<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>kellerabteil 2.0 &#187; SoZi</title>
	<atom:link href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.kellerabteil.org</link>
	<description>notizen gegen die unaufhaltbarkeit des bewusstseinsstroms</description>
	<lastBuildDate>Sun, 29 Jan 2012 15:20:24 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator>
		<item>
		<title>SoZi 20&#124;10: asozialisiert in wien</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2010/05/sozi-2010-asozialisiert-in-wien/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2010/05/sozi-2010-asozialisiert-in-wien/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 May 2010 19:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1258</guid>
		<description><![CDATA[gestern live gehört/gesehen &#8211; A Siaße Tschik &#8211; hier gejammt. Der Text unten &#8230; das SonntagsZitat der Woche 20&#124;2010. So halt &#8230; www.youtube.com/watch?v=a9XDK9pzGsw i wår heit nu ned draußn die wöd die schrekt mi o du sågst &#8211; kumm geh di brausn des denk i ma scho seit tågn i was ned warum du mi [...]
No related posts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>gestern live gehört/gesehen &#8211; <em>A Siaße Tschik</em> &#8211; hier gejammt.<br />
Der Text unten &#8230; das <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SonntagsZitat</a> der Woche 20|2010. So halt &#8230;</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=a9XDK9pzGsw">www.youtube.com/watch?v=a9XDK9pzGsw</a></p>
</p>
<p><span id="more-1258"></span></p>
<blockquote><p>i wår heit nu ned draußn<br />
die wöd die schrekt mi o<br />
du sågst &#8211; kumm geh di brausn<br />
des denk i ma scho seit tågn</p>
<p>i was ned warum du mi immer so ångehst<br />
wånnst auf a unikat stehst<br />
let&#8217;s chill, gib da die ehre<br />
ånstått daß&#8217;d unnötig streßt</p>
<p>i geh heit nimma ausse<br />
bin außn vor und ned in<br />
kana würd mi heit griaßn<br />
des mocht a heite kan sinn</p>
<p>nobody knows you when you&#8217;re down and<br />
out if you know what i mean<br />
let&#8217;s chill, gib da die ehre<br />
asozialisiert in wien</p>
<p>geh kumm, rauch ma nu an siaßn tschik<br />
kumm bau du &#8211; wos kost&#8217; die wöd<br />
communication breakdown is da trick<br />
die pizza is scho b&#8217;stöt</p>
<p>wånn i lieg, lieg i gånz ehrlich<br />
ehrlich was gibt&#8217;s zum tuan<br />
chillout &#8211; so haßt mei goßn<br />
da wohn i ziemlich weit vorn</p>
<p>mei mitbewohner ja der haßt paranoia<br />
mei bester freind, er und i<br />
cool down, und gib da die ehre<br />
neurosen san ob heit in</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.5achterl.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>5/8ERL IN EHREN</strong></a> (2010):<br />
<strong>Siasse Tschik</strong></p>
<p>No related posts.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2010/05/sozi-2010-asozialisiert-in-wien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 16&#124;10: the ubiquitous unibrennt cloud</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 17:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[freudiges Ereignis]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[prekär]]></category>
		<category><![CDATA[social web]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[ars]]></category>
		<category><![CDATA[ars electronica]]></category>
		<category><![CDATA[digital communities]]></category>
		<category><![CDATA[prix ars electronica]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>
		<category><![CDATA[unsereuni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1218</guid>
		<description><![CDATA[Aus gegebenen &#38; erfreulichen anlass aus dem keller der festplatten eingeschriebenen ordnerstruktur herausgesucht und hier im abteil abgelegt, weil: abzulegen (=in einer form dokumentiert/archiviert, die den weltweiten offenen aufruf und zugriff eyplizit erlaubt); also wie ursprünglich vorgehabt, untergegangen und aus dem sinn verloren: einreichung prix ars electronica &#8211; kategorie &#8216;digital communities&#8217; (eingereicht am 17.3.2010 um [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/05/the-ubiquitous-unibrennt-cloud-featured-auf-o1/' rel='bookmark' title='the ubiquitous unibrennt cloud featured auf Ö1'>the ubiquitous unibrennt cloud featured auf Ö1</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/09/aufzeichnung-eines-club2-bei-der-ars-electronica-mit-unibrennt-beteiligung/' rel='bookmark' title='Aufzeichnung eines Club2 bei der Ars Electronica mit #unibrennt Beteiligung'>Aufzeichnung eines Club2 bei der Ars Electronica mit #unibrennt Beteiligung</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/unsereuni-impressionen/' rel='bookmark' title='unsereuni impressionen'>unsereuni impressionen</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus gegebenen &amp; erfreulichen anlass aus dem keller der festplatten eingeschriebenen ordnerstruktur herausgesucht und hier im abteil abgelegt, weil: abzulegen (=in einer form dokumentiert/archiviert, die den weltweiten offenen aufruf und zugriff eyplizit erlaubt); also wie ursprünglich vorgehabt, untergegangen und aus dem sinn verloren:</p>
<h3><span style="color: #800000;">einreichung prix ars electronica &#8211; kategorie &#8216;digital communities&#8217;<br />
</span></h3>
<p style="text-align: right;">(eingereicht am 17.3.2010 um 5 vor 12.00 pm)<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/#footnote_0_1218" id="identifier_0_1218" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="als webbasierte exemplarische teamarbeit einer netzwerkstruktur im verbund der ubiquitous unibrennt cloud; Die bekanntgabe der preistr&auml;ger soll am 15. mai 2010 erfolgen. #arsbrennt">1</a></sup></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>1. projektbeschreibung</strong> (2.996 Zeichen)</p>
<p>Mit <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> wird kein Projekt einer ,digital community‘ eingereicht sondern ein Ereignis. Diese Vorbemerkung liegt insofern nahe, als es sich hier nicht um eine Projektbeschreibung handeln kann sondern um eine Ereignisbeschreibung.</p>
<p>Beginnend mit dem 22.10.09 ist etwas explodiert, das sich binnen kürzester Zeit zu etwas noch nie dagewesenen entwickelt hat. Es war zu keinem Zeitpunk ein geplantes oder planbares Projekt. Was sich in den folgenden Tagen und Wochen in selbstorganisiertem Chaos herausgebildet hat, kann adäquat als Emergenz einer neuen sozialen Bewegung verstanden werden. <span id="more-1218"></span></p>
<p>Der Ereignisbegriff vs. dem Projektbegriff markiert ein grundlegendes Charakteristikum des Phänomens <em><span style="color: #800000;">unibrennt</span></em>. Der Beurteilung des Phänomens dienlich ist, sich die Unterschiede des spontanen Ereignisses mit dem üblicheren Regelfall z.B. eines Start-Up Projekts vor Augen zu halten.<br />
Ohne den Einsatz von Projektmanagement und die Abfolge gesteuerter Projektphasen, ohne die Formulierung der (Geschäfts-)Idee und Vision, die Festlegung von Zielen, Maßnahmen und Aufgaben, ohne den Einsatz von Projektbudgets und Professionisten ist die Bewegung <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> binnen Stunden entstanden, binnen Tagen explodiert und hat binnen weniger Wochen eine Infrastruktur, Organisationskapazität und Beteiligung, einen Vernetzungsgrad und ein Archiv aufgebaut, wie das viele erfolgreiche Projekte in Jahren nicht erreichen.</p>
<p>Bis heute ist schwer zu fassen, was <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> (alles) ist. Konsens besteht darüber, dass es sich um eine Protestbewegung handelt. Unbestritten ist, dass wir es mit einer außerparlamentarischen Form der Selbstorganisation zu tun haben und mit der politischen Manifestation eines ,brennenden‘ gesellschaftspolitischen Interessenskonflikts, dem Verständnis von Bildung. Evident ist, dass <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> als singuläres Ereignis in die Analen der Zeitgeschichte eingehen wird; aber auch in die fachspezifischen Geschichtsschreibung der Protestbewegungen, die Geschichte der Hochschulreformen und sicherlich in die Analen des web2.0 und der Netzkultur.</p>
<p><span style="color: #800000;"><em>Unibrennt</em></span> ist keine web2.0-Bewegung, kein Protest2.0. Genauso wenig ist <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> eine politische Organisation klassischer Facon, die das Potential des Netzes besonders geschickt für die Anliegen zu nutzen weiß. Vielmehr greift alles ineinander: politische Diskussion, digitales Arbeiten und die Selbstverwaltung der Bewegung.<br />
Die Akteure der Bewegung lassen sich nicht trennen in die BesetzerInnen der Hörsäle auf der einen, und in eine als ,digital community‘ arbeitende Gruppe auf der anderen Seite. Zu jedem Zeitpunkt ist die Bewegung ebenso ,digital community‘ wie sie politische Bewegung ist, autonom und selbstverwaltet funktioniert, basisdemokratische Regeln lebt, offen und divers arbeitet.</p>
<p>Die Bewegung ist in diesem Sinne so offen und allgegenwärtig &#8211; <em>ubiquitous</em> &#8211; wie das WWW selbst. Die ,digital community‘ sorgt so nicht nur für die Allgegenwart des Anliegens „Freie Bildung!“ sondern lebt auch vor, was unter freier Bildung verstanden werden könnte.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>2. projektdetails</strong></p>
<p><span style="color: #800000;"><strong>2.1 projektgeschichte</strong> (2.951 Zeichen)<br />
</span></p>
<p>Uni brennt hat am 22.10.09 um 14:00 angefangen. Über den Zeitraum der nächsten 4 Tage explodiert <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> in Rasanz. Am 26.10.09 ist die Kunde vom Ereignis bei hunderttausenden Menschen angekommen, die Medienlandschaft teilt sich den gleichen Aufmacher <span style="color: #800000;"><em>Unibrennt</em></span>! und zehntausende Menschen sind vor Ort und im Netz involviert.<br />
Die folgenden Wochen sind von schnellem Wachstum und der Ausdifferenzierung nach Innen und Außen geprägt. Nach 3 Wochen wird erstmals vom Flächenbrand gesprochen. Die Bewegung greift in den gesamten deutschsprachigen Raum.</p>
<p>Obwohl <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> aus sich selbst heraus emergiert, solle 3 den Boden bereitende Entwicklungen kurz angesprochen werden:</p>
<p><strong>1. Die hochschulpolitische Situation:</strong><br />
Nach Jahren der Hochschulreformen und der neoliberal ausgerichteten Umbauten ist die Situation an den der Universitäten endlich soweit eskaliert, dass das System kollabiert.</p>
<p><strong>2. Der Zeitpunkt der Internetgeschichte:</strong><br />
Die selben Bedingungen, die schon die Wahlkampfbewegung für Obama oder die Proteste im Iran zu neuartigen Ereignissen gemacht haben &#8211; zu hybriden Raum, Zeit, Gruppen, Massenmedien und Beteiligungsformen übergreifenden Netzwerken &#8211; liefern eine Basis, dass <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> von Beginn an auch ,digital community‘ ist.<br />
Die Studierenden sind mit Laptops, Mobiltelefonen, Digicams und mit Benutzerkonten bei web2.0 Plattformen ausgestattet. Viele Beteiligte sind bereits online vernetzt. Sie organisieren den Zusammenschluss ihrer Communities zu größeren Clusterstrukturen und ermöglichen die vielschichtige Kommunikation nach Innen und Außen, die das Momentum aufrecht erhält.</p>
<p><strong>3. Malen-nach-Zahlen:</strong><br />
2 Tage vor Besetzung des Audimax wird die Aula der Akademie der Bildenden Künste in einer inszenierten Aktion besetzt. Die Protestform ist nicht spontan, aber durchdacht und erfolgreich. Die Medien nehmen die Proteste wahr. Am Folgetag wird eine Demo für den 22.10. angemeldet, die den Schwung dieser Aktion mitnehmen soll.</p>
<p>Die Formation der #<span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> ,digital community‘<br />
Die Demo des 22.10. erreicht gegen 14:00 das Audimax. Es wird die Besetzung beschlossen. Sofort gelangt die Nachrichten über das Netz nach draussen und werden dort weiter verbreitet.</p>
<p>Um 15:00 wird eine Fanpage auf Facebook eingerichtet, die zum bleibenden Brennpunkt der Bewegung mit über 30.000 Fans werden soll. Parallel dazu beginnt im Netz die Öffentlichkeitsarbeit von SympathisantInnen und GegnerInnen, die Foren der neuen und älteren Onlinemedien belebten sich. Solidaritätserklärungen werden auf Webseiten veröffentlicht. Bilder sind auf Facebook und über Twitter zu finden. Hashtags beginnen sich zu etablieren (#audimax, #<span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span>). Die BesetzerInnen publizieren eine erste Erklärung auf einem Blog.</p>
<p>Beim Audimax wird ein Medienzentrum eingerichtet und tageweise professionalisiert. Der Live-Stream wird etabliert, an einer komplexen Homepage gearbeitet, eine eigene Serverstruktur zusammengebastelt, trotz eines riesigen Ansturms die Downtime bei fast null gehalten.</p>
<p><span style="color: #800000;"><strong>2.2 projektziele</strong> (2.987 Zeichen)</span></p>
<p>Die politischen Forderungen von <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> sind klar (<a href="http://bit.ly/unibrennt_forderungen" target="_blank">bit.ly/unibrennt_forderungen</a>).<br />
Das Ziel der Besetzung ist offensichtlich: (1) auf die dramatische Situation an den Hochschulen aufmerksam zu machen, (2) Druck auf die Hochschulleitungen und die Politik auszuüben und (3) Besetzungen und die Bewegung autonom, selbstbestimmt und nach den Kriterien selbst zu verwalten, die <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> sich für Bildung und Universitäten wünscht.</p>
<p>Klassisch können diese Herausforderungen und Ziele mit Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung und Wissensmanagement beschrieben werden; allerdings selbstorganisiert und offen gelebt.</p>
<p>Die ,digital community‘ <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> besteht zum kleinsten Teil aus web2.0 Evangelisten, zu einem geringen Teil aus web2.0 Aficionados und zu einem großen Teil aus engagierten Lern- und Arbeitswilligen. Die Bewegung hat mit ihrem ereignishaften Auftreten Mittel und Wege zu ihrer Selbstorganisation und Weiterentwicklung eingesetzt, die sie vorgefunden hat. Wo eine existierende Organisation die top-down Implementierung von Wikis, Blogs, Feeds und Videokonferenzen Ressourcen- und zeitaufwendig durch Schulung, Druck und Incentives erreichen muss, hat die Bewegung in ungeheurem Tempo kollektiv gelernt.</p>
<p>Emailkörbe werden angelegt und 24 Stunden am Tag kollaborierend betreut. Passwörter werden alle Wochen ausgetauscht. Dokumente werden über Google-Docs und via Wiki organisiert. SMS-Listen sind für den Räumungsnotfall angelegt.<br />
Medienbeobachtung wird in die Cloud ausgelagert, Linklisten für Onlinemedienberichte, ein Flickr-Album mit Zeitungsscans. Presseaussendungen, Forderungskataloge und offene Briefe gehen per Email an die Medien und per Website, Wiki und Links auf den Plattformen an alle. Ein Team aus FotografInnen und VideofilmerInnen sowie der Arbeitsgruppe Livestream dokumentiert Plena, Besetzungen, Demos, Flashmobs und mehr.</p>
<p>Arbeitsgruppen machen Vorhaben und Kontaktdaten im Wiki transparent. In den Arbeitsgruppen sowie in den Plena wird live und via Beamer mitverfolgbar protokolliert. Protokolle, Beschlüsse und Anträge werden ausgesendet und im Wiki gespeichert, von wo sie abrufbar und weiter bearbeitbar sind.<br />
Die Plena sind über Livestream verfolgbar und als Videoaufnahmen archiviert. Interaktive Einschaltungen via Chat, Twitter oder Videokonferenz sind an der Tagesordnung. Die Debatten erstrecken sich in den Raum der Social Networks und werden weitergetragen.<br />
Themen, Termine und Links werden beständig ausgesendet, Ressourcen angefordert und organisiert.</p>
<p>Die <em><span style="color: #800000;">ubiquitous cloud</span></em> <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> nutzt für Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung und Wissensmanagement alle Plattformen, Medientypen und Kommunikationskanäle genauso und nicht anders wie sie die räumlichen Strukturen der besetzten Hörsäle usw. nutzt. Bemerkenswert ist nur die soziale und die Medienkompetenz der Bewegung. Die <em>ubiquitous</em> <em>cloud</em> lernt und schult laufend weiter. Nur so können z.B. Livestreams in allen besetzten Hörsälen im deutschsprachigen Raum zum Standard werden.</p>
<p><span style="color: #800000;"><strong>2.3 gemachte erfahrungen</strong> (3.000 Zeichen)</span></p>
<p><strong>Die Bedeutung der Selbstorganisation und Selbstverwaltung:</strong><br />
Der selbstorganisierte Aufbau eigener, autonomer Infrastrukturen, Netzwerkknoten und Kommunikationskanäle hat die Bewegung befreit und sich selbstbestimmt entwickeln lassen. <span style="color: #800000;"><em>Unibrennt</em></span> ist in der Organisation der Proteste eben gerade nicht auf ein organisatorisches backbone z.B. der Hochschülerschaft, von Parteiorganisationen oder organisierter Gruppen im universitären Feld angewiesen.</p>
<p><strong>Augenhöhe mit dem Massenmediensystem: </strong><br />
<span style="color: #800000;"><em>Unibrennt</em></span> ist anderen politischen Organisationen gegenüber vergleichsweise autonomer; unabhängiger vom Massenmediensystem und dem Goodwill der Presse und Redaktionen, unabhängiger von anderen etablierten Organisationseinheiten im Umfeld.<br />
Die ,digital community‘ ist im Stande, viele Menschen zu erreichen, ohne auf die Strukturen der kapitalistischen Medienlandschaft zurückgreifen zu müssen. Sie produziert nicht nur Texte, Bilder, Ton und Filme selbst, sondern hat auch die Kontrolle über Vertriebskanäle und offen zugängliche Archive. Von jeder landing page aus &#8211; Website, Wiki, Flickr, unibrennt.tv, YouTube, &#8230; &#8211; ist das Eindringen in eine reichhaltige und vielseitige Geschichte wahrscheinlich. Die <span style="color: #800000;"><em>u</em><em>biquitous unibrennt cloud</em></span> verwaltet damit das Erbe der Bewegung selbst. Sie bestimmt federführend mit, wie die Geschichte über <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> geschrieben wird.</p>
<p><strong>Die Kultur der Basisdemokratie und Selbstverwaltung:</strong><br />
Herausforderungen werden bewältigt, weil in der außergewöhnlichen Situation der <em>ubiquitous cloud</em> jede Kollaboration über kulturelle, psychologische, politische, sozioökonomische und Altersunterschiede hinweg möglich und sogar selbstverständlich ist. Es herrscht eine Kultur des Vertrauens und des Kontroll- und Statusverzichts. Niemand kann alles oder irgendetwas nur für sich machen. Alle öffnen ihre Ressourcen und Daten. Daraus entsteht in der Situation der Bewegung nicht Risiko sondern Stabilität und Organisationskapazität.</p>
<p><strong>Freie und kritische Bildung ist möglich:</strong><br />
Die kollektive Intelligenz der <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> cloud ist beeindruckend. Die ,digital community‘ produziert unique content; und das laufend, in großer Menge und Qualität und gleichzeitig in allen Räumen der <em>ubiquitous cloud</em>. Die Bewegung ist ein Player im Netz, in Hörsälen und auf der Straße. Es wird kritische Lehre, Weiterbildung, Selbstversorgung und ein kulturelles Programm auf die Beine gestellt, um das renommierte Festivals die Bewegung beneiden. Die in der Bewegung Aktiven, ob Studierende oder SympathiesantInnen lernen in einer kurzen, dichten Zeitspanne wohl mehr als in einem Studienabschnitt.</p>
<p><strong>Widerstand und Subversion sind möglich und notwendig:</strong><br />
Die Bewegung hat ein Gegenmodell zur Sachzwangwelt aufgestellt und bewiesen, was möglich wäre und ist. Sie hat hinter die Kulissen der Massenmedienwelt und der Politik geschaut und weiß, dass gegen diese Systemlogiken Widerstand eine Tugend darstellt. Sie war für Wochen und Monate ein Player, den die etablierten Größen in Politik, Verwaltung und Mediensystem ernst nehmen mussten.</p>
<p><span style="color: #800000;"><strong>2.4 statement of reasons</strong> (2.672 Zeichen)</span></p>
<p>Mit der Emergenz von <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> ist etwas auf den Plan getreten, das das Leben vieler Menschen verändert hat. Das Ereignis <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> wird die Form und den Erfolg zukünftiger Protestbewegungen beeinflussen. Schon jetzt leitet das Fallbeispiel der Bewegung NGO‘s an, wie sie ,digital communities‘ mit Livestreams versorgen, durch die vielfältige Verschränkung von Aktivitäten auf der Straße, in Konferenzsälen und im Netz gewinnen kann und durch die Einbindung über Plattformen und Wikis mitarbeiten lassen kann.</p>
<p>Die Bewegung und die <em><span style="color: #800000;">ubiquitous cloud </span></em><span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> hat alles, was aufgebaut und geschafft wurde, ohne Geldmittel, ohne Vollzeitkräfte und ohne SpezialistInnen zusammengebracht. Vor dem Hintergrund des gemeinsamen Ziels der Selbstorganisation und der Notwendigkeit der organisatorischen und politischen Schlagkraft haben sich alle Personen gleichrangig eingebracht. Ihre Kompetenzen und Ressourcen wurden und werden als gleichrangig angesehen. Nur so ist zu erklären, dass aus ausschließlich privaten Geräten, Medienzentren, Livestreams, Server und Homepages gebaut werden, genauso wie Volksküchen organisiert, Erste Hilfe-Stationen und Reinigungstrupps ausgerüstet werden. Nur so ist zu erklären, dass alle diese und viele andere Funktionen und Knotenpunkte 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und Woche für Woche besetzt sind; besetzt von Studierenden, die daneben ihr Studium weiter betreiben, von LektorInnen, die daneben ihre Lehre und ihre Arbeit weiter machen müssen.</p>
<p>Eine Bewegung wie <em><span style="color: #800000;">unibrennt</span></em> ist nicht nur ein singuläres, also statistisch hoch unwahrscheinliches Ereignis. Im Verlaufe der Bewegung gibt es auch immer wieder Momente, Situationen und Dynamiken, die das Aufrecht Erhalten der Bewegung statistisch gesehen unwahrscheinlich machen. Sehr viel muss passieren und funktionieren, damit eine <em>ubiquitous cloud </em>entsteht und lebt. Es sind diese Momente, in denen das Netz notwendig funktionieren und die riskanten Momente überwinden muss.</p>
<p>Dieses Netz von <span style="color: #800000;"><em>unibrennt</em></span> besteht aus Menschen und Gruppen, besetzten Hörsälen und privaten Räumen, aus Mobiltelefonen und Laptops, aus Arbeitsteilung und Zusammenarbeit, aus Facebook-Fanpages und Skype-Konferenzen, aus Wikis und internationalen Emailverteilern; es spannt sich vom Serverraum an der Uni Wien über selbst gehostete Blogs zu Straßenaktionen in Kiel und einer Volksküche in München, einem Vernetzungtreffen in Graz und einer Plakataktion in Basel. Die Verbindung ist in vielen Fällen die Zugehörigkeit zur Bewegung, die Verbindung läuft über das WWW, die Abstimmung passiert in der Cloud.</p>
<p>Archiviert ist das alles im Netz, selbstverständlich offen zugänglich und für Nutzung und Weiterbearbeitung frei.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1218" class="footnote">als webbasierte exemplarische teamarbeit einer netzwerkstruktur im verbund der ubiquitous unibrennt cloud; Die bekanntgabe der preisträger soll am 15. mai 2010 erfolgen. #arsbrennt</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/05/the-ubiquitous-unibrennt-cloud-featured-auf-o1/' rel='bookmark' title='the ubiquitous unibrennt cloud featured auf Ö1'>the ubiquitous unibrennt cloud featured auf Ö1</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/09/aufzeichnung-eines-club2-bei-der-ars-electronica-mit-unibrennt-beteiligung/' rel='bookmark' title='Aufzeichnung eines Club2 bei der Ars Electronica mit #unibrennt Beteiligung'>Aufzeichnung eines Club2 bei der Ars Electronica mit #unibrennt Beteiligung</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/unsereuni-impressionen/' rel='bookmark' title='unsereuni impressionen'>unsereuni impressionen</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 50&#124;09: WeltVernichtungsMaschine</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2009 10:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschöpfung]]></category>
		<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[IV]]></category>
		<category><![CDATA[kapitalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Managementtools]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Bankenkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkapital]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Peripherie]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsausgaben]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Frank]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>
		<category><![CDATA[weltsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftselite]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1162</guid>
		<description><![CDATA[alors, zwischen all die nicht abgetippten Sonntagszitate (vlg. Sozis) der letzten wie auch der kommenden Wochen, zwischen all die nicht abgetippten Passagen zur Festung_Europa, Gruppen zweiter Ordnung, den ISA&#8217;s und der Heimatschutzbewegung, dem Weltsystem im allgemeinen und der Semiperipherie im speziellen, zu Demokratietheorie und UnDemocrazy2.0 etc. etc. etc. &#8230; &#8230; hier zur Abwechslung wieder mal [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/' rel='bookmark' title='Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!'>Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/01/kopfschutteln-uber-michael-csoklich/' rel='bookmark' title='Kopfschütteln über Michael Csoklich'>Kopfschütteln über Michael Csoklich</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>alors</em>, zwischen all die nicht abgetippten Sonntagszitate (vlg. <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">Sozis</a></strong>) der letzten wie auch der kommenden Wochen, zwischen all die nicht abgetippten Passagen zur <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/festungeuropa/" target="_blank">Festung_Europa</a>, <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/gruppensoziologie/" target="_blank">Gruppen zweiter Ordnung</a>, den <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/industriellenvereinigung/" target="_blank">ISA&#8217;s</a> und der <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/kulturelles-gedachtnis/" target="_blank">Heimatschutzbewegung</a>, dem <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/immanuel-wallerstein/" target="_blank">Weltsystem im allgemeinen</a> und der <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/flaches-land/" target="_blank">Semiperipherie im speziellen</a>, zu <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/demokratische-kultur/" target="_blank">Demokratietheorie</a> und <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/web20/" target="_blank">UnDemocrazy2.0</a> etc. etc. etc. &#8230;</p>
<p>&#8230; hier zur Abwechslung wieder mal ein materialisiertes, abgetipptes, archiviertes SoZi:</p>
<p><span id="more-1162"></span></p>
<blockquote><p>Die Banken sollten aufhören zu behaupten, sie hätten mit einer so schweren Krise nicht rechnen können: Sie haben ja noch nicht einmal die Möglichkeit einer <em>moderaten</em> Rezession einkalkuliert. Die Häuserpreise würden nicht in Kalifornien (da) und Florida (dort) gleichzeitig sinken, dachten sie. Da haben sie sich getäuscht. Die Krise desavouiert auch – wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Long-Term_Capital_Management" target="_blank" class="broken_link">LTCM-Pleite 1998</a> – eine Philosophie, der zufolge man mithilfe computergestützer Modelle aus der Vergangenheit die Zukunft vorhersagen kann.</p>
<p>Was wäre gewesen, wenn der Staat besser beaufsichtigt hätte und die Banken vernünftiger gewesen wären? Es ist schwer, sich etwas Derartiges vorzustellen, das der Erfahrung völlig entgegengesetzt ist. [..]</p>
<p>Die Staatsschulden explodieren, gleichzeitig stehen immer mehr erfolglose Unternehmer Schlange, um sich beim Staat neues Kapital zu besorgen. Dabei wird eine Kleinigkeit übersehen: Staaten haben gar kein Kapital, da sie nichts produzieren. Sie können kein Kapital schaffen, sondern lediglich das vorhandene umverteilen, z.B. durch Steuern. Irgendjemand muss für all diese unsinnigen Staatsausgaben bezahlen, deshalb wird es nicht mehr lange dauern, bis in Deutschland die Mehrwertsteuer erhöht wird – und 25 Prozent sind erst der Anfang. In der Zwischenzeit borgt der Staat an den Kapitalmärkten. Aber auch dies ist kein Schaffen von Kapital, sondern bloß ein Umverteilen. Wenn der Staat 500 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten aufnimmt, um es den Banken zu geben, steht diese Summe nicht mehr für Investitionen zur Verfügung.</p>
<p>[..]</p>
<p>Obwohl Konjunkturprogramme ökonomisch unsinnig sind, haben sie in der gegenwärtigen Lage vielleicht doch einen kleinen Nutzen: Wenn das Geld für sinnvolle Zwecke ausgegeben würde (ein großes Wenn), wären sie ein Mittel, Geld vor den Banken in Sicherheit zu bringen. Denn die Finanzindustrie ist wie das löchrige Fass der Danaiden. Nie wird es voll werden; was der Staat einfüllt, fließt im selben Augenblick wieder heraus. Bei der Drucklegung dieses Buches hatte allein die Hypo Real Estate schon über 100 Milliarden Euro verschlungen. Man diskutiert, ob der Staat Banken »enteignen« solle, obwohl es offensichtlich ist, dass die Banken es sind, die den Staat enteignen.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong>Frank, Stefan</strong> (2009):<br />
<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/32264.html" target="_blank" class="broken_link"> Die Weltvernichtungsmaschine. Vom Kreditboom zur Wirtschaftskrise</a>; S. 190f.</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/' rel='bookmark' title='Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!'>Es gilt das Verursacherprinzip, stupid!</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/01/kopfschutteln-uber-michael-csoklich/' rel='bookmark' title='Kopfschütteln über Michael Csoklich'>Kopfschütteln über Michael Csoklich</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 43&#124;09: Ganz im Gegenteil, Minister Hahn</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 10:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[*uuar#rgr%§h*]]></category>
		<category><![CDATA[Abschöpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[gewerkschaftlich]]></category>
		<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[kapitalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Managementtools]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[social web]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[webloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Willkür2.0]]></category>
		<category><![CDATA[akademie]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[BetriebsratsBlog]]></category>
		<category><![CDATA[externe LektorInnen]]></category>
		<category><![CDATA[Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[malen nach zahlen]]></category>
		<category><![CDATA[MedizinUni]]></category>
		<category><![CDATA[MedUni]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>
		<category><![CDATA[uniprotest]]></category>
		<category><![CDATA[universität]]></category>
		<category><![CDATA[Universitätsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[unsereuni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1093</guid>
		<description><![CDATA[aus aktuellem Anlass greife ich für&#8217;s Sonntagszitat mal nicht auf geduldiges Papier zurück, sondern auf ein bemerkenswertes Blog und auf einen dort eben erschienen Artikel. Betitelt mit: Das Imperium schlägt zurück: ÖH soll Schäden zahlen Freilich, zu den diese Woche 43&#124;09 ausgebrochenen Uniprotesten gäbe es viel mehr zu sagen, zu schreiben, zu tippen, zu tweeten, [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/dreiervorschlag-studentinnen-wahlen-nachfolger-fur-minister-hahn/' rel='bookmark' title='Dreiervorschlag: StudentInnen wählen Nachfolger für Minister Hahn'>Dreiervorschlag: StudentInnen wählen Nachfolger für Minister Hahn</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/11/gegenuberstellung-unsereuni-%e2%80%93-gio-hahn/' rel='bookmark' title='Gegenüberstellung #unsereuni – Gio Hahn'>Gegenüberstellung #unsereuni – Gio Hahn</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/gegenuberstellung-kaltenegger-%e2%80%93-winckler/' rel='bookmark' title='Gegenüberstellung Kaltenegger – Winckler'>Gegenüberstellung Kaltenegger – Winckler</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus aktuellem Anlass greife ich für&#8217;s <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">Sonntagszitat</a></strong> mal nicht auf geduldiges Papier zurück, sondern auf ein bemerkenswertes Blog und auf einen dort eben erschienen Artikel. Betitelt mit:<br />
<strong><a href="http://ug02.wordpress.com/2009/10/25/das-imperium-schlagt-zuruck-oh-soll-fur-schaden-zahlen/" target="_blank">Das Imperium schlägt zurück: ÖH soll Schäden zahlen</a></strong></p>
<p>Freilich, zu den diese Woche <a href="http://www.malen-nach-zahlen.at/" target="_blank" class="broken_link">43|09 ausgebrochenen</a> Uniprotesten gäbe es viel mehr zu sagen, zu schreiben, zu tippen, zu tweeten, zu bloggen.<br />
Nur, folgendes Zitat <em>says it all</em><sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/#footnote_0_1093" id="identifier_0_1093" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es stammt von Ass. Prof. Dr. Karl Heimberger, &nbsp;Betriebsrat der MedUni Wien.">1</a></sup>. An die Adresse des Wissenschaftsministers Hahn, ist das das Treffendste, was mir bislang untergekommen ist. Speaks for itself:</p>
<blockquote><p><strong>Erst wenn der Protest der Studierenden ernst genommen wird und zu Konsequenzen, also zu besseren Studienbedingungen aller Bildungshungrigen führt, wird der Schaden, den die Inaktivität der bildungspolitisch verantwortlich Einflussreichen an der Gesellschaft anrichtet, wieder gut gemacht werden können.</strong></p></blockquote>
<p><span id="more-1093"></span>Viel wird wie gesagt getippt, <strong><a href="http://www.twazzup.com/?q=%23unibrennt&amp;l=de" target="_blank" class="broken_link"><em>getwittert</em></a></strong><a href="http://www.twazzup.com/?q=%23unibrennt&amp;l=de" target="_blank" class="broken_link"><em>, auf facebook gruppiert und gebloggt</em></a> (siehe unten).<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/#footnote_1_1093" id="identifier_1_1093" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Besonders fein, das Getwittere, Geblogge, Produzieren von utubes usw. &amp;#8230; es produziert ein gut zug&auml;ngliches Archiv, wird die Ereignisse, Bruchlinien, Positionen, Behauptungen in der Unterhaltungsindustrie dokumentiert halten. Unlike the massmedia.">2</a></sup><br />
Selbst das traditionelle Mediensystem sieht sich gezwungen, zu berichten.</p>
<p>Zwei Punkte dennoch:</p>
<p><strong>Das sind nicht allein Studentenproteste</strong><br />
Das ist viel mehr als eine allein von StudentInnen getragene Protestbewegung, das war – von Beginn an – eine breite, von mehreren Gruppen getragene Protestbewegung.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Dienstag, 22.10.</strong></p>
<p>Die ersten Aktionen auf der Akademie der bildenden Künste sind bereits gemeinsam von Studierenden und Lehrenden getragen:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.malen-nach-zahlen.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Am Dienstag 20.10. um 12.25 Uhr wurde die Akademie der bildenden Künste von STUDIERENDEN UND LEHRENDEN BESETZT!</strong></a></p>
<p><a href="http://www.malen-nach-zahlen.at/" target="_blank" class="broken_link"><strong>Die Akademie der bildenden Künste befindet sich im Streik. Seit Dienstag 20.Oktober werden Lehrveranstaltungen und Klassenbesprechungen in die Aula am Schillerplatz verlegt. Zudem finden dort auch Veranstaltungen und Aktionen statt. Werden die Forderungen von Lehrenden und Studierenden nicht umgesetzt, folgen weitere Aktionen.</strong></a></p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong>Mittwoch, 21.10.</strong></p>
<p>Es wird eine Demo für den nächsten Tag angemeldet. Zur angemeldeten Donnerstagsdemo (12.00 Treffpunkt Votivkirche) rufen in Emailaussendungen Studierende <em>und </em>Lehrende auf<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/#footnote_2_1093" id="identifier_2_1093" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hallo, zur Info:
Das erste Mal seit 2004 ist in Wien eine Universit&auml;t besetzt!
http://www.malen-nach-zahlen.at/
Gestern (DIENSTAG) wurde beschlossen, HEUTE (MITTWOCH) um 16:00 Uhr ein PLENUM f&uuml;r Menschen der Uni Wien (und alle die sonst hinkommen wollen nat&uuml;rlich!) zu veranstalten. (In der Akademie &amp;#8211; Schillerplatz 3).
Dort wollen wir uns vernetzten und Aktionen f&uuml;r Donnerstag planen. Die Stimmung ist k&auml;mpferisch und motiviert!
Am DONNERSTAG wird um 12:00 Uhr eine Demo an der Votivkirche starten. &amp;#8211; Wo diese endet liegt an uns&amp;#8230;
Zeigen wir Hahn dass die Uni Wien der gleichen Meinung ist wie die&nbsp;Menschen an der Bildenden.
Die neu entflammte Diskussion &uuml;ber Studiengeb&uuml;hren und&nbsp;Zugangsbeschr&auml;nkungen kann und darf nicht die L&ouml;sung sein.
Durchfinanzierung der Universit&auml;ten &amp;#8211; JETZT!
OUR EDUCATION IS NOT FOR SALE! Freie, selbstbestimmte und kritische Bildung f&uuml;r ALLE!
Da die Zeit knapp ist: Bitte weiterleiten per E Mail an Verteilerinnen,&nbsp;Freundinnen und Freunde, per SMS schicken, in euren Seminaren und Vorlesungen mobilisieren, H&ouml;rsaaltouren machen!
Mehr Infos, Petition und immer aktuelles Programm jetzt unter:
http://www.malen-nach-zahlen.at/
Rebellische Gr&uuml;&szlig;e!">3</a></sup>. Es ist dies jener Demonstrationszug, der im Audimax der Uni Wien enden wird.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Donnerstag,  22.10.</strong></p>
<p>Eine der ersten Solidaritätsadressen kommt von Seiten der <strong><a href="http://ig-elf.at/" target="_blank" class="broken_link">IG Externe LektorInnen und Freie WissenschafterInnen</a> </strong>, ihr <a href="http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4152&amp;alias=wzo&amp;cob=446063" target="_blank">Präsident</a> bestätigt der APA umgehend, dass die IG externe LektorInnen hinter den Forderungen der Proteste steht.<br />
Noch am Donnerstag kommt es zum ersten gemeinsamen Vernetzungstermin zwischen StudentInnen, Lehrenden und WissenschafterInnen. Die Treffen werden als gemeinsame Kommunikationsebene weiter fortgeführt.</p>
<p>Es solidarisieren sich bekannte ProfessorInnen, auf den uniinternen Maillisten machen Protestemails an das Rektorat die Runde, wie es angehen könne, dass wegen einer Besetzung des Audimax die Wega zur Räumung gerufen werde.<br />
Das ist nicht weniger als ein Skandal und eine Bankrotterklärung der Unileitung.</p>
<p>So wie obiger Betriebsrat solidarisieren sich viele PersonalvertreterInnen wie <a href="http://www.auge.or.at/cgi-bin/auge2/TCgi.cgi?target=home&amp;P_kat=2&amp;P_katsub=2&amp;P_txt=%20773" target="_blank" class="broken_link">die unabhängigen GewerkschafterInnen in der ÖVP dominierten Neugebauer GöD</a>.</p>
<p>Kurzum &amp; <em>just for the records</em>, die Proteste, wie groß sie nun auch immer schlußendlich werden, sind von Beginn an von mehreren Gruppen getragen:<br />
Studierende, Lehrende, WissenschafterInnen, PersonalvertreterInnen und btw auch weiten Teilen der Zivilgesellschaft!</p>
<p><strong>Hahn nicht nur hilflos sondern niederträchtig</strong><br />
Dass der Minister und <a href="http://bigbrotherawards.at/2009/Hauptseite" target="_blank" class="broken_link">Mitfavorit auf den Big Brother Award</a> morgen, dass das ÖVP-Aushängeschild für 3Tagebart-Struppies als Minister ein Dilettant und verlogen ist, das ist das eine. Das ist das wenig bemerkenswerte, nahezu übliche.<br />
Dass der &#8220;<em><a href="http://bigbrotherawards.at/2009/Hauptseite" target="_blank" class="broken_link">Stehe als Kommisar zur Verfügung</a></em>&#8220;-Minister aber substanzlose und lediglich auf Diffamierung ausgerichtete Aussagen lancieren lässt,</p>
<blockquote><p><em><a href="http://wien.orf.at/stories/398530/" target="_blank"><strong>Der Schaden für die Uni dürfte mittlerweile in die Hunderttausende gehen. Allein der erste halbe Besetzungstag und die erste Nacht hätten Kosten von rund 100.000 Euro verursacht</strong></a></em></p></blockquote>
<p>ist von besonders niederträchtiger Öffentlichkeitsarbeitsqualität.</p>
<p>Das erinnert in Niveau und Substanz doch glatt an <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/platter/" target="_blank">ÖVP-Innenminister</a> und Hahns Vorgängerin als Wissenschaftsminister.</p>
<p><strong>Der Überblick zu den Uniprotesten</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://unibrennt.at/" class="broken_link"><img class="aligncenter" src="/images/unibrennt.png" alt="unibrennt newsroom" width="494" height="118" /></a></p>
<p>.. und gebloggt:</p>
<p><strong>22. Oktober 09</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://wientv.org/2009/10/22/generalstreik-an-der-akademie-fur-bildende-kunste/" target="_blank" class="broken_link">WienTV.org: generalstreik an der akademie der bildenden künste</a></li>
<li><a href="http://www.2-blog.net/2009/besetzung-der-uni-wien/" target="_blank" class="broken_link">luca: besetzung der uni wien</a></li>
<li><a href="http://santaprecaria.wordpress.com/2009/10/22/unibrennt-audimax-besetzt/" target="_blank">santa precaria: unibrennt! audimax besetzt!</a></li>
<li><a href="http://www.talkinganthropology.com/2009/10/22/ta04-audimax-revolucion-de-la-universidad/" target="_blank" class="broken_link">talking anthropology: das audimax der uni wien ist besetzt!</a></li>
<li><a href="http://adresscomptoir.twoday.net/stories/6006098/" target="_blank" class="broken_link">adresscomptoir: uniproteste in wien</a></li>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/das-audi-max-den-studentinnen-und-studenten/" target="_blank" class="broken_link">politwatch: das audimax den studentinnen und studenten</a></li>
<li><a href="http://grauszone.wordpress.com/2009/10/22/uni-brennt-uni-wien-besetzt/" target="_blank">grauzone: uni brennt &#8211; uni wien besetzt</a></li>
<li><a href="http://polilog.wordpress.com/2009/10/22/unibrennt-dieser-horsaal-ist-besetzt/" target="_blank">polilog: #unibrennt &#8230; dieser hörsaal ist besetzt!</a></li>
<li><a href="http://kathiza.wordpress.com/2009/10/22/auf-die-barrikaden-teil-2-audimax-der-uni-wien-besetzt/" target="_blank" class="broken_link">kathiza kommuniziert: auf die barrikaden</a></li>
<li><a href="http://gedanken-in-atlantis.blog.de/2009/10/22/freie-bildung-uni-brennt-7225261/" target="_blank" class="broken_link">gedanken in atlantis: freie bildung &#8211; die uni brennt!</a></li>
</ul>
<p><strong>23. Oktober 09</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/uni-besetzung-geht-weiter/" target="_blank" class="broken_link">politwatch: unibesetzung geht weiter</a></li>
<li><a href="http://zurpolitik.com/2009/10/23/die-uni-ist-besetzt-video/" target="_blank" class="broken_link">zur politik: die uni ist besetzt</a></li>
<li><a href="http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/23/gedanken-zur-party-unibrennt-wien/" target="_blank" class="broken_link">michael thurm: gedanken zur party #unibrennt</a></li>
<li><a href="http://wientv.org/2009/10/23/das-audi-max-ist-besetzt/" target="_blank" class="broken_link">WienTV.org: das audimax ist besetzt</a></li>
<li><a href="http://cathy-leaves.blogspot.com/2009/10/untragbare-umstande-und.html" target="_blank" class="broken_link">cathy leaves: untragbare umstände und handlungsmöglichkeiten</a></li>
<li><a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=1384" target="_blank" class="broken_link">andreas lindinger: audimax-besetzung: unmut der studierenden am höhepunkt</a></li>
<li><a href="http://karakok.wordpress.com/2009/10/23/studentinnen-besetzen-audimax-der-uni-wien/" target="_blank">karakok: studentinnen besetzen audimax der uni wien</a></li>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/lokale-proteste/" target="_blank" class="broken_link">politwatch: &#8220;lokale proteste&#8221;</a></li>
<li><a href="http://84.200.212.146/?p=28" target="_blank" class="broken_link">v2.0: #unibrennt</a></li>
<li><a href="http://blog.michaelpollak.org/allgemeines/unibrennt" target="_blank" class="broken_link">michael pollak: #unibrennt</a></li>
<li><a href="http://fabbaz.blogspot.com/2009/10/uni-zundelt.html" target="_blank" class="broken_link">fabian bazant: uni zündelt</a></li>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/herr-minister-laesst-sich-bitten/" target="_blank" class="broken_link">politwatch: herr minister lässt sich bitten</a></li>
</ul>
<p><strong>24. Oktober 09</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://socialhack.eu/wp/2009/10/ein-radikaler-gegenentwurf/" target="_blank" class="broken_link">hacking the social web: ein radikaler gegenentwurf?</a></li>
<li><a href="http://koprax.wordpress.com/2009/10/24/social-media-bringt-die-leute-zum-reden-und-zuhoren/" target="_blank">jürgen koprax: social media bringt die leute zum reden!!!</a></li>
<li><a href="http://herrnb.blog.de/2009/10/24/uniproteste-think-global-act-global-zumindest-eu-weit-7236804/" target="_blank" class="broken_link">herr b: uniproteste: think global act global</a></li>
<li><a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/24/was-tun-wenn-die-unibrennt/" target="_blank">digiom: was tun, wenn die #unibrennt</a></li>
<li><a href="http://aheadwork.de/2009/10/24/die-uni-brennt/" target="_blank" class="broken_link">aHeadwork: nachtrag live-stream</a></li>
<li><a href="http://kathiza.wordpress.com/2009/10/24/die-uni-brennt-noch-immer/" target="_blank" class="broken_link">kathiza kommuniziert: die uni brennt noch immer</a></li>
<li><a href="http://zurpolitik.com/2009/10/24/die-uni-bleibt-besetzt-vide/" target="_blank" class="broken_link">zur politik: die uni bleibt besetzt</a></li>
<li><a href="http://parallaxe.wordpress.com/2009/10/24/kraft-der-demokratie/" target="_blank">parallaxe: kraft der demokratie</a></li>
<li><a href="http://ratzplast.wordpress.com/2009/10/24/bewegung-uni-wien-seit-drei-tagen-besetzt-„das-passwort-ist-bildungsstreik“/" target="_blank">ratzplast: bewegung: uni wien seit 3 tagen besetzt</a></li>
<li><a href="http://wientv.org/2009/10/24/die-uni-brennt-teil-2/" target="_blank" class="broken_link">WienTV.org: die uni brennt! teil 2</a></li>
<li><a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/24/tv-web-tv-und-livestreams-aus-dem-audimax/" target="_blank">digiom: tv, web-tv und livestream aus dem audimax</a></li>
<li><a href="http://stylesuxx.baywords.com/2009/10/24/studenten-vereinigt-euch/" target="_blank" class="broken_link">stylesuxx: studenten vereinigt euch</a></li>
<li><a href="http://lahja.wordpress.com/2009/10/24/uni-brennt-until-tomorrow/" target="_blank" class="broken_link">pearls of light: uni brennt until tomorrow!</a></li>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/spunk-von-der-studienzulassung/" target="_blank" class="broken_link">politwatch: spunk von der studienzulassung</a></li>
<li><a href="http://randomizemylife.livejournal.com/117419.html" target="_blank" class="broken_link">entropy increasing: die uni brennt!</a></li>
</ul>
<p><strong>25. Oktober 09</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/strv-physik/?p=217" target="_blank" class="broken_link">stv physik: die uni brennt!</a></li>
<li><a href="http://b-blog.at/?p=154" target="_blank" class="broken_link">b-blog: die unis bis zum rohbau niederbrennen!</a></li>
<li><a href="http://contentlinkblog.wordpress.com/2009/10/25/digitale-revolte-der-verlinkte-widerstand/" target="_blank">clb: digitale revolte &#8211; der verlinkte widerstand</a></li>
<li><a href="http://www.lutzlandblog.de/2009/10/unibrennt/" target="_blank" class="broken_link">lutzland.blog: #unibrennt &#8211; studentische medienrevolte, netzwerk-protest</a></li>
<li><a href="http://phsblog.at/das-geheime-netzwerk-der-studierenden/" target="_blank" class="broken_link">phsblog: das &#8220;geheime&#8221; netzwerk der studierenden</a></li>
<li><a href="http://queesch.lu/?p=819&amp;lang=en" target="_blank" class="broken_link">queesch: die uni brennt!</a></li>
<li><a href="http://warteschlange.twoday.net/stories/6009454/" target="_blank" class="broken_link">warteschlange: schleichende kriminalisierung der unibesetzung</a></li>
<li><a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt-kollektive-organisation-in-realtime/" target="_blank">digiom: vom flashmob zu #unibrennt</a></li>
<li><a href="http://jeromeswien.blogspot.com/2009/10/die-uni-brennt.html" target="_blank" class="broken_link">jeromes wien: die uni brennt!!</a></li>
<li><a href="http://www.georgholzer.at/blog/2009/10/25/es-brennt-an-den-universitaten/" target="_blank" class="broken_link">georg holzer: es brennt an den universitäten</a></li>
<li><a href="http://www.helge.at/2009/10/die-uni-brennt-nach-ameisenart/" target="_blank" class="broken_link">helge: die uni brennt nach ameisenart</a></li>
<li><a href="http://thecaptainobviousblog.wordpress.com/2009/10/25/pseudointellektuelles-gedankengut/" target="_blank" class="broken_link">the captain obvious blog: (pseudo)intellektuelles gedankengut</a></li>
</ul>
<p><strong>26. Oktober 09:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://zurpolitik.com/2009/10/26/die-studierenden-weichen-nicht-video/" target="_blank" class="broken_link">zur politik: die studierenden weichen nicht</a></li>
<li><a href="http://rigardi.org/?p=1611" target="_blank" class="broken_link">rigardi: 4 tage in unserer uni</a></li>
<li><a href="http://koprax.wordpress.com/2009/10/26/warum-brennt-die-uni-so-gut/" target="_blank">koprax: warum brennt die uni so gut?</a></li>
<li><a href="http://www.politwatch.at/stories/150-millionen-euro-wofuer" target="_blank" class="broken_link">politwatch: 150 millionen wofür?</a></li>
<li><a href="http://www.readers-edition.de/2009/10/26/studentenproteste-in-oesterreich/" target="_blank" class="broken_link">readers edition: studentenproteste in österreich</a></li>
<li><a href="http://www.spreeblick.com/2009/10/26/audimax-besetzung-in-der-uni-wien-unibrennt-unsereuni/" target="_blank" class="broken_link">spreeblick: audimax-besetzung in der uni wien</a></li>
<li><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/10/was-bringt-die-partnerschaft-mit-diepresse-fur-unsereuni" target="_blank">kellerabteil: was bringt die partnerschaft mit die presse?</a></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1093" class="footnote">Es stammt von Ass. Prof. Dr. Karl Heimberger,  Betriebsrat der MedUni Wien.</li><li id="footnote_1_1093" class="footnote">Besonders fein, das Getwittere, Geblogge, Produzieren von utubes usw. &#8230; es produziert ein gut zugängliches Archiv, wird die Ereignisse, Bruchlinien, Positionen, Behauptungen in der Unterhaltungsindustrie dokumentiert halten. Unlike the massmedia.</li><li id="footnote_2_1093" class="footnote">Hallo, zur Info:</p>
<p>Das erste Mal seit 2004 ist in Wien eine Universität besetzt!</p>
<p>http://www.malen-nach-zahlen.at/</p>
<p>Gestern (DIENSTAG) wurde beschlossen, HEUTE (MITTWOCH) um 16:00 Uhr ein PLENUM für Menschen der Uni Wien (und alle die sonst hinkommen wollen natürlich!) zu veranstalten. (In der Akademie &#8211; Schillerplatz 3).<br />
Dort wollen wir uns vernetzten und Aktionen für Donnerstag planen. Die Stimmung ist kämpferisch und motiviert!</p>
<p>Am DONNERSTAG wird um 12:00 Uhr eine Demo an der Votivkirche starten. &#8211; Wo diese endet liegt an uns&#8230;</p>
<p>Zeigen wir Hahn dass die Uni Wien der gleichen Meinung ist wie die Menschen an der Bildenden.</p>
<p>Die neu entflammte Diskussion über Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen kann und darf nicht die Lösung sein.<br />
Durchfinanzierung der Universitäten &#8211; JETZT!</p>
<p>OUR EDUCATION IS NOT FOR SALE! Freie, selbstbestimmte und kritische Bildung für ALLE!</p>
<p>Da die Zeit knapp ist: Bitte weiterleiten per E Mail an Verteilerinnen, Freundinnen und Freunde, per SMS schicken, in euren Seminaren und Vorlesungen mobilisieren, Hörsaaltouren machen!</p>
<p>Mehr Infos, Petition und immer aktuelles Programm jetzt unter:</p>
<p>http://www.malen-nach-zahlen.at/</p>
<p>Rebellische Grüße!</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/dreiervorschlag-studentinnen-wahlen-nachfolger-fur-minister-hahn/' rel='bookmark' title='Dreiervorschlag: StudentInnen wählen Nachfolger für Minister Hahn'>Dreiervorschlag: StudentInnen wählen Nachfolger für Minister Hahn</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/11/gegenuberstellung-unsereuni-%e2%80%93-gio-hahn/' rel='bookmark' title='Gegenüberstellung #unsereuni – Gio Hahn'>Gegenüberstellung #unsereuni – Gio Hahn</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/10/gegenuberstellung-kaltenegger-%e2%80%93-winckler/' rel='bookmark' title='Gegenüberstellung Kaltenegger – Winckler'>Gegenüberstellung Kaltenegger – Winckler</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/10/sozi-4309-ganz-im-gegenteil-minister-hahn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 38&#124;09: denken, ohne sich in der Deckung der Rücken von Riesen zu verkrallen</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/09/sozi-3809-denken-ohne-sich-in-der-deckung-der-rucken-von-riesen-zu-verkrallen/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/09/sozi-3809-denken-ohne-sich-in-der-deckung-der-rucken-von-riesen-zu-verkrallen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 19:29:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[webloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Camus]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[rebell.tv]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1053</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; heut wieder mal mit sms zitat hölzerl zugeworfen. In anbetracht untenstehender aussage und natürlich auch stefans antwort eigentlich perfide, odr? Aber wie so oft, die paradoxie ist eine billige, eine scheinbare. Anyway, sch ist sonntag. Hier ist wieder x ein SoZi. Und es kommt diesmal mit schönem scan und lieben dank an Eva. Sie [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/01/ein-proll-erwin-lasst-sich-so-was-nicht-bieten/' rel='bookmark' title='ein Pröll Erwin lässt sich so was nicht bieten'>ein Pröll Erwin lässt sich so was nicht bieten</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/' rel='bookmark' title='SoZi 18|09: Schule und Kindheit'>SoZi 18|09: Schule und Kindheit</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; heut wieder mal mit <strong><em><a href="http://rebell.tv/" target="_blank" class="broken_link">sms</a></em></strong> zitat hölzerl zugeworfen. In anbetracht untenstehender aussage und natürlich auch <strong><a href="http://www.volkslesen.tv/Autoren/player/rebelltv/Bayard.html" target="_blank" class="broken_link">stefans antwort</a></strong> eigentlich perfide, odr? <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  Aber wie so oft, die paradoxie ist eine billige, eine scheinbare.</p>
<p>Anyway, sch ist sonntag. Hier ist wieder x ein <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi</a></strong>.</p>
<p>Und es kommt diesmal mit schönem scan und lieben dank an Eva. Sie hatte eine debatte einmal an einem punkt durch davoneilen unterbrochen, nachdem ich etwas gesagt hatte, und ist nach etwas wühlen mit einem kuvert zurück, dem sie das entnommen hat:</p>
<p><span id="more-1053"></span><br />
<a title="die digitale erstellte abbildung eines analog getippten textes" rel="lightbox[roadtrip]" href="/images/Camus.png"><img class="alignright" src="/images/Camus.png" alt="Albert Camus Denken" width="186" height="132" /></a></p>
<blockquote><p>Die antiken Philosophen verbrachten (mit gutem Grund) viel mehr Zeit mit Nachdenken als mit Lesen. Deshalb hielten sie sich so streng ans Konkrete. Der Buchdruck hat das geändert. Es wird mehr gelesen als nachgedacht. Wir besitzen keine Philosophien, sondern nur Kommentare. Das sagt Gilson; er meint, daß auf das Zeitalter der Philosophen, die sich mit der Philosophie beschäftigen, das Zeitalter der Philosophieprofessoren gefolgt ist, die sich mit den Philosophen beschäftigen. Diese Haltung drückt gleichzeitig Bescheidenheit und Ohnmacht aus. Und ein Denker, der sein Buch mit den Worten begänne: &#8220;Betrachten wir die Dinge von Anfang an&#8221;, würde nur Lächeln ernten. Das geht so weit, daß ein heute erscheinendes philosophisches Werk, das sich auf keinerlei Autoritäten, Zitate, Kommentare usw. stützte, nicht ernst genommen würde. Und doch &#8230;</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Camus" target="_blank" class="broken_link">Camus, Albert</a></strong>:<br />
Tagebücher, viertes Heft</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=9wWC4M5aZno">www.youtube.com/watch?v=9wWC4M5aZno</a></p>
</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2008/01/ein-proll-erwin-lasst-sich-so-was-nicht-bieten/' rel='bookmark' title='ein Pröll Erwin lässt sich so was nicht bieten'>ein Pröll Erwin lässt sich so was nicht bieten</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/' rel='bookmark' title='SoZi 18|09: Schule und Kindheit'>SoZi 18|09: Schule und Kindheit</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/09/sozi-3809-denken-ohne-sich-in-der-deckung-der-rucken-von-riesen-zu-verkrallen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 36&#124;09: Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/09/acht-punkte-proklamation-des-poetischen-actes/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/09/acht-punkte-proklamation-des-poetischen-actes/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 22:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[prekär]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[hc artmann]]></category>
		<category><![CDATA[wiener gruppe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=1032</guid>
		<description><![CDATA[inspiriert &#8211; das stupide abtippen untenstehenden textes nämlich - von meiner reise/raumerkundung in der ostschweiz, den begegnungen mit dani &#8216;ubu&#8217; fels und stefan &#8216;sms&#8217; seydel. for you. Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes (1953) Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, dass man Dichter sein kann, ohne auch irgenjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben. [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/07/sozi-2909-ballade-fur-die-verlorenen-kinder/' rel='bookmark' title='SoZi 29|09: Ballade für die verlorenen Kinder'>SoZi 29|09: Ballade für die verlorenen Kinder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/' rel='bookmark' title='SoZi 16|10: the ubiquitous unibrennt cloud'>SoZi 16|10: the ubiquitous unibrennt cloud</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">inspiriert &#8211; das stupide abtippen untenstehenden textes nämlich -<br />
von meiner reise/raumerkundung in der ostschweiz,<br />
den begegnungen mit <a href="http://danifels.ch/" target="_blank" class="broken_link">dani &#8216;ubu&#8217; fels</a> und <a href="http://blog.rebell.tv/" target="_blank" class="broken_link">stefan &#8216;sms&#8217; seydel</a>.<br />
<em>for you</em>.</p>
<blockquote><p><strong>Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes (1953)</strong></p>
<p>Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, dass man Dichter sein kann, ohne auch irgenjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben.<br />
Vorbedingung ist aber der mehr oder minder gefühlte Wunsch, poetisch handeln zu wollen. Die alogische Geste selbst kann, derart ausgeführt, zu einem Act ausgezeichneter Schönheit, ja zum Gedicht erhoben werden. Schönheit allerdings ist ein Begriff, der sich hier in einem sehr geweiteten Spielraum bewegen darf.</p></blockquote>
<p><span id="more-1032"></span></p>
<blockquote><p>1 ) Der poetische Act ist jene Dichtung, die jede Wiedergabe aus zweiter Hand ablehnt, das heisst, jede Vermittlung durch Sprache, Musik oder Schrift.</p>
<p>2 ) Der poetische Act ist Dichtung um der reinen Dichtung willen. Er ist reine Dichtung und frei von aller Ambition nach Anerkennung, Lob oder Kritik.</p>
<p>3 ) Ein poetischer Act wird vielleicht nur durch Zufall der Öffentlichkeit überliefert werden. Das jedoch ist in hundert Fällen ein einziges Mal. Er darf aus Rücksicht auf seine Schönheit und Lauterkeit erst tar nicht in der Absicht geschehen, publik zu werden, denn er ist ein Act des Herzens und der heidnischen Bescheidenheit.</p>
<p>4 ) Der poetische Act wird starkbewußt extemporiert und ist alles andere als eine blosse poetische Situation, die keineswegs des Dichters bedürfte. In eine solche könnte jeder Trottel geraten, ohne es jemals gewahr zu werden.</p>
<p>5 ) Der poetische Act ist die Pose in ihrer edelsten Form, frei von jeder Eitelkeit und voll heiterer Demut.</p>
<p>6 ) Zu den verehrenswürdigsten Meistern des poetischen Actes zählen wir in erster Linie den satanistisch-elegischen C. D. Nero und vor allem unseren Herrn, den philosophisch-menschlichen Don Quijote.</p>
<p>7 ) Der poetische Act ist materiell vollkommen wertlos und birgt deshalb von vornherein nie den Bazillus der Prostitution. Seine lauter Vollbringung ist schlechthin edel.</p>
<p>8 ) Der vollzogene poetische Act, in unserer Erinnerung aufgezeichnet, ist einer der wenigen Reichtümer, die wir tatsächlich unentreissbar mit uns tragen können.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong>hc artman  :::  die wiener gruppe</strong></p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/07/sozi-2909-ballade-fur-die-verlorenen-kinder/' rel='bookmark' title='SoZi 29|09: Ballade für die verlorenen Kinder'>SoZi 29|09: Ballade für die verlorenen Kinder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/04/sozi-1610-the-ubiquitous-unibrennt-cloud/' rel='bookmark' title='SoZi 16|10: the ubiquitous unibrennt cloud'>SoZi 16|10: the ubiquitous unibrennt cloud</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/09/acht-punkte-proklamation-des-poetischen-actes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 29&#124;09: Ballade für die verlorenen Kinder</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/07/sozi-2909-ballade-fur-die-verlorenen-kinder/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/07/sozi-2909-ballade-fur-die-verlorenen-kinder/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 21:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[prekär]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Artmann]]></category>
		<category><![CDATA[Francois Villon]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenöffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[hc artmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hoat und Zoat]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Prekariat]]></category>
		<category><![CDATA[Prekarisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Prekarität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=991</guid>
		<description><![CDATA[Die letzten 1½, 2 Monate waren .. wüst, arg, heftig. So, dass nichts an mir einfallenden Adjektiven mir passend erschiene. Die letzten 2 Wochen waren da noch locker eine Draufgabe. Me: at a loss of adjectives. Darunter einige Begegnungen, manches Ausgesprochene, &#8230; oft ist sie heftig, die Unaufhaltsamkeit des Bewusstseinsstroms. Manchmal ist &#8220;Bewusstsein&#8221; ein zu [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/09/acht-punkte-proklamation-des-poetischen-actes/' rel='bookmark' title='SoZi 36|09: Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes'>SoZi 36|09: Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten 1½, 2 Monate waren .. wüst, arg, heftig. So, dass nichts an mir einfallenden Adjektiven mir passend erschiene.</p>
<p>Die letzten 2 Wochen waren da noch locker eine Draufgabe. Me: at a loss of adjectives. Darunter einige Begegnungen, manches Ausgesprochene, &#8230; oft ist sie heftig, die Unaufhaltsamkeit des Bewusstseinsstroms.<br />
Manchmal ist &#8220;Bewusstsein&#8221; ein zu großes Wort.<br />
Notizen gegen die Unaufhaltsamkeit; manchmal nicht angebracht und lächerlich.</p>
<p>Dieses SoZi etwas aus dem bisherigen Rahmen. Back to my roots, zurück zu meinem Lehrer. Meditationen einmal nicht über einen wissenschaftlichen Text; obwohl der Dichtersmann doch auch Wissenschaftler war, eigentlich.</p>
<p>Stilles Sonntagszitat in Geheimsprache:<br />
<span id="more-991"></span></p>
<blockquote><p><strong>balade und guada rodschlog fia de faluaranan kinda:</strong></p>
<p>liawe kina, bast s guad auf,<br />
faliad s de bluman ned fon huad.<br />
eichre hent de san (i was s!)<br />
bikad wie r a schuasdabop.<br />
bast s jo guad bein fladan auf<br />
und faliad s ned eicha haud.<br />
waun s amoe wo eischdeing dazz,<br />
schdizt s eich auf kan gnodnagt,<br />
dea wos schbeda kuma kent.<br />
da <em>Colin</em> hod aa drauf koft<br />
(leida is a r auf da saff).</p>
<p>hoamlos is des schene gschbüü<br />
apsolut ned, glaubt s ma des &#8230;<br />
eicha r eisozz is da kopf<br />
und feleicht no d söö dazua.<br />
wea faliad, dea r is faluan,<br />
is aum saund med schaund und schpot!<br />
waun aa zenmoe ana qinat,<br />
griagad a jo drozzdem nii<br />
fon <em>Cartago</em> de keneginn &#8230;<br />
oesa miast ma fon gebuat<br />
nix oes wia r a depazz grfast sei,<br />
nemad ma des risiko.</p>
<p>head s ma jezt no weida zua:<br />
wia ma sogt (und des is d woaheid),<br />
muas ma s gaunze fassl sauffm,<br />
wau ma s amoi auzapft hod.<br />
wea r an gaunzn guidn ausreist,<br />
dea r is boed bein leztn höla.<br />
ii hob no mei lem kan xeng,<br />
den wos zun faeam was blim waa.<br />
is s wia s is: a gfladazz göd<br />
drogt kan rewach en da wöd!</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/François_Villon" target="_blank" class="broken_link">François Villon</a> übertragen in den Wiener Dialekt von<br />
<a href="http://vdeutsch.eduhi.at/literatour/artmann_bio.htm" target="_blank" class="broken_link">H. C. Artmann</a>: <strong>hoat und zoat</strong>.<br />
eine auswahl der lasterhaften balladen</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/09/acht-punkte-proklamation-des-poetischen-actes/' rel='bookmark' title='SoZi 36|09: Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes'>SoZi 36|09: Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/07/sozi-2909-ballade-fur-die-verlorenen-kinder/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 26&#124;09: Die Macht und die Kritik</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 18:46:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kapitalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Foucault]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gouvernementalität]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Foucault]]></category>
		<category><![CDATA[Pastoralmacht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=980</guid>
		<description><![CDATA[Wer könnte unter dieser Überschrift anderer zu erwarten sein als der Foucault Michel. Also wieder ein Anlass evoziertes Sonntagszitat. Am 25. Juni jährte sich sein Todestag zum 24ten mal, bereits ein Vierteljahrhundert also müssen (u.a.) die Sozialwissenschaften ohne neue Interventionen durch diesen Unbestechlichen, Philosophen, Psychologen, Historiker, Samurai, Rebellen, Empiriker, Archäologen und Forensiker, Vortragenden, Kritiker, Lehrer, [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer könnte unter dieser Überschrift anderer zu erwarten sein als der Foucault Michel.</p>
<p>Also wieder ein Anlass evoziertes <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">Sonntagszitat</a>.</p>
<p>Am 25. Juni jährte sich sein Todestag zum 24ten mal, bereits ein Vierteljahrhundert also müssen (u.a.) die Sozialwissenschaften ohne neue Interventionen durch diesen Unbestechlichen, Philosophen, Psychologen, Historiker, <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5278.html" target="_blank" class="broken_link">Samurai</a>, Rebellen, Empiriker, Archäologen und Forensiker, Vortragenden, Kritiker, Lehrer, Ideengeber, Theoretiker, &#8230; auskommen;<br />
und ein Vierteljahrhundert arbeiten wir uns quer durchs Gemüsebeet schon an seinem Werk ab und das Werk wird noch lange ausreichend Widerständigkeit an den Tag legen, dass ein Ende des Abarbeitens nicht abzusehen ist.</p>
<p>Hier zwei kurze Passagen aus dem Werk:</p>
<p><span id="more-980"></span></p>
<blockquote><p><span style="text-decoration: underline;">Die</span> Macht gibt es nicht. Ich will damit folgendes sagen: die Idee, das es an einem gegebenen Punkt irgendetwas geben könnte, das eine Macht ist, scheint mir auf einer trügerischen Analyse zu beruhen und ist jedenfalls außerstande, von einer beträchtlichen Anzahl von Phänomenen Rechenschaft zu geben.<br />
Bei Macht handelt es sich in Wirklichkeit um Beziehungen, um ein mehr oder weniger organisiertes, mehr oder weniger organisiertes, mehr oder wenger pyramidalisiertes, mehr oder weniger koordiniertes Bündel an Beziehungen. Folglich besteht das Problem nicht darin, eine Theorie der Macht zu begründen, der die Aufgabe zukäme, zu wiederholen, was schon ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Boulainvilliers" target="_blank" class="broken_link">Boulainvilliers</a> oder aber ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau" target="_blank" class="broken_link">Rousseau</a> hat machen wollen. Beide gehen von einem Urzustand aus, in dem alle Menschen gleich sind, und dann – was passiert dann? Ein Einbruch der Geschichte für den einen, das mythisch-juridische Ereignis für den anderen – was auch immer man bevorzugt, stets läuft es so: von irgendeinem Zeitpunkt an haben die Leute keine Rechte mehr gehabt, und die Macht war da.<br />
Wenn man versucht, eine Theorie der Macht aufzustellen, wird man immer gezwungen sein, sie als an einem gegebenen Ort, zu einer gegebenen Zeit auftauchend anzusehen, und man wird genötigt sein, ihre Genese aufzuzeigen und dann ihre Deduktion vorzunehmen. Wenn aber die Macht in Wirklichkeit ein offenes, mehr oder weniger koordiniertes Bündel von Beziehungen ist, dann stellt sich nur das Problem, ein Analyse-Raster zu schmieden, das eine Analytik der Machtbeziehungen ermöglicht.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong>Foucault, Michel</strong> (1978):<br />
Dispositive der Macht, S. 126-127</p>
<p>und:</p>
<blockquote><p>In Wirklichkeit lautet die Frage, von der ich Ihnen sprechen wollte und sprechen will: <em>Was ist Kritik? </em>[..]</p>
<p>[..] Es gibt etwas in der Kritik, das sich mit der Tugend verschwägert. Ich möcht Ihnen gewissermaßen von der kritischen Haltung als Tugend im allgemeinen sprechen.</p>
<p>Es gibt ziemlich viele Wege, um die Geschichte dieser kritischen Haltung zu schreiben. Ich möchte Ihnen hier einen möglichen Weg vorschlagen – der von der christlichen Pastoral ausgeht. Die christliche Pastoral bzw. die christliche Kirche, insoferne sie eben eine spezifisch pastorale Aktivität entfaltete, hat die einzigartige und der antiken Kultur wohl gänzlich fremde Idee entwickelt, daß jedes Individuum unabhängig von seinem Alter, von seiner Stellung sein ganzes Leben hindurch und bid ins Detail seiner Aktionen hinein regiert werden müsse und sich regieren lassen müsse: daß es sich zu seinem Heil lenken lassen müsse und zwar von jemanden, mit dem es in einem umfassenden und zugleich peniblen Gehorsamsverhältnis verbunden sei. [..] Man darf nicht vergessen, daß es die Gewissensführung war, die man jahrhundertelang in der griechischen Kirche <em>techne technon</em> und in der römischen Kirche <em>ars artium</em> nannte: es war die Kunst, die Menschen zu regieren. Gewiß ist diese Regierungskunst lange Zeit, auch noch in der mittelalterlichen Gesellschaft, relativ beschränkt geblieben .. .<br />
Aber ich glaube, daß es vom 15. Jahrhundert an, bereits vor der Reformation, eine wirkliche Explosion der Menschenregierungskunst gegeben hat – Explosion in einem zweifachen Sinne.<br />
Zunächst ist diese Kunst über ihre religiöse Herkunft hinausgegangen: sie hat sich also laisiert und in der zivilen Gesellschaft ausgebreitet. Sodann hat sich diese <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gouvernementalität" target="_blank" class="broken_link">Regierungskunst</a> in den verschiedensten Bereichen vervielfältigt: wie regiert man die Kinder, wie regiert man die Armen und die Bettler, wie regiert man eine Familie, ein Haus, wie regiert man die Heere, wie regiert man die verschiedenen Gruppen, die Städte, die Staaten, wie regiert man seinen eigenen Körper, wie regiert man seinen eigenen Geist? Wie regiert man? – ich glaube, daß das <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/18461.html" target="_blank" class="broken_link">eine der grundlegenden Fragen des 15. und  16. Jahrhunderts</a> gewesen ist. [..]</p>
<p>Doch kann von dieser Regierungsentfaltung, die mir für die Gesellschaften des europäischen Abendlandes im 16. Jahrhundert charakteristisch erscheint, die Frage, &#8220;wie man denn nicht regiert wird&#8221;, nicht getrennt werden. .. Ich will sagen, daß sich in jener großen Unruhe um die Regierung und die Regierungsweise auh die ständige Frage feststellen läßt: &#8220;Wie ist es möglich, daß man nicht derartig, im Namen dieser Prinzipien da, zu solchen Zwecken und mit solchen Verfahren regiert wird – daß man nicht so und nicht dafür und nicht von denen da regiert wird?&#8221;</p>
<p>Wenn man diese Bewegung der Regierbarmachung der Gesellschaft und der Individuen historisch angemessen einschätzt und einordnet, dann kann man ihm, glaube ich, das zur Seite stellen, was ich die kritische Haltung nenne.<br />
Als Gegenstück zu den Regierungskünsten, gleichzeitig ihre Partnerin und ihre Widersacherin, als Weise ihnen zu mißtrauen, sie abzulehnen, sie zu begrenzen und sie auf ihr Maß zurückzuführen, sie zu transformieren, ihnen zu entwischen oder sie immerhin zu verschieben zu suchen, &#8230; ist damals in Europa eine Kulturform entstanden, eine moralische und politische Haltung, eine Denkungsart, welche ich nenne:<br />
die Kunst nicht regiert zu werden bzw. die Kunst nicht auf diese Weise und um diesen Preis regiert zu werden.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong>Foucault, Michel</strong> (1992 [1990]):<br />
Was ist Kritik?, S. 7-12</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>aus der WDR <strong><a href="http://www.wdr5.de/nachhoeren/zeitzeichen.html" target="_blank" class="broken_link"><span style="font-weight: normal;">podcast Reihe </span>ZeitZeichen</a></strong> (thx to <a href="http://karlender.net/post/135683803" target="_blank" class="broken_link">Karl H. Schönswetter</a>)</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 25&#124;09: Aberkennung der Menschenwürde</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 21:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[*uuar#rgr%§h*]]></category>
		<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[prekär]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fekter]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdengesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Genozid]]></category>
		<category><![CDATA[HC Strache]]></category>
		<category><![CDATA[instrumentelle Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmord]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zygmunt Bauman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=942</guid>
		<description><![CDATA[Letzte Woche ausgefallen, diese Woche ohne weitere Einleitung, das Sonntagszitat (SoZi) der Woche. Dies benötigt freilich keine besondere Einleitung des Warum, Wer, Wieso gerade jetzt &#8230; Dehumanisierende Definitionen des Feindes sind nichts Neues in der Menschheitsgeschichte und schwerlich ein eigentümliches Merkmal der modernen Zeit. Sie haben die meisten Kriege begleitet, vielleicht jeden Krieg. Während der [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/' rel='bookmark' title='genug ist schon lang. ich bin dabei.'>genug ist schon lang. ich bin dabei.</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/fekter-hinterfotzigkeit-im-namen-des-staates/' rel='bookmark' title='Fekter: Hinterfotzigkeit im Namen des Staates'>Fekter: Hinterfotzigkeit im Namen des Staates</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche ausgefallen, diese Woche ohne weitere Einleitung, das <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">Sonntagszitat (SoZi)</a></strong> der Woche.<br />
Dies benötigt freilich keine besondere Einleitung des <em>Warum</em>, <em>Wer</em>, <em>Wieso gerade jetzt</em> &#8230;</p>
<blockquote><p>Dehumanisierende Definitionen des Feindes sind nichts Neues in der Menschheitsgeschichte und schwerlich ein eigentümliches Merkmal der modernen Zeit. Sie haben die meisten Kriege begleitet, vielleicht jeden Krieg. Während der Schlacht waren sie wahrscheinlich unverzichtbar. Der Soldat mußte seine Aversion zu töten und zu verstümmeln unterdrücken, wenn er nicht selbst getötet oder verstümmelt werden wollte. [..]</p>
<p>Die alte Tradition, den Feind in der Schlacht zu dehumanisieren, die das Aufkommen der modernen Zeit sichtlich intakt überlebt hat, ist gleichwohl, wie alles übrige, durch die moderne Organisation und Technologie gründlich revolutioniert worden. Der Wettstreit individueller Fähigkeiten in der Schlacht .. wurde durch eine Massenvernichtung aus der Ferne ersetzt. [..] Moderne Waffen erfordern eine vollständige Auslöschung der moralischen Identität ihrer Opfer, bevor sie deren Körper vernichten.</p></blockquote>
<p><span id="more-942"></span><br />
<blockquote>Paul Fussel, Englischprofessor in Pennsylvania und ein Veteran des Pazifik-Krieges, erinnert sich, daß »unter Amerikanern die weitverbreitete Überzeugung herrschte, daß die Japaner wirklich untermenschliche, kleine gelbe Biester seien und die populäre Bildersprache sie als Läuse, Ratten, Fledermäuse, Vipern, Hunde und Affen beschrieb«. Armee- und Marine-Journale schrieben von der »gigantischen Aufgabe der Ausrottung« .. . Die Dehumanisierung des Feindes wurde natürlich von beiden Seiten betrieben. Ihre Fortdauer auf beiden Seiten, das gemeinsame Vergessen der Menschlichkeit auf der anderen Seite machten die Massaker möglich – wie sie auch den Teilnehmern erlaubten, sie eher als sanitäre Operationen denn als Mord anzusehen. [..]</p>
<p>Trotz all seiner modernen Innovationen bleibt der Krieg .. eine Situation, in der die Gegner das Recht auf Selbstdefinition behalten. Der Feind scheint <em>objektiv </em>ein Feind zu sein, wohingegen mein Versuch, ihm sein Recht, durch moralische Gebote geschützt zu sein, zu bestreiten, als eine Übung in <em>Reziprozität </em>erscheint. Anders beim Genozid. Hier wird das Objekt der Ausrottung <em>einseitig </em>definert. Keinerlei Symmetrie wird in irgendeiner Form angewendet oder unterstellt. Man mag seine Phantasie noch so anstrengen, die andere Seite ist kein Feind, sondern ein Opfer. Es ist für die Vernichtung freigegeben, weil die Logik der Ordnung, die die stärkere Seite zu etablieren wünscht, keinen Platz für seine Anwesenheit hat. [..]</p>
<p>Wer erklärt, daß eine bestimmte Kategorie von Menschen keinen Platz in der zukünftigen Ordnung habe, sagt damit, daß diese Kategorie hoffnungslos verloren ist – nicht reformier, angepaßt oder gezwungen werden kann, sich anzupassen. Der Andere ist kein Sünder, der seinen Lebenswandel noch bereuen oder verbessern kann. Er ist ein erkrankter Organismus, »sowohl krank wie ansteckend, beschädigt wie beschädigend«.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/#footnote_0_942" id="identifier_0_942" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gilman, S.L.: Difference and Pathology, Stereotypes of Sexuality and Madness, 1985; S. 130">1</a></sup> Für ihn ist nur eine chirurgische Operation geeignet; noch besser Vergasung und Vergiftung. Er muß zerstört werden, damit der Rest des Gesellschaftskörpers siene Gesundheit behält. Seine Vernichtung ist eine Sache der Medizin und der Hygiene.</p>
<p>[..] Den Anderen als Ungeziefer zu definieren stellt tiefsitzende Ängste, Widerwillen und Ekel in den Dienst der Ausrottung. Aber es bringt auch, und mit viel weitreichenderen Folgen, den Anderen in eine große geistige Distanz, auf die hin moralische Rechte nicht länger erkennbar sind. Sobald er der Humanität beraubt und als Ungeziefer neu definiert ist, ist der Andere nicht länger ein Objekt moralischer Bewertung.</p>
<p>[..] Aber, fragt sie, »was hätte er denn machen sollen? Er hätte sich dem Teufel verkauft, um Geld für sein Institut und seine Forschung zu bekommen.«<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/#footnote_1_942" id="identifier_1_942" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. M&uuml;ller-Hill: T&ouml;dliche Wissenschaft; S. 131">2</a></sup> Und er verkaufte sich tatsächlich dem Teufel, und zwar bedenkenlos. Schließlich verteidigte er ja nur die Sache der Wissenschaft, ihre <em>Ressourcen</em>, ihren <em>Fortschritt</em>, die Freiheit der <em>Forschung </em>– und was er als Wissenschaftler tat, war, wie die Wissenschaft selbst, objektiv und deshalb moralischen Einwände gegenüber immun; es war gar kein moralisches Problem. [..]</p>
<p>[..] Wissenscahftler begrüßen Objektivität. Sie lehnen Werturteile ab und vermeiden sie. Wenn sie erst einmal soweit sind, ist der Rest eine Sache <strong>instrumenteller Rationalität</strong>. Wenn das Töten von Geisteskranken ökonomisch sinnvoll und technisch machbar ist, warum um Himmels willen sollte man es nicht tun? Oder warum sollte man die Chancen zur Förderung der Wissenschaft dadurch mindern, daß man sich weigert, das »Juden- und Zigeunermaterial« als Versuchstiere zu behandeln?</p>
<p>Unterstützt wird diese haltung dadurch, daß moderne Wissenschaftler selbst in einer bürokratischen Struktur organisiert sind mit ihrer vertikalen und horizontalen Arbeitsteilung .. . Selten beobachten die Experten die letzten Konsequenzen ihrer Handlungen. Noch seltener verfolgen sie ihre Entscheidungen bis zum logischen Ende. Ihre Beiträge stellen nur Teilfunktionen in einem komplexen Netzwerk verwobener Aktivitäten dar; als Funktionäre, als Einheiten in einer Totalität, die viel größer ist als ein einzelner von ihnen, fühlen sie sich eminent austauschbar; wenn sie nicht dieses oder jenes tun, tut es irgendein anderer. Auf diese Weise wird die personalität ihrer Handlungen zusammen mit der persönlichen Verantwortung so gut wie ausgelöscht. Vor allem stellen sie sich kaum jemals den Endergebnissen. Wenn sie wollen, können sie diese Resultate sogar ignorieren.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Zygmunt_Bauman" target="_blank" class="broken_link">Bauman, Zygmunt</a></strong> (2005 [1991]):<br />
Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit; S81f.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_942" class="footnote">Gilman, S.L.: <em>Difference and Pathology, Stereotypes of Sexuality and Madness</em>, 1985; S. 130</li><li id="footnote_1_942" class="footnote">Vgl. Müller-Hill: Tödliche Wissenschaft; S. 131</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2010/06/genug-ist-schon-lang-ich-bin-dabei/' rel='bookmark' title='genug ist schon lang. ich bin dabei.'>genug ist schon lang. ich bin dabei.</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/fekter-hinterfotzigkeit-im-namen-des-staates/' rel='bookmark' title='Fekter: Hinterfotzigkeit im Namen des Staates'>Fekter: Hinterfotzigkeit im Namen des Staates</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 23&#124;09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 09:31:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[Managementtools]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>
		<category><![CDATA[demokratische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppensoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppenverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Wallerstein]]></category>
		<category><![CDATA[instrumentelle Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Max Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[organische Intellektuelle]]></category>
		<category><![CDATA[Peripherie]]></category>
		<category><![CDATA[weltsystem]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=921</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; gestern Nacht beim Lesen von Immanuel Wallersteins berühmter Studie über diese Passage gestolpert. Sie zeigt knapp und präzis einen entscheidendes Kriterium von Macht und Legitimität an, das sich wohl auch bei Max Weber nirgends so konzis dargestellt findet. Der erste relevante und banal erscheinende Schritt ist, Legitimität als immer partielle Legitimität zu begreifen: Politische [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/' rel='bookmark' title='SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine'>SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; gestern Nacht beim Lesen von <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/" target="_blank">Immanuel Wallersteins berühmter Studie</a> über diese Passage gestolpert. Sie zeigt knapp und präzis einen entscheidendes Kriterium von Macht und Legitimität an, das sich wohl auch bei Max Weber nirgends so konzis dargestellt findet.</p>
<p>Der erste relevante und banal erscheinende Schritt ist, <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/gewalt/" target="_blank">Legitimität</a> als <em>immer </em>partielle Legitimität zu begreifen:</p>
<blockquote><p>Politische Organismen sind immer stabiler, sofern sie wenigstens <strong>partielle Legitimität</strong> erreichen. In den Analysen über den Prozeß der Legitimation wird das Problem oft eher verdunkelt, weil der Blick fast ausschließlich auf das Verhältnis von Regierungen zu der Masse der Bevölkerung gerichtet wird.</p></blockquote>
<p>Die daran anschließenden Sätze sind typische Beispiele Wallerstein&#8217;scher Nüchternheit. Sie erscheinen sarkastisch, wie von (schwarzem?) Humor getragen und sind doch eher nur nüchterne, von euphemistischen Anflügen freie Darstellung<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/#footnote_0_921" id="identifier_0_921" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ich muss bei solchen Passagen trotzdem grinsen &amp;#8230;">1</a></sup>:</p>
<blockquote><p>Es ist fraglich, ob in der Geschichte der Menschheit sehr viele Regierungen von der Mehrheit derer, die von ihren Regierungen ausgebeutet, unterdrückt und mißhandelt wurden, für »legitim« gehalten wurden. Die Massen mögen sich ihrem Schicksal überlassen oder trotzig widerspenstig sein, sich über ihr zeitweiliges Wohlergehen wundern oder sich aktiv auflehnen. Regierungen aber werden in der Regel ertragen, weder geschätzt noch bewundert, noch geliebt, noch nicht einmal unterstützt.</p></blockquote>
<p>Es folgt die analytische Differenz: <span id="more-921"></span></p>
<blockquote><p>Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader. Bei der <strong>Frage der politischen Stabilität</strong> geht es darum, wieweit die kleine Gruppe der Leiter der Staatsmaschinerie die größere Gruppe des zentralen Stabes und der regionalen Potentaten überzeugen kann, und zwar sowohl im Hinblick darauf, daß das Regime auf der Grundlage irgendwelcher allgemeiner Werte, deren Existenz diesen Kadern glaubhaft gemacht werden kann, errichtet ist und funktioniert, als auch, daß es im Interesse dieser Kader läge, wenn das Regime auch weiterhin ohne größere Störung funktioniert. Wenn solche Umstände vorherrschen, können wir ein Regime »legitim« nennen.</p></blockquote>
<p>Der Kontext diese Ausflugs von Wallerstein in die Frage der politischen Stabilität ist seine Analyse, inwieweit der Absolutismus als Absolutismus zu verstehen sei; nämlich nicht als Systembeschreibung der Sozialstruktur sondern als Ideologie.<br />
Und inwieweit der Absolutismus als <em>absolut </em>verstanden werden sollte. Dazu bringt er ua. diesen Vergleich ins Spiel:</p>
<blockquote><p>In vielerlei Hinsicht war die Macht des Königs sehr viel geringer als die der Exekutive in einer liberalen Demokratie des 20. Jahrhunderts, trotz der institutionellen und moralischen Beschränkungen, die es für letztere gibt. <strong>Denn der Staatsapparat des 20. Jahrhunderts verfügt über einen hohen Grad von Organisationskapazität, der die vermehrten Beschränkungen schon mehr als wettmacht</strong>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/#footnote_1_921" id="identifier_1_921" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Btw., die Hervorhebungen sind jeweils von mir">2</a></sup></p></blockquote>
<p>Wallerstein sagt hier also nicht weniger, als dass es in der heutigen liberalen Demokratieform westlicher Staaten Dank der hohen Organisationskapazität der instrumentellen Rationalität: deutlich mehr staatliche Repression in der Sozialstruktur gibt als in z.B. absoluten Monarchien des sagen wir mal 17. Jahrhunderts.</p>
<p>Ich frage mich, wie eine Debatte zwischen Foucault<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/#footnote_2_921" id="identifier_2_921" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Pastoralmacht, Biopolitik, Gouvernementalit&auml;t, &amp;#8230;">3</a></sup> und Wallerstein zu solchen Fragen ausgesehen hätte &#8230;</p>
<p>Jedenfalls denke ich – für mich –, dass ich diese Überlegungen und dass die analytische Differenz samt dem Begriff der <em>Organisationskapazität des Apparats</em> gut in die historische Analyse von großen Organisationen passt. Freilich darf hier nicht von einem vulgären Dualismus «Elite–Masse» zu einem Dualismus «Elite–Kader» übergegangen werden (den es schließlich auch gibt). Aber es ist lohnend, sich auf jeder Ebene – der Eliten, der Kader, der Stäbe, der Bezugsgruppen usw. – anzusehen, wie es um die Organisationskapazitäten der einzelnen Gruppen bestellt ist, und wie es um die Organisationkapazitäten einer Gruppe in Bezug auf konkrete andere Bezugsgruppen bestellt ist.<br />
(Womit ich wieder bei der <a href="http://www.kellerabteil.org/tag/gruppensoziologie/" target="_blank">Gruppensoziologie </a>gelandet wäre <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_921" class="footnote">ich muss bei solchen Passagen trotzdem grinsen &#8230;</li><li id="footnote_1_921" class="footnote">Btw., die Hervorhebungen sind jeweils von mir</li><li id="footnote_2_921" class="footnote">Pastoralmacht, Biopolitik, Gouvernementalität, &#8230;</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/' rel='bookmark' title='SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine'>SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 22&#124;09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 May 2009 20:18:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Claessens]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppensoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tabu]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=903</guid>
		<description><![CDATA[Das Sonntagszitat noch einmal als Fortsetzung des SoZi 19&#124;09 und des Feiertagszitats 21&#124;09 zur Gruppensoziologie. Allerdings gibt es noch nicht, wie eigentlich anvisiert und angekündigt, Zitatstellen zur &#8220;Gruppe zweiter Ordnung&#8221; sondern zuvor noch Passagen aus dem Kapitel: 5. Exkurs über &#8220;Gruppen-Tabus&#8221; und Gruppenselbstbetrug Die Analyse einer sich zusammenfindenden und dann aufbauenden Gruppe, dann der gruppe [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/' rel='bookmark' title='FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe'>FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/">Sonntagszitat</a> noch einmal als Fortsetzung des <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/" target="_blank">SoZi 19|09</a></strong> und des <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/" target="_blank">Feiertagszitats 21|09</a></strong> zur Gruppensoziologie. Allerdings gibt es noch nicht, wie eigentlich anvisiert und angekündigt, Zitatstellen zur &#8220;Gruppe zweiter Ordnung&#8221; sondern zuvor noch Passagen aus dem Kapitel:</p>
<blockquote><p><strong>5. Exkurs über &#8220;Gruppen-Tabus&#8221; und Gruppenselbstbetrug</strong></p>
<p>Die Analyse einer sich zusammenfindenden und dann aufbauenden Gruppe, dann der gruppe in Aktion, bis zum möglichen Zerfall deckt eine Fülle von Feinverläufen auf, durch die Mitgliedsanwärter zu Gruppenmitgliedern, eine Versammlung von Anwärtern zu einer Gruppe gemacht werden. Von diesen Vorgängen treten einige bestimmte durchaus in deas Bewußtsein der Gruppe, das heißt, sie werden von den Gruppenmitgliedern als &#8220;Gruppe&#8221; registriert. Andere werden nur von einzelnen Mitgliedern bemerkt. Ene weitere Reihe von Prozessen wird &#8220;verdrängt&#8221;, darunter wiederum bestimmte stärker &#8220;tabuisiert&#8221;.</p></blockquote>
<p><span id="more-903"></span></p>
<blockquote><p>Tritt ein – zukünftiges – Mitglied in eine bereits bestehende Gruppe ein, dann registrieren einerseits die anderen durchaus genau, wer sich ihnen hier wie &#8220;vorstellt&#8221;. [..] Auch der dann erfolgende Angleichungsvorgang entzieht sich nicht <em>ganz</em> dem Bewußtsein des Neulings. [..] Das Bewußtsein von Machtlosigkeit oder von Einfluß im Gruppenprozeß kann durch aus relativ wach sein. Kleine Differenzen zwischen dem Binnenselbstverständnis der Gruppe und deren Außendarstellung werden der Aufmerksamkeit aller auch nicht entgehen; die Rollenverteilung wird im Prozeß der Bildung eines Rollengefüges beachtet und beobachtet; Solidarität wird bewußt erlebt; Gruppenerfolg freudig registriert; Spaltungstendenzen können und werden meist die Aufmerksamkeit steigern; eine praktisch geschehene Spaltung erzeugt höchste Wachsamkeit.<br />
Und dennoch deckt sich der Schleier einer zunehmenden Tabuisierung von Anfang an über das Gruppengeschehen:<br />
[..] Was da ausgeklammert, das heißt, was praktisch verdrängt wird, wird dem Untersuchenden deutlich, wenn er Gruppenmitglieder auf solche  – zwangsläufigen – Prozesse aufmerksam macht. Ihm schlägt meist  – mindestens zuerst – eine Welle von Ablehnung und/oder Mißtrauen entgegen. Sie zeigt, welch hohen Grad an Selbstverständlichkeit fundamentale und unabweisbare Prozesse in der Gruppe haben. Analog der &#8220;kulturellen Selbstverständlichkeit&#8221; in ganzen Gesellschaften/Kulturen, denen das Sprechen in &#8220;ihrer&#8221; Sprache, das Verhalten nach &#8220;ihren&#8221; Wertvorstellungen und Normen in &#8220;Fleisch und Blut&#8221; übergegangen ist, trifft der Hinweis darauf auf entsprechende Verwunderung und Ablehnung, wird häufig sofort und oft wortreich verdrängt. Gleiches gilt für die weiteren Gruppenprozesse, und zwar in zunehmenden Maße mit der Konsolidierung der Gruppe. [..]</p>
<p>Vehikel dieser Tabuisierungs-Prozesse ist in der Gruppe, wie allen anderen sozialen Formationen, bis hin zu den größten, die Mehrheitsbildung: Hat erst eine Mehrheit &#8220;eine Meinung&#8221;, dann hat auch die Minderheit diese Meinung zu vertreten, und überhaupt der einzelne. Ein &#8220;Terror der Mehrheit&#8221;, wie ihn Alexis de Tocqueville als bedeutende Gefahr für Demokratie warnend sah, ist für Gruppen konstitutiv! [..]</p>
<p>Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist heute eine psychische, gesellschaftliche und politische Notwendigkeit. Probleme mangelnder Konfliktfähigkeit des einzelnen und Vereinzelten können in der kleinen Gruppe gelöst werden, Einsicht in Art und Weise des eigenen Verhaltens und seine Wirkungen auf andere kann gewonnen werden, Solidarität kann geübt werden, ein ungesichertes Identitätsverhältnis zu sich selbst kann der einzelne in der Gruppe stabilisieren; zudem ist eine Gruppe u. U. leistungsfähiger als eine Anzahl einzelner. Gerade die großen Möglichkeiten der Gruppe können aber auch der Entwicklung ihrer Mitglieder entgegenstehen. Der in der Gruppe zwangsläufig entstehende Homogenisierungsdruck, die einsetzende Angleichung von Meinungen, Haltungen, Ausdrucksformen, sie können dazu führen, daß sich die Gruppe – sofern das möglich ist – unmerklich von der Realität entfernt und ihre Pseudorealität selbst aufbaut. Je weiter dieser Prozeß, der hier mit &#8220;Gruppen-Selbstbetrug&#8221; bezeichnet werden soll, fortschreitet, desto empfindlicher wird die Gruppe, werden die Gruppenmitglieder gegenüber der Aufforderung reagieren, objektive Realität zu akzeptieren, sich an der Realität zu messen. Über Abwehrhaltungen kann in einer Gruppe schnell Einigkeit erzielt werden, oft auch ohne Worte: Scheinen die Interessen aller berührt zu sein, bedarf es  keiner Abstimmung, die Übereinstimmung ist einfach da. Da solche Abwehrhaltungen auch zugleich Investitionen bedeuten – so wie die Anstrengung des Verdrängens überhaupt –, sind sie um so schwieriger abzubauen, je länger sie sich verfestigt haben.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens" target="_blank" class="broken_link">Claessens, Dieter</a></strong> (1995 [1977]):<br />
Gruppe und Gruppenverbände. Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/' rel='bookmark' title='FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe'>FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FeZi 21&#124;09: Die Bezugsgruppe</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 May 2009 14:02:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[gewerkschaftlich]]></category>
		<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[imagGemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Claessens]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppensoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Interessen]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstständigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[sozialen Gruppe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=838</guid>
		<description><![CDATA[Etwas außerhalb der Reihenfolge gibt es hiermit ein &#8220;FeZi&#8221;. Statt des Sonntagszitats also ein Feiertagszitat. Letzten Sonntag habe ich ausgelassen, obwohl schon klar war, dass ich mit der Gruppensoziologie Claessens fortsetzen wollte. Die im SoZi 19&#124;09 zur &#8216;sozialen Gruppe&#8217; begonnene Miniserie widmet sich heute der Bezugs- und der Orientierungsgruppe. Die im SoZi 19&#124;09 dargestellten strukturellen [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/' rel='bookmark' title='SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug'>SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas außerhalb der Reihenfolge gibt es hiermit ein &#8220;FeZi&#8221;. Statt des Sonntagszitats also ein Feiertagszitat. Letzten Sonntag habe ich ausgelassen, obwohl schon klar war, dass ich mit der Gruppensoziologie Claessens fortsetzen wollte.</p>
<p>Die im <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/" target="_blank">SoZi 19|09</a></strong> zur &#8216;sozialen Gruppe&#8217; begonnene Miniserie widmet sich heute der<strong> Bezugs- und der Orientierungsgruppe</strong>. Die im <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/" target="_blank">SoZi 19|09</a></strong> dargestellten strukturellen Zwänge gelten weiter und müss(t)en für diese Fortsetzung der Thematik eigentlich weiter gedacht werden.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/#footnote_0_838" id="identifier_0_838" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ps: dieser Eintrag zur Bezugsgruppe passt nicht nur als Kommentar zur &amp;#8216;Gr&uuml;nen Vorwahlen&amp;#8217;-Initiative wie das letzte SoZi sondern erst recht:
Allgemein auf unsere aktuelle gesellschaftliche Situation und im Speziellen auf die Parteienmobilisierungen und -demobilisierungen. Das politische Feld ist voller Gruppen, die sich abgrenzen m&uuml;ssen, an einander orientieren und sowohl koalieren als auch im Streit miteinander liegen.">1</a></sup><br />
Mit dem nächsten <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank"><strong>SoZi</strong></a> möchte ich mich dann der Gruppen zweiter Ordnung zuwenden.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Bezugsgruppe" src="/images/Bezugsgruppentheorie.jpg" alt="Bezugsgruppe" width="470" height="350" /></p>
<p><span id="more-838"></span></p>
<blockquote><p><strong>c) Stagnation, Zerfall, Spaltung, Polarisierung</strong><br />
Stagnation ist ein Prozeß. Seine eine Seite erscheint als Stabilisierung auf einem erreichten Niveau der Interaktion.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/#footnote_1_838" id="identifier_1_838" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Merke, merke, merke: Stabilit&auml;t eines Systems, Hom&ouml;ostase, hat nichts mit &amp;#8216;es passiert nichts&amp;#8217; zu tun. Auch Stabilit&auml;t, Stagnation ist nur durch Arbeit, durch Investitionen erreicht bzw. erhalten. Versuch: in einem stagnierenden System die Arbeitsaufw&auml;nde &amp;#8211; Investitionen &amp;#8211; zu erkennen, separieren, zu erkl&auml;ren, die zur Aufrechterhaltung der scheinbaren oder tats&auml;chlichen Stagnation notwendig sind und setze sie in Beziehung zu den ebenfalls notwendigen, erkennbaren, separierbaren Investitionen, die auf Systemver&auml;nderung dr&auml;ngen und abzielen.">2</a></sup> Insofern hat Stagnation auch attraktive Seiten: Es ist nichts Neues zu befürchten; Investitionen sind bekannt, entsprechend bekannt sind die vom einzelnen zu leistenden Anstrengungen. [..] Der (.. <em>u.a. in der Ambivalenz der Rahmenbedingungen angelegte</em> ..) Veränderungsdruck erfordert für Stagnation soviel Gegenbewegung, daß die erneute Bewegung der Gruppe sozusagen vor der Tür steht; die innere, dauernd laufende Veränderung/Gegenveränderung &#8220;schlägt nach außen durch&#8221;, in der Gruppe wächst das Gefühl, &#8220;das etwas geschehen muß&#8221;. Wird der Gruppe nicht von außen geholfen, so ist diese nächste – sichtbare – Bewegung die auf <em>Zerfall</em> hin.<br />
[..]<br />
Einem &#8220;Zerfall&#8221; als quasi natürlicher Auflösung steht die Auflösung auf Grund innerer, von den Mitgliedern nicht mehr verkraftbarer Spannungen gegenüber. [..]<br />
Ein Sonderfall des Zerfalls ist die <em>Spaltung</em>, deren klassische Variante wiederum die <em>Polarisierung</em> ist. [..]</p>
<p><strong>4. Bezugs- und Orientierungsgruppen</strong><br />
Gruppenprozesse können ohne systematische Berücksichtigung von <em>Bezugs</em>- und <em>Orientierungsgruppen </em>nicht voll verstanden werden. Das Ergebnis eines Spaltungsprozesses in der Form der Polarisierung liefert zur Unterscheidung besonders gute Kriterien. [..]<br />
<em>Bezugsgruppe</em> meint also den unvermeidlichen Bezug auf eine andere Gruppe, mit der man sich notwendigerweise auseinandersetzen muss, ob man will oder nicht. Bezugsgruppen umgeben alle Gruppen, Gruppenverbände, &#8220;Großaggregate&#8221;, wie Unternehmen, Länder, Staaten. Es sind die sozialen Formationen eigener Identität, mit eigenem Souveränitätsanspruch, mit deren Dasein man einfach zu rechnen hat, da sie einen wesentlichen Teil der &#8220;Realität&#8221; darstellen. Eine Gruppe <em>reagiert </em>also auf die Tatsache von Bezugsgruppen; insofern sie selbst Bezugsgruppe für andere Gruppen ist, wirkt sie selbstverständlich auch nach außen. Solange aber die sie umgebenden Gruppen nicht in besonderer Weise auf sie einwirken und sie selbst nicht in das System anderer Gruppen eingreift, bleiben solche Beziehungen innerhalb der als &#8220;Rahmenbedingungen&#8221; zu bezeichnenden Gesamtumstände, in die die Gruppe eingebettet ist. [..]</p>
<p><em>Orientierungsgruppen </em>im eigentlichen Sinn sind dagegen solche Gruppen, von denen eine Gruppe ihre Orientierung <em>grundsätzlich </em>bezieht! Die – notwendige – Orientierung einer Gruppe auf ein Ziel oder mehrere Ziele und die darin enthaltenen emotionalen, sachlichen, informatorischen Dimensionen leitet sich zuerst von den in die Gruppe mitgebrachten Vorstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten ab. Mehr oder minder unbewußt, sozusagen im Hintergrund, häufig direkter und bewußter, entnimmt aber eine Gruppe Teile ihrer Syntax einer anderen Gruppe (oder der Vorstellung von ihr), das heißt, sie macht sie zur Orientierungsgruppe. [..]</p>
<p>Gruppen müssen daher in der Regel in zwei Abhängigkeiten gesehen werden, die für ihr Selbstverständins (Binnenselbstverständnis) und ihre Außendarstellung wichtig sind: In der Abhängigkeit von der (oder den) Bezugsgruppe(n) und von der (oder den) Orientierungsgruppe(n). [..]</p>
<p>Die Notwendigkeit von Zusammenarbeit mit anderen, &#8220;gleichgesinnten&#8221; Gruppen bedeutet andererseits eine Unterwerfung unter die – nun gemeinsam verbindliche – Syntax &#8220;Solidarität&#8221; und damit einen <em>Verlust </em>von Selbstständigkeit! Verlust von Selbstständigkeit bedeutet aber auch Verlust von Konfliktfähigkeit im Hinblick auf die je ganz <em>eigenen </em>Interessen der Gruppe, die nun untergeordnet werden müssen. [..]</p>
<p>Diese Ambivalenz, daß die solidarischen Gruppen die Solidarität auch als Selbstständigkeits<em>einbuße</em> erleben müssen, verweist also darauf, daß Gruppensolidarität feine Haarrisse aufweisen <em>muß</em>, gerade solange der innere Zusammenhalt der gegenseitigen Orientierungsgruppen, die hier gemeinsam handeln, <em>nicht </em>in Frage gestellt ist. Andererseits wird die – feindliche – Bezugsgruppe eben unter diesem Aspekt des notwendigen Zusammenhaltes mehrerer Gruppen konstitutiv in dem Sinne, daß an ihrem Erhalten (als Katalysator für Selbstständigkeit) Interesse bestehn <em>muß</em>. Paradoxerweise können also Bezugs- und Orientierungsgruppen auch und gerade im drohenden Konfliktfall den gleichen Stellenwert für eine Gruppe haben, ja der Feind kann mehr geschätzt werden als der Bundesgenosse!</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens" target="_blank" class="broken_link">Claessens, Dieter</a></strong> (1995 [1977]):<br />
Gruppe und Gruppenverbände. Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_838" class="footnote"><strong>ps</strong>: dieser Eintrag zur Bezugsgruppe passt nicht nur als Kommentar zur &#8216;Grünen Vorwahlen&#8217;-Initiative wie das letzte SoZi sondern erst recht:<br />
Allgemein auf unsere aktuelle gesellschaftliche Situation und im Speziellen auf die Parteienmobilisierungen und -demobilisierungen. Das politische Feld ist voller Gruppen, die sich abgrenzen müssen, an einander orientieren und sowohl koalieren als auch im Streit miteinander liegen.</li><li id="footnote_1_838" class="footnote"><strong>Merke, merke, merke:</strong> Stabilität eines Systems, Homöostase, hat nichts mit &#8216;es passiert nichts&#8217; zu tun. Auch Stabilität, Stagnation ist nur durch Arbeit, durch Investitionen erreicht bzw. erhalten. <strong>Versuch:</strong> in einem stagnierenden System die Arbeitsaufwände &#8211; Investitionen &#8211; zu erkennen, separieren, zu erklären, die zur Aufrechterhaltung der scheinbaren oder tatsächlichen Stagnation notwendig sind und setze sie in Beziehung zu den ebenfalls notwendigen, erkennbaren, separierbaren Investitionen, die auf Systemveränderung drängen und abzielen.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/' rel='bookmark' title='SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug'>SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 19&#124;09: Die Gruppe</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 May 2009 10:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[imagGemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[social web]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Claessens]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Vorwahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppe]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppenverbände]]></category>
		<category><![CDATA[Vergesellschaftung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=757</guid>
		<description><![CDATA[Aus einem Buch, welches ich persönlich gerne zum Klassiker erheben möchtete; und das ich noch lieber als Pflichtprogramm sähe für StudentInnen der Soziologie, aber auch weiterer Sozialwissenschaften ebenso wie für in Wirklichkeit sowieso alle. Ein Buch, das z.B. einen perfekten Einstieg in sozialwissenschaftliches Wissen für Jugendliche bieten würde. Sagen wir vielleicht &#8216;Schulstufe 6&#8242;: Die soziale [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/' rel='bookmark' title='SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug'>SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/' rel='bookmark' title='FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe'>FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einem Buch, welches ich persönlich gerne zum Klassiker erheben möchtete; und das ich noch lieber als Pflichtprogramm sähe für StudentInnen der Soziologie, aber auch weiterer Sozialwissenschaften ebenso wie für in Wirklichkeit sowieso alle. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ein Buch, das z.B. einen perfekten Einstieg in sozialwissenschaftliches Wissen für Jugendliche bieten würde.</p>
<p>Sagen wir vielleicht &#8216;Schulstufe 6&#8242;:<br />
<strong>Die soziale Gruppe und Gruppenverbände</strong><br />
<em>Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</em></p>
<p>Ach ja! Und dieses SoZi – mit verspätetem Erscheinungstermin <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  – hat übrigens kurzfristig und aus gegebenen Anlass ein anderes, ursprünglich hier vorgesehenes verdrängt. Der Anlass:<br />
die in der Blogosphäre, auf <a href="http://twitter.com/#search?q=%23GruneVW" target="_blank">Twitter</a> und also allgemein in web2.0-Strukturen geführten <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/" target="_blank" class="broken_link">Diskussionen(?)</a> rund um die &#8220;<a href="http://www.gruenevorwahlen.at/" target="_blank" class="broken_link">Grüne Vorwahlen</a>&#8220;-Initiative.</p>
<p>Ein Lehrbeispiel von Zwangsprozessen (siehe unten)<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/#footnote_0_757" id="identifier_0_757" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8230; und freilich ist da mehr, und vl. auch ein weiteres Sonntagszitat n&auml;chste Woche zu Orientierungs- und Bezugsgruppen, vl. irgendwann zu Gruppen zweiter Ordnung.">1</a></sup>, also solchen, die in der sozialen Formierung unumgänglich sind, was nicht das &#8220;<em>wie</em>&#8221; sondern das &#8220;<em>dass</em>&#8221; meint. Dass mir das &#8220;wie&#8221; nicht sonderlich sympathisch ist, mag ich nicht mehr verhehlen und hab das auch hier <a href="http://wissenbelastet.com/2009/05/10/die-gruenen-der-banner-und-das-boese-internet/#comment-5251" target="_blank" class="broken_link">zuletzt kommentiert</a>.</p>
<p>Ob ich die letzte Nacht gemachten 3seitigen Notizen noch Online stelle, dazu geben ich mir sicherheitshalber noch ne weitere Nacht Bedenkzeit. Hier jetzt einfach das SoZi zur Woche:</p>
<p><span id="more-757"></span></p>
<blockquote><p><strong>1. Kleine Gruppen als &#8220;Russelsche Strukturen&#8221;</strong><br />
Kleine Gruppen, d.h. soziale Formationen von mehreren bis ca. 25 Menschen, treten als vororganisierte Zwangsgruppen oder sich organisierende freie Gruppen, d.h. als &#8220;strukturiert&#8221; auf: Sie werden zu &#8220;Strukturen&#8221; geformt oder formen sich zu &#8220;Strukturen&#8221;. Struktur meint dabei einen geregelten Aufbau, der im &#8220;Funktionieren&#8221; der Gruppe zum Ausdruck kommt. So glauben wir meistens eine &#8220;Familie&#8221; zu erkennen, wenn wir zwei gegengeschlechtliche Erwachsene mit zwei &#8220;Kindern&#8221; sehen; auf der Straße marschierende Reihen Uniformierter werden als militärische oder paramilitärische Gruppe identifiziert. Was sehen wir aber &#8220;eigentlich&#8221;? Wir sehen einzelne Menschen, sozusagen &#8220;Elemente&#8221; einer sich abzeichnenden sozialen Formation, die als solche Elemente auf einen bestimmten Zusammenhang (der in unserer Kultur bekannt ist) verweisen. [..]<br />
Dieser &#8220;Zusammenhang&#8221; ist, soziologisch angesprochen, nichts anderes als &#8220;verbindliche Verhaltensanweisung&#8221; (Norm). Setzt man hierfür &#8220;Syntax&#8221; (Zusammenordnung von Wörtern, Bedeutungsbestandteilen, Teilen, Verhaltensweisen) so ergibt sich, daß wir &#8220;Gruppen&#8221; identifizieren, indem wir in ihnen <em>Elemente </em>erkennen, die nach einer bestimmten <em>Syntax</em> zueinandergeordnet sind, das heißt bei Menschen: sich ihr – unfreiwillig oder freiwillig – unterwerfen. [..]<br />
Damit erkennen wir Gruppen als &#8220;Russelsche Strukturen&#8221;, das heißt Strukturen, die sich über einer Basis bilden, die aus Elemten besteht, die nach einer Syntax angeordnet sind. Oder: Die kleine konkret auftretende Gruppe ist <em>eine </em>Variante begrenzter <em>Möglichkeiten</em>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/#footnote_1_757" id="identifier_1_757" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie &uuml;brigens alle weiteren gr&ouml;&szlig;eren sozialen Verb&auml;nde bis zum &amp;#8220;Staat&amp;#8221; hinauf.">2</a></sup></p>
<p><strong>2. Weitere formierende Faktoren</strong><br />
Eingelagert in diejenigen Lebensformen und Verhaltensprozesse, die von der gesellschaftlich bestimmten, oft kulturell vorgegebenen Basis  (Elemente und Syntax) sich typisch ableiten lassen, sind Prozesse mit einem gewissen Zwangscharakter. [..]</p>
<p><strong>Zwang zur Selbstdarstellung</strong><br />
[..] Die Selbstdarstellung – als ein Zwang für alle Mitglieder einer Gruppe – ist konstituierend oder kennzeichnend für den Druck, den Gruppenbildung auf die Beteiligten ausübt und ausüben wird: den Druck in Richtung auf eine Homogenisierung auf mittlerem Niveau. [..]</p>
<p><strong>Zwang, den anderen registrieren zu müssen</strong><br />
[..] In diesem Klärungsprozess der beteiligten &#8220;Charaktere&#8221; geschieht aber auch notwendig ein Annäherungsprozess. [..] Es muss ein &#8220;Erwartungsgefüge&#8221; entstehen, an dem &#8220;man&#8221; sich gegenseitig orientieren kann. [..]</p>
<p>Zwang zur Bildung eines Binnenselbstverständnisses<br />
[..] Zu dieser gegenseitigen Bestätigung hilft in hervorragendem Maße die Bildung einer &#8220;Gruppensprache&#8221;. [..]</p>
<p><strong>Zwang zur Außendarstellung gegenüber der Umwelt</strong><br />
[..] Am deutlichsten werden mögliche Differenzen zwischen Binnenselbstverständnis und Außendarstellung dort, wo sich Gruppen ihrem Binnenselbstverständnis nach ausdrücklich gegen Normen oder auch &#8220;herrschende&#8221; Werte der Umgebenden Gesellschaft stellen, im Extremfall dagegen zu agieren bereit sind, zum Beisptiel be sogenannten &#8220;konspirativen&#8221; Gruppen. Deren Basis ist besonders klar: Ihre Elemente haben ausschließlich aus eindeutig &#8220;zuverlässigen&#8221;, das heißt hier: ideologisch zuverlässigen, Mitgliedern zu bestehen; auch &#8220;fachlich&#8221; notwendigerscheindende Kompetenzen mitbringende, das heißt besonders in dieser Dimension erwünschte Mitglieder müssen voll und ganz &#8220;auf der Linie&#8221; sein (was zu erheblichen Problemen führen kann). [..]</p>
<p><strong>&#8220;Investitionen&#8221;</strong><br />
[..] Die Selbstdarstellung zur eigenen Integration in eine Zwangsgruppe oder eine freiwilliger gebildete Gruppe ist bereits unter dem Aspekt der Investitionen zu sehen: Schon das bloße Erscheinen bedeutet eine Investition von Zeit, von Entschluß, konkret &#8220;da&#8221; sein, Zeit-daran-Geben, Sprechen, Bleiben, Mitmachen. Investition ist aber auch das – unvermeidliche – Registrieren der anderen, das Sich-mit-ihnen-Beschäftigen, Sie-in-sie-Einordnen, Auf-sie-Eingehen, Sich-zu-ihnen-Abstimmen. Investition erfolgt also gegenseitig. Typisch steigert sich dabei die Investitions<em>intensität</em>, zugleich vermehrt sich auch die Investitions<em>masse</em>. [..]</p>
<p><strong>Realitätsverhältnis</strong><br />
[..] Die Gruppe beginnt eine Grenze um sich zu ziehen, wird konfliktfähig, &#8220;institutionalisiert&#8221; sich. Dieser Vorgang des Sicheinigens auf ein &#8220;Weltbild&#8221; oder eine Weltansicht, welcher Konzentration, Innenstabilisierung/Institutionalisierung, höhere Konfliktfähigkeit, eigene und Gruppenidentität umfaßt, kann mit dem Begriff der &#8220;Insulation&#8221; gekennzeichnet werden. Die sich gegen außen abgrenzende Gruppe entwickelt ihr eigenes Innenklima, das charakteristisch von der Umwelt abweicht, sich gegen sie absetzt. [..]</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Claessens" target="_blank" class="broken_link">Claessens, Dieter</a></strong> (1995 [1977]):<br />
Gruppe und Gruppenverbände. Systematische Einführung in die Folgen von Vergesellschaftung</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_757" class="footnote">&#8230; und freilich ist da mehr, und vl. auch ein weiteres Sonntagszitat nächste Woche zu <em>Orientierungs- und Bezugsgruppen</em>, vl. irgendwann zu Gruppen zweiter Ordnung.</li><li id="footnote_1_757" class="footnote">Wie übrigens alle weiteren größeren sozialen Verbände bis zum &#8220;Staat&#8221; hinauf.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-2209-tabus-und-gruppenselbstbetrug/' rel='bookmark' title='SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug'>SoZi 22|09: Tabus und Gruppenselbstbetrug</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/fezi-2109-die-bezugsgruppe/' rel='bookmark' title='FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe'>FeZi 21|09: Die Bezugsgruppe</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 18&#124;09: Schule und Kindheit</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 May 2009 13:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Ariès]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgertum]]></category>
		<category><![CDATA[charlie chaplin]]></category>
		<category><![CDATA[deschooling]]></category>
		<category><![CDATA[Illich]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Renaissance]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[the kid]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=739</guid>
		<description><![CDATA[Das Sonntags Zitat (SoZi) diesmal von einem der ganz wenigen Kritiker der bürgerlichen Bildung und der Schule: Die Schule teilt die Menschen nach ihren Lebensaltern ein. Diese Einteilung beruhrt auf drei Voraussetzungen, die nicht in Frage gestellt werden. Kinder gehören in die Schule. Kinder lernen in der Schule. Nur in der Schule kann man die [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2007/12/nie-mehr-schule-blog/' rel='bookmark' title='Nie mehr Schule &#8211; Blog'>Nie mehr Schule &#8211; Blog</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sonntags Zitat (<a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi</a>) diesmal von einem der ganz wenigen Kritiker der bürgerlichen Bildung und der Schule:</p>
<blockquote><p>Die Schule teilt die Menschen nach ihren Lebensaltern ein. Diese Einteilung beruhrt auf drei Voraussetzungen, die nicht in Frage gestellt werden. Kinder gehören in die Schule. Kinder lernen in der Schule. Nur in der Schule kann man die Kinder lehren. Diese einfach hingenommenen Voraussetzungen verdienen ernstlich in Frage gestellt zu werden.</p></blockquote>
<p><span id="more-739"></span><br />
<blockquote>Wir haben uns an Kinder gewöhnt. Wir haben beschlossen, daß sie zur Schule gehen, gehorchen und weder eigenes Einkommen noch eigene Familie haben sollten. Wir erwarten von ihnen, daß sie wissen, was sich gehört, und sich wie Kinder benehmen. Mit Sehnsucht oder Bitterkeit erinnern wir uns der zeit, als auch wir Kinder waren. Man erwartet von uns, daß wir das kindische Benehmen von Kindern hinnehmen. Fr uns ist die Menschheit eine Spezies, die zugleich dazu verdammt und damit gesegnet ist, für Kinder zu sorgen. Wir vergessen jedoch, daß unser heutiger Begriff «Kindheit» sich in Westeuropa erst in hängerer Zeit, in Amerika noch später herausgebildet hat.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/#footnote_0_739" id="identifier_0_739" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ari&egrave;s, Philippe: Geschichte der Kindheit">1</a></sup></p>
<p>Den meisten historischen Epochen war Kindheit – im Gegensatz zu Säuglingsalter, Entwicklungsjahren und Jugend – unbekannt. Einige christliche Jahrhunderte hatten nicht einmal einen Blick für die körperlichen Proportionen der Kinheit. Die Künstler stellten das kleine Kind als einen Mini-Erwachsenen auf dem Arm seiner Mutter dar. In Europa tauchten Kinder gleichzeitig mit den Taschenuhren und den christlichen Geldverleihern der Renaissance auf. Vor unserem Jahrhundert wußten weder Arme noch Reiche etwas von besonderer Kinderkleidung, Kinderspielen oder gesetzlicher Straffreiheit von Kindern. Das Stadium «Kindheit» gehörte zum Bürgertum. Das Arbeiterkind, das Bauernkind und das Kind des Edelmannes kleideten sich alle genau so wie ihre Väter, spielten ebenso wie ihre Väter und wurden wie ihre Väter gehängt.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ivan_Illich" target="_blank" class="broken_link">Illich, Ivan</a></strong> (1977 [1970]):<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entschulung" target="_blank" class="broken_link">entschulung der gesellschaft</a>. entwurf eines demokratischen bildungssystems, S. 39-40</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=nTlUxNzt5Kw">www.youtube.com/watch?v=nTlUxNzt5Kw</a></p>
</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_739" class="footnote"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philippe_Ariès" target="_blank" class="broken_link">Ariès, Philippe: Geschichte der Kindheit</a></strong></li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2007/12/nie-mehr-schule-blog/' rel='bookmark' title='Nie mehr Schule &#8211; Blog'>Nie mehr Schule &#8211; Blog</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 17&#124;09: &#8216;wie sollte man diese Erwachsenen da nicht verachten&#8217;</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1709-michel-serres-aufklaerungen/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1709-michel-serres-aufklaerungen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 18:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[Auschwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Latour]]></category>
		<category><![CDATA[Guernica]]></category>
		<category><![CDATA[Hiroshima]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaborateure]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Serres]]></category>
		<category><![CDATA[Nagasaki]]></category>
		<category><![CDATA[Pétain]]></category>
		<category><![CDATA[Résistance]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=696</guid>
		<description><![CDATA[Bruno Latour, Michel Serres befragend. Ein Ausschnitt gleich aus dem Beginn des ersten von fünf Gesprächen: BL: &#8230; Meine erste Frage zielt (demnach) auf Ihren intellektuellen Bildungsweg. Sie schätzen die Diskussion nicht sehr; auch wenn Sie berühmt sind, werden Sie von Kollegen nicht gut begriffen, und Sie selbst reden oft schlecht über diese Kollegen, das [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sollte-nicht-eigentlich-das-verursacherprinzip-gelten/' rel='bookmark' title='sollte nicht eigentlich das Verursacherprinzip gelten?'>sollte nicht eigentlich das Verursacherprinzip gelten?</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bruno Latour, Michel Serres befragend. Ein Ausschnitt gleich aus dem Beginn des ersten von fünf Gesprächen:</p>
<blockquote><p>BL: &#8230; Meine erste Frage zielt (demnach) auf Ihren intellektuellen Bildungsweg. Sie schätzen die Diskussion nicht sehr; auch wenn Sie berühmt sind, werden Sie von Kollegen nicht gut begriffen, und Sie selbst reden oft schlecht über diese Kollegen, das muss man sagen. Was ist Ihnen auf Ihrem Bildungsweg so Schreckliches zugestoßen, dass Sie so misstrauisch gegenüber der Diskussion sind? Welche Ereignisse haben Sie zu dieser einsamen Ausübung der Philosophie geführt?</p></blockquote>
<p><span id="more-696"></span></p>
<blockquote><p>MS: Meine Zeitgenossen werden sich in dem wiedererkennen, was ich zunächst zu sagen habe. Die unmittelbare Lebensumgebung derer, die wie ich 1930 geboren sind, ist die folgende: mit sechs Jahren der Krieg von 1936 in Spanien; mit neun Jahren der <em>Blitzkrieg</em> von 1939, die Niederlage und das Debakel; mit zwölf Jahren die Kluft zwischen den Widerstandskämpfern und den Kollaborateuren, die Tragödie der Lager und der Deportationen; mit vierzehn die Befreiung und die darauf folgenden Abrechnungen in Frankreich; mit fünfzehn Hiroshima; kurz, von neun bis siebzehn Jahren, während sich der Körper und die Sensibilität bilden, herrschen Hunger und Rationierung, die Toten und die Bombardements, tausend Verbrechen; sofort danach haben wir weitergemacht mit den Kolonialkriegen: in Indochina, in Algerien&#8230; Zwischen der Geburt und dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr – dem Alter des Militärdienstes und von neuem des Krieges, denn es ging um Nordafrika, dann die Suez-Expedition – haben um mich herum, für mich, für uns, um uns herum nur Schlachten exisiert. Der Krieg, immer der Krieg&#8230; meine ersten Leichen habe ich mit sechs Jahren gesehen, die letzten mit sechsundzwanzig. Habe ich damit Ihre Frage, was meine Zeitgenossen &#8220;misstrauisch&#8221; gemacht hat, ausreichend beantwortet?</p>
<p>BL: Ja, in der Tat, zumindest teilweise.</p>
<p>MS: Die frühen Lebensjahre durchlebt meine Generation sehr schmerzhaft; die vorhergehende Generation ist zu Beginn dieser Ereignisse zwanzig und kann sie, da erwachsen, aktiv erleben, man engagiert sich; während die meine sie nur aus der Passivität und der Ohnmacht verfolgen kann: als Kind, als Jugendlicher, jedenfalls schwach und ohne Handlungsmöglichkeiten. Die Gewalt, der Tod, das Blut und die Tränen, der Hunger, die Bombadierungen, die Deportationen treffen meine Altersklasse und verwunden sie unwiderruflich, denn diese Schrecken ereignen sich während ihrer körperlichen und emotionalen Bildung. Meine Bildung reicht von Guernica – ich kann mir das berühmte Gemälde von Picasso nicht ansehen – über Auschwitz bis Nagasaki. [..] Die erste Frau, die ich nackt gesehen habe, war ein junges Mädchen, das von der Menge gelyncht und getötet wurde; diese tragische Erfahrung prägt nicht nur den Geist und die Fähigkeit zu vergeben, sondern auch den Körper und die Sinne.<br />
Ja, wenn ich Sein und Zeit lese, spüre ich darin die Vorkriegsjahre, nicht mit dem Verstand und der Erinnerung, sondern physisch: ich empfinde unwiderstehlich den Geruch jener Jahre; fragen sie Menschen meines Alters, die genau in diesem Moment in Frankreich gelebt haben, die später, in den Gymnasien, die Hymnen auf Marshall Pétain singen mussten, bevor sie bei den Feiern zum Tag der Befreiung zu Ehren der Résistance marschierten, immer flankiert von den selben Erwachsenen – wie sollte man diese nicht verachten, wie sollte man nicht mit zehn Jahren schon alt werden und erfahren oder weise an ihrer Stelle? –, fragen Sie sie doch, ob sogar heute noch in diesem oder jenen Fall ihre Nasenflügel nicht unmittelbar vor Ekel zu beben anfangen.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/3/3602/1.html" target="_blank">Serres, Michel</a></strong> (2008 [1992]):<br />
<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/31479.html" target="_blank" class="broken_link">Aufklärungen. Fünf Gespräche mit Bruno Latour</a>, S. 8f.</p>
<p style="text-align: left;">&#8230; gewidmet den Verteidgern des <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/12/von-efgani-donmez-und-elisabeth-gehrer/" target="_blank">Herrn Dönmez</a> und wilden Angreifern der, wie sie es sehen und nennen, Theoretikern und Sprachphilosophen, die &#8220;<em>effi-bashing</em>&#8221; betrieben, in dem sie Herrn Dönmez rassistische Aussagen kritisierten.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sollte-nicht-eigentlich-das-verursacherprinzip-gelten/' rel='bookmark' title='sollte nicht eigentlich das Verursacherprinzip gelten?'>sollte nicht eigentlich das Verursacherprinzip gelten?</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1709-michel-serres-aufklaerungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 16&#124;09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 13:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandria]]></category>
		<category><![CDATA[Archimedes]]></category>
		<category><![CDATA[Aristarchos von Samos]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Eratosthenes von Kyrene]]></category>
		<category><![CDATA[Euklid]]></category>
		<category><![CDATA[Hipparchos von Nikaia]]></category>
		<category><![CDATA[Hypatia]]></category>
		<category><![CDATA[Hypatia von Alexandria]]></category>
		<category><![CDATA[Klaudios Ptolemeios]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrill]]></category>
		<category><![CDATA[Leonard Mlodinow]]></category>
		<category><![CDATA[Ptolemeios]]></category>
		<category><![CDATA[Theon]]></category>
		<category><![CDATA[Voltaire]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaften]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=683</guid>
		<description><![CDATA[Das Ende einer Zivilisation &#8230; oft beschworen und oft nichts als Weltuntergangsstimmung bzw. die schmerzlich wertende In-Eins-Setzung von Schwellenzeiten strukurellen Wandels mit dem Abgesang an eine &#8220;gute alte&#8221;, eine bessere Gesellschaftsform. (Siehe nebenbei das Ende des SoZi 14&#124;09 für eine Kritik dieses Fatalismus.) Nichts desto trotz muss mensch nicht unbedingt die Augen davor verschließen, dass [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/' rel='bookmark' title='SoZi 18|09: Schule und Kindheit'>SoZi 18|09: Schule und Kindheit</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ende einer Zivilisation &#8230; oft beschworen und oft nichts als Weltuntergangsstimmung bzw. die schmerzlich wertende In-Eins-Setzung von Schwellenzeiten strukurellen Wandels mit dem Abgesang an eine &#8220;gute alte&#8221;, eine bessere Gesellschaftsform.<br />
(Siehe nebenbei das Ende des <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/" target="_blank">SoZi 14|09</a> für eine Kritik dieses Fatalismus.)</p>
<p>Nichts desto trotz muss mensch nicht unbedingt die Augen davor verschließen, dass in der Menschheitsgeschichte immer wieder Zivilisationen ihr Ende gefunden haben &#8230;<br />
&#8230; <em>in this case</em> &#8230;:</p>
<blockquote><p>Euklid war der erste große Mathematiker in einer langen und unglücklicherweise irgendwann zu Ende gegangenen Reihe von Gelehrten, die in Alexandria arbeiteten. [..]</p>
<p>Ein Sohn des Ptolemeios, der &#8211; wenig fantasievoll &#8211; den gleichen Namen trug, bestieg als Ptolemeios II. den Thron und ließ eine gewaltige Bibliothek mit einem Gebäude bauen, das er zu Ehren der Musen <em>mouseíon</em> nannte. Das <em>mouseíon</em> war weder ein Musentempel noch ein Museum, sondern ein Forschungsinstitut: die erste staatlich geleitete Einrichtung dieser Art.</p></blockquote>
<p><span id="more-683"></span><br />
<blockquote>Die Nachfolger Ptolemeios I. sammelten Bücher und entwickelten ziemlich interessante Methoden, um in ihren Besitz zu gelangen. So »bestellte« Ptolemeios II. die erste griechische Übersetzung des Alten Testaments, indem er siebzig jüdische Gelehrte auf der Insel Pharos als Geiseln ins Gefängnis warf, um sie gegen das Werk auszutauschen. Ptolemeios III. schrieb alle Herrscher der Welt an, um sich von ihnen Bücher zu »leihen«, die er dann behielt.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#footnote_0_683" id="identifier_0_683" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Athener liehen&nbsp;Ptolemeios III. kostbare Manuskripte von Euripides, Aischylos und Sophokles. Ptolemeios behielt die Schriften, war aber immerhin so gro&szlig;z&uuml;gig, Kopien anzufertigen und nach Athen zu schicken. Die Griechen m&uuml;ssen dar&uuml;ber nicht sonderliche &uuml;berrascht gewesen sein: Sie hatten einen erheblichen Betrag als zus&auml;tzliche Leistung erbeten und auch erhalten. Vgl. Durant, Will: The Life of Greece, New York 1966, S. 601">1</a></sup> Dieses Beschaffungssystem funktionierte außerordentlich gut: Die Bibliothek von Alexandria umfasste &#8211; je nach Quelle &#8211; zwischen 200.000 und 700.000 Papyrusrollen, die fast das gesamte Wissen der damiligen Zeit repräsentieren.<br />
Mit der Bibliothek und dem <em>mouseíon</em> wurde Alexandria das intellektuelle Zentrum der Welt [..]. Bei einem Ranking aller akademischen Einrichtungen in der Geschichte der Menschheit würde Alexandria wohl Newtons Cambridge, das Göttingen von Gauß und das Institute for Advvanced Study von Albert Einstein in Princeton au fdie Plätze verweisen. Vermutlich forschten alle griechischen Mathematiker und Naturwissenschaftler nach Euklid irgendwann in dieser unglaublichen Bibliothek.<br />
Um 212. v. Chr. gelang es Eratosthenes von Kyrene &#8211; dem Chefbibliothekar Alexandrias, der sich wohl nie mehr als ein paar hundert Kilometer von der Stadt weggewagt hatte &#8211; den Erdumfang zu bestimmen.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#footnote_1_683" id="identifier_1_683" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kline, Morris: Mathematical Thought from Ancient to Modern Times, New York 1972, S. 160f.">2</a></sup> Seine Rechnungen waren für seine Zeigenossen eine Sensation, zeigten sie doch, welch geringen Teil des Planeten man damals erst kannte. [..]</p>
<p>Der Bibliothekar war nicht der einzige Gelehrte in Alexandria, der wesentliche Beiträge zum Verständnis des Kosmos lieferte. Aristarchos von Samos komninierte auf geniale Weise die Trigonometrie mit einem einfachen Modell der Himmelskörper und konnte so mitbeachtlicher Genauigkeit die Größe des Mondes und seinen Abstand von der Erde bestimmen. Als erster Vetreter eines heliozentrischen Systems eröffnete er den Griechen eine neue Perspektive auf die Stellung des Menschen im Universum.<br />
Ein weiterer Star unter Alexandrias Wissenschaftlern war Archimedes. Er wurde in Syrakus auf Sizilien geboren und reiste nach Alexandria, um dort an der königlichen Schule Mathematik zu studieren. [..]</p>
<p>Mit dem Werk des Hipparchos von Nikaia im 2. Jahrhundert v. Chr. und dem des Klaudios Ptolemeios im 2. Jahrhundert n. Chr. erreichte nach der Mathematik auch die Astronomie in Alexandria einen Höhepunkt.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#footnote_2_683" id="identifier_2_683" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd., S. 154-160">3</a></sup> [..]<br />
In seiner <em>Geographeía</em> beschrieb Ptolemeios die damals bekannte Welt. [..]</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Ein weiteres Buch, das über die Rückschritte (der christlichen) Epoche Zeugnis ablegt, schrieb um 550 ein weit gereister Kaumann aus Alexandria names Kosmas Indikopleustes. Dort heißt es: »Die Erde ist flach. Der bewohnte Teil hat die Form eines Rechtecks, dessen Länge doppelt so groß ist wie seine Breite. &#8230; Im Norden liegt ein konisch geformtes Gebirge, hinter dem Sonne und Mond zurückkehren.« Das zwölfbändige Werk mit dem Titel <em>Topographia Christiana</em> beruhte weder auf Beobachtungen noch auf der Vernunft, sondern einzig auf der Heiligen Schrift: ein Buch, das man gut zwischen zwei Schlucken römischen Weins lesen konnte und das bis ins 12. Jahrhundert auf der Bestseller-Liste blieb, als die Römer schon längst Geschichte waren.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#footnote_3_683" id="identifier_3_683" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kline, Morris: Mathematics in Western Culture, London 1953, S. 89">4</a></sup></p>
<p>Die lange Reihe der großen Gelehrten, die in der Bibliothek von Alexandria arbeiteten, endete mit Hypatia, der ersten Gelehrt<em>in</em>, deren Geschichte uns überliefert ist.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/#footnote_4_683" id="identifier_4_683" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zur Geschichte der Hypatia vgl. Dzielska, Maria: Hypatia of Alexandria, Cambridge 1955 und Lefkowitz, Mary R.: Die T&ouml;chter des Zeus, M&uuml;nchen 1999, S. 130-133">5</a></sup> Sie wurde um 370 als Tochter des berühmten Mathematikers und Philosophen Theon in Alexandria geboren. Theon unterrichtete seine Tochter in Mathematik und machte sie zuseiner engsten Mitarbeiterin. Damaskios, einer ihrer früheren Studenten, der das <em>Leben des Philosophen Isidoros</em> verfallte und als scharfer Kritiker galt, schrieb, sie sei von Natur aus scharfsinniger und talentierter als ihr Vater gewesen. Ihr Schicksal und dessen allgemeine Bedeutung wurden über die Harhunderte oft diskutiert und sowohl von Voltaire als auch in Gibbons <em>Untergang des römischen Weltreichs</em> erwähnt.</p>
<p>Am Ende des 4. Jahrhunderts zählte Alexandria zu den Hochburgen des Christentums. Das führte zu heftigen Kämpfen zwischen den Repräsentanten der Kirche und denen des Staates um Macht und Einfluss. Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Nichtchristen &#8211; etwa den griechischen Neuplatonikern oder den Juden. <strong>391 stürmte der christliche Mob den noch bestehenden Teil der Bibliothek von Alexandria und brannte ihn fast völlig nieder</strong>. [..]<br />
Hypatia berif sich auf das griechische Erbe bis zurück zu Platon und Pythagoras, nicht jedoch auf die christliche Kirche. [..] Studenten aus Rom, Athen und anderen großen Städten des Imperiums kamen nur ihretwegen nach Alexandria. [..] Hypatia brachte den Mut auf, ihre Vorlesungen fortzusetzen, obwohl Kyrill (Erzbischof von Alexandria) und seine Anhänger Gerüchte ausstreuten, sie sei eine Hexe, betreibe schwarze Magie und würde satanische Zaubersprüche über die Menschen der Stadt verhängen.<br />
Vom Fortgang der Geschichte gibt es verschiedene, aber ähnliche Versionen. An einem Morgen inder Fastenzeit des Jahres 415 bestieg Hypatia ihre Kutsche, um nach Hause zu fahren. Einige Hundert der Marionetten Kyrills, christliche Mönche aus einem Wüstenkloster, stürzten sich auf sie, schlugen sie und schleppten sie zur Kirche. Dort zogen sie Hypatia nackt aus und schabten ihr mit Austernschalen das Fleisch vom Leib. Danach rissen sie ihr die Glieder einzeln aus und verbrannten die Überreste. Nach einem anderen Bericht verstreuten sie die Teile ihres Körpers überall in der ganzen Stadt. Alle Schriften Hypathias wurden vernichtet, nicht viel später auch die letzten Reste der Bibliothek. [..] <strong>Neue kaiserliche Beamte verliehen Kyrill die Macht und den Einfluss, nach dem er gestrebt hatte. Später wurde er sogar heilig gesprochen</strong>.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leonard_Mlodinow" target="_blank" class="broken_link">Mlodinow, Leonard</a></strong> (2001):<br />
<a href="http://www.campus-digibook.de/Das_Fenster_zum_Universum/index491.html" target="_self" class="broken_link">Das Fenster zum Universum. Eine kleine Geschichte der Geometrie</a>, S. 53f.</p>
<p>Ich gestehe, nein, ich <em>bekenne</em>, diese Passage schon lange und schon oft hier abgetippt haben zu wollen.</p>
<p>Jedesmal wenn im Zuge einer Debatte über Christentum, Kultur, Geschichte etc. das dämliche Argument kommt &#8211; und es kommt wie das Amen im Gebet -, dass das Christentum doch gut wäre, viel Gutes getan hätte und immer noch tun würde und die Verbrechen im Namen des Christentums traurige Verfehlungen gewesen wären, die lange zurück lägen und der Papst hätte sich schließlich ganz klar entschuldigt und sowieso hätten die Verbrechen <em>im Namen</em> des Christentums nicht im eigentlichen Sinne etwas <em>mit dem</em> Christentum zu tun hätten etc. &#8230; und &#8220;<em>ich kenne viele Christen, die gute Menschen sind und man kann die nicht pauschal verurteilen</em>&#8221; &#8230;</p>
<p>&#8230; ich ziehe mich schon lange aus solchen Diskussionen sofort zurück. Sinnlos.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_683" class="footnote">Die Athener liehen Ptolemeios III. kostbare Manuskripte von Euripides, Aischylos und Sophokles. Ptolemeios behielt die Schriften, war aber immerhin so großzügig, Kopien anzufertigen und nach Athen zu schicken. Die Griechen müssen darüber nicht sonderliche überrascht gewesen sein: Sie hatten einen erheblichen Betrag als zusätzliche Leistung erbeten und auch erhalten. Vgl. Durant, Will: <em>The Life of Greece</em>, New York 1966, S. 601</li><li id="footnote_1_683" class="footnote">Kline, Morris: <em>Mathematical Thought from Ancient to Modern Times</em>, New York 1972, S. 160f.</li><li id="footnote_2_683" class="footnote">ebd., S. 154-160</li><li id="footnote_3_683" class="footnote">Kline, Morris: <em>Mathematics in Western Culture</em>, London 1953, S. 89</li><li id="footnote_4_683" class="footnote">Zur Geschichte der Hypatia vgl. Dzielska, Maria: <em>Hypatia of Alexandria</em>, Cambridge 1955 und Lefkowitz, Mary R.: Die Töchter des Zeus, München 1999, S. 130-133</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1809-schule-und-kindheit/' rel='bookmark' title='SoZi 18|09: Schule und Kindheit'>SoZi 18|09: Schule und Kindheit</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 15&#124;09: die präbendale Gesellschaft</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 12:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[Managementtools]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[urban|rural]]></category>
		<category><![CDATA[Bourgeoisie]]></category>
		<category><![CDATA[Eunuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Feudalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkapital]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Wallerstein]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Max Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Peripherie]]></category>
		<category><![CDATA[weltsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsethik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=673</guid>
		<description><![CDATA[Das dieswöchige SoZi zur Form der «präbendalen Gesellschaft» bzw.: präbendalen Herrschaftsorganisation. Die «Präbenden», ist gleich, die Pfründe. Doch nicht die angekündigte direkte Anknüpfung an die «zerstreute Gesellschaft», die auf der Formebene «fascistische Gesellschaft». (Aber der Faden lässt sich jeder Zeit wieder aufnehmen.) Warum? Eine Analogie, ein Gedanke beschäftigt mich seit längerem und zunehmend. Wenn ich die besitzende Klasse der  Industriellen, [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/' rel='bookmark' title='SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine'>SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das dieswöchige <strong><a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi</a></strong> zur Form der «<em>präbendalen Gesellschaft</em>» bzw.: präbendalen Herrschaftsorganisation. Die «<em>Präbenden</em>», ist gleich, die <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pfründe" target="_blank" class="broken_link">Pfründe</a></strong>.</p>
<p>Doch nicht die angekündigte direkte Anknüpfung an die «<strong><em>zerstreute Gesellschaft</em></strong>», die auf der Formebene «<em><strong><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/" target="_blank">fascistische Gesellschaft</a></strong></em>». (Aber der Faden lässt sich jeder Zeit wieder aufnehmen.)</p>
<p>Warum? Eine Analogie, ein Gedanke beschäftigt mich seit längerem und zunehmend. Wenn ich die besitzende Klasse der  Industriellen, der Banker, Finanzweltjongleure etc. betrachte, finde ich &#8211; klarerweise &#8211; jede Menge struktureller Entsprechungen zur herrschenden Klasse im Ausklang des europäischen Feudalismus.<br />
Genauer: mit der «<em><strong>höfischen Gesellschaft</strong></em>», wie sie <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Elias,_Norbert" target="_blank" class="broken_link">Elias</a> in seinen soziogenetischen und psychogenetischen Studien analysiert und beschreibt.</p>
<p>Der strukturelle Wandel va. von der zentralen Form des Familienunternehmens (neben den staatlichen Unternehmen und öffentlichen  Wirtschaftsbereichen) zur heute immer mehr bestimmenden Form der durch Shareholder geleiteten Unternehmen scheint mir unsere gesamte Gesellschaft nachhaltig zu strukturieren.<br />
<span id="more-673"></span>Und eben hier beschäftigt mich der Eindruck, dass viele strukturelle Bedingungen und &#8211; soziogenetische wie psychogenetische &#8211; Prozesse in diesem Zusammenhang <strong>heute</strong> &#8230; mit denen von Elias in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Über_den_Prozeß_der_Zivilisation" target="_blank" class="broken_link">Der Prozess der Zivilisation</a> beschriebenen Bedingungen und Prozessen vergleichbar sind (siehe z.B. Elias Beschreibung der «Konzentration», der «Ambivalenz zentrifugaler und zentripedaler Abhängigkeitsverhältnisse» etc.).</p>
<p>Ich vermute also, dass (1) die Analyse der Entwicklungen unseres Kapitalismus der Nachkriegszeit bis heute mit (2) dem methodischen Zugang von Elias und Blick auf  eine (3) historische Komparatistik va. der Strukturen, Dynamiken und aber auch «sozialen Felder» nicht nur spannend sondern äußerst gewinnbringend sein sollte.</p>
<p>In diesem übergeordneten Kontext kommt der Baustein «<strong>Präbendalismus</strong>» ins Spiel:</p>
<blockquote><p>Wir wollen mit dem Hinweis beginnen, den Weber zu den Folgen der beiden Formen der Desintegration eines Imperiums gibt: Feudalisierung wie in Westeuropa und Präbendalisierung wie in China.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/#footnote_0_673" id="identifier_0_673" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Glossar zu Max Weber, The Religion of China, New York 1951, schreibt Hans Gerth: &nbsp;&raquo;Pr&auml;bende&laquo;: das Recht eines Amtsinhabers, aus Staats oder Kirchenland oder aus anderen &ouml;ffentlichen Eink&uuml;nften Gewinne zu erzielen. Weber bezeichnet solche Amtsinhaber als&nbsp;&raquo;Pr&auml;bendare&laquo;, also Amtspfr&uuml;nder. Ein politisches System auf der Grundlage einer K&ouml;rperschaft von Pr&auml;bendaren nennt Weber&nbsp;&raquo;Pr&auml;bendalismus&laquo;.">1</a></sup> Er führt an, dß ein gerade erst zentralisierter Staat sehr viel wahrscheinlicher aus einem feudalen als aus einem präbendalen System entsteht. Webers Begründung lautet:</p>
<p style="padding-left: 30px; ">Die occidentale Seigneurie entwickelte sich wie die orientalisch-indische durch Zersetzung der patrimonialstaatlichen Zentralgewalt, dort des Karolingerreichs, hier der Khalifen oder Maharadscha- und Großmoghul-Macht. Aber im Karolingerreich vollzog sich die Entwicklung auf der Basis stark vorwiegender Naturalwirtschaft und unter Benutzung der letztlich an das Gefolgschaftswesen anknüpfenden Vasallentreue zur Vernüpfung der zwischen König und Gemeinfreie tretenden Herrenschicht mit dem ersteren (<em>Anmerk.: = Feudalismus</em>). Feudalverhältnisse fanden sich, sahen wir, auch in Indien. Aber sie waren dort weder das für die Adels- noch für die Grundherrschafts-Bildung schließlich Ausschlaggebende. Im Orient überhaupt und so auch in Indien entwickelte sich vielmehr die dort typische Seigneurie aus der Steuerpacht und aus der Militär- und Steuerpfründe eines wesentlich stärker bürokratischen Staatswesens. Deshalb blieb sie dem Wesen nach »Pfründe« und wurde nicht »Lehen«: nicht eine Feudalisierung, sondern eine Präbendalisierung des Patrimonialstaats vollzog sich, die ihre occidentalen Analogien &#8211; wen auch solche von unterentwickelter Art &#8211; nicht im mittelalterlichen Lehen, sondern im Ämterkauf und der Präbenden etwa des päpstlichen Seicento oder der französichen Noblesse de Robe findet. [..]</p>
<p>Die Logik in Webers Argumentation läuft ungefähr so: [..] Langfristig kann eine bräbendale landbeherrschende Klasse dem Entstehen einer wirklich zentralisierten Monarchie besser Widerstand leisten als eine feudale landbesitzende Klasse: denn das feudale Wertsystem kann vom König insofern benutzt werden, als er sich selbst zur Spitze eines einzigen hierarchishen Systems feudaler Beziehungen machen kann, um ein auf sich selber gerichtetes Loyalitätssystem zu errichten. Dieses System kann einfach die personalen Elemente abwerfen und zur Loyalität einer Nation gegenüber werden, die der König verkörpert. <strong>Der Präbendalismus, der viel mehr ein vertragliches System als der Feudalismus ist, kann durch solch mystische Bindungen nicht überlistet werden</strong>.<br />
[..]</p>
<p style="padding-left: 30px;">Es war daher eine allgemeine Folge des orientalischen Patrimonialismus und seiner Geldpfründen: daß regelmäßig nur militärische Eroberungen des Landes oder erfolgreiche Militär- oder religiöse Revolutionen <strong>das feste Gehäuse der Pfründerinteressen</strong> sprengten, ganz neue Machtverteilungen und damit neue ökonomische Bedingungen schaffen konnten, <strong>jeder Versuch einer Neugestaltung von innen aber an jenen Widerständen scheiterte</strong>. Die große historische Ausnahme bildet, wie gesagt, der moderne europäische Okzident. Zunächst deshalb, weil er der Befriedung in einem einheitlichen Reich entbehrte. Wir erinnern uns, daß die gleichen Staatspfrünerschicht, welche im Weltreich die rationalisierung der Verwaltung hemmte, dereinst in den Teilstaaten ihr mächtigster Förderer gewesen war. Aber der Anreiz war nun fortgefallen. <em>Wie die Konkurrenz um den Markt die Rationalisierung der privatwirtschaftlichen Betriebe erzwang, so erzwang bei uns und indem China der Teilstaatenzeit die Konkurrenz um die politische Macht die Rationalisierung der staatlichen Wirtschaft und Wirtschaftspolitik</em>.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/#footnote_1_673" id="identifier_1_673" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weber, Max: Wirtschaftsethik der Weltreligionen. Konfuzianismus und Taoismus, T&uuml;bingen 1920">2</a></sup></p>
<p>[..]</p></blockquote>
<p><strong>Anmerkung, versuchsweise:</strong><br />
&#8230; ersetze &#8220;Steuerpfründe&#8221; mit &#8220;Aktiengesellschaft&#8221; und mit &#8220;Geschäftsführung privatisierter bzw. liberalisierter Unternehmen&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Lehen&#8221; mit &#8220;Unternehmen im Familienbesitz, mit GmbH etc.&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Ämterkauf&#8221; mit &#8220;Aktienpaketkauf&#8221; und mit &#8220;Werbebudget&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Pfründerinteressen&#8221; mit &#8220;Shareholderinteressen&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Staatspfrünerschicht&#8221; mit &#8220;Managerkaste&#8221;</p>
<p>und weiter <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  :</p>
<blockquote><p>Um [im Ming-China] ihre Karriere zu fördern, machte sich ein erheblicher Teil der gebildeten Klassen, die aus der Mittelklasse stammten, freiwillig zu Kastraten. Dank ihrer Bildung konnten sie eine hervorragende Rolle spielen, und in Wirklichkeit wurde das Reich von diesen Eunuchen regiert.</p>
<p>Nachdem sie einmal hohe Posten erlangt hatten, unterstützten sie ihre Familien und schufen sich durch Verteilung von Ämtern und Lehen eine Klientel und wurden so zu wahren Mächten innerhalb des Reiches. Daher scheint die wichtige Rolle, die die Eunuchen gespielt haben, eine Funktion des Aufstiegs der Bourgeoisie zu sein. Die Fürsten von Geblüt und die bedeutenden Männer (<em>les grands</em>) suchten sich durch die Schaffung einer Klientel zu verteidigen, die ebenfalls aus Gebildeten aus der Mittelklasse bestand und die sie dann im öffentlichen Dienst schneller voranbrachten. [..] Diese Kämpfe (zwischen der traditionellen Eunuchenschicht, den Adligen und der Ming-Dynastie) waren um so ernsthafter, da die Fürsten von Geblüt, die wichten Männer und die Eunuchen alle eine Machtbasis als Landaufseher (<em>maîtres du sol</em>) hatten. Die Mings hatten versucht, ihre Position durch die Schaffung einer Art Feudalismus aus Verwandten und Anhängern wieder zu stärken. [..] Bei diesem Stand der Dinge waren die Bauern die Opfer.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/#footnote_2_673" id="identifier_2_673" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mousnier, Roland: Histoire G&eacute;n&eacute;rale des Civilisations, Paris 1954">3</a></sup></p></blockquote>
<p>&#8230; ersetze &#8220;Eunuchenklientel&#8221; mit &#8220;Funktionäre aus den Apparaten der Volksparteien&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Fürsten von Geblüt&#8221; mit &#8220;Geldadel&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Ming-Dynastie&#8221; mit &#8220;Staat&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Landaufseher&#8221; mit &#8220;Aufsichtsrat&#8221;<br />
&#8230; ersetze &#8220;Bauern&#8221; mit &#8230;</p>
<p style="text-align: right; ">aus: <strong><a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Wallerstein,_Immanuel" target="_blank" class="broken_link">Wallerstein, Immanuel</a></strong> (2004 [1974]):<br />
Das moderne <a href="http://www.praxisphilosophie.de/weltsystem.htm" target="_blank" class="broken_link">Weltsystem</a> I, S. 64-65</p>
<p style="text-align: center; ">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_673" class="footnote">Im Glossar zu Max Weber,<em> The Religion of China</em>, New York 1951, schreibt Hans Gerth:  »Präbende«: das Recht eines Amtsinhabers, aus Staats oder Kirchenland oder aus anderen öffentlichen Einkünften Gewinne zu erzielen. Weber bezeichnet solche Amtsinhaber als »Präbendare«, also Amtspfründer. <strong>Ein politisches System auf der Grundlage einer Körperschaft von Präbendaren nennt Weber »Präbendalismus«</strong>.</li><li id="footnote_1_673" class="footnote">Weber, Max: Wirtschaftsethik der Weltreligionen. Konfuzianismus und Taoismus, Tübingen 1920</li><li id="footnote_2_673" class="footnote">Mousnier, Roland: Histoire Générale des Civilisations, Paris 1954</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/12/sozi-5009-weltvernichtungsmaschine/' rel='bookmark' title='SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine'>SoZi 50|09: WeltVernichtungsMaschine</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 14&#124;09: die zerstreute Gesellschaft</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 18:07:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[imagGemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Adorno]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Bildtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[ins Universum der technischen Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[technische Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Vilém Flusser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=633</guid>
		<description><![CDATA[Vilém Flusser zur &#8220;Zerstreuung der hergebrachten Gesellschaftsgruppen durch die technischen Bilder&#8221;: 8. STREUEN Die technischen Bilder stehen im Zentrum der Gesellschaft. Aber da sie penetrant sind, scharen sich die Menschen nicht um sie, sondern sie verkriechen sich, jeder in seinem Winkel. Die technischen Bilder werden ausgestrahlt, und an der Spitze eines jeden Strahls sitzt, einsam [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vilém Flusser zur &#8220;Zerstreuung der hergebrachten Gesellschaftsgruppen durch die technischen Bilder&#8221;:</p>
<blockquote><p>8. STREUEN</p>
<p>Die technischen Bilder stehen im Zentrum der Gesellschaft. Aber da sie penetrant sind, scharen sich die Menschen nicht um sie, sondern sie verkriechen sich, jeder in seinem Winkel. Die technischen Bilder werden ausgestrahlt, und an der Spitze eines jeden Strahls sitzt, einsam in die Enge getrieben, ein Empfänger. Auf diese Weise zerstreuen die technischen Bilder die Gesellschaft zu Körnern. Jedes technische Bild wird als Endpunkt eines Strahls, als ein »Terminal« empfangen. Daher bildet die zerstreute Gesellschaft keinen amorphen Sandhaufen, sondern ihre Körner verteilen sich nach der Struktur der von den Zentren ausgehenden Strahlen.<br />
Diese Strahlen (die Kanäle, die Medien) strukturieren die Gesellschaft, etwa wie ein Magnet um sich herum Eisenspäne strukturiert. Die von der magnetischen Faszination der technischen Bilder zerstreute Gesellschaft ist wohl strukturiert, und eine Analyse der Medien bringt diese Struktur zutage. Die Medien bilden von den Zentren, den Sendern, ausgestrahlte Bündel. »Bündel heißen lateinisch »fasces«. Die Struktur der von technischen Bildern beherrschten Gesellschaft ist demnach fascistisch, und zwar ist sie faszistisch nicht aus irgenwelchen ideologischen, sondern aus »technischen« Gründen. So wie die technischen Bilder gegenwärtig geschalten sind führen sie »von selbst« zu einer fascistischen Gesellschaft.</p></blockquote>
<p><span id="more-633"></span>Wat der aldde <a href="http://www.kellerabteil.org/2007/06/der-mensch-ist-die-ideologie-fur-die-unmenschlichkeit/" target="_blank">Adorno</a> wohl zu der Analyse erwidert hätte?</p>
<blockquote><p>Diese Gesellschaftsstruktur taucht erst seit wenigen Jahrzehnten empor, und sie bricht dabei durch die vorangegangenen Gesellschaftsstrukturen, wie etwa ein Unterseeboot durch eine Eisdecke hindurch emportaucht. Die vorangegangenen zwischenmenschlichen Gesellschaftsgruppen fallen bei desem Durchbruch zu allen Seiten hin auseinander und zerbröckeln. Familie, Volk, Klasse zerbersten zu Schollen.<br />
Und es ist bezeichnend für die meisten Soziologen und Kulturkritiker, daß sie sich fün den Zerfall der hergebrachten Gesellschaftsstruktur mehr interessieren als für das Emportauchen der neuen; daß sie mehr auf das Krachen des Eises als auf das emportauchende Unterseeboot achten. Daher sprechen sie von einem Verfall der Gesellschaft, statt von der neuen Gesellschaft zu sprechen. Sie kritisieren die zerfallenden Strukturen, anstatt die neuen zu kritisieren. An der Familie etwa kritisieren sie den phallokratischen Machismus, am Volk den Chauvinismus, an der Klasse den Kampf zwischen Klassen; sie kicken tote Pferde.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">aus: <strong><a href="http://www.flusser-archive.org/" target="_blank" class="broken_link">Flusser, Vilém</a></strong> (2000 [1985]):<br />
Ins Universum der technischen Bilder; S. 68-69</p>
<p>Soviel die erste Seite des Kapitels 8. Jaja, das ist was für die <a href="http://www.kellerabteil.org/2008/09/die-form-der-unruhe/" target="_blank">form der unruhe</a>.<br />
Es geht amüsant weiter, vl. auch hier im Kellerabteil mit dem nächsten <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi der Woche</a> 15 &#8230;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1509-die-prabendale-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft'>SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/' rel='bookmark' title='SoZi 13|09: Das Leben der Bilder'>SoZi 13|09: Das Leben der Bilder</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/05/sozi-1909-die-gruppe/' rel='bookmark' title='SoZi 19|09: Die Gruppe'>SoZi 19|09: Die Gruppe</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 13&#124;09: Das Leben der Bilder</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 21:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[g|o]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[instruktiv]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Bildtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Ikonoklasmus]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Baudrillard]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[W.J.T. Mitchell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=617</guid>
		<description><![CDATA[Zum abschluss der woche 13 hätte ein kurzes, einigermaßen berühmtes und auf fetzig machendes zitat gepasst, va. weil thematisch die letzten einträgen hier im kellerabteil2.o ideal rahmend; die beiträge: zum &#8216;degoutanten Poseur Fleischhacker&#8216; und seiner unästhetischen, auf ästhetiken aufsetzenden peinlichkeit einerseits, sowie zu den Fotos von der Demo der ansonsten in der Öffentlichkeit der Stadt [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum abschluss der woche 13 hätte ein kurzes, einigermaßen berühmtes und auf fetzig machendes zitat gepasst, va. weil thematisch die letzten einträgen hier im kellerabteil2.o ideal rahmend; die beiträge:<br />
zum &#8216;<a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/die-farce-des-degoutanten-poseurertums/" target="_blank"><strong>degoutanten Poseur Fleischhacker</strong></a>&#8216; und seiner unästhetischen, auf ästhetiken aufsetzenden peinlichkeit einerseits,<br />
sowie zu den <a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/es_gilt_das_verursacherprinzip_stupid/" target="_blank"><strong>Fotos von der Demo</strong></a> der ansonsten in der Öffentlichkeit der Stadt kaum repräsentierten Organisationen, Gruppen und Menschen andererseits.</p>
<p>Allerdings hab&#8217; ich das zitat von Baudrillard, das mir da vorschwebt, schon vor 1½ jahren im kellerabteil abgelegt. Den eintrag hab&#8217; ich anlässlich dessen gerade wiedergefunden. Und siehe, er passt auf heute sogar noch besser als auf damals. Handelt er doch  &#8211; fast prophetisch &#8211; von der:<br />
<a href="http://www.kellerabteil.org/2007/11/wiederauffuhrung-eines-vergessenen-klassikers/" target="_blank"><strong>Wiederaufführung eines Klassikers</strong></a>. <img src='http://www.kellerabteil.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Damit nun aber zum aktuellen <a href="http://www.kellerabteil.org/beschlagwortung/sozi/" target="_blank">SoZi der Woche</a> 13:<br />
<span id="more-617"></span></p>
<blockquote><p>Ich nehme an, dass es möglich ist, sich Objekte vorzustellen, die «aus sich selbst heraus» für anstößig gehalten werden, ohne dass sie der einen oder anderen Form von Repräsentation oder Präsentation bedürfen, um Aufmerksamkeit zu  erregen. Exkremente, Müll, Genitalien, Leichname, Ungeheuer und dergleichen werden oft als Dinge erachtet, die an sich ekelerregend oder anstößig sind. Was mich nun interessiert, ist der Moment, in dem uns derartige Dinge in irgendeiner mündlichen oder visuellen, dargestellten oder vermittelten Form bewusst vorgesetzt werden. Es ist dies der Augenblick, an dem anstößige (oder harmlose) Objekte, indem sie abgebildet, reproduziert, beschriftet, aufgezogen, inszeniert und zum Zwecke des Zur-Schau-Stellens umrahmt werden, in etwas Anderes umgestaltet werden. Die Frage nach dem Objekt kommt also immer auf das Bild zurück, und wir müssen daher weiterhin danach fragen, was genau es ist, das den Bildern solch eine erstaunliche Macht verleiht, Menschen so sehr in Zorn versetzen zu können.[..] Was ist es, das die Menschen so empfänglich dafür macht, sich von Bildern beleidigen zu lassen? Und warum zeigt sich die Reaktion auf das anstößige Bild so oft als ein umgekehrter Gewaltakt, als ein «Angreifen des Bildes» dadurch, dass es zerstört, mutwillig beschädigt oder dem Blick entzogen wird? [..] Was bringt uns dazu zu glauben, dass das «Angreifen der Bilder» eine gute Möglichkeit ist, mit ihnen umzugehen? Welche Annahmen machen dieses Art des Verhaltens überhaupt erst verständlich?</p>
<p>Wenn Menschen gegen Bilder vorgehen, scheinen zwei Überzeugungen im Spiel zu sein. Die erste rührt daher, dass das Bild offensichtlich und unmittelbar mit dem in Verbindung gebracht wird, was es darstellt. Was auch immer dem Bild angetan wird, wird in gewisser Weise auch dem angetan, für das es steht.<br />
Die zweite hat damit zu tun, dass das Bild einen gewissen vitalen, lebendigen Charakter besitzt, der es befähigt, das zu fühlen, was ihm zugefügt wird. Es ist nicht bloß ein transparentes Medium, mit dem eine Botschaft kommuniziert werden kann, sondern es ist so etwas wie ein beseeltes, lebendiges Ding, ein Objekt, das mit Gefühlen, Intentionen, Begierden und Tatkraft ausgestattet ist. In der Tat werden Bilder manchmal wie Pseudo-Personen behandelt &#8211; nicht bloß wie empfindungsfähige Geschöpfe, die Schmerz fühlen und Freude empfinden können, sonder wie verantwortungsvolle und ansprechbare, soziale Wesen. Derartige Bilder scheinen auf uns zurückzublicken, sie scheinen zu uns zu sprechen, sie scheinen gar fähig zu sein, Leid zu ertragen oder, sobald ihnen Gewalt angetan wird, dieses auf geradezu magische Weise zu übertragen.</p>
<p>Wie wir bereits festgestellt haben, wird diese magische Vorstellung von Bildern oft so geschildert, als handelte es sich bei ihr um etwas, aus dem wir längst herausgewachsen sind &#8211; um einen vormodernen Sachverhalt, einen Aberglauben, der nur in tief religiösen Gemeinschaften zu finden ist oder in den sogenannten primitiven Kulturen, die von der Ethnologie erforscht werden. Oder sie wird in Form eines «Halb-Glauben» zum Ausdruck gebracht, der gleichzeitig bekräftigt und verleugnet wird.<br />
Ich hoffe, es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, dass es zwar bedeutende historische und kulturelle Unterschiede ijm Hinblick auf die Macht gibt, die Bildern zugeschrieben wird, dass aber die Neigung, Bildern Leben und Unmittelbarkeit einzuhauchen (um das sodann zu leugnen oder auf jemand anderen zu projizieren), grundlegend für die Ontologie der Bilder schlechthin ist bzw. für eine Lebensform, die sich als das «Zusammensein mit Bildern» bezeichnen ließe. Moderne, urbane Kulturen mögen nicht über viele Heiligenkulte oder heilige Ikonen verfügen, doch besitzen sie einen reichen Vorrat an magischen Bildern &#8211; Fetische, Idole sowie Totems jedweder Art, die in den Massenmedien wie auch in einer Vielzahl von Subkulturen wiederbelebt werden. [..] Und wenn uns Bilder kränken, nehmen wir noch immer dadurch Rache, dass wir sie im Gegenzug angehen. Vilder sind im modernen Zeitalter keineswegs geschwächt [..] und gehören zu denjenigen Gegenständen, die sich am schwierigsten durch Gesetze und rational konstruierte Strategien regulieren lassen. [..]</p>
<p>Zum Teil hängt die Widerspenstigkeit anstößiger Bilder mit ihrem Hang zusammen, sich an den Frontlinien sozialer wie politischer Konfliktherde anzusiedeln &#8230;</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">&#8230; aus <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/22082/WJT_Mitchell.html" target="_blank" class="broken_link">Mitchell, W.J.T.</a> (2008 [2005]):<br />
<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/30886.html" target="_blank" class="broken_link">Das Leben der Bilder</a>. Eine Theorie der visuellen Kultur; S. 106-109</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1409-die-zerstreute-gesellschaft/' rel='bookmark' title='SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft'>SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/legitimation-betrifft-nicht-die-massen-sondern-die-kader/' rel='bookmark' title='SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader'>SoZi 23|09: Legitimation betrifft nicht die Massen, sondern die Kader</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-1309-das-leben-der-bilder/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SoZi 12&#124;09: Der Pseudorationalismus</title>
		<link>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-12-09-pseudorationalismus/</link>
		<comments>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-12-09-pseudorationalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 15:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelles Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[SoZi]]></category>
		<category><![CDATA[SoziologieBlog]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Neurath]]></category>
		<category><![CDATA[Pseudorationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Szientismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wiener Kreis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kellerabteil.org/?p=564</guid>
		<description><![CDATA[Denke mir schon länger, ich könnte und ja, ich will eine geschätzte praxis aus dem Odradek kopieren.1 Und zwar handelt es sich um des Lars Alberth praxis, angewohnheit, reihe und blogkategorie: &#8216;Das Sonntagszitat&#8216;. Welches hierorts im kellerabteil2.0 nunmal zur uneleganten kurzform &#8216;SoZi&#8216; verkommt.  &#8216;Das Sonntagszitat&#8217; ist mir zu Nahe an &#8216;Das Zitat zum Sonntag&#8217; und [...]
Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Denke mir schon länger, ich könnte und ja, ich will eine geschätzte praxis aus dem <strong><a href="http://bucklicht-maennlein.de/blog1/" target="_blank" class="broken_link">Odradek</a></strong> kopieren.<sup><a href="http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-12-09-pseudorationalismus/#footnote_0_564" id="identifier_0_564" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Eklektiker der ich bin.">1</a></sup> Und zwar handelt es sich um des <a href="http://twitter.com/LarsAlberth" target="_blank">Lars Alberth</a> praxis, angewohnheit, reihe und blogkategorie: &#8216;<strong><a href="http://bucklicht-maennlein.de/blog1/?cat=12" target="_blank" class="broken_link">Das Sonntagszitat</a></strong>&#8216;.<br />
Welches hierorts im kellerabteil2.0 nunmal zur uneleganten kurzform &#8216;<strong>SoZi</strong>&#8216; verkommt.  &#8216;Das Sonntagszitat&#8217; ist mir zu Nahe an &#8216;Das Zitat zum Sonntag&#8217; und &#8216;Sonntagspredigt&#8217;. Therefore &#8230;</p>
<p>Start der SoZis mit Otto Neuraths (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Neurath" target="_blank" class="broken_link">1882-1945</a>) spitzer Feder:</p>
<p><span id="more-564"></span></p>
<blockquote><p>Diese Auffassung von der Multiplizität des wissenschaftlichen Theoretisierens und Prognostizierens, aufgebaut auf der Multiplizität möglicher Protokollsätze, muss besonders gegen die Anschauungsweise vertreten werden, die ich als &#8220;<strong>Pseudorationalismus</strong>&#8221; kennzeichnen möchte. Der Pseudorationalist diskreditiert den logischen Empirismus, wenn er die Eindeutigkeit der Tat in Verbindung bringen will mit der Eindeutigkeit der Ableitung aus Erfahrungsdaten, wobei er auf &#8220;die&#8221; wirkliche Welt verweist, auf dies eindeutige Etwas, das viele wenigstens als Grenzvorstellung zu verwenden vorschlagen. Der Pseudorationalist ist es, der gern von der &#8220;Einfachheit&#8221; irgendwelcher Ausgangselemente – seien es Sätze oder Begriffe – spricht, von der &#8220;Genauigkeit&#8221;, von der &#8220;Gewissheit&#8221;, die irgendwelchen Sätzen zukomme. Und wenn auch wir &#8220;Scientisten&#8221; bemüht sind, möglichst systemisch darnach zu streben, dass wir möglichst genaue, möglichst dauernd verwendbare, möglichst einfache Sätze erringen, so wissen wir doch, dass grundsätzlich &#8220;alles fließt&#8221; und dass die Multiplizität und die Unbestimmtheit in aller Wissenschaft lebt, dass es keine tabula rasa für uns gibt, von der ausgehend wir auf sicherem Boden Schichte für Schichte häufen können. Immer steht die Wissenschaft ganz grundsätzlich zur Debatte.</p></blockquote>
<p>Otto Neurath im Zuge seines Vortrags bei der Vorkonferenz des<br />
<strong>Ersten Internationalen Kongresses für Einheit der Wissenschaft</strong>,<br />
Prag 31.8.1934</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_564" class="footnote">Eklektiker der ich bin.</li></ol><p>Ähnliche Einträge:<ol>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2509-aberkennung-der-menschenwurde/' rel='bookmark' title='SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde'>SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/06/sozi-2609-die-macht-und-die-kritik/' rel='bookmark' title='SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik'>SoZi 26|09: Die Macht und die Kritik</a></li>
<li><a href='http://www.kellerabteil.org/2009/04/sozi-1609-das-ende-der-zivilisation-durch-den-christlichen-mob/' rel='bookmark' title='SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)'>SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kellerabteil.org/2009/03/sozi-12-09-pseudorationalismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
<!-- WP Super Cache is installed but broken. The path to wp-cache-phase1.php in wp-content/advanced-cache.php must be fixed! -->
