Monthly Archive for Februar, 2008

/sms’sens blogstöckchen im kellerabteil gelandet.?!

Blogstöckchen?

Ein Blogstöckchen ist eine Art Schneeballsystem Kettenbrief Vernetzungsspiel Frage-Antwort Rechercheunternehmen in der Blogosphäre für die Blogosphäre und um die Blogosphäre herum. Oder so.
Das Anführungszeichen Stöckchen verweist dabei begrifflich visualisierend auf das Staffelholz im Staffellauf.

Eine BloggerIn erörtert eine Frage in einem Blogeintrag und gibt diese Fragestellung – das Blogstöckchen – mit diesem Eintrag darüber hinaus an – meist fünf – andere BloggerInnen zur weiteren Erörterung weiter. Diese nehmen die Frage- bzw. Aufgabenstellung wie ein Staffelholz auf und laden ihrerseits – meist fünf – weitere BloggerInnen zur weitergehenden Behandlung der Materie ein.
Durch die trackback Funktion – “die Spur führt zurück” – wird eine komplexe Diskussionsstruktur und vielbloggige Erörterung einer Fragestellung quer durch das WWW verfolg- und zurückverfolgbar.

Blogstöckchen‘-Eintrag in einem noch zu schreibenden Web2.0-Lexikon

Nun, während ich seminaristischer Weise in Hirschwang im Angesicht einer tatsächlich mit Schnee bezuckerten Rax war, landete in meinem Kellerabteil ein solches Blogstöckchen aus dem geschätzt-verehrten rebell.tv.

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Joseph Roth als Kriegsberichterstatter 1920

Vorher bei Perlentaucher im Feedreader1 gefunden.
Die Feuilleton-Übersicht des Perlentauchers von heute berichtet ua.:

Zur Erinnerung an die Gründung der Roten Armee vor Neunzig Jahren wird ein faszinierter Text von Joseph Roth aus dem Jahr 1920 nachgedruckt.

Der hingebungsvolle Bewunderer von Joseph Roths Radezkymarsch, der ich bin, hab ich das umgehend klicken müssen. Und was soll ich sagen, der Text, d.h. die Textausschnitte im Abdruck der taz sind wirklich faszinierend.

Aus Joseph Roths Radezkymarsch hab ich hier im Kellerabteil übrigens schon zitiert, Zeitzeugentexte aus den 1920ern sind freilich auch ohne das besondere Qualitätssiegel des Namens Joseph Roth immer interessant und die Perlentaucher Feuilleton-Abgrasungen sind in den letzten Tagen und Wochen va. aus zwei Anlässen heraus faszinierend, wegen der Kritiken von Litells offensichtlichen Schundroman und wegen der Reaktionen auf Götz Alys Buch “Unser Kampf”. Da hat heute der Wiener PhiloProf. Alfred Pfabigan eine längere und differenzierte Kritik geschrieben.

  1. ad ‘Feedreader’ siehe den gerade erst aktualisierten Eintrag punkto Blogs Abonnieren. []

Kennen Sie schon Eliza Boltanski?

So, das hat jetzt mal Spass gemacht.
Kann ich nur empfehlen, diese kurze und leider gar zu lückenhafte Biografie der Eliza Boltanski (1874-1923) nachzulesen.

Es hat zumindest Spass gemacht, sie zu schreiben. ;-)

Hab eigentlich wenig Lust zu bloggen in der letzten Zeit. Was auch daran liegen könnte bzw. liegen wird, dass es gerade mehr als reicht, das mit dem Bloggen. Ich beginne den Überblick über die Projekte zu verlieren.

Hier in die Tiefen des Kellerabteils komm’ ich gar nicht mehr. Muffelt zu sehr. Ich sehne mich nach Licht, Sonne, Wärme.
Dieser Sehnsucht mögen die letzten pathetischen Ausrutscher (sorry mk!) bzgl. Gomera geschuldet sein, sie scheint mich auch bei der Layoutierung der letzten beiden Weblogs geleitet habe. Hell, licht, transparent.

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Blogs abonnieren. So einfach geht’s. (update)

Das Abonnieren von Blogs ist die komplementäre, quasi die komplettierende Seite dieses Mediums WEBLOG.
Ohne das Element der Abonnierbarkeit wäre das Ding halb so sinnvoll, halb so praktisch, halb soviel wert.

Was bedeutet es nun, Blogs zu abonnieren?
Mit dem Abonnieren – ein einfacher technischer Schritt – bekomme ich automatisch immer die Benachrichtigung (samt Vorschau), wenn es in einem von mir abonnierten Weblog1 einen neuen Eintrag gibt.

Ergo: ich muss nicht auf die Blog-Seite schauen, ob sich gerade etwas getan hat sondern kann mich darauf verlassen, automatisch up to date zu bleiben. Müsste ich laufend auf die Website der diversen Blogs nachschauen, ob seit meinem letzten Besuch etwas passiert ist … was hätte dieses Ding “Weblog” dann schon für einen eigenen Sinn? Es wäre wie das Anklicken jeder normalen Webpage, die mich interessiert.

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  1. oder auch einer Homepage mit abonnierbaren Nachrichten. Und die absolut meisten Homepages sind schon mit Feeds zum Abonnieren ausgestattet. []

Die Verlogenheit des Springer-Konzerns in x-ter Generation

Die deutsche Boulevardzeitung “Bild” will Beschwerden ihres “Kontrollorgans” Bildblog beim Deutschen Presserat unterbinden.

… lese ich gerade auf der orf futurezone.

Die Kritik am Schweinejournalismus ist ja eines, wenn aber der faktische Nachweis von Schweinejournalismus Tag für Tag in einer laufenden Dokumentation (Bild-Blog) erbracht wird, die Klickraten von ~40.000 Seitenaufrufen pro Tag hat, dann müssen die Anwälte des Konzerns ran.

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Wohin steuert die Demokratie?

… ein ausgezeichnetes Radiofeature von Ö1, welches ich hier teilen möchte:

Wohin steuert die Demokratie?
Ein Radiokolleg von Martin Adel, der für viele ausgezeichnete features verantwortlich ist. Dafür ist ihm und Ö1 zu danken. Bildungsauftrag at its best!
Besonders hervorheben muss ich in diesem Zusammenhang übrigens die Themenauswahl der Radiokollegs von Martin Adel. Die ist erstens nicht selbstverständlich sondern eher außergewöhnlich im Strom der Medienlogik, und zweitens ist sie “to the point”. Gesellschaftlich relevant mit hoher Sensibilität für eine Form der Aktualität, die nichts mit der schnelldrehenden Tagesaktualität zu schaffen hat, aber viel mit dem Gespür für prinzipielle und in die Zukunft weisende Bezogenheit auf gegenwärtige Gegenwart.

hier mein Mit- und Zusammenschnitt (90 Minuten):

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9.2.07: perfect day

aus irgendwelchen mir selbst nicht näher bekannten Gründen erinnere ich mich ausnehmend an diesen Tag, gerade an diesen Tag.
Es war ein wunderschöner Tag, aber kein außergewöhnlicher. Vielleicht ist es gerade das. In der Erinnerung ist der Tag mit symptomatisch friedlich, mit “perfekt” verbunden.

9.2.07: just a perfect day
Wir waren also exakt einen Monat da. D.h. umgekehrt, schon einen Monat weg.
Weiterlesen ‘9.2.07: perfect day’

Seminar: Politik machen mit der “Unsicherheit”

wieder mal die Dokumentation eines Seminars. Die Verweise und Materialien sind in die ursprüngliche Seminarankündigung eingearbeitet:

27.-29. Februar 2008, Seminar-Park-Hotel Hirschwang

Politische Praxis in Österreich II
Die Produktion von sozialer Unsicherheit

Seminarankündigung
Mit dem Gefühl von Unsicherheit wird seit jeher Politik gemacht, mit der Verunsicherung, mit dem in Unsicherheit halten, mit dem Unterlassen von Absicherungen. Unsicherheit wird allerdings nicht nur nicht abgesichert, wo es durchaus möglich wäre, Unsicherheit wird auch gezielt produziert. Es geht uns also um die Produktion von sozialer Unsicherheit. Weil, soziale Unsicherheit ist nicht einfach gegeben. Auch hat es wenig Erklärungswert, wenn wir im Zusammenhang von sozialer Unsicherheit und Ungleichheit von göttlichen oder natürlichen Ordnungen sprechen.

Mit diversen Unsicherheiten lässt sich Politik machen:

  • mit der Unsicherheit, ob unsere Kinder gleiche Chancen in der Gesellschaft haben werden,
  • mit der Unsicherheit, ob wir bei Krankheit und Verletzung erstens auf leistbare gesundheitlich Versorgung bauen und zweitens den Ausfall unserer Arbeitskraft ökonomisch überleben können,
  • mit der Unsicherheit, ob die Lebens- und Genußmittel, mit denen wir uns ernähren, unserer Gesundheit schaden können

(IM SEMINAR kurz angesprochen: für die interessierten KollegInnen der Link zu einem berühmten Film über einen berühmt-berüchtigten Konzern: “Monsanto, mit Gift und Genen”; der Film “Tote Ernte -- Der Krieg ums Saatgut”; ein Link zum Film “Arme Sau -- Doku über Genfood”. Alle Filme online im WWW anschaubar!)

  • mit der Unsicherheit, ob wir nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße gehen können, ohne einen Übergriff zu riskieren,
  • mit der Unsicherheit, ob unsere Gewohnheiten und unser Verhalten nicht in großen Datenbanken gespeichert und die Daten dann teuer an Unternehmen verkauft werden, (Links ad Datenschutz)
  • mit der Unsicherheit, ob die Leistung, die wir im Beruf erbringen nicht anhand reduzierter und uneinsehbarer statistisch zusammengeführter Kennzahlen bewertet wird, die uns sogar den Job kosten können,

  • mit der Unsicherheit, ob unsere Kinder oder Enkel gar möglicherweise wieder in einen Krieg geschickt werden können
  • u.s.w. …

Unsicherheit -- Absicherung | Verunsicherung -- Versicherung

Wir sehen schon, erstens lässt sich die Geschichte unseres europäischen Sozialstaates als eine Geschichte der Absicherung gegen viele soziale Unsicherheiten lesen, zweitens, dass viele dieser Absicherung seit langer Zeit in der Demontage befindlich sind.

Wir denken an die Pensionsversicherung, die Sozialversicherungen, das Arbeitslosengeld, …

Drittens sehen wir, an zweieinhalb Seminartagen, also fünf Halbtagen, da lässt sich nur ein Ausschnitt der oben angerissenen Felder anreissen.

Hier das Programm für 5 Halbtage, entstanden in Zusammenarbeit mit Lukas Wurz, Stand Herbst 07:

  1. Die Produktion von sozialen Unsicherheiten: das Geschäft mit der Verunsicherungkurzer Streifzug durch die letzten 200 Jahre in Beispielen und vor dem Hintergrund des Gesamtthemas; Entwicklung Nationalstaat und Funktion des äußeren und inneren Feindes; Kapitalismus und die “soziale Frage”; die Nützlichkeit von Arbeitslosigkeit und die Zerstörung und Schaffung von Solidaritäten;(passend und sehr interessant dazu Wolfgang Kochs Kleine Wiener Stadtgeschichte, nachlesbar im WWW!)
  2. Vom Proletariat zum Prekariat: nützlich für Politik und Wirtschaft?Was heißt da “Prekariat”? Welche ideologischen Überlegungen stecken heute hinter der Produktion von Unsicherheit; Die Rolle der Politik, der Medien, der Interessensverbände; Wie viel Unsicherheit ist gerade richtig für einen perfekt geschmierten Kapitalismus;(Texte und Materialien dazu hier …)
  3. Die Aushöhlung sozialer Sicherheitssysteme: Privatisierung der VorsorgePensions-, Kranken-, Unfall-, Lebens-, …-versicherungen; Wie wir aus den staatlichen Absicherungssystemen und in die Arme der privaten Versicherungen getrieben werden; Der Umbau der staatlichen Sicherungssysteme;
  4. Die Aushöhlung von Solidarität: Shareholder-Value vs. ArbeitnehmerinteressenDie absurden Interessenkonflikte durch Mitarbeiterbeteiligungen; Der Mythos der Lohnnebenkosten und die Besteuerung des Faktors Arbeit; Der Mythos des Standortwettbewerbs; Was bedeuten Privatisierung und Liberalisierung für die Finanzwirtschaft und was für Beschäftigte und Kunden;
  5. Datenschutz: War on Terror, der gläserne Bürger und transparente KonsumentWas heißt Innere Sicherheit?; Was hat es mit der “Festung Europa” auf sich?; Wieso lassen wir uns soviel gefallen, obwohl niemand die Begründung “War on Terror” glaubt; Wozu dient der “Agent Provocateur”; Welche ökonomischen Interessen stecken hinter dem gläsernen Bürger (RFID);Link zum “Film” PANOPTI.COM und ein Radiofeature zum Thema RFID:

Lukas’ Literaturliste

Prekarisierung – atypische Beschäftigung – Produktion von Unsicherheit

Historischer Teil

Eric Hobsbawm, Nationen und Nationalismus. Mythos und Realität seit 1780, FfM 2004.

Harald Hitz (Hg.), Johann Georg Grasel. Räuber ohne Grenzen, Horn 1999.

Margarete Grandner/Gerald Stourzh, Historische Wurzeln der Sozialpartnerschaft, in: Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Band 12/13, Wien 1986.

Markus Cerman/Sheilagh C. Ogilvie (Hg.), Protoindustriealisierung in Europa. Industrielle Produktion vor dem Fabrikszeitalter, Wien 1994.

Wolfgang Häusler, Von der Massenarmut zur Arbeiterbewegung. Demokratie und soziale Frage in der Wiener Revolution von 1848, Wien 1979.

Karl Vocelka, Geschichte Österreichs. Kultur – Geschichte – Politik, München 2004.

E. Talos/W. Neugebauer (Hg.), „Austrofaschismus“. Beiträge über Politik, Ökonomie und Kultur 1934 -1938, Wien 2005. (ein weiter Link)

Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Hamburg 2005.

Botz/Oxaal/Pollak/Scholz, Eine zerstörte Kultur. Jüdisches Leben und Antisemitismus in Wien seit dem 19. Jahrhundert, Wien 2004.

Produktion von Sicherheit/Unsicherheit heute -- Prekarisierung in der Gegenwart

Anette Treibel, Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht, München 1999.

Pierre Bordieu, Die verborgenen Mechanismen der Macht, Hamburg 1992.

Ronald Barazon, Kampf dem Kapitalismus, Salzburg 2006.

Bernd Senf, Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise, München 2001.

Komlosy/Parnreither/Stacher/Zimmermann (Hg.), Ungeregelt und unterbezahlt. Der informelle Sektor in der Weltwirtschaft, FfM 1997.

Blätter für deutsche und internationale Politik (Hg.), Der Sound des Sachzwangs. Der Globalisierungs-Reader, Bonn 2006.

Kathrin Röggla, wir schlafen nicht, FfM 2004.

Wilfried Glißmann/Klaus Peters, Mehr Druck durch Freiheit. Die neue Autonomie in der Arbeit und ihre paradoxen Folgen, Hamburg 2001.

Armutskonferenz/ATTAC/Beigewum, Was Reichtümer vermögen. Gewinner und VerliererInnen in europäischen Wohlfahrtsstaaten, Wien 2004.

Beigewum, Mythen der Ökonomie, Hamburg 2005.

Lohoff/Trenkle/Wölflingseder/Lewed, Dead Men Working, Gebrauchsanweisung zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten des kapitalistischen Amoklaufs, Münster 2004.

Das deutsche «prekär» ist nicht das gleiche wie das französische «précaire»

Zu viel komm’ ich hier weiterhin & immernoch nicht. Das tut mir erstens leid1 und wird sich zweitens einige Zeit lang nicht ändern.

Nachdem ich heute aber immerhin einen längeren Artikel geschrieben hab’, nur um ihn dann auf einem anderen Blog – dem San Precarios-Blog – freizuschalten, kopiere ich den Text hier wenigstens rein:

Über die jüngere Karriere eines facettenreichen Begriffes, der über den Umweg aus dem Französischen verstärkten Eingang in den aktiven Wortschatz deutscher Sprache findet, dabei allerdings Federn hat lassen müssen.

Wenn wir heute von prekären Verhältnissen sprechen, und wenn das Adjektiv «prekär» in unserem deutschen Sprachgebrauch langsam aber doch zu einem Schlüssel- und Symbolbegriff wird, so hat das wenig damit zu tun, dass die deutsche Sprache seit langem über das Adjektiv «prekär» verfügt und viel damit, dass wir einen französischen Begriff einbürgern.

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  1. u.a. auch, weil ich eine Debatte angefangen hab und nicht weiterführen kann. Ich wollt’ sie zwar nicht anzetteln, hab weitere Ausführungen allerdings noch vollmundig angekündigt. Sorry, ich hab’s nicht vergessen. []