Monatsarchiv für Oktober 2007

schmutzige Kampagne der INSM

Die INSM, think tank und vor allem PR-Organisation deutscher Arbeitgeberverbände fährt wieder einmal eine schmutzige Kampagne, diesmal gegen den Bezug von Arbeitslosengeld.

Dazu wird wieder auf Bildwirkung gesetzt
Eine offene und freie Autobahn ist im Bild, Symbol von freier Fahrt. Symbol für schnelles Vorwärts kommen, für Geschwindigkeit und Dynamik. Symbol für Freiheit.1

Daneben ein Hinweisschild wie es auf Autobahnen Verwendung findet. Ein Pfeil weist in die Richtung geradeaus, dorthin, wo der Weg frei ist, wo die Geschwindigkeit hoch gehalten werden kann. Dorthin, wo man sich dem Gefühl und dem Rausch der Freiheit hingeben, am Besten ohne Tempobeschränkung.
Ein Abbiegerpfeil zeigt eine Ausfahrt von der Autobahn an bzw. handelt es sich bei diesem Pfeil nicht nur um einen Abbieger. Der Pfeil deutet eine 180° Grad Umkehr an, weist also zurück.

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  1. So wie auch hier in dieser Visualisierung. Aus meinem Beitrag Ideologische Manipulation in Schulbüchern. []

Industriellenvereinigung vor dem Aus

Ab dem 1. November sollten die ArbeitnehmerInnen in der Metallindustrie wohl in den Genuss einer kollektivvertraglichen Lohnerhöhung von 3,6% kommen.
Das heißt, bei einer Inflationsrate von zuletzt immer so um die 2 Prozent kann tatsächlich von einem Reallohnzuwachs für die betroffenen Haushalte ausgegangen werden. Das ist toll!1

Hinzu sollten für einen großen Teil der Arbeiter und Angestellten in der Metall produzierenden und verarbeitenden Industrie Einmalzahlungen von € 150,- oder € 200,- kommen. Einmalige hundertfünfzig Euro brutto sollen es sein, wenn das arbeitgebende Unternehmen mit Gewinn und einer solchen Gewinnmarge zwischen 0% und 6% das Jahr 2008 abschließt, nochmal fünfzig Euro brutto mehr, wenn der Unternehmensgewinn darüber liegt.

Klingt super, allerdings die Steuer frisst
150,- oder 200,- Euro, das waren einmal 2064,- bzw. 2752,- alte austriarkische Schillinge. Aber die gibt es ja schon ne geraume Zeit nicht mehr als gängiges Zahlungsmittel. Und seit dieser Zeit ist auch einiges an Inflation den Lauf der Geschichte hinunter geschwommen.

Wie dem auch sei, 150,- oder 200,- an quasi ‘Prämie‘ werden es netto leider nicht sein. Weil die Steuer frisst die Hälfte, sagt Steuerexperte Karl Bruckner in Ö1. Schmecks.
Also zwischen vl. € 80,- und € 120,- an gewinnabhängiger ‘Prämie’, die da eingestreicht werden können. Kein Urlaub aber ein gutes Essen und Trinken für die ganze Familie in einem gehobenen aber nicht zu teuren Lokal ist das allemal.

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  1. .. und in den letzten Jahren alles andere als selbstverständlich, weshalb dieser explizit und mit Ausrufungszeichen getippte Satz schon seine Berechtigung hat. []

Herbstlohnrunde Metall: Zahlen

Interessante Berichterstattung von Ö1, anlässlich dessen, dass die Metaller-Verhandlungen in die dritte Runde gehen.

Das lief in der zweiten Runde nicht ohne Spannungen ab; überraschend standen Metaller-Chef Erich Foglar, Angestellten-Verhandler Karl Proyer und Arbeitgeber-Verhandler Hermann Haslauer nach zwölf Stunden vom Verhandlungstisch auf. Zu weit auseinander die Standpunkte, sagte Foglar.
Man habe nicht einmal über den Prozentsatz gesprochen, sagte Haslauer. Klar ist, dass die Gewerkschaft das Angebot, das in dieser Nacht auf dem Tisch lag, nicht akzeptieren konnte.

Die Hervorhebung ist von mir. Abseits des Berichts von Ö1 gibt es übrigens vor Verhandlungsstart (11:00 Uhr) noch kaum nennenswerte Berichterstattung.

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erstens, zweitens, drittens

Verlängerte Wochenenden (WE) in der Nebeljahreszeit sind ja ein Nährboden sondergleichen für BefindlichkeitsBloggen. Also mach’ ich mal.
Das ist ja noch dazu dieses genialistische WE mit plus einer Stunde. Kabel 1 hat das gleich ausgenützt und gestern Abend Nacht Apocalypse Now Reddux gesendet. Das geht dann bis 3 in der Früh und die Zeitumstellung ist damit schon geschafft. Ich hab s mir ja nicht mehr live gegeben, meine bessere Hälfte schon. Hab mich darauf beschränkt, den Wahnsinn im Kopf abspielen zu lassen.

Was für ein klassisches Wetter.

MK, meine bessere Hälfte ist diesen Moment gerade aus dem Schlafzimmer gewankt und hat genau diesen Satz gesagt.
Was für ein klassisches Wetter.
Sag ich doch auch bzw. schreibe es.
BefindlichkeitsBloggen also.

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Neu! SPD – jetzt NOCH linker!

.. so ätzt der Spiegelfechter in seinem letzten … ich nenn das jetzt mal so: Leitartikler.

Der Spiegelfechter
.. macht keine Blogeinträge. Das was er macht, das sind Analysen. Das sind Kommentare in dem Wortsinn der journalistischen TextsorteKommentar‘. Also nicht im Wortsinn des Kommentars, den mensch unten an einen Blogeintrag dranhängt.
Jens Berger (das Alias des Spiegelfechters oder so) schreibt nun keine quasi additiven Kommentare, die an irgendetwas “drangehängt” sind, sondern ganz schön runde und analytische, auf eigener Recherche basierende Kommentare zu Aspekten des Weltgeschehens. Vorzugsweise mit Deutschland Bezug freilich.
Er macht in dem Sinne also das, was Chefredakteure von Qualitätszeitungen machen, nur dass der Spiegelfechter keine Qualitätszeitung – glücklicherweise – ist sondern ein Qualitätsweblog. Und so besteht das Spiegelfechterblog – konsequenterweise – ausschließlich aus … Leitartikeln.

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Die rechte Mitte – drift away

Beschworen wird die demokratische Mitte. Angestrebt wird sie als mystischer Ort, der politische Ruhe verspricht. Hier findet die Biederkeit die Versöhnung mit sich selbst. Das etwas als normal gilt, wird das Maß aller Dinge. Gegenwärtig streben alle Parteien zu dieser Mitte, und gleichzeitig ist die Mitte Ergebnis eines Definitionsstreits zwischen ihnen. Doch die Ortsbestimmung der Mitte ist selbst verräterisch. Denn sie ist nur formal definiert und bezeichnet eine Position zwischen den Polen eines auf ein einheitliches Maß verkürzten politischen Spektrums. Auch wenn sich alle bis zur wechselseitigen Ununterscheidbarkeit in der Mitte treffen sollten, so kann diese Mitte ihrerseits auf der Achse der Links-rechts-Dichotomie frei nach links oder rechts driften.
Positioniert sich ein politisches Projekt aber selbst in der Mitte, dann lässt sich vermuten, dass es mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zu einer Verschiebung nach rechts kommen wird.

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akademische Stümperei

Wow. Ich bin wirklich von den Socken. Gerade hat es via dem ‘fangnetz‘ der Zeitung DiePresse und vermittels der Plattform PolitikBlogs eine Analyse? Kommentar? Glosse?ja, wie soll ich das nennen? … einen BlogEintrag in meinen FeedReader gespült, der … und wie sag ich das jetzt wieder? … der seinesgleichen sucht.

Polen ist frei!

lautet die Überschrift.
Mit Rufzeichen. Melodramatisch.

Ich klick nun wirklich nicht jeden Blogeintrag, der über die PolitikBlogs-Plattform reinschneit an. Was hinter der Aufmachung für ein Machwerk stecken mag, das hat mich in dem Fall halt schon klicken lassen. Der Name des Autors sagt mir nichts, ist aber das einzige abgesehen von der reißerischen Überschrift, was im Feedreader mitgeliefert wird: Gerhard Mangott.

Der … Blogeintrag setzt an mit:

Polen ist in die Gemeinschaft der aufklärerischen Moderne zurückgekehrt. Die autoritäre und polizeistaatliche, von verschwörerischen Kartellphantsien getriebene, katholisch- nationalistische Schandregierung ist abgewählt; eine Reformregierung unter Donald Tusk von der ‘Bürgerplattform’ (PO) ist nun unaufhaltbar. Polen hatte mit der Regierung Jaroslaw Kaczynski die humanistische Wertegemeinschaft verlassen.

… und ist von einem habilitierten Politikwissenschaftler!
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Nachtrag: Michael Hartmann

hatte den Besuch von Michael Hartmann, dh. den Vortrag im Renner Institut ja angekündigt, hier.
Wäre selbst gern dort gewesen, war aber krank. Macht insofern nichts, als der Mann immer wieder nach Wien kömmt.

Hier als Nachtrag, Mitschnitt eines Ö1 Interviews:

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Anmerkung ad EliteUni
Hartmann spricht die österreichische Eliteuni an. Also die möcht-ma-gern-haben eine EliteUni. Die EliteUni, die versucht wird zusammenzustöpseln. Und die wir vorab und währenddessen und nachher EliteUni nennen werden, obwohl sie nichts mit dem zu tun hat, was in mitteleuropäischer Tradition mit einer Universität zu tun hat. Es handelt sich schlicht nicht um eine solche sondern um ein Forschungsinstitut. (Aber das ist eine andere Geschichte.)

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Wien-Blog in der Blogroll

Ach, jetzt wollt’ ich noch das Wien-Blog der taz in die Blogroll setzen.
Weil, es kam gerade wieder so ein netter Eintrag von Wolfgang Koch.
Viel zu selten eigentlich.
Und mein Liebling Edgar Zilsel findet Erwähnung.
Warm wird s da um s Herzerl.
Da stört denn auch nicht, dass die kleine Wiener Stadtgeschichte Nummer 20 sofort mal mit einem idiotischen Kommentar eines bajuwarischen(?) Idioten(?) versehen wurde.
Nun hat das aber nicht hingehauen, das in die Blogroll Einfügen vom Wien-Blog.
Da war der nämlich schon drinnen.
Auch gut.

Ähnliche Einträge:

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Ideologische Manipulation in Schulbüchern (Bsp. 1)

Ich beginne gleich mit dem ersten Beispiel, zuvor nur der Hinweis, dass diesem Beitrag ursprünglich eine Vorbemerkung vorangestellt war. Diese ist nun an das Ende des ersten Anschauungsbeispiels versetzt worden.

Hier das erste Beispiel für Ideologische Manipulation in Schulbüchern:

Schulbuch für Geografie und Wirtschaftskunde
Ein approbiertes Schulbuch für die 8. Schulstufe, dh. die vierte Klasse einer Hauptschule oder AHS. Das Buch ist aus dem Jahre 1997.
Approbierte Schulbücher müssen sich an den staatlich verordneten Lehrplänen orientieren, ihre thematische Struktur bildet jene also ab. Das führt u.a. dazu, dass konkurrierende Schulbücher verschiedener Verlage zum gleichen Lehrplan (gleiche Schulstufe) sehr gut vergleichbar sind. Solche Vergleiche werde ich hier noch an- und darstellen (in dieser Serie, die Bsp. 2, 3, …).

Für dieses Anschauungsbeispiel soll vorerst nur vorausgeschickt werden, dieses Schulbuch ist schlechterdings ein Machwerk. Von Vorne bis Hinten und in jeder Hinsicht. Geschichtsklitterung inklusive. Aber dazu vl. ein ander mal.

‘Europa – Kontinent der Vielfalt’
Hier die Seite 30 unseres Buchs, das vom Lehrplan vorgeschriebene Überthema lautet ‘Europa – Kontinent der Vielfalt’. Sehen wir mal, was unseren Autoren dazu ‘wirtschaftskundliches‘ einfällt:

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quasi Weihnachten und Ostern auf einmal

ein Ju-bel-tag!
ein ein ein … ein herrlicher grauer, kalt-herbstlich verschlafener Sonntag, ein Festtag! Yesss. Today is a good day.

Und nicht nur, weil gestriger Kater sich in eine lang nicht mehr erreichte, fatalistische Entspanntheit aufgelöst hat. Schon das dem Bier und der gepflegt lallenden Plauderei zusprechen1, Freitag abends im Anzengruber, das war bereits sehr fein. (Und höchste Zeit! Ich hatte mich zuletzt fast kaserniert und ehrlich gesagt, k.A. warum eigentlich? Fotos unten.)

Jedenfalls gestern Nacht noch gelesen, Comedy Central Archiv wird geöffnet, gelesen zuerst …

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  1. Müsste das nach neuer oder nach alter Rechtschreibung jetzt nicht groß geschrieben werden? ‘Das Zusprechen’? Kümmert sich eigentlich noch irgendjemand um die Rechtschreibung? Sollten wir den rhetorisch, grammatikalisch, syntaktisch minderbemittelten PolitikerInnen nicht eine Mitschuld am Untergang des Abendlandes geben? Ich schlage verpflichtende Deutschkurse für österreichische PolitikaspirantInnen vor, bevor sie O-Ton über Äther und DigiTV verbreiten dürfen. Können wir uns darauf einigen? Hat Oswald Spengler dieses Problem auch schon gesehen? Wir sollten Oswald Spengler vl. vergessen und uns mehr um Karl Kraus kümmern. Karl Kraus war sicher als erster für verpflichtende Deutsch- und Rhetorikseminare für PolitikerInnen. Glaubt irgendjemand, dass die lernfähig sind? Ich glaube, ich schweife ab, so gesehen gut, dass das eine Fußnote ist. Jedenfalls dürfte die Kirche keine Rhetorikseminare anbieten. Autsch! … Jetzt fallen mir gerade die SportreporterInnen des ORF ein. Schnell weg von dem Thema … []

’strange maps’. – Eine BlogEmpfehlung

Ich liebe Karten. Hab sie immer schon geliebt. Konnte von klein auf in Atlanten versinken und stundenlang Karten studieren/lesen.

Visualisierung von Räumen und Wirklichkeiten
Die erste großartige Entdeckung dann in der AHS, gleich erste Klasse: historischer Weltatlas, Karten zu Geschichte. Ein Traum. Ein Traum und herrlich, um etwas in unbekannten Phantasie gestrickten Weltgegenden herum zu träumen. (So wie später in Tolkins Welten und Karten.)
Später die Entdeckung, dass ich Karten liebe, weil … trara … weil ich sie lesen kann. Karten sind nichts anderes als eine Sprache, ein Symbolsystem. Eines, dass mir immer schon gelegen hat.
Partituren kann ich zur Not auch noch lesen und war damit der Einzige in meiner Klasse. Anderes geht umgekehrt mir nicht ein, während andere in offenen Büchern lesen. Vor allem diese Bilder mit Hebeln und Zahnrädern bei Intelligenztests. (Ich erinnere mich an die Musterung.) Katastrophe!

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