Monthly Archive for Mai, 2007

Werte des Wahren, Schönen und Guten

«Bildung durch Schulbildung» – Teil III
Dritter Teil der – geplanten – kleinen Serie über
die gesellschaftliche Funktion der Schulbildung für
die soziale Institution “Bildung” allgemein;
und über die österreichische Schulbildung im Speziellen.

Im zweiten Teil der Serie habe ich ein wenig aus Joseph Roth’s Radetzkymarsch zitiert. Mit ein paar weiteren Zitaten möchte ich noch aufwarten.
Wir erinnern uns, der Hauptmann Trotta hatte das k&k-Lesebuch1 für Schüler in die Hände bekommen, etwas darin geblättert und zu seiner Überraschung sich selbst darin wiedergefunden. Aber wie?
Der Zorn schüttelte ihn, wie der Sturm einen schwachen Strauch, heißt es bei Joseph Roth. Nachdem er das Lesestück seiner Frau gezeigt hatte, nahm er den Säbel vom Haken, schnallte den Gurt mit einem bösen und heftigen Ruck um den Leib und verließ mit wilden und langen Schritten das Haus. Er war auf dem Weg, sich mit seinem Schachpartner und Vertrauten im Kaffeehaus zu beraten.

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  1. Einen Eintrag zur Bildungsperiode der Lesebücher sollte es in dieser Serie auch irgendwann einmal geben. []

sozial ist, was Arbeit schafft (repeat)

Also,

Sozial ist, was Arbeit schafft.

… sagt bekanntermaßen Angela Merkel.

Sozial ist das, was Arbeitsplätze schafft.

… sagt Guido Westerwelle, der das ja wissen muss.

Sozial ist in erster Linie, was Arbeit schafft!

… stammelt Edmund Stoiber nach.

Aber Hallo! Gemach, Gemach, das können wir in Ösiland aber bitte auch. Also, ein bißchen Haltung, anstrengen und los:

Sozial ist; was Arbeit schafft.

… posaunt Wolfgang Schüssel. Ja, der kann’s auch, und geht damit u.a. Krähwinkel heftig auf den Sack. (Die nennen das dann doch glatt ‘Lebenslüge’.)
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Die Wahrhaftigkeit der Bildung

«Bildung durch Schulbildung» – Teil II
Zweiter Teil einer – geplanten – kleinen Serie über
die gesellschaftliche Funktion der Schulbildung für
die soziale Institution “Bildung” allgemein;
und über die österreichische Schulbildung im Speziellen.

Im ersten Teil dieser Serie von Betrachtungen zu ‘Bildung‘ bin ich von Maria Theresia (1717-1780) ausgegangen, bzw. von dem populären Bild, diese “österreichische Kaiserin” habe 1774 die Schulpflicht für alle eingeführt. Das scheint halb richtig, halb falsch zu sein1.
Mit nur einem Mindestmaß an nüchternem Abstand betrachtet ist es nur mehr Humbug. Halb richtig erzeugt eben nicht halbwegs stimmige sondern ganz falsche Bilder.

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  1. Richtig, Die allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen Kayserl. Königl. Erbländern wurde unterzeichnet. Richtig auch, das ist ein wichtiges Datum und bedeutete einen bedeutenden Reformschub.
    Falsch, die Vorstellung, dass damit auch nur annähernd wirklich ein durchgesetztes Schulwesen für alle durchgesetzt wurde oder auch nur die notwendige Basis geschaffen wurde. Falsch, die Vorstellung, dass dahinter die Intention eines Zugangs zu Bildung für die Bevölkerung gestanden hat; sondern vielmehr die Kontrolle eines relevant werdenden Bürgertums in den Städten. Falsch, die Vorstellung, dass das österreichische Kaiserhaus damit historisch früh nennenswerte Schritte in Richtung eines organisierten und breiten Schulwesens gesetzt hätte. Im Vergleich mit z.B. England wird deutlich, dass dort wohl zwar keine “allgemeine Verordnung” unterzeichnet wird, dafür ganz im Gegensatz zum Habsburgerreich sehr wohl ernsthaft Schulen gebaut und Lehrer beschäftigt und bezahlt werden []

Geld oder Leben

Links dazu hier, hier und hier

respekt