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9.1.07: we drew our own constellations

The light was leav­ing in the west it was blue
The children’s laugh­ter sang
Skip­ping just like the stones they threw
Their voic­es echoed across the waves
It’s get­ting late.

Am 8.1. vor einem Jahr waren wir einen ganzen Tag unter­wegs gewe­sen. Begonnen hat­te der Tag in der Nacht in Wien vor vier in der Früh MEZ. Geen­det hat­te er in unserem Quarti­er auf Gomera, zwei Zeit­zo­nen Rich­tung Son­nenun­ter­gang (33 Län­gen­grade) und 20 Bre­it­en­grade südlich. ((Weil ich ger­ade mit solchen Dat­en herum­schwur­ble, Gomera ist übri­gens etwas klein­er als Wien. Flächen­mäßig. Punk­to Ein­wohn­er­schaft, da haben manche Gemein­de­baut­en und Sied­lun­gen Wiens mehr.)) Ich habe gestern von dieser Anreise erzählt, dh. ein Beitrag weit­er unten (dies ist mithin eine Fort­set­zung).

Ich hat­te aufge­hört zu erzählen, dass wir noch bei Tages­licht angekom­men waren. Etwas erschöpft und erschla­gen, vor allem vom Aus­blick. 😉 Nach einem ganzen Tag des Sitzens tat den­noch Bewe­gung not und gut. Auf zum Meer. Hin­unter zur Haupt­straße, durch den unteren Dor­fk­ern und dann ganz hin­unter bis ans Meer, das hier mit krachen­der Bran­dung am bre­itesten Strand ganz Gomeras auftrifft, das alles sind mehr als eine halbe Stunde Wegzeit. Und 250 Höhen­meter, die schließlich auch wieder zurück erk­lom­men wer­den wollen.

Die erste Nacht sank die Außen- und respek­tive Innen­tem­per­atur ger­ade mal auf 17° ab. Die näch­sten Nächte wurde es noch wärmer. Zuerst 18°, dann 19°, sog­ar 20°. Ja, ich rede von Außen­tem­per­atur. Blieb jedoch ein Son­der­fall, der sich die ganzen 10 Wochen nicht mehr wieder­holen sollte. 20° in der Nacht, das gibt es nur bei Wind aus der Sahara, also sel­ten. Wir hat­ten das gle­ich als Begrüßung.

It was just anoth­er night
With a sun­set and a moon­rise
Not so far behind
To give us just enough light
To lay down under­neath the stars
We lis­tened to Papa’s trans­la­tions
Of the sto­ries under­neath the sky
We drew our own con­stel­la­tions

Dann hier Aufwachen. Augen auf­schla­gen und Blick durch die Glas­front der Ter­rasse direkt auf die steilen ter­rassierten Hänge des Tals. Es däm­merte schon. Aber der Son­nenauf­gang zieht sich in sein­er Dra­maturgie lange hin, begin­nt irgend­wo im Osten hin­ter den kanti­gen schrof­fen Bergen in unserem Rück­en und also indi­rekt. Zieht sich dann über die Bergkämme, blinzelt je nach Zacke der Kamm­lin­ie schon mal kurz her­vor und ver­schwindet dann noch mal kurz, um sich später noch mal in quer durch das Tal schießen­den gefächerten Strahlen präsen­tieren zu kön­nen.


Damned, es gibt viel schönere Fotos. Es sind halt die des ersten Tages unser­er Klausur auf Gomera.

The west winds often last too long
And when they calm down
Noth­ing ever feels the same
Shel­tered under the Kamani tree
Wait­ing for the pass­ing rain
Clouds keep mov­ing to uncov­er the sea
Of stars up above us chas­ing the day away
A way to find the sto­ries that we some­times need
Lis­ten close enough and all else fades
Fades away


Erster Kaf­fee auf der Ter­rasse. Zweit­er Kaf­fee. Später Früh­stück auf der Ter­rasse, das war schnell zum Rit­u­al gewor­den. Bess­er als Fernse­hen. Immer etwas inter­es­santes zu beobacht­en. Meis­tens der Him­mel.

Oder das Meer. Aber auch die Ziege auf der Ter­rasse gegenüber und die kleine Schafherde ein paar Stein­ter­rassen darunter. Herum­stre­unende Katzen, die Strasse ent­lang trip­pel­nde Hunde. Große Habichte, die von kleinen wendi­gen Falken attack­iert wer­den, wovon sich die größeren Greifvögel im Gleit­flug nie son­der­lich stören lassen.

It was just anoth­er night
With a sun­set and a moon­rise
Not so far behind
To give us just enough light
To lay down under­neath the stars
Lis­ten to all trans­la­tions
Of the sto­ries across the sky
We drew our own con­stel­la­tions

Gestern hat­te ich auch den Weg zu unserem Quarti­er zu beschreiben ver­sucht, zur casa callepiedra im Ort­steil Ibo Alfaro.
Hier, wenn auch im Keller­a­bteil schon gefea­tured, das Video, das diesen Weg mit ein­fängt. Das meiste an dem Video­ma­te­r­i­al stammt tat­säch­lich noch aus den ersten drei Tage.

Zu sehen auch das dreistöck­ige Haus aus der Wegbeschrei­bung, gle­ich zu Beginn (siehe gestri­gen Beitrag). 🙂


Nein, ich werde jet­zt nicht jeden Tag zehn Wochen lang unseren Tag ein Jahr zuvor auf Gomera doku­men­tieren. Die Reise, den Schritt aus der Stadt und aus dem Win­ter her­aus und in diese vol­lkom­men andere Welt, den wollte und musste ich wohl irgend­wie würdi­gen. ((Die aktuell wütende Bron­chi­tis erle­ichtert das ganze draaaa­maatisch.))

Aber das eine oder andere mal werde ich schon noch nach Gomera zurück schweifen …

Jack John­son: Con­stel­la­tions

[audio:Track14.mp3]

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