Archiv für das 'Arbeitgeber'-tag

SchwarzBlau ist keine Emulsion

SchwarzBlau hat sich seit 1999 nicht mehr getrennt, wie das bei einer Emulsion längst der Fall hätte sein müssen. Die wenigen liberalen Segmente der ÖVP bleiben kaltgestellt und driften immer weiter in eine innerparteiliche Belanglosigkeit und das Ausgedinge ab; soferne das überhaupt noch geht.

Gesellschaftspolitisch hat die weltoffenere und konsensuale Wirtschaftskammer das Heft bereits lange an die radikale Industriellenvereinigung abgegeben. Die Überraschung, dass die IV durch den Abgang der Schüssel-Junta hier nicht geschwächt und die Wirtschaftskammer nicht gestärkt hervorgegangen ist, zeigt mehr als alles andere die waren Kräfteverhältnisse im konservativen Spektrum.

Dort, wo die ÖVP nicht mit der FPÖ zu einem ideologischen Konglomerat verdichtet ist, dort retardiert sie in Richtung der Christlich-Sozialen der Johann Schober und Ignaz Seipel Epoche.

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‘Wir verzichten nicht!’-Demonstration

Impressionen von der Demo heute am 13. Mai 2009.

Link zum Album hier.

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Weltsicht

die Perspektive auf das, was Weltsicht genannt wird, wird immer zuerst ästhetisch gewählt; in der Phase der Adoleszenz.
Das negiert nicht die vielen Einflüsse des Umfelds, die Wahl findet im Rahmen der Angebote statt.

Das mit der Arbeit, das ist dann eine andere Geschichte.

Kreuztabelle Weltsicht

… aus der Serie 4Feldertafeln zum “Selbst Befüllen”

Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer: “Lohn-Preis-Spirale”-Argumentation

Der Altweibersommer kündigt sich an. (Lieblingsjahreszeit!)
Seit ein paar Tagen wird der erste Sturm der Saison in Kreide auf den Tafeln der Wirtshäuser angeschrieben. (Noch gar keinen getrunken, eh noch zu wenig Gärung.)
Und die Herbstlohnrunden kündigen sich an. (Hab ich letztes Jahr genug dazu geschrieben. Siehe ganz unten. )

Der Kreislauf von Werden und Wachsen, Reifen und Sterben, alles wie gehabt, die ewige Wiederkehr im jahreszeitlichen Rhythmus.

Wie s Amen im Gebet auch: die Interessensvertreter der Arbeitgeberseite “mahnen” (das muss ich schon unter Anführungszeichen setzen) “maßvolle Lohnrunden” ein. Soll heißen,

geht’s Bitte, findet’s euch damit ab, ihr werdet’s nichts rausholen. Es steht euch nichts zu, seid froh mit dem was ihr bekommt und das ist gut so.

Eröffnet hat das jährliche Spiel hierzulande … eh klar … Industrielobbyist (und nebenbei Bundesminister) Bartenstein. Hey, it’s the tradition, stupid!

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Maulkorberlass für MitarbeiterInnen-Blog?

Heute ist ein interessanter Beitrag auf einem kleinen unscheinbaren Blog online gegangen, ein – wie ich finde – hochinteressanter Beitrag. Ein kryptischer, sich nicht auf den ersten Blick erschließender Beitrag. Liest man etwas weiter und die vorangegangenen

Das Blog?
Jenes des Angestelltenbetriebsrats der Tchibo Manufacturing Austria GmbH.

Der Beitrag?
Hier ein Screenshot des Beitrags von heute, just in case. Und so und so möchte das schon allein vor dem Hintergrund archiviert werden, da es dieses Betriebsrats-Weblog nicht mehr lang geben wird. Aber dazu gleich mehr … (Klicken zum Vergrößern)

Der Beitrag ‘Sitz, platz, soo ist´s brav….‘ findet sich hier.

Was hat es damit nun auf sich? Warum finde ich den Eintrag ‘hochinteressant’?

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Herbstlohnrunde Metall: Zahlen

Interessante Berichterstattung von Ö1, anlässlich dessen, dass die Metaller-Verhandlungen in die dritte Runde gehen.

Das lief in der zweiten Runde nicht ohne Spannungen ab; überraschend standen Metaller-Chef Erich Foglar, Angestellten-Verhandler Karl Proyer und Arbeitgeber-Verhandler Hermann Haslauer nach zwölf Stunden vom Verhandlungstisch auf. Zu weit auseinander die Standpunkte, sagte Foglar.
Man habe nicht einmal über den Prozentsatz gesprochen, sagte Haslauer. Klar ist, dass die Gewerkschaft das Angebot, das in dieser Nacht auf dem Tisch lag, nicht akzeptieren konnte.

Die Hervorhebung ist von mir. Abseits des Berichts von Ö1 gibt es übrigens vor Verhandlungsstart (11:00 Uhr) noch kaum nennenswerte Berichterstattung.

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Die Herbstlohnrunde und die Sorge ums Wirtschaftswachstum

Wird das Thema ‘Lohnrunde‘ in der Berichterstattung irgendeines Massenmediums berührt, so lautet die die Message quer durch den Massenmedienmonokulturgemüsegarten:

Also mal ruhig ihr Lohnabhängigen, nicht da vorlaut etwas ‘verlangen’, von dem ihr eh nichts versteht, weil, wenn man euch mehr Geld verdienen ließe, dann wär das für unser aller Wirtschaft nicht gut, und also geht das nicht so, wie ihr euch das vielleicht in eurer naiv-einseitigen Sicht vorstellen mögt, und eigentlich, wenn ihr uns nur machen lasst und euch mit dem bescheidet was euch gnädig zugestanden wird, dann ist das in Wirklichkeit auch für euch besser.

Verbrämt Formuliert wird diese Message etwa so

Wir brauchen Lohnrunden der Vernunft.1

Wie funktioniert die Message?
Diese zentrale und zu Grunde liegende Aussage behauptet dreierlei:
Erstens stellt sie einen direkten Zusammenhang zwischen Lohnabschlüssen und dem Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaft her.
Zweitens wird dieser Zusammenhang ausschließlich in eine Richtung gehend definiert, niedrige Lohnsteigerungen kommen der Wirtschaft zu gute, hohe Abschlüsse schaden der österreichischen Wirtschaft, also der Volkswirtschaft, also uns allen.
Drittens steckt in dieser Aussage eine klare Wertung. Lohnabhängige sind Kinder. Es ist verständlich, dass sie etwas “wollen”. Kinder wollen immer irgendetwas, aber sie können die Konsequenzen noch nicht erfassen. Wir (Unternehmer, Wirtschaftsexperten, Politiker) müssen in größeren Zusammenhängen denken (Standortwettbewerb und so) und die Verantwortung – natürlich auch für die Kinder – wahrnehmen. Wir handeln dementsprechend verantwortungsbewusst im Sinne dessen, was das beste für unser aller Zukunft ist. Daddy kümmert sich schon darum.

Dazu wie das funktioniert, möchte ich ein knappe und schnelle Analyse des Ö1 Mittagsjournals vom 28. September 2007 anbieten.

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  1. Beispiele gäbe es viele und wir kennen sie alle. Ich finde diesen hier verlinkten Debattenbeitrag einfach wunderbar symptomatisch. Außerdem, er ist vom Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Uuuhh uuh uh. []

Einseitige Interessenspolitik

Die hier gleich zitierte Auflistung spricht Bände!
Gefunden hab’ ich sie im Blog des ‘Besitzstandswahrers’.

Die Liste erzählt die Geschichte eines ziemlichen Überhangs der Arbeitgeberseite in der Interessenspolitik. Und sie ist sicherlich noch um einige Punkte erweiterbar:

  • Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre
  • Verlängerung der Wochenarbeitszeit aller Orts auf z.T. über 40 Stunden
  • Einschränkung des Anspruches auf Arbeitslosengeld und Sozialhilfe
  • Zunahme der ArbeitnehmerInnen ohne Sozialversicherungspflicht
  • Kürzungen bei Wohngeld, sozialen Wohnungsbau sowie Eigenheimzulage
  • Einschränkungen beim Kündigungsschutz
  • Erhöhung der Mehrwertsteuer
  • Streichungen von Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Lohnsteigerungen unterhalb der Inflationsrate
  • Bekämpfung des Einflusses von Arbeitnehmervertretern
  • Privatisierung von Wasser-, Energieversorgern sowie Abfallentsorgern
  • Privatisierung von Krankenhäusern
  • Privatisierung der Bahn
  • Gebühren für Bildung
  • Privatisierung der Bildung
  • Privatisierung von Wohnungen und anderen Immobilien
  • Zahllose Private-Public-”Partnerships” mit Kosten/Risiken für den Staat und Gewinnen für die Privatwirtschaft
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