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kulturelles Gedächtnis SoZi

SoZi 17|09: ‘wie sollte man diese Erwachsenen da nicht verachten’

Bruno Latour, Michel Ser­res befra­gend. Ein Auss­chnitt gle­ich aus dem Beginn des ersten von fünf Gesprächen:

BL: … Meine erste Frage zielt (dem­nach) auf Ihren intellek­tuellen Bil­dungsweg. Sie schätzen die Diskus­sion nicht sehr; auch wenn Sie berühmt sind, wer­den Sie von Kol­le­gen nicht gut begrif­f­en, und Sie selb­st reden oft schlecht über diese Kol­le­gen, das muss man sagen. Was ist Ihnen auf Ihrem Bil­dungsweg so Schreck­lich­es zugestoßen, dass Sie so mis­strauisch gegenüber der Diskus­sion sind? Welche Ereignisse haben Sie zu dieser ein­samen Ausübung der Philoso­phie geführt?

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instruktiv kulturelles Gedächtnis SoZi Soziologie

SoZi 16|09: das Ende der Zivilisation (durch den christlichen Mob)

Das Ende ein­er Zivil­i­sa­tion … oft beschworen und oft nichts als Wel­tun­ter­gangsstim­mung bzw. die schmer­zlich wer­tende In-Eins-Set­zung von Schwellen­zeit­en strukurellen Wan­dels mit dem Abge­sang an eine “gute alte”, eine bessere Gesellschafts­form.
(Siehe neben­bei das Ende des SoZi 14|09 für eine Kri­tik dieses Fatal­is­mus.)

Nichts desto trotz muss men­sch nicht unbe­d­ingt die Augen davor ver­schließen, dass in der Men­schheits­geschichte immer wieder Zivil­i­sa­tio­nen ihr Ende gefun­den haben …
in this case …:

Euk­lid war der erste große Math­e­matik­er in ein­er lan­gen und unglück­licher­weise irgend­wann zu Ende gegan­genen Rei­he von Gelehrten, die in Alexan­dria arbeit­eten. [..]

Ein Sohn des Ptole­meios, der — wenig fan­tasievoll — den gle­ichen Namen trug, bestieg als Ptole­meios II. den Thron und ließ eine gewaltige Bib­lio­thek mit einem Gebäude bauen, das er zu Ehren der Musen mouseíon nan­nte. Das mouseíon war wed­er ein Musen­tem­pel noch ein Muse­um, son­dern ein Forschungsin­sti­tut: die erste staatlich geleit­ete Ein­rich­tung dieser Art.

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instruktiv politisch SoZi Soziologie

SoZi 15|09: die präbendale Gesellschaft

Das dieswöchige SoZi zur Form der «präben­dalen Gesellschaft» bzw.: präben­dalen Herrschaft­sor­gan­i­sa­tion. Die «Präben­den», ist gle­ich, die Pfründe.

Doch nicht die angekündigte direk­te Anknüp­fung an die «zer­streute Gesellschaft», die auf der Formebene «fascis­tis­che Gesellschaft». (Aber der Faden lässt sich jed­er Zeit wieder aufnehmen.)

Warum? Eine Analo­gie, ein Gedanke beschäftigt mich seit län­gerem und zunehmend. Wenn ich die besitzende Klasse der  Indus­triellen, der Banker, Finanzweltjon­gleure etc. betra­chte, finde ich — klar­erweise — jede Menge struk­tureller Entsprechun­gen zur herrschen­den Klasse im Ausklang des europäis­chen Feu­dal­is­mus.
Genauer: mit der «höfis­chen Gesellschaft», wie sie Elias in seinen sozio­genetis­chen und psy­cho­genetis­chen Stu­di­en analysiert und beschreibt.

Der struk­turelle Wan­del va. von der zen­tralen Form des Fam­i­lienun­ternehmens (neben den staatlichen Unternehmen und öffentlichen  Wirtschafts­bere­ichen) zur heute immer mehr bes­tim­menden Form der durch Share­hold­er geleit­eten Unternehmen scheint mir unsere gesamte Gesellschaft nach­haltig zu struk­turi­eren.