessenen Klassikers


Das kann mensch sich hier basteln, bei notcelebrity.co.uk

established some hundred years ago, blocked out through the last two decades, on the verge of becoming hip again. In a theatre near you? :-)
NOT IN YOUR CINEMAS, BUT EVERYWHERE ELSE.

ich weiß schon, das findet aber auch niemand irgendwie lustig außer mir, mais oui :lol: , what shall’s.1

Die Seite Das Service von ‘notcelebrity.co.uk‘ übrigens gefunden via siniweiler! Don’t forget to pump up the volume, btw!

Draufgabe
Dazu noch ein Zitat, weil s so schön passt zu Bier, Feuerwerk und der Wiederaufführung eines vergessenen Klassikers.
Vom Baudrillard Jean (nicht dass der ein vergessener Klassiker wäre, aber das Zitat, das passt zur Wiederaufführung):

Einst war die Stadt vorrangig der Ort der Produktion und Realisation von Ware, der Ort industrieller Konzentration und Ausbeutung. Heute ist sie vorrangig der Ort der Exekution des Zeichens als eines Urteils über Leben und Tod.
Wir leben nicht mehr in einer von roten Gürteln aus Fabriken und an der Peripherie gelegenen Arbeitersiedlungen umgebenen Stadt. In jene Stadt schrieb sich noch … die historische Dimension des Klassenkampfes ein. Heute ist zwar die Fabrik als Modell der Vergesellschaftung durch das Kapital nicht verschwunden, aber in der allgemeinen Strategie tritt sie ihren Platz ab an die gesamte Stadt als Raum des Codes. Die Matrix des Urbanen ist nicht mehr die der Realisierung einer Kraft (der Arbeitskraft), sondern die der Realisierung einer Differenz (der Operation des Zeichens).

Jean Baudrillard (1978): Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen

well

à votre santé

cause when we pretend that we’re dead ;-)
(L7)

  1. this post is dedicated to mr. rokkermur. in style and content. []

schmutzige Kampagne der INSM

Die INSM, think tank und vor allem PR-Organisation deutscher Arbeitgeberverbände fährt wieder einmal eine schmutzige Kampagne, diesmal gegen den Bezug von Arbeitslosengeld.

Dazu wird wieder auf Bildwirkung gesetzt
Eine offene und freie Autobahn ist im Bild, Symbol von freier Fahrt. Symbol für schnelles Vorwärts kommen, für Geschwindigkeit und Dynamik. Symbol für Freiheit.1

Daneben ein Hinweisschild wie es auf Autobahnen Verwendung findet. Ein Pfeil weist in die Richtung geradeaus, dorthin, wo der Weg frei ist, wo die Geschwindigkeit hoch gehalten werden kann. Dorthin, wo man sich dem Gefühl und dem Rausch der Freiheit hingeben, am Besten ohne Tempobeschränkung.
Ein Abbiegerpfeil zeigt eine Ausfahrt von der Autobahn an bzw. handelt es sich bei diesem Pfeil nicht nur um einen Abbieger. Der Pfeil deutet eine 180° Grad Umkehr an, weist also zurück.

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  1. So wie auch hier in dieser Visualisierung. Aus meinem Beitrag Ideologische Manipulation in Schulbüchern. []

Industriellenvereinigung vor dem Aus

Ab dem 1. November sollten die ArbeitnehmerInnen in der Metallindustrie wohl in den Genuss einer kollektivvertraglichen Lohnerhöhung von 3,6% kommen.
Das heißt, bei einer Inflationsrate von zuletzt immer so um die 2 Prozent kann tatsächlich von einem Reallohnzuwachs für die betroffenen Haushalte ausgegangen werden. Das ist toll!1

Hinzu sollten für einen großen Teil der Arbeiter und Angestellten in der Metall produzierenden und verarbeitenden Industrie Einmalzahlungen von € 150,- oder € 200,- kommen. Einmalige hundertfünfzig Euro brutto sollen es sein, wenn das arbeitgebende Unternehmen mit Gewinn und einer solchen Gewinnmarge zwischen 0% und 6% das Jahr 2008 abschließt, nochmal fünfzig Euro brutto mehr, wenn der Unternehmensgewinn darüber liegt.

Klingt super, allerdings die Steuer frisst
150,- oder 200,- Euro, das waren einmal 2064,- bzw. 2752,- alte austriarkische Schillinge. Aber die gibt es ja schon ne geraume Zeit nicht mehr als gängiges Zahlungsmittel. Und seit dieser Zeit ist auch einiges an Inflation den Lauf der Geschichte hinunter geschwommen.

Wie dem auch sei, 150,- oder 200,- an quasi ‘Prämie‘ werden es netto leider nicht sein. Weil die Steuer frisst die Hälfte, sagt Steuerexperte Karl Bruckner in Ö1. Schmecks.
Also zwischen vl. € 80,- und € 120,- an gewinnabhängiger ‘Prämie’, die da eingestreicht werden können. Kein Urlaub aber ein gutes Essen und Trinken für die ganze Familie in einem gehobenen aber nicht zu teuren Lokal ist das allemal.

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  1. .. und in den letzten Jahren alles andere als selbstverständlich, weshalb dieser explizit und mit Ausrufungszeichen getippte Satz schon seine Berechtigung hat. []

Neu! SPD – jetzt NOCH linker!

.. so ätzt der Spiegelfechter in seinem letzten … ich nenn das jetzt mal so: Leitartikler.

Der Spiegelfechter
.. macht keine Blogeinträge. Das was er macht, das sind Analysen. Das sind Kommentare in dem Wortsinn der journalistischen TextsorteKommentar‘. Also nicht im Wortsinn des Kommentars, den mensch unten an einen Blogeintrag dranhängt.
Jens Berger (das Alias des Spiegelfechters oder so) schreibt nun keine quasi additiven Kommentare, die an irgendetwas “drangehängt” sind, sondern ganz schön runde und analytische, auf eigener Recherche basierende Kommentare zu Aspekten des Weltgeschehens. Vorzugsweise mit Deutschland Bezug freilich.
Er macht in dem Sinne also das, was Chefredakteure von Qualitätszeitungen machen, nur dass der Spiegelfechter keine Qualitätszeitung – glücklicherweise – ist sondern ein Qualitätsweblog. Und so besteht das Spiegelfechterblog – konsequenterweise – ausschließlich aus … Leitartikeln.

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Die rechte Mitte – drift away

Beschworen wird die demokratische Mitte. Angestrebt wird sie als mystischer Ort, der politische Ruhe verspricht. Hier findet die Biederkeit die Versöhnung mit sich selbst. Das etwas als normal gilt, wird das Maß aller Dinge. Gegenwärtig streben alle Parteien zu dieser Mitte, und gleichzeitig ist die Mitte Ergebnis eines Definitionsstreits zwischen ihnen. Doch die Ortsbestimmung der Mitte ist selbst verräterisch. Denn sie ist nur formal definiert und bezeichnet eine Position zwischen den Polen eines auf ein einheitliches Maß verkürzten politischen Spektrums. Auch wenn sich alle bis zur wechselseitigen Ununterscheidbarkeit in der Mitte treffen sollten, so kann diese Mitte ihrerseits auf der Achse der Links-rechts-Dichotomie frei nach links oder rechts driften.
Positioniert sich ein politisches Projekt aber selbst in der Mitte, dann lässt sich vermuten, dass es mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zu einer Verschiebung nach rechts kommen wird.

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akademische Stümperei

Wow. Ich bin wirklich von den Socken. Gerade hat es via dem ‘fangnetz‘ der Zeitung DiePresse und vermittels der Plattform PolitikBlogs eine Analyse? Kommentar? Glosse?ja, wie soll ich das nennen? … einen BlogEintrag in meinen FeedReader gespült, der … und wie sag ich das jetzt wieder? … der seinesgleichen sucht.

Polen ist frei!

lautet die Überschrift.
Mit Rufzeichen. Melodramatisch.

Ich klick nun wirklich nicht jeden Blogeintrag, der über die PolitikBlogs-Plattform reinschneit an. Was hinter der Aufmachung für ein Machwerk stecken mag, das hat mich in dem Fall halt schon klicken lassen. Der Name des Autors sagt mir nichts, ist aber das einzige abgesehen von der reißerischen Überschrift, was im Feedreader mitgeliefert wird: Gerhard Mangott.

Der … Blogeintrag setzt an mit:

Polen ist in die Gemeinschaft der aufklärerischen Moderne zurückgekehrt. Die autoritäre und polizeistaatliche, von verschwörerischen Kartellphantsien getriebene, katholisch- nationalistische Schandregierung ist abgewählt; eine Reformregierung unter Donald Tusk von der ‘Bürgerplattform’ (PO) ist nun unaufhaltbar. Polen hatte mit der Regierung Jaroslaw Kaczynski die humanistische Wertegemeinschaft verlassen.

… und ist von einem habilitierten Politikwissenschaftler!
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‘think tank’ der Industriellenvereinigung (IV)

ladies n gentlemen,
may I introduce
:

Der ‘FÖHRENBERGKREIS: wissen worauf es ankommt’

Was ist das? Wen interessiert der? Was passiert da? Und warum gibt es hier keinen Link zu einem ‘Föhrenbergkreis’-Eintrag auf Wikipedia? (wenn ich doch sonst so gerne Links zur Wikipedia setze, also?)

Die Antwort auf die letzte Frage zuerst: es gibt keinen Wikipedia-Eintrag.

Der ThinkTank in der Selbstbeschreibung

Den Föhrenberg-Kreis gibt es seit 1992. Eine Runde von offenen, kritischen Unternehmern, Führungskräften, Politikern verschiedener Parteien, Freiberuflern, Universitätslehrern stellt sich Fragen, die – wie wir schmerzlich erfahren mußten – nicht überall gestellt werden und auf Problembewußtsein treffen. Wir stellen diese Fragen aus der Sorge um das “Unternehmen Österreich”, dem eine Neuorientierung gut täte.

Wir sind unabhängig, parteiunabhängig – wenn auch politisch engagiert. Unser Versuch geht dahin, die richtigen Fragen zu stellen. Fertige, vorschnelle Antworten muten wir uns – und Ihnen – nicht zu.

So sieht eine der Selbstdarstellungen dieses think tanks aus, wie sie in den eigenen Broschüren nachlesbar ist. Sehr selbstverliebt, nicht?1

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  1. Ja gut, wer schreibt nicht einen hochtrabenden PR-Text über die eigene Gruppe, Tätigkeit und/oder Zielsetzung. []

Der Mensch ist die Ideologie für die Unmenschlichkeit.

Gerade wieder an diesen Plakaten vorbeigegangen1:

Österreich. Menschen. Stark. Blödsinn.

Der Text sagt das eine, das Bild das Gegenteil.

Den Menschen im Wort? Wohl eher:
um jeden Preis, es muss das Wort ‘Mensch’ in den Slogan!

Genau, und bei jeder Gelegenheit, in jedes Mikrophon, egal welcher Partei (oder auch der Kirche) zugehörig, trainiert haben wir s ja alle:
(salbungsvoller Ton) “wir müssen wieder mehr auf die Menschen schauen, und was die wollen“,
(vorwurfsvoller Ton) “Wir müssen Politik für die Menschen machen“,
(versuchen, ehrlich und ernsthaft zu klingen) “Weil wir hören nämlich auf die Menschen“,
(lachen unterdrücken) “Uns sind die Menschen wichtig
u.s.w.

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  1. Damit meine ich nicht einmal so sehr diese konkreten ÖVP-Plakate. Ich habe das Gefühl, dass diese Art von Plakaten – im Sinne von solche - Plakate in den letzten 2 Jahren laufend mehr oder weniger “neu” entworfen, ausgetauscht und recycled werden. Der gemeinsame Nenner quer durch – fast – alle Parteien ist, es muss irgendwie das Wort “Mensch” vorkommen. []



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