Monatsarchiv für September 2007

Die Herbstlohnrunde und die Sorge ums Wirtschaftswachstum

Wird das Thema ‘Lohnrunde‘ in der Berichterstattung irgendeines Massenmediums berührt, so lautet die die Message quer durch den Massenmedienmonokulturgemüsegarten:

Also mal ruhig ihr Lohnabhängigen, nicht da vorlaut etwas ‘verlangen’, von dem ihr eh nichts versteht, weil, wenn man euch mehr Geld verdienen ließe, dann wär das für unser aller Wirtschaft nicht gut, und also geht das nicht so, wie ihr euch das vielleicht in eurer naiv-einseitigen Sicht vorstellen mögt, und eigentlich, wenn ihr uns nur machen lasst und euch mit dem bescheidet was euch gnädig zugestanden wird, dann ist das in Wirklichkeit auch für euch besser.

Verbrämt Formuliert wird diese Message etwa so

Wir brauchen Lohnrunden der Vernunft.1

Wie funktioniert die Message?
Diese zentrale und zu Grunde liegende Aussage behauptet dreierlei:
Erstens stellt sie einen direkten Zusammenhang zwischen Lohnabschlüssen und dem Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaft her.
Zweitens wird dieser Zusammenhang ausschließlich in eine Richtung gehend definiert, niedrige Lohnsteigerungen kommen der Wirtschaft zu gute, hohe Abschlüsse schaden der österreichischen Wirtschaft, also der Volkswirtschaft, also uns allen.
Drittens steckt in dieser Aussage eine klare Wertung. Lohnabhängige sind Kinder. Es ist verständlich, dass sie etwas “wollen”. Kinder wollen immer irgendetwas, aber sie können die Konsequenzen noch nicht erfassen. Wir (Unternehmer, Wirtschaftsexperten, Politiker) müssen in größeren Zusammenhängen denken (Standortwettbewerb und so) und die Verantwortung – natürlich auch für die Kinder – wahrnehmen. Wir handeln dementsprechend verantwortungsbewusst im Sinne dessen, was das beste für unser aller Zukunft ist. Daddy kümmert sich schon darum.

Dazu wie das funktioniert, möchte ich ein knappe und schnelle Analyse des Ö1 Mittagsjournals vom 28. September 2007 anbieten.

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  1. Beispiele gäbe es viele und wir kennen sie alle. Ich finde diesen hier verlinkten Debattenbeitrag einfach wunderbar symptomatisch. Außerdem, er ist vom Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Uuuhh uuh uh. []

GPA-djp setzt immer häufiger Trackbacks

Was sagt mensch denn zu dieser Schlagzeile, mmh?

Hier der Artikel dazu. Eine interessante und spannende APA-Meldung aus dem Jahre 2010. Genauer: vom 12. September 2010. ;-)

Der Titel des Artikels, wie er von einigen Medien übernommen wurde, lautet:

GPA-djp setzt immer häufiger Trackbacks.
Utl.: Betriebsratskörperschaften und Gewerkschaften mit Öffentlichkeitsarbeit und Arbeitnehmerberatung über Blogs immer erfolgreicher

(Drei Jahre zuvor, im Herbst 2007 war das noch eine Vision von ein paar wenigen komischen Vögeln. But hey, the times, they are changin.1 Also, der Artikel:)
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  1. wie der Zimmermann Robbie schon sang. Siehe hier auf youtube. Damals Krieg, heute Krieg. Ein Unterschied vl., dass Protest damals cool, hip und substantiell. Heute uncool, peinlich und integriert. []

WSC – Horn 3:0 (1:0)

Geschehen in Dornbach, am 21. September 2007:

Der Wiener Sportklub (Traditionsverein) schlägt in der 8. Runde der Regionalliga Ost 2007/08 den SV Horn durch Tore von Schandl, Niefergall und Seoane mit 3:0.
Die Friedhofstribüne tanzt. Die Tore waren allerdings auch wirklich schön herausgespielt.

DI. Thomas B. schmeißt darauf hin ein Fest und erklärt, dass er daran denkt, diesen Tag zu seinem 35. Geburtstag zu erklären.

Pressephotos unter creative commons Lizenz unter diesem Link.

Ähnliche Einträge:

Elitensoziologie in Wien (für einen Abend)

Eine Empfehlung, ein Veranstaltungstipp:

Am Mittwoch, dem 3. Oktober 2007 sollte wer kann das Renner-Institut aufsuchen. Der Grund? Michael Hartmann ist wieder einmal in Wien, stellt sein neues Buch vor und sich der Diskussion.

Die Veranstaltung nennt sich wie das vorzustellende Buch Eliten und Macht in Europa.
Nachdem ich in diesem Kellerabteil schon das eine oder andere Mal wehleidig geklagt habe, dass es hierzulande keine Elitensoziologie gibt (, und nachdem manche Freunde vermeinen aus dem Begriff ableiten zu müssen, dass es sich hierbei um eine gequirrlte Theoretikerkacke mit affirmativem Zugang zu Eliten geht), ist es nun nur konsequent auf den großen Störenfried der deutschen Elitenkreise hinzuweisen.
Selbst aus den gehobenen Kreisen kommend, und sich deswegen in diesen Kreisen überhaupt erst sicher bewegen könnend, was der Prof. Hartmann allerdings lieber forschender Art und Weise tut als sich im üblichen schulterklopfenden und Geschäfte machenden Modus zu ergehen, untersucht er empirisch die verborgenen Mechanismen der Macht. Und er publiziert sein gewonnenes und abgesichertes Wissen sodann bar jeder akademische vertrackten Sprache, wenn auch mit wenig zurückhaltender Ironie und in teils brachialer Reduktion.

In der Veranstaltungsankündigung des Renner-Instituts heißt es zu Michael Hartmann:

Er ist einer der führenden europäischen Forscher über Eliten in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Seit rund 20 Jahren befasst er sich damit, wie in verschiedenen Ländern die „Spitzen der Gesellschaft“ rekrutiert werden. Oder besser: wie sie sich reproduzieren. Denn was man aus Hartmanns Studien lernen kann, ist vor allem eines: Die soziale Herkunft ist für Elitepositionen in Verwaltung, Wirtschaft und Politik letztlich wichtiger als Leistung.

Achtung, um Anmeldung wird gebeten (beim Renner-Institut. Einfach emailen). Das sollte jedenfalls niemanden abhalten. Also Hingehen, ok. ;-)

Die Aufgabe der Schule

«Bildung durch Schulbildung» – Teil IV
Vierter Teil der kleinen Serie über
die
gesellschaftliche Funktion der Schulbildung für
die soziale Institution “Bildung” allgemein;
und über die österreichische Schulbildung im Speziellen.

Wozu ist die Schule da? Das ist die perfekte Eröffnung für ein beliebtes Frage-Antwort-Spiel publizierender PädagogInnen und pädagogisierender PublizistInnen. Man nehme die Frage Wozu ist die Schule da? als Titel und Einleitung zur eigenen Erörterung und belehre sein Publikum sodann nach eigenem Gutdünken.
Wahlweise kann auch die Frage Was ist den die Aufgabe der Schule? zur eigenen Steilvorlage dienen, die dann eloquent übernommen werden sollte, um seinerseits (oder ihrerseits) zum Besten zu geben, welche Aufgabe der Schule denn nun wirklich zukommt. Die einleitende Frage nach Sinn und Aufgabe der Schule ist bei allen Vorträgen, Zeitungskommentaren oder ganzen Büchern dabei ausnahmslos immer eine rhetorische. Und sie wird nach eigenem Gutdünken beantwortet. Mal oft esoterisch, mal streng, mal hilflos dümmlich.

Die Aufgabe der Schule
Eine Definition der Aufgabe der Schule haben wir noch im letzte Teil zu den Werten des Wahren, Schönen und Guten berührt. Kommen wir zurück zum Wortlaut des Gesetzes. Diesmal sei der ganze Abschnitt vollständig zitiert.
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Blick zurück auf einen kühlen Sommer (Fotos)

Meine persönliche Sommerpause ist Geschichte. Zwischen Anfang Juli und Anfang September war ich in einem leeren Haus in einem kleinen Nest in der absoluten Provinz. Allein mit einem Haufen CD’s, einem noch größeren Haufen Büchern, Laptop und Rennrad. Rotwein.
Seit dieser Woche bin ich wieder in der Bundeshauptstadt unterwegs, quasi offiziell engagiert in dienstlichen Belangen, und nicht mehr nur – wie während des Sommers doch das eine ums andere mal – auf kurzem Heimaturlaub.

Servus Wean
Ich genieße also wieder in vollen Zügen unser pseudo-besonderes ‘Wien ist anders‘-Lebensgefühl, und will sofort wieder weg. Papa (F)Ratzi, HC Strache, ‘hearst oida, wos iiiß‘, Durchsagen deluxe in den U-Bahnen (bald auch auf Englisch und Japanisch?), der Billa-Hausverstand und eine Licht-, Lärm- und Staubbelastung, die erst so richtig massiv auffällt, wenn man aus dem Hochland von Morava (Moravia, Mähren) zurückkehrt.

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