Archiv für das 'Faschismus'-tag

genug ist schon lang. ich bin dabei.

Aufruf zur Demonstration am 1. Juli, 18.30 Heldenplatz

Zustand und Gebrauch meines Innenministeriums verletzen meinen Nationalstolz. Wir können uns von rechts-rechten Übermenschen doch nicht unsere Identität und Kultur zerstören lassen, wider die Vernaderung der Menschenrechte. Genug ist Genug.

Hab das bei ichmachpolitik.at hochgeladen. Wie wärs, weitere aufrufe im netz wären ein weiteres positives signal und zeichen. Die google-Suche für GENUG IST GENUG muss doch etwas mehr hergeben können als im Moment.

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Was soll das sein, ‘Geistesbarbarei’?

Ablage der gallenbelastenden assoziationen eben beim ansehen unten eingebetteter doku, der abscheu halber nicht in text transponiert.

Abgelegt und – ich bin diesbzgl guter dinge – damit aus dem denken, aus dem sinn. Selbstverteidigung für die möglichkeit schöner träume.

andreas mölzer, aka chefideologe der die terminologie des dritten reichs gerne weiter verwendenden, und der drei bier heinz christian

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Der Staatsterror bin Ich.

Maria Fekter

SoZi 25|09: Aberkennung der Menschenwürde

Letzte Woche ausgefallen, diese Woche ohne weitere Einleitung, das Sonntagszitat (SoZi) der Woche.
Dies benötigt freilich keine besondere Einleitung des Warum, Wer, Wieso gerade jetzt

Dehumanisierende Definitionen des Feindes sind nichts Neues in der Menschheitsgeschichte und schwerlich ein eigentümliches Merkmal der modernen Zeit. Sie haben die meisten Kriege begleitet, vielleicht jeden Krieg. Während der Schlacht waren sie wahrscheinlich unverzichtbar. Der Soldat mußte seine Aversion zu töten und zu verstümmeln unterdrücken, wenn er nicht selbst getötet oder verstümmelt werden wollte. [..]

Die alte Tradition, den Feind in der Schlacht zu dehumanisieren, die das Aufkommen der modernen Zeit sichtlich intakt überlebt hat, ist gleichwohl, wie alles übrige, durch die moderne Organisation und Technologie gründlich revolutioniert worden. Der Wettstreit individueller Fähigkeiten in der Schlacht .. wurde durch eine Massenvernichtung aus der Ferne ersetzt. [..] Moderne Waffen erfordern eine vollständige Auslöschung der moralischen Identität ihrer Opfer, bevor sie deren Körper vernichten.

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FPÖ und Neonazis haben sich heftig blamiert

Das Verhältnis war in etwa – so meine Schätzung, die der Medien kann ich so wie viele andere nicht nachvollziehen (siehe unten):

Polizei zu Summe der GegendemonstrantInnen zu Neonazi-Demo
1 zu ⅔ zu ½ ;-)

… und das bei der ganzen Mobilisierung diverser Neonazi-Seiten im Web und der ganzen FPÖ, die so stolz ist, der angeblich unabhängigen “Bürgerinitiative Dammgasse” die Homepage zu zahlen.

Link zum Album inkl. Bildtexten hier.

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Wohin ist der Austrofaschismus verschwunden?

Ich meine, hey, ehrlich. Da war doch was, oder? Und jetzt die letzten Tage klang das ganz so als wär da nichts gewesen. Austrofaschismus?
Ich bin ja nicht Historiker und … aber geht es eigentlich nur mir so? Das muss doch anderen auch aufgefallen sein?

Nicht dass das mein einziges Stirnrunzeln rund um die aktuelle Gedenkjahrberichterstattung und zu den Reden zu 1938, Anschluss und Widerstand wäre … halt, äh, moment mal … Widerstand? Ok, nochmal. Nicht dass das mein einziges Problem mit den Kommentaren, Blurps und Blaahs von ex-höchster Familie bis zu den “kleinen Mann”-Postings wäre. Und überhaupt gibt es andere Probleme. Mein Rücken kann’s wieder. Dann die Fruchtfliegenattacke. Die reale Inflation meines eigenen kleinen Warenkorbs. Etc.

Trotzdem hab ich an der Berichterstattung nicht ganz vorbei hören und lesen können. (Hab v.a. Ö1 Beiträge, orfon science und bißchen derstandard konsumiert.) Und ich frage mich nun seit Tagen immer mehr folgendes:
bringt dieses Gedenken an 1938 nun die Einführung einer neue Sprachregelung, mit der der Rückblick auf die 1930er Jahre vom Begriff “Austrofaschismus” vollkommen gereinigt wird? Bzw. von den Begriffen Austrofaschismus und Klerikalfaschismus?

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Seminar: Politik machen mit der “Unsicherheit”

wieder mal die Dokumentation eines Seminars. Die Verweise und Materialien sind in die ursprüngliche Seminarankündigung eingearbeitet:

27.-29. Februar 2008, Seminar-Park-Hotel Hirschwang

Politische Praxis in Österreich II
Die Produktion von sozialer Unsicherheit

Seminarankündigung
Mit dem Gefühl von Unsicherheit wird seit jeher Politik gemacht, mit der Verunsicherung, mit dem in Unsicherheit halten, mit dem Unterlassen von Absicherungen. Unsicherheit wird allerdings nicht nur nicht abgesichert, wo es durchaus möglich wäre, Unsicherheit wird auch gezielt produziert. Es geht uns also um die Produktion von sozialer Unsicherheit. Weil, soziale Unsicherheit ist nicht einfach gegeben. Auch hat es wenig Erklärungswert, wenn wir im Zusammenhang von sozialer Unsicherheit und Ungleichheit von göttlichen oder natürlichen Ordnungen sprechen.

Mit diversen Unsicherheiten lässt sich Politik machen:

  • mit der Unsicherheit, ob unsere Kinder gleiche Chancen in der Gesellschaft haben werden,
  • mit der Unsicherheit, ob wir bei Krankheit und Verletzung erstens auf leistbare gesundheitlich Versorgung bauen und zweitens den Ausfall unserer Arbeitskraft ökonomisch überleben können,
  • mit der Unsicherheit, ob die Lebens- und Genußmittel, mit denen wir uns ernähren, unserer Gesundheit schaden können

(IM SEMINAR kurz angesprochen: für die interessierten KollegInnen der Link zu einem berühmten Film über einen berühmt-berüchtigten Konzern: “Monsanto, mit Gift und Genen”; der Film “Tote Ernte – Der Krieg ums Saatgut”; ein Link zum Film “Arme Sau – Doku über Genfood”. Alle Filme online im WWW anschaubar!)

  • mit der Unsicherheit, ob wir nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße gehen können, ohne einen Übergriff zu riskieren,
  • mit der Unsicherheit, ob unsere Gewohnheiten und unser Verhalten nicht in großen Datenbanken gespeichert und die Daten dann teuer an Unternehmen verkauft werden, (Links ad Datenschutz)
  • mit der Unsicherheit, ob die Leistung, die wir im Beruf erbringen nicht anhand reduzierter und uneinsehbarer statistisch zusammengeführter Kennzahlen bewertet wird, die uns sogar den Job kosten können,

  • mit der Unsicherheit, ob unsere Kinder oder Enkel gar möglicherweise wieder in einen Krieg geschickt werden können
  • u.s.w. …

Unsicherheit – Absicherung | Verunsicherung – Versicherung

Wir sehen schon, erstens lässt sich die Geschichte unseres europäischen Sozialstaates als eine Geschichte der Absicherung gegen viele soziale Unsicherheiten lesen, zweitens, dass viele dieser Absicherung seit langer Zeit in der Demontage befindlich sind.

Wir denken an die Pensionsversicherung, die Sozialversicherungen, das Arbeitslosengeld, …

Drittens sehen wir, an zweieinhalb Seminartagen, also fünf Halbtagen, da lässt sich nur ein Ausschnitt der oben angerissenen Felder anreissen.

Hier das Programm für 5 Halbtage, entstanden in Zusammenarbeit mit Lukas Wurz, Stand Herbst 07:

  1. Die Produktion von sozialen Unsicherheiten: das Geschäft mit der Verunsicherungkurzer Streifzug durch die letzten 200 Jahre in Beispielen und vor dem Hintergrund des Gesamtthemas; Entwicklung Nationalstaat und Funktion des äußeren und inneren Feindes; Kapitalismus und die “soziale Frage”; die Nützlichkeit von Arbeitslosigkeit und die Zerstörung und Schaffung von Solidaritäten;(passend und sehr interessant dazu Wolfgang Kochs Kleine Wiener Stadtgeschichte, nachlesbar im WWW!)
  2. Vom Proletariat zum Prekariat: nützlich für Politik und Wirtschaft?Was heißt da “Prekariat”? Welche ideologischen Überlegungen stecken heute hinter der Produktion von Unsicherheit; Die Rolle der Politik, der Medien, der Interessensverbände; Wie viel Unsicherheit ist gerade richtig für einen perfekt geschmierten Kapitalismus;(Texte und Materialien dazu hier …)
  3. Die Aushöhlung sozialer Sicherheitssysteme: Privatisierung der VorsorgePensions-, Kranken-, Unfall-, Lebens-, …-versicherungen; Wie wir aus den staatlichen Absicherungssystemen und in die Arme der privaten Versicherungen getrieben werden; Der Umbau der staatlichen Sicherungssysteme;
  4. Die Aushöhlung von Solidarität: Shareholder-Value vs. ArbeitnehmerinteressenDie absurden Interessenkonflikte durch Mitarbeiterbeteiligungen; Der Mythos der Lohnnebenkosten und die Besteuerung des Faktors Arbeit; Der Mythos des Standortwettbewerbs; Was bedeuten Privatisierung und Liberalisierung für die Finanzwirtschaft und was für Beschäftigte und Kunden;
  5. Datenschutz: War on Terror, der gläserne Bürger und transparente KonsumentWas heißt Innere Sicherheit?; Was hat es mit der “Festung Europa” auf sich?; Wieso lassen wir uns soviel gefallen, obwohl niemand die Begründung “War on Terror” glaubt; Wozu dient der “Agent Provocateur”; Welche ökonomischen Interessen stecken hinter dem gläsernen Bürger (RFID);Link zum “Film” PANOPTI.COM und ein Radiofeature zum Thema RFID:

Lukas’ Literaturliste

Prekarisierung – atypische Beschäftigung – Produktion von Unsicherheit

Historischer Teil

Eric Hobsbawm, Nationen und Nationalismus. Mythos und Realität seit 1780, FfM 2004.

Harald Hitz (Hg.), Johann Georg Grasel. Räuber ohne Grenzen, Horn 1999.

Margarete Grandner/Gerald Stourzh, Historische Wurzeln der Sozialpartnerschaft, in: Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Band 12/13, Wien 1986.

Markus Cerman/Sheilagh C. Ogilvie (Hg.), Protoindustriealisierung in Europa. Industrielle Produktion vor dem Fabrikszeitalter, Wien 1994.

Wolfgang Häusler, Von der Massenarmut zur Arbeiterbewegung. Demokratie und soziale Frage in der Wiener Revolution von 1848, Wien 1979.

Karl Vocelka, Geschichte Österreichs. Kultur – Geschichte – Politik, München 2004.

E. Talos/W. Neugebauer (Hg.), „Austrofaschismus“. Beiträge über Politik, Ökonomie und Kultur 1934 -1938, Wien 2005. (ein weiter Link)

Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Hamburg 2005.

Botz/Oxaal/Pollak/Scholz, Eine zerstörte Kultur. Jüdisches Leben und Antisemitismus in Wien seit dem 19. Jahrhundert, Wien 2004.

Produktion von Sicherheit/Unsicherheit heute – Prekarisierung in der Gegenwart

Anette Treibel, Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht, München 1999.

Pierre Bordieu, Die verborgenen Mechanismen der Macht, Hamburg 1992.

Ronald Barazon, Kampf dem Kapitalismus, Salzburg 2006.

Bernd Senf, Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise, München 2001.

Komlosy/Parnreither/Stacher/Zimmermann (Hg.), Ungeregelt und unterbezahlt. Der informelle Sektor in der Weltwirtschaft, FfM 1997.

Blätter für deutsche und internationale Politik (Hg.), Der Sound des Sachzwangs. Der Globalisierungs-Reader, Bonn 2006.

Kathrin Röggla, wir schlafen nicht, FfM 2004.

Wilfried Glißmann/Klaus Peters, Mehr Druck durch Freiheit. Die neue Autonomie in der Arbeit und ihre paradoxen Folgen, Hamburg 2001.

Armutskonferenz/ATTAC/Beigewum, Was Reichtümer vermögen. Gewinner und VerliererInnen in europäischen Wohlfahrtsstaaten, Wien 2004.

Beigewum, Mythen der Ökonomie, Hamburg 2005.

Lohoff/Trenkle/Wölflingseder/Lewed, Dead Men Working, Gebrauchsanweisung zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten des kapitalistischen Amoklaufs, Münster 2004.

Zur Geschichte des politischen Verbalradikalismus

Schon wieder Ö1. Heute schlicht Werbung.

Ö1 hat ein Download-Service. Mensch kann dort Sendungen herunterladen, muss dazu allerdings Ö1 Mitglied werden/sein und einen Obolus berappen.

Ums ganz dezidiert zu sagen, ich kann das nur empfehlen!
Es zahlt sich aus.

Also, u.a. als Werbung für dieses Ö1 Service, hier der Zusammenschnitt des fünfteiligen Feature Vom Wort zur Tat – Zur Geschichte des politischen Verbalradikalismus.
Von Paul Sailer-Wlasits.
Dauer: 20 Min.

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