Archiv zur Kategorie 'urban|rural' Category

Urbaner öffentlicher Raum. [im Ausverkauf]

Eine tolle Diplomarbeit. Ich freue mich. Und, autsch, gute 300 Seiten stark!1
Dafür mit einer Vielzahl an interessanten Aspekten, für sich stehenden Kapiteln, Inhalten. Da geht es ua. um öffentlichen Raum, halböffentliche Räume, die Fabrikation des Rückzugs ins Private als logische Konsequenz unserer Gesellschaftsstruktur und kapitalistischen Organisation. Kontrolle und Herrschaftsanspruch.

Da geht es um die Übergänge und Transitionsräume zwischen dem konkreten privaten und konkreten öffentlichen Raum. Es geht um die ökonomischen, symbolischen, politischen, architektonischen Eingriffe, wie öffentliche, halböffentliche und TransitionsRäume gestaltet werden, also um die Bedingung der Möglichkeit öffentlichen Raumes selbst.

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  1. Bei all der bemerkenswerten Qualität der Diplomarbeit ist die Quantität der Seiten freilich ein klares Scheitern der Betreuungsarbeit. :-( Wiedereinmal. Dreihundert Seiten sind quasi Themenverfehlung für die Anforderung: “Diplomarbeit”. Viel zu viel. My bad, mea culpa und sorry Boris. []

Wienfluss, Höhe Stubentor

Wienfluss Stubentor

Donaukanal, Klettergarten

Prater Endstation

SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft

Das dieswöchige SoZi zur Form der «präbendalen Gesellschaft» bzw.: präbendalen Herrschaftsorganisation. Die «Präbenden», ist gleich, die Pfründe.

Doch nicht die angekündigte direkte Anknüpfung an die «zerstreute Gesellschaft», die auf der Formebene «fascistische Gesellschaft». (Aber der Faden lässt sich jeder Zeit wieder aufnehmen.)

Warum? Eine Analogie, ein Gedanke beschäftigt mich seit längerem und zunehmend. Wenn ich die besitzende Klasse der  Industriellen, der Banker, Finanzweltjongleure etc. betrachte, finde ich – klarerweise – jede Menge struktureller Entsprechungen zur herrschenden Klasse im Ausklang des europäischen Feudalismus.
Genauer: mit der «höfischen Gesellschaft», wie sie Elias in seinen soziogenetischen und psychogenetischen Studien analysiert und beschreibt.

Der strukturelle Wandel va. von der zentralen Form des Familienunternehmens (neben den staatlichen Unternehmen und öffentlichen  Wirtschaftsbereichen) zur heute immer mehr bestimmenden Form der durch Shareholder geleiteten Unternehmen scheint mir unsere gesamte Gesellschaft nachhaltig zu strukturieren.
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Derbystimmung bei LIF gegen Grüne?

Vor ein, zwei Wochen hatte ich den Eindruck, laufend Erörterungen zu lesen und zu hören, warum das LIF wählbar sei. Diese Betrachtungen schienen mir auf die Conclusio hinauszulaufen, dass das LIF wählbar ist, also für die ErörterInnen selber offenbar eine interessante Option darstellt.
Bißchen komisch dabei, dass da immer wieder so etwas wie Überraschung mitzuschwingen schien. Oder mitschwingen sollte. Hey, jetzt sieh an, schau, das LIF ist ja wählbar. :shock:

Nun, das ist keine Erklärung, warum mensch das LIF nun wählen sollte. Die ist mir bislang auch noch nicht untergekommen.

Heißt das eigentlich dann, dass das LIF hauptsächlich ein ProtestwählerInnen-Angebot darstellt?
… für urbane gebildete Liberale, die über das erträgliche Maß von der Peinsamkeit austriarkischer Politik angewidert sind?

Das sind wir nicht gewöhnt!

Diese gewohnte Peinsamkeit (mindestens seit 1997) wird wohl auch für die angesprochene Stimmungslage verantwortlich sein, diese Stimmungslage einer “leicht perplexen Überraschung”, dass es da jetzt ein solches Angebot gibt.
Ein Angebot abseits der ermüdenden Provinzpossen und chauvinistischen Kasperltheater. Ein Angebot in Abgrenzung zur sozialdemokratielosen Ich-bin-so-verloren SPÖ. Ganz etwas anders als die foxterrierhafte LandeierÖVP. Vor allem: welch Erholung, wenn mensch ständig diese Billigprogramme aushalten muss, den 7ten Aufguss der Big Brother-haften Goldketterl- und SonnenstudioBuberlpartien.1

That’s all ya need for a hype here: Dankbarkeit!
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  1. Wie war das, was ich da mal gelesen hab? “Solariumnationalisten“? genial. Obwohl, vl. eher “Nationalsolariumisten” … []

Es reicht!

enough is enough. Ja, soweit gehen wir d’accord.
Nur dass ich den Spruch nicht aus PR-Planungsgründen pathetisch präsentiere. Nein, ich steh zu copy&paste. ;-)
Nur dass ich nicht versuche so zu tun, als ob mir der Satz gerade so eingefallen wäre. Quasi auf “authentisch” ins Mikro heulen, was vorab geplant der Wahlkampf-Slogan werden soll.

es reicht Schüssel

Nur das ich den Satz auch inhaltliche auf etwas anderes beziehe. Und dass es mir nicht jetzt erst reicht. Sondern schon geraume Zeit länger …

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1. Mai – die traditionelle Folklore

the traditional ways turned sour long ago

… und was lange Zeit der wichtigste Feiertag des Jahres war, das ist schon lange nur mehr Folklore und Farce. Und war doch früher so viel mehr.

Festivitäten: wichtige kollektive Rituale
Seit jeher erfüllen Feste und quasi heilige Rituale bedeutende Funktionen für Gesellschaften. Um die “Feier-tage” und ihre Rituale herum organisiert sich das Kulturelle Gedächtnis, die kollektive Definition der Gruppe, der Gruppenidentität, die gemeinsame Interpretation von Welt und Wirklichkeit.

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Wolfgang Kochs Kleine Wiener Stadtgeschichte

Die Veröffentlichung des ersten einführenden, die Serie ankündigenden und dem Projekt einen Rahmen gebenden Teils seiner Kleinen Wiener Stadtgeschichte erfolgte am 11.06.2007 im Wien-Blog der taz.

Ich beginne heute mit einer temporeichen Tour de raison durch neun Jahrhunderte Wiener Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt steht etwas, das im metropolitanen Gedächtnis noch keinen Eingang gefunden hat, nämlich das Aufspüren bestimmter stadtstaatlicher Anläufe und Ansätze im Schicksal unserer Vorbewohner.

Aktuell stehen wir bei Teil 36 der Kleinen Wiener Stadtgeschichte, freigeschalten an diesem Donnerstag, 20. März 2008, Gründonnerstag. In diesem geht es gerade um die Steuerpolitik des roten Wien, Stichworte: ‘Hugo Breitner‘ und die ‘Finanzierung der Sozialreformen‘, und die Bedeutung eines vorteilhaften Finanzausgleichs für Wien in den 1920er Jahren.

Das Blog von Wolfgang Koch hab’ ich an dieser Stelle, also im Kellerabteil, schon das eine ums andere mal erwähnt, bejubelt, empfohlen. Daher ohne weitere Ausschweifungen, eine strukturierte Verlinkung zu Wolfgang Kochs Stadtgeschichte Wiens.
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Wohin ist der Austrofaschismus verschwunden?

Ich meine, hey, ehrlich. Da war doch was, oder? Und jetzt die letzten Tage klang das ganz so als wär da nichts gewesen. Austrofaschismus?
Ich bin ja nicht Historiker und … aber geht es eigentlich nur mir so? Das muss doch anderen auch aufgefallen sein?

Nicht dass das mein einziges Stirnrunzeln rund um die aktuelle Gedenkjahrberichterstattung und zu den Reden zu 1938, Anschluss und Widerstand wäre … halt, äh, moment mal … Widerstand? Ok, nochmal. Nicht dass das mein einziges Problem mit den Kommentaren, Blurps und Blaahs von ex-höchster Familie bis zu den “kleinen Mann”-Postings wäre. Und überhaupt gibt es andere Probleme. Mein Rücken kann’s wieder. Dann die Fruchtfliegenattacke. Die reale Inflation meines eigenen kleinen Warenkorbs. Etc.

Trotzdem hab ich an der Berichterstattung nicht ganz vorbei hören und lesen können. (Hab v.a. Ö1 Beiträge, orfon science und bißchen derstandard konsumiert.) Und ich frage mich nun seit Tagen immer mehr folgendes:
bringt dieses Gedenken an 1938 nun die Einführung einer neue Sprachregelung, mit der der Rückblick auf die 1930er Jahre vom Begriff “Austrofaschismus” vollkommen gereinigt wird? Bzw. von den Begriffen Austrofaschismus und Klerikalfaschismus?

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9.2.07: perfect day

aus irgendwelchen mir selbst nicht näher bekannten Gründen erinnere ich mich ausnehmend an diesen Tag, gerade an diesen Tag.
Es war ein wunderschöner Tag, aber kein außergewöhnlicher. Vielleicht ist es gerade das. In der Erinnerung ist der Tag mit symptomatisch friedlich, mit “perfekt” verbunden.

9.2.07: just a perfect day
Wir waren also exakt einen Monat da. D.h. umgekehrt, schon einen Monat weg.
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8.1.07: Du musst raus und du wirst sehen

Mach dich auf, in die Welt
In ein anderes Land, wo es dir gefällt
Bis zum Rand und übers Meer
Dich hält, hier nichts mehr!

7.1.07, abends. Das Flughafentaxi ist bestellt, ein Kombi, groß genug auch das in einen Karton verpackte Mountainbike samt all dem anderen Gepäck aufnehmen zu können. Die Stimmung ist leicht nervös, gleichwie freudig angespannt. Nein, es geht nicht auf Urlaub, wir übersiedeln, für 2½ Monate.

Um 3:30 wird der Wecker läuten. Es wird nieseln. Wenig Schlaf. Die Angst, nicht hoch zu kommen, wird sich als unbegründet erweisen. Viel zu konzentriert auf die Abreise.
Wir verfügen über noch keine Erfahrung, den Winter auf einer Insel im Atlantik zu verbringen.

Kein Gott – Kein Staat
Keine Arbeit – Kein Geld
(2x)

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Nachtrag Tagebucheinträge 87a bis 89c

  • letzten Fr, 30. November 2007 gab es ein BloggerInnen-Treffen in Wien 7. Angezettelt vom umtriebigen RokkerMur alias der vergessene Diktator alias vanKosel alias Warteschlange (aber nur wenn diese sich nicht ausgeloggt hat und die Accounts durch einander geraten) alias …
    Ich hatte mir vorgenommen, dort die Nase reinzustecken und mal Hallo zu sagen. Wollte den umtriebigen und Mythen umwobenen Wolfgang leibhaftig erleben.
    Jedenfalls, obwohl dieses Wort so einen hatscherten Klang hat – “BloggerTreffen” – war es sehr sehr nett. D.h. v.a.: die versammelten und plaudernden Leute waren allesamt eine überraschend nette, höflich interessierte und freundlich lustige Gesellschaft. Das vor dem Hintergrund, dass ich mir natürlich nette und freundliche Menschen erwartet habe und keine unangenehmen Mitmenschen. Und erst recht von der Erwartungshaltung aus, freundliche interessante Menschen zu treffen, war ich nochmal sehr angenehm überrascht. Manche bloggen seit vielen Jahren. Ein ahnungsloser Jungspund bin ich da dagegen. War mindestens so überfordert wie hidden.

Liebe Grüße Euch Allen!

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