Monatsarchiv für November 2007

Zur Geschichte des politischen Verbalradikalismus

Schon wieder Ö1. Heute schlicht Werbung.

Ö1 hat ein Download-Service. Mensch kann dort Sendungen herunterladen, muss dazu allerdings Ö1 Mitglied werden/sein und einen Obolus berappen.

Ums ganz dezidiert zu sagen, ich kann das nur empfehlen!
Es zahlt sich aus.

Also, u.a. als Werbung für dieses Ö1 Service, hier der Zusammenschnitt des fünfteiligen Feature Vom Wort zur Tat – Zur Geschichte des politischen Verbalradikalismus.
Von Paul Sailer-Wlasits.
Dauer: 20 Min.

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Jens Kastner beim Billa

gerade Jens Kastner bei mir um die Ecke im Supermarkt getroffen. Bzw. gesehen und knapp verpasst. Er am rausgehen, der Hund draußen wartete schon. Ich noch mit den Nudeln an der Kassa.

Jens Kastner lesen!

Nochmals das Thema Pensionen (+ eine PPT-Präsentation)

nochmals“, weil zuletzt hier im Kellerabteil, da gab’s schon was zum ‘Anschlag auf die Generationen-Solidarität‘.

Im weiteren Sinne geht es auch diesmal wieder um ‘Berichterstattung und Meinungsmache‘, um ‘Augurensprüche‘ und ‘verlogene Sprachbilder‘. In diesem Fall wird der ‘Berichterstattung und Meinungsmache‘ jedoch schlicht ‘Aufklärung’ entgegengehalten.1

Private Pensionsvorsorge beim ‘“persönlichen ”
Finanzdienstleister

Es geht um die große und weltweite(?)2 Kampagne, in private Altersvorsorge zu investieren. Es geht um den Umbau der Pensionssysteme der Sozialstaaten im Zuge dessen staatliche Pensionsversicherungen abgebaut werden und die Pensionsfonds der Banken- und Versicherungsbranche (Finanzkapital) gefördert werden.
Wir kennen alle die Unmengen an Werbung von Banken, Versicherungen, Finanzdienstleistern.

Die Message etwa: vorsorgen, damit mensch im Alter nicht von den eigenen Kindern abhängig ist.
Die Message: alles ist dann sicherer, einfacher und sowieso staatlich gefördert.
Die Message: so werden sie wohlhabend und reich, weil auf das staatliche System ist kein Verlass und unsere Konditionen und der Ertrag, den wir ihnen verschafften, das ist alles viel besser.

Es fällt schwer, der geballten Propaganda gegen die gesetzliche Rente zu widerstehen.

Albrecht Müller

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  1. ‘Aufklärung’ in einem positiven Wortsinne, nicht wie in ‘Aufklärungsspießer’. Aufklärung im Sinne des ‘historischen Projekts: Kritik’. So hat der Foucault Michel das benannt. Und ‘Kritik’ – als den Kern des historischen Projekts ‘Aufklärung’ hat er als ‘Versuch’ definiert, ‘nicht dermaßen regiert’ zu werden. []
  2. ‘Erste Welt’ freilich nur. Die, die haben. Denn nur die, die haben ‘können’ überhaupt. []

yellow press Ö1 Mittagsjournal

Gerade lief ein Beitrag im Ö1 Mittagsjournal, der einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus zur Schande gereichen sollte1, geschweige denn dem Inforadio Ö1. Ein Lehrbeispiel für die Peinlichkeit eines scheiternden Qualitätsjournalismus.

Elisabeth Manas berichtet tränenreich im Stil der yellow press, der RegenbogenPresse:

Der General kämpf mit den Tränen. Pervez Musharraf nimmt schweren Herzens Abschied von der Armee, die ihm 46 Jahre lang Heimat und Familie gewesen ist.

… erzählt die Journalistin mit emphatisch mitfühlender Stimme. Dabei sind die obigen zwei Sätze ihr Einstieg. Die fett hervorgehobenen Worte betont sie besonders, ihr Ton ist nicht sachlich sondern eben … yellow press.

Nur einen Satz von Elisabeth Manas später kommt Musharraf im O-Ton selbst das erste Mal zu Wort. Seine Stimme ist erstickt und emotional, hat einen klagenden Ton. Elisabeth Manas spricht leicht zeitversetzt eine Übersetzung ins Deutsche und gibt dem Militärchef ‘der besten Armee der Welt’ damit noch mehr Raum für die Aufführung einer Operette:

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  1. Ich schreibe ‘sollte’, weil dem freilich nicht so ist, dass so ein Beitrag als Problem, als unwürdig und peinlich betrachtet wird. Dieser Beitrag ist erstens bei weitem nicht das peinlichste und schlechteste, was der ORF liefert. Bei weitem nicht. Zweitens gereicht so ein Beitrag dem ORF in so ferne nicht zur ‘Schande’, als sich niemand daran stößt. Wir sind Medienmüll gewohnt und nehmen kaum Anstoß. Es gibt so gut wie keine Kultur der Medienkritik in Österreich und die ersten, die darunter leiden, sind die Qualitätsmedien selbst, erst in zweiter Linie wir, die ‘Öffentlichkeit’. []

60 Mille Mehrkosten (über 2 Jahre)

Die Hacklerregelung gehört verlängert. Was dabei besonders dramatischer ist: Wir wollten für jene Betroffene, die über die Entgeltszahlung hinaus krank sind, bestimmte Zeiträume für die Pension anrechnen können. Das wären maximale Mehrkosten von 60 Millionen Euro bis 2010. Das ist in diesem Sozialsystem ein Klacks. Das verweigert Bartenstein einfach, er prolongiert einen sozialen Härtefall für die Zukunft.

aus dem Standard, 27.11.2007
Interview von M. Völker
mit Wilhelm Haberzettl

VP blockiert die Regierungsarbeit
Haberzettel meint, Bartenstein mache das aus Prinzip, das Blockieren. Aber aus welchem Prinzip wird nicht verraten. Im Raum steht das Thema der letzten Monate: BLOCKADE in der Regierungskoaliton (ob D oder Aut). Also blockieren um der Blockade willen.
Mmh, ich weiß nicht.

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Jahresabschluss

… und Abschluss eines langen Tages, der mit dem Eintrag zu

begonnen hat.

Tätigkeitsbericht ;-)
Eine statistische Auswertung der Beitragseingänge ins Kellerabteil, vom 25. November 2006 bis zum 25. November 2007:

gezeichnet:

Lohnnebenkosten erklärt

nein, nicht von einem Ökonomen erklärt sondern richtig. Also von einem Kabarettisten:

Volker Pispers (ganzes Programm)

Das ist jetzt nicht lustig. Nope. Überhaupt nicht.

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AlVG: Arbeitslosenversicherungsgesetz

und jetzt zu etwas ganz anderem.
Ein Schnipsel, das nicht eingebettet sondern zitiert wird. Aus einem internen, nicht ganz öffentlichen Forum. Ich hoffe, ich verärgere niemanden.

Hier eine Einschätzung einer Person, die wie wenige weiß, wovon sie spricht, wenn sie eine solche Einschätzung zu einem in Begutachtung befindlichen Gesetzesentwurf abgibt:

Es ist gerade eine unsägliche Novelle in Diskussion, die neben ein, zwei Verbesserungen im Prinzip die gesamte Judikatur des VwGH zum Schutz Lohnarbeitsloser menschen “overrult”.
1. die so genannten Zumutbarkeitsbestimmungen, ohnehin die schärfsten Europas, werden in sehr extremer weise verschärft,

2. der Rechtsschutz der Betroffenen faktisch eingeschränkt und

3. über einen neuen Arbeitsbegriff bzw. über eine Art Mindestzeiterfordernis Menschen aus der AL-Versicherung verdrängt.

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Eingebettet mit ‘copy&paste’: das ist web2.0-Kultur

nein, keine web2.0 Erörterung1 an dieser Stelle. Da mag jede und jeder selbst googlen.
Maximal ein link ins befreundete Ausland.2

Embedded Code statt embedded journalists
Wann hat das eigentlich angefangen? Und was lässt sich mittlerweile nicht mehr einbetten?
Dieses ‘ein Jahr Kellerabteil’ ist nicht zuletzt durch diese Dimension bestimmt. Dass mensch nämlich nicht mehr nur seinen/ihren eigenen Ramsch ins Kellerabteil vergraben kann/muss, sondern dass wir alle jede Menge Ramsch verschiedenster Provenienz leihweise auch in unsere Kellerabteile einschlichten können.

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  1. Und meine persönliche Perspektive auf web2.0 wird eher nicht hier, sondern auf ‘Gegenöffentlichkeit2.0‘ veröffentlicht. Wenn sich das überhaupt ausgeht. []
  2. Samt Mahnung! Was ist nun, ich warte seit Äonen auf die Fortsetzung! Bitte. Und überhaupt, Kollege sms, das genial schöne feine und nochmal schöne mp3 mit der Lesung von Flusser. Das hab ich nicht d/l können! Das will ich aber mit mir herumtragen können. Können wir mal Flusser mit verteilten Rollen lesen? Oder Koschorke. Oder Latour Bruno? []

der Nachricht einen ‘Spin’ geben

Dass es so etwas gibt ‘SpinDoktoren‘, das ist landauf landab seit geraumer Zeit bekannt. Nur, was darunter vorstellen?

Ein Antwortversuch:

Stellen Sie sich vor es ist Wahlkampf. Heiße Phase. Stellen Sie sich vor, es ist gerade das letzte Fernsehduell der beiden SpitzenkandidatInnen. Wir wissen, zum “Duell” ist es hochstilisiert. Dass es das “entscheidende” Duell ist, dafür haben wir null Beleg, aber das wird überall behauptet. Und so schauen wir zu.

Die DuellantInnen schwitzen sich im Fernsehstudio an, die “Menschen” hängen an den Bildschirmen (, weil es ja das herausposaunt “entscheidende” Duell ist, oder?). Ganz gute Einschaltquoten. Die Zeitungen am nächsten Tag werden ebenso ganz gute Auflage haben. Schließlich wird schon im Vorfeld allerorts erklärt, es ginge eigentlich punkto Auswirkung des “entscheidenden Duelles” gar nicht so sehr um das Duell selbst, und wie sich die DuellantInnen da anstellen. Es geht vielmehr (nur) um die Rezeption des Duelles in den Medien. Es geht darum, was nachher geschrieben und gesagt wird, wer denn besser ausgesehen hätte.
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mittlerweile tabuisiertes Wissen

Quelle: US Kongress
(1980er Jahre?)

Ähnliche Einträge:

ein Jahr KellerabteilBlog

Kein Grund zu feiern. Aber ein Anlass, das zu bemerken. Ja, das schon.

Ein Jahr Experiment. Ein Jahr spielerisches Vertraut machen, ‘trail and error‘, ein Gefühl für das Medium und gewisse Möglichkeiten bekommen. Erste manifeste Auswirkungen – gemessen am urspünglichen Anlass wohlgemerkt – sind drei Weblogs von Betriebsräten für ihre Kolleginnen und Kollegen.
Weiters: deutlich steigendes Bewusstsein und sich verbreitende Neugier diesem Medium gegenüber. Von all dem war unter Vertretern von Arbeitnehmerinteressen vor einem Jahr noch nichts zu spüren.
Und: ein ehrgeiziges Programm für 2008. Let’s make some noise!

Aus Anlass des unangebrachten Feiertags, und weil das Kellerabteil in naher Zukunft wieder in die modrige Ruhe eines Gemeindebaukellers zurück sinken wird: heute ein Tag vieler kurzer Beiträge.




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