Archiv für die 'SoziologieBlog' Kategorie

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SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft

Das dieswöchige SoZi zur Form der «präbendalen Gesellschaft» bzw.: präbendalen Herrschaftsorganisation. Die «Präbenden», ist gleich, die Pfründe.

Doch nicht die angekündigte direkte Anknüpfung an die «zerstreute Gesellschaft», die auf der Formebene «fascistische Gesellschaft». (Aber der Faden lässt sich jeder Zeit wieder aufnehmen.)

Warum? Eine Analogie, ein Gedanke beschäftigt mich seit längerem und zunehmend. Wenn ich die besitzende Klasse der  Industriellen, der Banker, Finanzweltjongleure etc. betrachte, finde ich – klarerweise – jede Menge struktureller Entsprechungen zur herrschenden Klasse im Ausklang des europäischen Feudalismus.
Genauer: mit der «höfischen Gesellschaft», wie sie Elias in seinen soziogenetischen und psychogenetischen Studien analysiert und beschreibt.

Der strukturelle Wandel va. von der zentralen Form des Familienunternehmens (neben den staatlichen Unternehmen und öffentlichen  Wirtschaftsbereichen) zur heute immer mehr bestimmenden Form der durch Shareholder geleiteten Unternehmen scheint mir unsere gesamte Gesellschaft nachhaltig zu strukturieren.
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Change, Social Change and Velocity

Noch ein Blick auf die ‘zerstreute, auf die strukturell “fascistische” Gesellschaft‘ …

… aus der bekannten ‘what does it mean‘-Reihe ein Video u.a. zur Geschichte der Bündelung durch Terminals. Geschichte der terminalistischen Bündelung?

Evoziert das Video bei euch auch sofort den Gedanken, dass unser Bildungssystem ebenso wie das Verständnis von Bildung abgrundtief antiquiert, va. aber hilflos ist; ergo quasi zwangsläufig hilflose Menschenen masse programmiert?

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SoZi 14|09: die zerstreute Gesellschaft

Vilém Flusser zur “Zerstreuung der hergebrachten Gesellschaftsgruppen durch die technischen Bilder”:

8. STREUEN

Die technischen Bilder stehen im Zentrum der Gesellschaft. Aber da sie penetrant sind, scharen sich die Menschen nicht um sie, sondern sie verkriechen sich, jeder in seinem Winkel. Die technischen Bilder werden ausgestrahlt, und an der Spitze eines jeden Strahls sitzt, einsam in die Enge getrieben, ein Empfänger. Auf diese Weise zerstreuen die technischen Bilder die Gesellschaft zu Körnern. Jedes technische Bild wird als Endpunkt eines Strahls, als ein »Terminal« empfangen. Daher bildet die zerstreute Gesellschaft keinen amorphen Sandhaufen, sondern ihre Körner verteilen sich nach der Struktur der von den Zentren ausgehenden Strahlen.
Diese Strahlen (die Kanäle, die Medien) strukturieren die Gesellschaft, etwa wie ein Magnet um sich herum Eisenspäne strukturiert. Die von der magnetischen Faszination der technischen Bilder zerstreute Gesellschaft ist wohl strukturiert, und eine Analyse der Medien bringt diese Struktur zutage. Die Medien bilden von den Zentren, den Sendern, ausgestrahlte Bündel. »Bündel heißen lateinisch »fasces«. Die Struktur der von technischen Bildern beherrschten Gesellschaft ist demnach fascistisch, und zwar ist sie faszistisch nicht aus irgenwelchen ideologischen, sondern aus »technischen« Gründen. So wie die technischen Bilder gegenwärtig geschalten sind führen sie »von selbst« zu einer fascistischen Gesellschaft.

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SoZi 13|09: Das Leben der Bilder

Zum abschluss der woche 13 hätte ein kurzes, einigermaßen berühmtes und auf fetzig machendes zitat gepasst, va. weil thematisch die letzten einträgen hier im kellerabteil2.o ideal rahmend; die beiträge:
zum ‘degoutanten Poseur Fleischhacker‘ und seiner unästhetischen, auf ästhetiken aufsetzenden peinlichkeit einerseits,
sowie zu den Fotos von der Demo der ansonsten in der Öffentlichkeit der Stadt kaum repräsentierten Organisationen, Gruppen und Menschen andererseits.

Allerdings hab’ ich das zitat von Baudrillard, das mir da vorschwebt, schon vor 1½ jahren im kellerabteil abgelegt. Den eintrag hab’ ich anlässlich dessen gerade wiedergefunden. Und siehe, er passt auf heute sogar noch besser als auf damals. Handelt er doch – fast prophetisch – von der:
Wiederaufführung eines Klassikers. ;-)

Damit nun aber zum aktuellen SoZi der Woche 13:
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SoZi 12|09: Der Pseudorationalismus

Denke mir schon länger, ich könnte und ja, ich will eine geschätzte praxis aus dem Odradek kopieren.1 Und zwar handelt es sich um des Lars Alberth praxis, angewohnheit, reihe und blogkategorie: ‘Das Sonntagszitat‘.
Welches hierorts im kellerabteil2.0 nunmal zur uneleganten kurzform ‘SoZi‘ verkommt.  ‘Das Sonntagszitat’ ist mir zu Nahe an ‘Das Zitat zum Sonntag’ und ‘Sonntagspredigt’. Therefore …

Start der SoZis mit Otto Neuraths (1882-1945) spitzer Feder:

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  1. Eklektiker der ich bin. []

Presentation at the ‘global UNIon’ conference

Heute, am 5. März darf ich auf der Folge-Konferenz ‘Web2.0 and Online Rights‘ der Uni Europa p&ms einen Vortrag halten; morgen werde ich dann eines von zwei Workshops auf dieser Konferenz leiten.

Hier ist die PowerPoint-Präsentation zum Vortrag, der jetzt gleich mal beginnt:

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notizen zu ‘amateure im netz’ buchvorstellung/podiumsdiskussion

@stormgrass hat mir im vorfeld den auftrag erteilt,
die definition von ‘amateure im netz‘,
die bei der veranstaltung im depot-café bemüht würde,
mit zu kartographieren.

… und dann zu twittern …

Well. Had me laptop on my knees and happend to hammer down notices all throughout the presentation and following discussion. Can’t make that into 140 characters.
I was pissed of. Only the last 15 minutes made any sense and had me calmed down.

funny thing, this may have been the first such event, where I didn’t join the discussion. Can’t keep me mouth shut; normally.
This time, no chance. No idea, where to start, if I had taken the mike. To much on my list of notes …

… but that’s exactly why I now publish my whole remarks here.

So, without further ado, here’s what I typed down into ‘amateure im netz.txt’. Not edited, not nice. Maybe I’ll get back to it and will write a little bit more about this evening, the evenings discussion and the dynamic of this talk.

— amateure im netz.txt —

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die form der unruhe

Freitag abend Vortrag in Salzburg, Diskussion bis knapp vor Mitternacht. Am Samstag vormittag wieder retour; und für die knapp 24 Std. zu wenig Wechselklamotten dabei. Weil ÖBB-Züge in den klimatisierten(?) Abteilen auch im September noch 38° C samt tropischer Luftfeuchtigkeit zusammenbringen. Instant Schweißausbruch.

Wagenburg bei der Ars ElectronicaAuf dem Rückweg gehn Wien in Linz Zwischenstopp gemacht. Den Pfarrplatz aufgesucht, die Wagenburg gestürmt und beloved rebell.tv die Aufwartung gemacht.

Hey! Ich hab mich gefreut! :smile:
Tina und Stefan wieder gesehen, geplaudert und Stefan bei der Arbeit beobachten können. Wow das flitzt nicht schlecht. Dabei war er eigener Einschätzung nach nur bei 90%, einer ausklingenden Grippe geschuldet.

Durfte/musste dann auch gleich vors Mikro. Und vor die Kamera. Hab bei der Hitze und intensivem Sonnenlicht den Telepromter gar nicht lesen können. Well, schmeck’s.

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Dokumentationsarchiv zur Uni/deformation/Reform/reaktion

Das Web, das Web, das Web. Manche nennen es Internet. Andere assoziieren das WWW mit Kommunikation.1

Ich behaupte immer wieder, es ist viel mehr ein vollkommen neuartiges und einzigartiges Archiv. Hab das vor kurzem mal in dieses Bild gebracht:

Stufen der Mediengeschichte

Tja, und wie dem auch sei, jetzt ist gerade ein neues Blog als Archiv einer Diskussion und als Diskussionsarchiv und das Archiv als Blog an den Start gegangen:
► das UG 2002-Novelle, Diskussionsarchiv

Der Umbau der Universitäten
Der Reformation der Hochschulsysteme in den 70er Jahren in Richtung der Öffnung zur Chancengleichheit und Demokratisierung folgte seit den 90er Jahren auch hier zu Lande der allgemeine Rück- und gleichzeitig auch Umbau des tertiären Bildungssektors.

Rückbau der Demokratisierung der 70er in Richtung abgeschottete Elite und Selektion.

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  1. Das WWW hat auch kaum leugbar etwas mit Kommunikation zu tun, d’accord. Vor allem, wenn wir den Begriff der Kommunikation genauer beleuchten und uns damit von der common sense - Vorstellung hin zur reflektierten Betrachtung bewegen. []

Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten

… ein Zeitdokument aus jenem Jahrzehnt, da der Begriff der Gegenöffentlichkeit Zeitgeist war:

erklärung des kollektivs
Informations-Dienst (ID)
zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten
1

… und hier eine Abschrift des Textes dieser Erklärung des
kollektivs ID vom 14.10.1973:

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  1. aus: ID-Archiv im Internationalen Institut für Sozialgeschichte: Projekt Gedächtnis. ID-Artikel aus den Jahren ’73-’81; Amsterdam 1988 []

Doku zum systematischen Steuerbetrug durch Banken und Lichtenstein

Ein eye-opening Beispiel, was öffentlich-rechtliche Medien vermögen können. Bzw., wenn wir an austriakische Verhältnisse denken, was öffentlich-rechtliches Fernsehen vermögen KÖNNTE.

Für eine Frontal21-Dokumentation gelang es den Autoren Herbert Klar und Ulrich Stoll, fiktive 800.000 Euro am Finanzamt vorbeizuschleusen. Geholfen haben dabei eine Bank in Österreich und Treuhänder in Liechtenstein.

Die Doku des Magazins ‘Frontal21′ ist übertitelt mit Fluchtburg Liechtenstein. Das Geldversteck der Reichen.

Und die knapp ¾stündige Doku kann online angeschaut werden!
Also: das Ganze als Online anschauen!
+ plus noch einen 8minütigen Beitrag aus dem Februar.

Das Phänomen Korruption nüchtern betrachtet
Korruption kann mensch beklagen oder betreiben. Man kann Indizes erstellen, die Korruption messen und vergleichbar machen sollen. Mensch kann sie verfolgen – journalistisch, als Behörde fahndend, strafrechtlich, intern in Organisationen.

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Wohin ist der Austrofaschismus verschwunden?

Ich meine, hey, ehrlich. Da war doch was, oder? Und jetzt die letzten Tage klang das ganz so als wär da nichts gewesen. Austrofaschismus?
Ich bin ja nicht Historiker und … aber geht es eigentlich nur mir so? Das muss doch anderen auch aufgefallen sein?

Nicht dass das mein einziges Stirnrunzeln rund um die aktuelle Gedenkjahrberichterstattung und zu den Reden zu 1938, Anschluss und Widerstand wäre … halt, äh, moment mal … Widerstand? Ok, nochmal. Nicht dass das mein einziges Problem mit den Kommentaren, Blurps und Blaahs von ex-höchster Familie bis zu den “kleinen Mann”-Postings wäre. Und überhaupt gibt es andere Probleme. Mein Rücken kann’s wieder. Dann die Fruchtfliegenattacke. Die reale Inflation meines eigenen kleinen Warenkorbs. Etc.

Trotzdem hab ich an der Berichterstattung nicht ganz vorbei hören und lesen können. (Hab v.a. Ö1 Beiträge, orfon science und bißchen derstandard konsumiert.) Und ich frage mich nun seit Tagen immer mehr folgendes:
bringt dieses Gedenken an 1938 nun die Einführung einer neue Sprachregelung, mit der der Rückblick auf die 1930er Jahre vom Begriff “Austrofaschismus” vollkommen gereinigt wird? Bzw. von den Begriffen Austrofaschismus und Klerikalfaschismus?

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